bool(false)

Black Friday: Vom Vorsatz, weniger zu kaufen und der Angst, ein Schnäppchen zu verpassen

Black Friday: Vom Vorsatz, weniger zu kaufen und der Angst, ein Schnäppchen zu verpassen
Photo by Markus Spiske on Unplash

Lesezeit 3′ Minuten // Ein Beitrag von Katharina Neumann

Eine Studie der Hochschule Luzern zum Konsumverhalten während der Corona Pandemie hat gezeigt: Konsumentinnen und Konsumenten wollen eigentlich nachhaltiger und lokaler einkaufen. Black Friday – seit 2015 der umsatzstärkste Tag in der Schweiz – und nachhaltiger Konsum: wie passt dies zusammen? 

Konsumwahn in der Schweiz

Bedingt durch die Corona Pandemie, verlagert sich der Shoppingwahn diese Jahr noch stärker ins Internet. Prognosen ergeben, dass der letztjährige Umsatz von CHF 450 Millionen um knapp CHF 50 Millionen dieses Jahr steigen soll.  Das Onlineportal „Blackfridayschweiz“ stellte in einer Umfrage von 1‘500 Personen die Shoppinglust der Schweizer Bevölkerung fest: 93% der Umfrageteilnehmenden gaben an, am Black Friday einkaufen zu wollen, 65% davon im Internet. 

«Wir werden zwar kaum weniger einkaufen, dafür aber wahrscheinlich häufiger zu Produkten greifen, die sich mit unseren Werten decken.», so Marcel Zbinden, Majorleiter “Markt- und Konsumentenpsychologie” und Wirtschaftspsychologe unserer Hochschule, im Interview mit dem Tagesanzeiger. Den gesamten Artikel können Sie in der heutigen Ausgabe des Tagesanzeiger (Abonnement erforderlich) lesen. 

Wir werden zwar kaum weniger einkaufen, dafür aber wahrscheinlich häufiger zu Produkten greifen, die sich mit unseren Werten decken.

Marcel Zbinden, Wirtschaftspsychologe

Eine Markenjacke, das brandneue Smartphones, ein unwiderstehliches Parfüm – besonders Produkte aus den Bereichen Bekleidung, Elektronik und Beauty gehen am Black Friday in hohen Mengen über die (digitalen) Verkaufstresen. Die künstliche Verknappung der Produkte, in Kombination mit der kurzen Dauer der Angebote und der gesellschaftlichen Dynamic beeinflussen unser Konsumverhalten. Käuferinnen und Käufer reflektieren somit nicht mehr anhand ihrer Ziele sondern sind von der Angst getrieben, ein gutes Angebot zu verpassen, so Marcel Zbinden im Tagesanzeiger.

Dieses nicht nachhaltige Einkaufsverhalten kann in einigen Fällen sogar zu Frustration führen, wenn später bemerkt wird, dass die gekauften Produkte letztlich doch nicht benötigt werden. Das eigene Kaufverhalten zu reflektieren und der Effekt von „Fehlkäufen“ könne jedoch langfristig zu einer Veränderung in unserem Konsumverhalten führen. 

Die Gegenbewegung: Colorful Friday

Doch nicht alle Anbieter bieten dem Black Friday eine Plattform. Für Marcel Zbinden ist die Teilnahme an dieser weltweiten Rabattaktion eine Frage des Images: «Black Friday steht für Konsumwahn, und wer da mitmacht, ist Teil dieser Bewegung». 

Der Verein „Fashion Revolution Switzerland“ macht auf seiner Website auf den „Colorful Friday“ aufmerksam. So heißt in Ihrem Statement: „An diesem Tag bekennen wir Farbe zu unseren Werten. Wer sich das ganze Jahr für fairen Handel und Umweltschutz einsetzt, macht nicht mit beim Black Friday.“ Die Käuferinnen und Käufer zahlen weiterhin den vollen Preis für die Produkte, und Detailhändler, die sich der Colorful Friday Initiative angeschlossen haben können freiwillig die Fashion Revolution Switzerland oder anderweitige nachhaltige oder soziale Projekte mit einem Teil ihrer Einnahmen unterstützen. 

Wie stehen Sie zum Black Friday? Welches Schnäppchen konnten Sie sich dieses Jahr nicht entgehen lassen? Wir sind neugierig: schreiben Sie uns gerne einen Kommentar!


Referenzen


Informationen zur Autorin

Katharina Neumann

Master-Assistenz für den Studiengang Business Psychology und Studentin MSc Business Administration in der Vertiefung Online Business & Marketing an der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Zum Personenprofil

Beitrag teilen

  • Mail
  • Kommentare

    0 Kommentare

    Kommentar verfassen

    Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.