14. September 2026
Dies ist eine Kurzzusammenfassung des Artikels «Fast 2 Millionen Haushalte haben zu viel Platz – verschärfen Senioren die Wohnungsnot?» von Felix Ertle mit Aussagen des Immobilienökonomen Christian Kraft (erschienen am 4. September 2026).
Der vollständige Artikel kann hier nachgelesen werden: Fast 2 Millionen Haushalte haben zu viel Platz – verschärfen Senioren die Wohnungsnot?
In der Schweiz gelten rund 1.86 Millionen Wohnungen als unterbelegt, das ist knapp jeder zweite Haushalt. Unterbelegung gibt es in praktisch allen Landesteilen, auf dem Land häufiger als in den Städten.
Gemäss Immobilienökonomen Christian Kraft von der Hochschule Luzern liegt der Hebel gegen die Wohnungsknappheit nicht nur in der Umverteilung, sondern auch im Angebot. Das Grundproblem sei, dass sich Haushalte viel schneller verändern als die Wohnungen, in denen sie leben. Aus Familien werden Zweipersonenhaushalte, und die Zahl der Einpersonenhaushalte steigt schneller als erwartet, während weiterhin vor allem 3.5-Zimmer-Wohnungen gebaut werden.
Entscheidend wird deshalb sein, genügend und vielfältigen Wohnraum zu schaffen, vor allem in den Städten und Agglomerationen. Zudem sollten Wohnungen flexibler geplant werden, damit sie sich neuen Lebenssituationen anpassen lassen. Wer bei Bedarf leicht eine passende Wohnung findet, zieht auch eher um. So werden andere, oft ältere und günstigere Wohnungen frei. Funktioniert diese Umzugskette nicht, wird es in den Städten schwierig.
Das verbreitete Bild vom älteren Paar im zu grossen Einfamilienhaus prägt die Debatte laut Kraft stärker als die Statistik. Über 75-Jährige, die allein oder zu zweit im Einfamilienhaus wohnen, machen nur 1.5 Prozent der Bevölkerung aus (siehe auch «Wohnen im Alter: Eine empirische Untersuchung der Wohnsituation und -mobilität älterer Menschen in der Schweiz», eine Studie der HSLU im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen). Sie zum Umzug zu drängen, hält Kraft für gesellschaftlich heikel und für die Wohnungsknappheit wenig wirksam.
Wohnraum effizient zu nutzen, ist heute ein breit gefördertes Nachhaltigkeitsthema. Statt Druck braucht es dafür laut Kraft passende Alternativen: Wer mit weniger Platz auskommen möchte, muss auch eine geeignete Wohnung finden können.
Quelle: Fast 2 Millionen Haushalte haben zu viel Platz – verschärfen Senioren die Wohnungsnot?
Fokusthema: Städte entwickeln ohne Geld, Material und Land?
Das Schweizer Bau- und Immobilienforum findet am Mittwoch, 11. November 2026 in Rotkreuz statt. Am Vormittag werden drei Workshops zum Thema «Städte entwickeln ohne Geld, Material und Land?» im Innovationspark angeboten und am Nachmittag folgen darauf aufbauende Input-Referate an der HSLU, Suurstoffi 1.
Das Forum wird vom Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS), sowie vom Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) und vom Institut für Gebäudetechnik und Energie (IGE) der Hochschule Luzern organisiert. Es findet dieses Jahr im Rahmen der Schweizer Wohntage 2026 statt.
Weitere Informationen sowie Anmeldung finden Sie hier: BIF 2026
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