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Blended Learning: Wie das Departement Soziale Arbeit den Studienalltag neu strukturiert

Das Studium individuell und eigenverantwortlich gestalten? Sich Lerninhalte aktiv aneignen und sie auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden? Ab 2027 funktioniert der Bachelor in Sozialer Arbeit nach dem Prinzip des Blended Learnings, des integrierten Lernens. Das Departement trägt damit der rasanten digitalen Entwicklung Rechnung – und hat mit dem neuen Campus «Perron» ein Gebäude, das den modernen Studienalltag ideal unterstützt.

Blended Learning: Wie das Departement Soziale Arbeit den Studienalltag neu strukturiert

Früh am Montagmorgen. Anna sitzt im Zug. Von ihrem Zuhause in Zürich bis zur Hochschule Luzern, wo sie Soziale Arbeit studiert, braucht sie rund 90 Minuten. Anna weiss: Der Tag auf dem Campus ist gut gefüllt. Austausch, Diskussion, Beratung und die Begleitung ihres Lernprozesses lohnen die Reise nach Luzern.

Wie immer nutzt Anna die Fahrtzeit und liest sich noch einmal quer durch ihre Vorbereitungen zum heutigen Unterricht. Ins Thema eingearbeitet hat sie sich bereits in den letzten Tagen zu Hause. Sie notiert sich einige Punkte, die sie ansprechen möchte, und freut sich auf den Austausch mit den Dozent:innen und den Mitstudierenden.

Nach dem Unterricht trifft sie sich mit ihrer Lerngruppe. Der Abgabetermin für die Gruppenarbeit rückt näher, und es gibt viel zu besprechen. Anschliessend zieht sich Anna noch für eine Stunde in die Bibliothek zurück, um das Thema der Folgewoche vorzubereiten. Danach geht es zurück nach Zürich.

Blended Learning: moderner Studienalltag mit Zukunft

Ab 2027 wird der Bachelor in Sozialer Arbeit mit den Vertiefungsrichtungen Sozialarbeit, Soziokultur und Sozialpädagogik nach dem Konzept des Blended Learnings oder integrierten Lernens durchgeführt.

Blended Learning bietet die Chance, den Lernprozess mit gewissen Vorgaben, aber auch mit viel Freiheit selbst zu moderieren. Die Studierenden gestalten ihn eigenverantwortlich und individuell zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse oder beruflichen Anforderungen.

Blended Learning entsteht durch die Kombination und Verzahnung folgender Lernformen:

  • Kontaktstudium (vor Ort oder online) für Orientierung, Interaktion, Anwendung, Diskussion und Feedback
  • Angeleitetes Selbststudium für strukturierten Wissensaufbau, vorbereitende oder vertiefende Lernphasen mit klaren Aufträgen und Rückmeldungen
  • Individuelles Selbststudium für eigenverantwortliche Vertiefung, Wiederholung und individuelle Schwerpunktsetzung

Selbstverantwortliches Lernen

Annas Studienalltag funktioniert nach dem Blended-Learning-Prinzip. «Wir verstehen Blended Learning – oder: integriertes Lernen – als zusammenhängender, über das Semester hinweg gestalteten Lernprozess und stützen uns dabei auf unser Blended-Learning-Konzept», sagt Annette Dietrich, Leiterin Ausbildung an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Wissensaneignung, -anwendung, Austausch und Reflexion werden dabei nicht isoliert in einzelnen Lehrformaten organisiert, sondern bewusst aufeinander bezogen und miteinander verschränkt.

«Die Studierenden sollen den Kontaktunterricht vor Ort als Reflexions- und Inspirationsraum nutzen, während die Aneignung von (Fach-)Wissen sowie das Einüben von professionellen Handlungen asynchron und selbstverantwortlich im angeleiteten Selbststudium, in der Praxisausbildung und in Gruppenarbeiten geschieht. So schöpft das integrierte Lernen aus der Vielfalt der Lernformen und schafft ein flexibles und wirksames Lernerlebnis», erläutert Dietrich.

Bachelor Soziale Arbeit ab 2027 im Blended Learning

Ab 2027 wird der Bachelor Soziale Arbeit mit den Vertiefungen Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Soziokultur im Blended-Learning-Format durchgeführt. Eine departementsweite Arbeitsgruppe hat das Konzept für die Neuausrichtung erarbeitet. «Wir konnten dabei die Erfahrungen aus dem Bachelor-Studiengang in Pflege, der ebenfalls im Blended Learning funktioniert, nutzen», erklärt die Ausbildungsleiterin. Auch gibt es am Departement Soziale Arbeit bereits diverse Module, die sich am Blended-Learning-Modell orientieren, so etwa «Nachhaltigkeit und Soziale Arbeit», «Integrale Projektmethodik Soziokultur» oder «Kernkompetenzen des sozialpädagogischen Handelns». «Die Konzeption solcher Module ist anspruchsvoll und erfordert von Dozierenden und Studierenden, sich auf das neue Lernmodell einzulassen», erklärt Dietrich. «Die Erfahrungen sind jedoch alle sehr positiv.»

Antwort auf die digitale Entwicklung

Auf die Frage, weshalb es die neue Lernform brauche, hat Annette Dietrich eine klare Antwort: «Lernen entsteht heute vielmehr im Austausch und Diskurs mit Mitstudierenden und den Dozierenden, in der gemeinsamen Reflexion und Einordnung. Wir haben neue Generationen von Studierenden, die mit Tools und Techniken der KI aufwachsen. Hier braucht es gute didaktische Konzepte, die begleiten und helfen einzuordnen.»

Wissen könne man heute über das Internet jederzeit abrufen, an schriftlichen Leistungsnachweisen schreibe die Künstliche Intelligenz mit. Deshalb ändere sich der Fokus der Hochschule weg von der Vermittlung von Wissen zur Entwicklung von Kompetenzen: «Wir wollen Studierende, die sich aktiv mit den Lerninhalten auseinandersetzen und sie für ihren späteren Beruf nutzbar machen», erklärt Dietrich. «Indem wir diese Transferleistung schon im Studium mit ihnen üben, bereiten wir sie noch gezielter auf den Berufsalltag vor.»

Den Lernprozess selbst moderieren

Das Selbststudium sollen die zukünftigen Sozialarbeitenden nicht nur dazu nutzen, sich die Lerninhalte anzueignen, sondern vor allem, sie auf ihre eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden und anzuwenden. «Hier gibt es neue Spielräume, den individuellen Lernprozess zu organisieren, was teilweise auch anspruchsvoll sein kann», sagt Annette Dietrich. «Aber gerade diese Kompetenz der Selbstorganisation und der Organisation des individuellen Wissenserwerbs ist eine wichtige Kompetenz in einer akademischen Ausbildung.» Dabei würden die Studierenden in allen Studienphasen unterstützt: in diversen Austauschgefässen, aber etwa auch mit dem Modul «Lernprozessbegleitung», das neu angeboten wird.

FAQ: Häufige Fragen zum Blended Learning im Studium

Was bedeutet Blended Learning im Bachelor Soziale Arbeit?
Blended Learning verbindet Kontaktunterricht auf dem Campus mit angeleitetem Selbststudium, Gruppenarbeiten und Praxisausbildung. Die Lernformen bauen über das Semester hinweg aufeinander auf.

Ab wann wird der Bachelor im Blended-Learning-Format durchgeführt?
Ab 2027. Die Umstellung betrifft die Vertiefungen Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Soziokultur.

Findet der Unterricht künftig nur noch online statt?
Nein. Der Kontaktunterricht vor Ort bleibt ein wichtiger Teil des Studiums. Studierende nutzen ihn besonders für Austausch, Diskussion, Reflexion und die Anwendung ihres Wissens.

Was machen Studierende im Selbststudium?
Sie eignen sich Fachwissen an, bereiten den Kontaktunterricht vor und vertiefen Lerninhalte. Dabei organisieren sie ihren Lernprozess eigenverantwortlich.

Welche Unterstützung erhalten die Studierenden dabei?
Die Studierenden werden während des gesamten Studiums begleitet. Dazu gehören verschiedene Möglichkeiten zum Austausch und das neue Modul «Lernprozessbegleitung».

«Perron» bietet inspirierende Lehr-Lernwelten

Seit das Departement Soziale Arbeit dieses Jahr von der Werftestrasse auf den neuen Campus am Bahnhof Luzern umgezogen ist, steht Studierenden und Dozierenden ein ideal geeigneter Ort für Blended Learning zur Verfügung. «Die Infrastruktur kommt dem Blended-Learing-Konzept sehr entgegen», verrät Annette Dietrich. Zentral sei die hohe Flexibilität der Raumnutzung mit unterschiedlichen Raumgrössen, verschiebbaren Tischen und Stühlen, Raumtrennern für mehr Privatsphäre für stilles Lernen sowie Tischinseln, welche Gruppenarbeiten, Austausch und Diskussion förderten.

Hinzu kommen die perfekte Anbindung an den ÖV, Sportmöglichkeiten, Bibliothek, Mensa und Bistro. «Kein Wunder also», meint Annette Dietrich, «dass die Öffentlichkeit den Campus bereits für sich entdeckt hat. Es kommen auch Studierende anderer Hochschulen, weil ihnen die neuen Lehr-Lernwelten gefallen und sie dort gut lernen können.» Sie lacht: «Das weiss ich von meinen Töchtern.»

Beitrag von: Eva Schümperli-Keller
Bild: Franca Pedrazzetti
Veröffentlicht: 29. September 2026

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Soziale Arbeit studieren – Vielfalt, Innovation und Perspektiven

Das Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Luzern bietet drei Vertiefungsrichtungen:

  • Sozialarbeit – Beratung und Unterstützung in herausfordernden Lebenssituationen
  • Sozialpädagogik – Begleitung und Förderung in pädagogischen Einrichtungen
  • Soziokultur – Gestaltung von Räumen für Teilhabe, Begegnung und kulturelles Leben

Mehr Infos: Webseite Bachelor in Sozialer Arbeit

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