Soziokultur

Höher, länger, gefährlicher – Grenzzäune

In der internationalen Studienwoche 2020 setzten wir uns mit dem Thema Migration, Inklusion und Integration auseinander. Wir hören Geschichten von Fluchten, von Ankommen und sich integrieren in eine neue und unbekannte Gesellschaft. Filme und Interviews bringen uns die Stories näher.

Höher, länger, gefährlicher – Grenzzäune

Was wir aber nicht hören, sind all die Geschichten von Menschen, denen die Flucht nicht gelingt. Zäune hindern sie daran, ihr Land zu verlassen oder ein neues zu betreten.

Fabian Bracher, ein Student der Soziokulturellen Animation an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, hält ein Referat über Flüchtlingscamps in Griechenland. Er spricht davon, dass Grenzzäune heute noch ausgebaut und sogar neugebaut werden. Das schockiert mich. Ich bin davon ausgegangen, dass Grenzzäune eher ab- als ausgebaut werden. «No boarders, no nations» – oder nicht? Offensichtlich nicht. Da stellt sich mir die Frage, warum wir heute noch das Bedürfnis haben Länder mittels Zäune abzugrenzen.

Ich denke, dass eine mögliche Antwort Angst ist. Ein weiterer Ansatz ist schlicht und einfach die Überforderung. Diese Antwortmöglichkeiten zu ergründen, würde mein Wissen und meine Kompetenzen übersteigen. Viel lieber fokussiere ich mich darauf, was die Soziokulturelle Animation tun kann, um zumindest die Grenzzäune in unseren Köpfen abzubauen.

  1. Kulturelle Vielfalt zeigen. Das kann im Treff sein mit unterschiedlichen Magazinen, die aufliegen oder einer Diversität in der Musikplaylist. Alle Kulturen sollen Platz haben dürfen und sich zeigen können.
  2. Rassismus thematisieren. Mit Workshops oder via Instagram-Stories oder einfach nur indem wir in konkreten Situationen eingreifen und das Thema ansprechen.
  3. Vorbild sein. In dem was wir sagen, wie wir anderen Menschen begegnen und wie wir in rassistischen und/oder diskriminierenden Situationen reagieren.

In der Soziokultur liegen mehr versteckte Ressourcen, als wir manchmal sehen. Ich hoffe, dass wir in unserer präventiven Arbeitsweise innere Zäune abbauen können und so die kommenden Gene-rationen sensibilisiert auf unsere Gesellschaft loslassen können.


von: Nadine Halter

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