Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung,
Der demografische Wandel ist eine der prägenden Entwicklungen unserer Zeit. SAS Wohnen und Alter befasst sich intensiv mit den Auswirkungen eines rasant wachsenden Anteils alter Menschen in der Gesellschaft. Dozent und Projektleiter Mario Störkle weiss, welches Fachwissen dafür erforderlich ist.
Das heutige SAS Wohnen und Alter wurde ursprünglich als CAS Alter(n) in Gemeinde und Quartier angeboten.
Das Thema Alter und altersspezifische Fragen beschäftigen mich schon seit Langem. Während früherer Forschungsarbeiten habe ich wiederholt festgestellt, dass es einen hohen Bedarf an praxisbezogenem Fachwissen gibt. Dies insbesondere für Fachkräfte, die bereits beruflich mit den Themen Alter und demografischer Wandel zu tun haben. Obwohl es im Hauptstudium an der HSLU – Soziale Arbeit ein Modul zu diesem Thema gibt, fehlte bisher ein Angebot, das sich speziell an diese Zielgruppe richtet.
Ein SAS (Short Advanced Studies) ist eine kompakte, praxisorientierte Weiterbildung zu einem spezifischen Fachthema. Es ist kürzer als ein CAS (Certificate of Advanced Studies) und kann als Baustein eines CAS angerechnet werden. Das SAS Wohnen und Alter ist beispielsweise Teil des CAS Wohnen der Zukunft.
Ich denke zum Beispiel an die Diversität im Alter. Es existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Altersbilder, die von individuellen Faktoren wie Gesundheit, finanzieller Situation oder Bildung geprägt sind. Diese Vielfalt zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren, ist eine Herausforderung. Sie birgt aber gleichzeitig enormes Potenzial. So wissen wir zum Beispiel um den Wert von Freiwilligenarbeit für ältere Menschen. Sie hält nicht nur aktiv, sondern ermöglicht auch soziale Kontakte und steigert die Lebensqualität der Gesellschaft als Ganzes. Gleichzeitig gilt es auch anzuerkennen, dass nicht jeder ältere Mensch Freiwilligenarbeit leisten möchte.
Zentral ist sicherlich die Partizipation älterer Menschen. Sei es in der Mitgestaltung ihrer Nachbarschaft, ihres Quartiers oder der Gemeinde. Wichtig ist, nicht nur diejenigen anzusprechen, die von sich aus partizipieren möchten, sondern auch andere soziale Gruppen. Solche, die möglicherweise aus kulturellen, sprachlichen oder sozialen Gründen nicht aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können oder möchten. Um eine aktive Alterspolitik betreiben zu können, muss man aber auch wissen, welche Netzwerke und Ressourcen in der Gemeinde existieren. Eine detaillierte Kenntnis der sozialen Milieus und Lebenswelten älterer Menschen ist deshalb essentiell; auch darauf legen wir im SAS ein Augenmerk.
Die Einbindung älterer Menschen beginnt mit der Anerkennung der Vorteile dieser Beteiligung, da sie dadurch ein höheres Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl erfahren. Um das zu vermitteln, muss man auf diese Personen zugehen. Wie das funktionieren kann, lernen die Teilnehmenden anhand von Praxisbeispielen. Zusätzlich lernen die Teilnehmenden, wie auch vulnerable oder körperlich eingeschränkte Personen integriert werden können, um ihre soziale Teilhabe zu fördern. Einige der angewandten Methoden basieren auf Ansätzen aus der soziokulturellen Animation und Jugendarbeit, die an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst wurden.
Das SAS richtet sich an ein breites Spektrum von Fachpersonen der Sozialen Arbeit, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in Bezug auf das Thema Alter vertiefen möchten. Dazu gehören Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Sozialer Dienste, Verantwortliche im Non-Profit-Bereich sowie Fachleute aus dem Gesundheits- und Pflegewesen. Besonders relevant ist das Angebot auch für Personen mit Planungsaufgaben in ihren Städten oder Gemeinden, die mit ihrer Arbeit zu einer aktiven Alterspolitik beitragen.
Von: Ismail Osman
Bild: Ingo Höhn
Veröffentlicht: 2. Juni 2024 (Update: 1. Oktober 2026)

Mario Störkle ist seit 2014 Dozent und Projektleiter am Institut für Soziokulturelle Entwicklung an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Alter(n) und demografischer Wandel, Freiwilliges Engagement und Stadt-, Gemeinde- und Quartierentwicklung.
SAS Wohnen im Alter- Strategieentwicklung für Gemeinden und Städte
Wie können Gemeinden und Städte das Wohnen im Alter gestalten? Die Weiterbildung vermittelt praxisnahes Wissen zu verschiedenen Wohnformen, integrierter Versorgung und Caring Communities. Teilnehmende lernen, die Wohnraumversorgung im Alter strategisch zu planen sowie Altersstrategien und Leitbilder zu entwickeln. Dabei werden die unterschiedlichen Voraussetzungen in Städten, Agglomerationen und ländlichen Gemeinden berücksichtigt.
Anmeldeschluss: 20. März 2026
Start: 21. April 2026
Mehr Informationen: Webseite SAS Wohnen im Alter
Kommentare
1 Kommentare
Katharina Graf
Eine Alters- und Sterbepolitik/Kultur fehlt völlig in der Schweiz. Warum müssen alte Menschen mit allen Mitteln behindert werden, wenn sie denken, es ist Zeit für die nächste Etappe der GROSSEN REISE???
Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.