Spielerisch Strom sparen auf dem Campus
Student Luca Taglialatela wollte den Energieverbrauch auf unserem Campus sichtbar machen, um dann mit einem Spiel Energie zu sparen. Im Rahmen des Campus Living Lab ist er seinem Ziel ein Stück nähergekommen.
Luca Taglialatela war in Japan unterwegs, als er darüber nachdachte, wie man Strom auf dem Campus der HSLU – T&A sparen könnte. Luca studiert Energie- und Umwelttechnik (ESEE) in Horw. «Wir Studierende denken ständig über neue Wege nach, Energie zu sparen», sagt er. Und weil er in Japan die Gaming-Kultur aufgesogen hatte, lag die Idee auf der Hand: ein Energie-Spar-Spiel sollte es werden.
Im Rahmen des Campus Living Lab machte Luca sich – gemeinsam mit den Student:innen Anja Grub und Nora Mena (beide Gebäudetechnik), Azmayeen Ahsan (ESEE) und Lorenz Tibor Barna (Informatik) an die Arbeit. Ihre Herausforderung: Energie ist im Alltag oft unsichtbar. Wenn irgendwo ein Licht unnötig brennt oder ein Fenster zu lange offensteht, spüren wir die Energieverschwendung nicht. Das Team musste also den Energieverbrauch sichtbar machen, um ein Bewusstsein zu schaffen für mögliche Veränderungen.
Echtzeit-Daten verständlich machen
Die Studierenden installierten Messgeräte zur Übertragung von Echtzeit-Daten zum Stromverbrauch und entwickelten ein Dashboard, mit dem diese öffentlich angezeigt werden können. Zudem befragten sie andere Studierende und Dozent:innen zu wichtigen Designaspekten: Welche Arten von Daten interessieren? Welches Format wird bevorzugt (z. B. App, Website oder öffentliche Anzeige)? Was für Gamification-Elemente sind vielversprechend?
«Das Projekt war eine wertvolle Lernerfahrung», sagt Luca. «So hatten wir Einblicke in die Verhaltenspsychologie des Menschen, verschiedene Technologien zur Energieüberwachung und Tools zur Datenaggregation.» Unterstützung hatte das Team im Campus Living Lab von Stefan Mennel, Dozent und Forscher am Institut für Gebäudetechnik und Energie. Er habe die Gruppe um Luca Taglialatela als sehr motiviert erlebt, sagt Mennel. Doch Geduld war gefragt: bis sie endlich die Messgeräte in den Campus-Gebäuden installieren durften, hat es gedauert. So war die Zeit für das Projekt zu ende, bevor alles umgesetzt werden konnte.

Spielen und Erfolge feiern
Immerhin: Mit Lastdaten aus einem der Campusgebäude konnten sie das Dashboard-Modell entwickeln. Dieses steht bereit, um auf öffentlichen Bildschirmen auf dem Campus angezeigt zu werden. Weil jedes Gebäude separat gemessen wird, könnte es einen Wettbewerb unter den Campusgebäuden geben. Oder das Spiel besteht darin, als gesamter Campus jede Woche etwas weniger Strom zu verbrauchen. «Die Erfolge könnten gemeinsam gefeiert werden», findet Luca.
Dass sich der Energieverbrauch über Gamification senken lässt, zeigen Beispiele anderer Universitäten, von denen Luca Taglialatela sich hat inspirieren lassen. Zwischen 4 und 8 Prozent Energie konnten dort gespart werden. «Das ist eine Menge Geld», sagt er. Geld, dass ins Feiern investiert werden könnte. Oder in neue Projekte zukünftiger Studierender. Das Campus Living Lab bietet den Spielplatz dazu.