Erstmals feierten die Bereiche Soziale Arbeit und Pflege ihre Diplomfeiern am selben Tag. Im Verkehrshaus Luzern wurden Absolventinnen und Absolventen gewürdigt und mit inspirierenden Gedanken auf ihren weiteren Weg verabschiedet.
Am Freitag, 11. September 2026, gab es im Verkehrshaus viel zu feiern: Nach einer intensiven Studienzeit nahmen die Absolventinnen und Absolventen der Pflege und der Sozialen Arbeit ihre Diplome entgegen. Gemeinsam mit ihren Angehörigen blickten sie auf das Erreichte und auf die Wege, die nun vor ihnen liegen.
Familien, Freund:innen und Partner:innen hatten während des Studiums mitgefiebert, motiviert und manche anstrengende Phase mitgetragen. Die Feiern würdigten deshalb auch jene Menschen, welche die Diplomierten auf ihrem Weg unterstützt hatten..
Erstmals gemeinsam gefeiert
Am Nachmittag erhielten die Absolvent:innen des Bachelorstudiengangs Pflege ihre Diplome. Am frühen Abend folgten die Bachelor- und Masterabsolvent:innen der Sozialen Arbeit. Die Pflege gehört seit 2024 zum Departement Soziale Arbeit. Jetzt fanden die Diplomfeiern der beiden Bereiche erstmals am selben Tag statt. Zugleich waren es die ersten Diplomfeiern mit Jörg Haslbeck als neuem Direktor des Departements.
Den Auftakt machte die Diplomfeier des Bachelorstudiengangs Pflege für diplomierte Pflegefachpersonen. Studiengangleiter Sever Draganescu erinnerte daran, welchen anspruchsvollen Weg die Studierenden in den vergangenen eineinhalb Jahren zurückgelegt hatten. Sie begannen das Studium bereits als erfahrene Pflegefachpersonen und brachten umfangreiches Wissen aus ihrem Berufsalltag mit. Im Studium hinterfragten sie Vertrautes, gewannen neue Perspektiven und schärften ihr fachliches Profil.
Ihr Abschluss steht für die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse, berufliche Erfahrung und die Bedürfnisse der Menschen miteinander zu verbinden, betonte Draganescu. Gerade in einem Berufsalltag, der oft schnelle Entscheidungen verlangt, brauche es Pflegefachpersonen, die sorgfältig abwägen und für Qualität, Sicherheit und Würde einstehen. Mit dem Buch «Machen» von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler erhielten die Absolvent:innen eine augenzwinkernde Ermutigung, ihre Ideen aktiv in die Pflege einzubringen: «Vertraut auf eure fachliche Stimme – sie wird in der Pflege sehr gebraucht.»
In ihrer Diplomrede stellte Luzia Vetter Räss, Brückenprofessorin Pflege, einen Leitsatz ins Zentrum: «Evidenz leitet unser Handeln, Empathie bestimmt unsere Haltung.» Die Studierenden hätten gelernt, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu beurteilen, Routinen zu hinterfragen und die Wirksamkeit von Interventionen zu prüfen. Dieses Wissen befähige sie, im interprofessionellen Team auf Augenhöhe zu argumentieren und die Qualität der Pflege fundiert mitzugestalten.
Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass Fachwissen allein nicht genügt. Pflegewissenschaft existiere nicht um ihrer selbst willen, sondern für den Menschen. Keine Leitlinie könne Zuwendung ersetzen, kein Algorithmus spüre die Angst von Patient:innen oder die Überforderung von Angehörigen. Professionelle Pflege verbinde deshalb analytische Schärfe mit menschlicher Fürsorge. Vetter Räss ermutigte die Absolvent:innen, selbstbewusst in die Praxis zurückzukehren, sich für die Pflege einzusetzen und die Zukunft ihres Berufs aktiv mitzugestalten.
Am frühen Abend standen die Bachelor– und Masterabsolvent:innen der Sozialen Arbeit im Mittelpunkt. Durch die Feier führten Ausbildungsleiterin Annette Dietrich und Bachelor-Studiengangleiterin Simone Sattler. Pia Georgi-Tscherry, Leiterin des Masters am Standort Luzern, überreichte die Masterdiplome. Die Bachelordiplome wurden von Annette Dietrich und Simone Sattler, Stephanie Weiss und Elena Lanfranconi Jung übergeben.
Was macht die Begeisterung für die Soziale Arbeit aus? Mit dieser Frage eröffnete Monika Keller, Co-Geschäftsleiterin der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg, ihre Diplomrede. Die Profession sei nahe am Leben der Menschen und zugleich an der Schnittstelle von Gesellschaft und Politik tätig.
Keller schlug einen Bogen von der «Neuen Armut» der 1990er-Jahre über den Umgang mit Migration und Vielfalt bis zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Damit zeigte sie, wie eng die Soziale Arbeit mit dem gesellschaftlichen Wandel verbunden ist. Im Zentrum stehe stets die Frage: Was braucht dieser Mensch in dieser Gesellschaft und zu dieser Zeit?
Den Absolvent:innen gab sie mit auf den Weg, die eigene Vorstellung von Normalität zu hinterfragen, unbequeme Fragen zu stellen und Handlungsspielräume zu nutzen: «Lasst uns das Gesetz um den Menschen basteln – nicht den Menschen um das Gesetz.» Denn Soziale Arbeit begleite nicht nur Menschen, sondern gestalte auch die Gesellschaft mit.
Der Student Award 2026 ging an Rachel Bösch aus dem Studiengang Soziale Arbeit neue Konzepte und Innovation. Sie setzt sich für einen barrierefreien Zugang zu Kultur ein und trug wesentlich dazu bei, das B-Sides Festival 2025 inklusiver zu gestalten. Auch im Treibhaus Luzern engagiert sie sich für einen chancengerechten Zugang zum Nachtleben. Mit Kommunikation, Sensibilisierung und Vernetzung schafft sie Begegnungen, baut Berührungsängste ab und ermöglicht Menschen mit Behinderungen eine bessere kulturelle Teilhabe.
Beide Feiern waren von einer familiären und herzlichen Stimmung geprägt. Für die musikalische Begleitung sorgten Chiara Jacomet und Pascal Dittli. So bot der Spätsommertag im Verkehrshaus einen würdigen Abschluss der Studienzeit und zugleich einen feierlichen Auftakt für die nächsten beruflichen Schritte.
Beitrag von: Roger Ettlin
Bilder: Ina Amenda
Veröffentlicht: 22. September 2026
Neue Pflege-Studiengänge an der Hochschule Luzern
Die Hochschule Luzern bietet verschiedene Studienwege in der Pflege an. Der Bachelor of Science in Pflege bereitet Maturand:innen auf vielfältige Tätigkeiten im Gesundheitswesen vor. Diplomierte Pflegefachpersonen können ihre beruflichen und wissenschaftlichen Kompetenzen in einem verkürzten, berufsbegleitenden Bachelorstudium erweitern. Der Master of Science in Pflege qualifiziert für erweiterte und spezialisierte Rollen in der Gesundheitsversorgung.
Soziale Arbeit studieren – Vielfalt, Innovation und Perspektiven
Das Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Luzern bietet drei Vertiefungsrichtungen:
Mehr Infos: Webseite Bachelor in Sozialer Arbeit
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