Prävention und Gesundheit,

Weiterbildung

Fünf Fragen an: Martin Hafen

Fünf Fragen an: Martin Hafen

Martin Hafen ist seit 2001 als Dozent und Projektleiter an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit tätig. Er hat die Themen Prävention und Gesundheitsförderung in der Schweiz mitgeprägt. Zudem hat sich der Experte für Frühförderung unermüdlich für gerechte Entwicklungschancen von Kindern eingesetzt. Mitte nächsten Jahres geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

1. Lieber Martin, du bist seit mehr als 20 Jahren an der Hochschule Luzern und hast das Departement Soziale Arbeit menschlich und fachlich mitgeprägt. Wir werden dich vermissen. Wie lautet dein persönliches Resümee?

Die Zeit an der HSLU war und ist sehr wertvoll, sowohl beruflich als auch persönlich. Fachhochschulen bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Ich habe mich hier mit meiner theoretischen Arbeit perfekt aufgehoben gefühlt. Zudem war die ausgewogene Mischung von Aufgaben in der Grundausbildung, Weiterbildung, Forschung und Gremienarbeit sehr interessant. Und schließlich war die Zusammenarbeit mit so vielen kompetenten und sympathischen Kolleginnen und Kollegen für mich sehr wertvoll.

Schwieriger war, dass die Bürokratie immer mehr Raum einnimmt. Ich wünsche mir, dass sich die Hochschule in Richtung Agilität und Selbstorganisation entwickelt.

2. Was waren die einschneidendsten Veränderungen im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung in den letzten Jahren?

Das Berufsfeld hat sich in den letzten 20 Jahren enorm professionalisiert – wozu wir in der Weiterbildung beigetragen haben. Insgesamt wird die Prävention in der Gesellschaft noch zu wenig ernst genommen. Der Ruf danach wird zwar immer lauter, aber die Politik ist (noch) nicht bereit, die Strukturen und das Geld für wirklich wirksame Präventionsmassnahmen bereitzustellen. Im Gegensatz zur Behandlung gibt es in der Prävention keine nachhaltige Versorgungsstruktur. Alles wird auf Projektbasis gemacht.

3. Warum sollten wir uns für kontinuierliches Lernen entscheiden?

Abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ständig lernen, verändert sich die Gesellschaft immer schneller. Das gilt auch für das Berufsleben. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist es in vielen Branchen unerlässlich, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Die Weiterbildung erfüllt dabei eine wichtige Funktion.

4. Was macht das CAS «Prävention und Gesundheitsförderung» für die Teilnehmenden besonders wertvoll?

Im CAS nehmen wir uns viel Zeit, um fundierte theoretische Grundlagen mit Erkenntnissen aus Forschung und Praxis zu verbinden. Das hilft den Teilnehmenden enorm, sich in dem hochkomplexen Berufsfeld der Prävention und Gesundheitsförderung schnell zurechtzufinden. Wie der Sozialpsychologe Kurt Lewin sagte: «Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie».

Diesen Herbst werde ich zum letzten Mal das CAS Prävention und Gesundheitsförderung leiten. Ich freue mich auf zahlreiche Anmeldungen.

5. Zu guter Letzt: Was wirst du mit deiner neu gewonnenen Zeit anfangen?

Meine Frau und ich haben uns eine Art «Pensionierungslehre» vorgenommen. Das bedeutet, dass wir in der Anfangszeit keine festen Verpflichtungen eingehen werden – in meinem Fall zum Beispiel in der Weiterbildung oder in Fachgremien. Unsere Prioritäten werden die Betreuung unserer Enkelkinder und das Reisen sein. Wenn es mit diesen beiden Schwerpunkten vereinbar ist, werde ich weiterhin punktuelle Tätigkeiten wie Vorträge, Beratungen oder konzeptionelle Arbeiten durchführen.

Danke, Martin.

Von Sandra Dadinger und Roger Ettlin
Bild: Ingo Höhn
Veröffentlicht: 28. Juli 2022

Prof. Dr. Martin Hafen

Martin Hafen ist seit 2001 als Dozent und Projektleiter an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit im Institut für Sozialmanagement, Sozialpolitik und Prävention tätig. Der Sozialarbeiter und Soziologe hat eine Theorie zu Prävention und Gesundheitsförderung entwickelt, die auf der soziologischen Systemtheorie basiert. Ausserdem hat der renommierte Experte zahlreiche Vorträge gehalten und Weiterbildungskurse durchgeführt.

Im CAS Prävention und Gesundheitsförderung erhalten Teilnehmende einen Überblick über die Vielfalt von Gesundheitsförderung, Prävention und Früherkennung. Dabei wird Wert auf einen starken Praxisbezug und Verweis auf die empirische Datenlage gelegt. Am 13. Oktober startet die letzte Durchführung mit Martin Hafen.

Für eine weitere Vertiefung gibt es an der Hochschule Luzern den MAS Prävention und Gesundheitsförderung. Teilnehmende lernen im MAS, Gesundheitsförderung, Prävention und Früherkennung nicht auf einmalige Aktionen zu beschränken, sondern auf nachhaltige Veränderungen bei Individuen und Organisationen auszurichten.

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