Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung,
Sozialmanagement und Sozialpolitik,
Vom 31. Oktober bis 15. November 2026 finden die Schweizer Wohntage des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) statt. Die jährlich durchgeführte Veranstaltungsreihe gilt als zentraler Treffpunkt der Fachwelt des Schweizer Wohnungswesens und gastiert dieses Jahr in Luzern. Die Wohntage werden vom Bundesamt für Wohnungswesen gemeinsam mit der Hochschule Luzern, der Stadt Luzern und weiteren Partnerorganisationen getragen. Das Begleitprogramm wurde massgeblich vom Interdisziplinären Netzwerk «Raum & Gesellschaft» der Hochschule Luzern mitorganisiert.
Das Thema der diesjährigen Wohntage lautet «Wege zu preisgünstigem Wohnraum». Im Zentrum stehen Fragen, die viele Gemeinden, Städte und Regionen derzeit beschäftigen: Wie kann preisgünstiger Wohnraum erhalten und geschaffen werden? Welche Handlungsmöglichkeiten stehen öffentlichen, gemeinnützigen und privaten Akteur:innen zur Verfügung? Welche Folgen haben Verdichtung, Sanierungen oder steigende Bodenpreise für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen? Und wie können soziale, ökologische und wirtschaftliche Ziele in der Wohnraumentwicklung miteinander verbunden werden?
Die Hochschule Luzern befasst sich seit vielen Jahren aus unterschiedlichen Perspektiven und Expertisen mit diesen Fragestellungen. Die Wohnungsfrage ist ein interdisziplinäres Handlungsfeld, das soziale, planerische, ökonomische, ökologische und kulturelle Aspekte miteinander verbindet. Forschungs- und Entwicklungsprojekte, Weiterbildungsangebote und Kooperationen mit Praxispartner:innen widmen sich unter anderem dem Zugang zu bezahlbarem Wohnraum, der sozialen Nachhaltigkeit von Wohn- und Siedlungsentwicklungen, klimaresilienten Wohnformen, der Baukultur sowie den gesellschaftlichen Auswirkungen von Verdichtung und Transformationsprozessen. Forscher:innen und Fachpersonen aus allen Bereichen der Hochschule, von der Sozialen Arbeit, Wirtschaft, Technik & Architektur bis zu Design, Film und Kunst, sowie aus dem Interdisziplinären Netzwerk IDN «Raum & Gesellschaft» bringen diese Perspektiven in die Schweizer Wohntage ein.
Durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteurinnen der HSLU, der Stadt Luzern und des BWO konnte ein breites Netzwerk an Kontakten aktiviert und ein grosser Fundus an Expertise genutzt werden. So präsentiert sich das Rahmenprogramm der diesjährigen Schweizer Wohntage als ein aufeinander abgestimmtes und facettenreiches Veranstaltungsbouquet mit spannenden Gäst:innen und vielfältigen Beiträgen aus Forschung, Politik, Verwaltung und Praxis.
Das Kernstück der Wohntage bildet dabei die nationale Fachtagung «Wege zu preisgünstigem Wohnraum» vom 6. November 2026. Sie widmet sich den Ursachen und Auswirkungen der Wohnungsknappheit sowie möglichen Strategien zur Sicherung und Schaffung preisgünstigen Wohnraums. Thematisiert werden unter anderem Verdrängungsprozesse, sozialverträgliche energetische Sanierungen, wohnungspolitische Instrumente sowie aktuelle Entwicklungen in der Stadt Luzern. Vertreter:innen aus Forschung, Politik und Praxis diskutieren dabei unterschiedliche Perspektiven auf die gegenwärtigen Herausforderungen des Wohnungsmarktes.
Ergänzt wird die Fachtagung durch zahlreiche Veranstaltungen, welche die Wohnungsfrage aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Dazu gehört die «Einblicke»-Veranstaltung der HSLU «Wohnraumstrategien – wie Gemeinden und Städte die Wohnraumversorgung proaktiv mitgestalten können» am 5. November 2026. Anhand von Erfahrungen aus Forschung und Praxis wird diskutiert, welche Möglichkeiten Gemeinden und Städte haben, ihre Wohnraumentwicklung strategisch zu gestalten und aktiv zur Versorgung mit Wohnraum beizutragen.
Ebenfalls Teil des Programms sind die Ausstellungen «Baukultur konkret» und «Wohnen fürs Wohnen», die vom 31. Oktober bis 15. November 2026 im Bourbaki Pop-up in Luzern zu sehen sind. Beide Ausstellungen greifen aktuelle Fragen des Wohnens auf und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Lebensräume, Quartierentwicklung und gemeinschaftliche Wohnformen. Während «Baukultur konkret» Erkenntnisse zu baukultureller Qualität und lebenswerten Quartieren präsentiert, thematisiert «Wohnen fürs Wohnen» die Bedeutung von Wohnbaugenossenschaften für bezahlbaren und gemeinschaftlich organisierten Wohnraum. Wer mehr Gefallen an bewegtem Bild findet, kommt beim Kinomatinée im Stattkino Luzern auf seine Kosten: dort wird am 8. November 2026 der Film «The Lady in the van» (2015) vorgeführt, der gekonnt und auf humorvolle Weise aufzeigt, was Wohnen in den engen Verhältnissen einer mobilen Wohnform bedeutet.
Einen direkten Bezug zur gebauten Realität schaffen zudem vier Rundgänge durch Luzerner Wohn- und Stadtentwicklungsprojekte. Sie führen in die Genossenschaftssiedlungen Obermaihof und Eichwald, in das Entwicklungsgebiet LuzernNord sowie auf das Areal Industriestrasse. An konkreten Beispielen wird sichtbar, wie Fragen des preisgünstigen Wohnens, der sozialen Nachhaltigkeit und der Quartierentwicklung vor Ort bearbeitet werden.
Mit der öffentlichen Podiumsdiskussion «Gemeinsame Wege zu preisgünstigem Wohnraum» greift die Stadt Luzern die Themen der Wohntage auf und öffnet sie für die breitere Öffentlichkeit. Vertreter:innen aus Verwaltung, Forschung und Praxis diskutieren Perspektiven für die zukünftige Wohnraumentwicklung in Luzern und der Zentralschweiz. Damit wird deutlich, dass Fragen der Wohnraumversorgung zu zentralen gesellschafts- und stadtpolitischen Herausforderungen werden.
Die Sicherung von ausreichend bezahlbarem, bedarfsgerechtem und nachhaltigem Wohnraum zählt zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der Schweiz. Die Schweizer Wohntage 2026 bieten einen Rahmen, um aktuelle Entwicklungen, Zielkonflikte und Lösungsansätze aus Perspektive von Forschung, Politik, Verwaltung und Praxis zu diskutieren.
Text: Stephanie Weiss und Nadja Hutmacher
Bild: BWO
Veröffentlicht am: 11. September 2026
Schweizer Wohntage 2026 in Luzern
Interessiert? Das Programm im Detail und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich hier.

Die Soziologin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, Institut für Soziokulturelle Entwicklung. Zusammen mit Stephanie Weiss hat sie das Begleitprogramm der Schweizer Wohntage 2026 koordiniert.

Die Kulturwissenschaftlerin und Sozialgeographin ist Professorin an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, Institut für Soziokulturelle Entwicklung. Zusammen mit Nadja Hutmacher hat sie das Begleitprogramm der Schweizer Wohntage koordiniert.
Interdisziplinäres Netzwerk «Raum & Gesellschaft»
Das Interdisziplinäre Netzwerk IDN «Raum & Gesellschaft» unterstützt die Forschenden der Hochschule Luzern bei der Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen der integralen Raumentwicklung. Dabei arbeiten sie eng mit Partner:innen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft zusammen.
Das IDN «Raum & Gesellschaft» befasst sich mit insgesamt fünf Fokusthemen, darunter auch mit dem Bereich Wohnen & Nachhaltigkeit. Damit will es einen Beitrag leisten zur Entwicklung eines nachhaltigen Wohnungswesens und zur Förderung eines vielfältigen und bedürfnisorientierten Angebots von Wohnformen.
Wohnen der Zukunft
Wohnen betrifft alle – und wird zunehmend zur Herausforderung. Nachhaltiges Wohnen ist zentral für zukunftsfähige Quartiere, Städte und Regionen. Im CAS Wohnen der Zukunft erwerben Sie praxisnahes, inter- und transdisziplinäres Wissen, um Wohnen strategisch und fundiert zu planen, zu steuern und zu gestalten.
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