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Slow und Regional: Wie Corona langfristig unser Konsum- und Freizeitverhalten beeinflusst

Slow und Regional: Wie Corona langfristig unser Konsum- und Freizeitverhalten beeinflusst
Foto von Daria Shevtsova von Pexels

Lesezeit 3′ Minuten // Ein Beitrag von Katharina Neumann

Seit Frühjahr 2020 untersucht ein Forschungsteam des Instituts für Kommunikation und Marketing (IKM) der Hochschule Luzern in einer Langzeitstudie, wie sich das Konsum- und Freizeitverhalten der Schweizer Bevölkerung durch die weltweite Corona-Pandemie verändert hat. Mittels der vierten Messung, welche vom 28. April bis 4. Mai diesen Jahres stattfand, wollten die Forschenden ergründen, ob die kurzfristigen Verhaltensänderungen, welche in den ersten Messungen bestätigt werden konnten, dauerhaft sind. Die Ergebnisse zeigen: Corona entschleunigt, lässt uns einen sicheren Arbeitsplatz stärker wertschätzen und regionaler einkaufen.

Entschleunigung

Corona hat unseren hektischen Alltag entschleunigt. Weniger Zeit mit Pendeln, mehr Zeit zuhause verbringen: dies wirkt sich ebenfalls auf unser Freizeitverhalten aus, da sogenannte «Slow»-Aktivitäten, wie beispielsweise kochen, backen, Zeit mit der Familie verbringen oder in der Natur unterwegs zu sein, an Bedeutung gewonnen haben (Abbildung 1). 

Abbildung 1: Gesundheitsverhalten – ein Jahr nach dem ersten Lockdown

Wertschätzung der Arbeit  

Arbeitsplatzsicherheit beschäftigt die Bevölkerung gerade während der Corona-Pandemie: «Eine sichere Arbeitsstelle zu haben, ist besonders in Krisenzeiten ein grosses Privileg. Dessen sind sich während der Pandemie viele bewusst geworden», so Dominik Georgi, Co-Studienautor und Konsumentenforscher an der Hochschule Luzern. So ergab die Befragung, dass viele Personen ihre Arbeit seit dem ersten Lockdown mehr wertschätzen. 

Regionaler Konsum: Gutes aus dem Bauernhofladen

Bereits vor der Corona-Pandemie waren Trends wie Regionalität und Schweizer Herkunft spürbar. Die Studie hat hierbei besonders Bauernhofläden unter die Lupe genommen, welche während der Corona Pandemie teilweise einen regelrechten Ansturm erlebt haben. 

Die Schweizer Bevölkerung würde gerne noch häufiger in Bauernhofläden einkaufen, wie 64% der Befragten in der vierten Erhebung belegen. Aktuell kaufen 35% der Befragten häufig oder ab und zu in Bauernhofläden ein. Die Gründe für einen Besuch bei den lokalen Hofläden sind vielfältig: Zum einen möchte die Mehrheit lokale Bauern unterstützen und vermehrt saisonale Produkte bzw. Produkte mit kurzen Lieferketten aus der Schweiz beziehen. Motivatoren wie attraktive Preise, der persönliche Kontakt zu Produzentinnen und Produzenten oder weitere Bauernhofprodukte scheinen weniger relevant zu sein (Abbildung 2). 

Abbildung 2: Gründe für einen Einkauf in Bauernhofläden

Wie bereits aus den Berichten über die Ergebnisse der ersten Messungen bekannt, benötigen Menschen viel Zeit, um das tatsächliche Verhalten dauerhaft zu ändern (sog. „Attitute-Behaviour-Gap“). Co-Studienautor und Wirtschaftspsychologe Marcel Zbinden sieht in der Corona-Pandemie eine Chance für viele Konsumentinnen und Konsumenten, durch die positiven Verhaltensabsichten eine wirkliche Verhaltensänderung herbeizuführen. Hierfür benötigt der Mensch jedoch nicht nur die eigene Willenskraft, sondern geeignete Rahmenbedingungen. Wie diese Rahmenbedingungen gestaltet sein müssen, um den Attitute-Behaviour-Gap entgegenzuwirken, wird in der Langzeitstudie, welche bis 2022 fortgeführt wird, ergründet. Freuen Sie sich daher auf zukünftige Studienergebnisse, welche wir natürlich im Bereich “Markt- und Konsumentenpsychologie” auf diesem Blog veröffentlichen werden.

Weitere Ergebnisse aus den Bereichen Sozial- und Umweltverhalten, Gesundheitsverhalten, Privates und Berufliches Mobilitätsverhalten sowie Arbeit und Finanzen finden Sie im Bericht „Wie nachhaltig ist der Corona-Effekt auf das nachhaltige Konsumentenverhalten?“


Referenzen

  • Studienergebnisse “SUSBECT – SUStainable BEhavior during and after Corona Time”, Institut für Kommunikation und Marketing, Hochschule Luzern, 2020
  • Studienergebnisse “Corona und Nachhaltigkeit: Ein Jahr danach. Wie nachhaltig ist der Corona-Effekt auf das nachhaltige Konsumentenverhalten?”, Institut für Kommunikation und Marketing, Hochschule Luzern, 2021
  • Foto von Daria Shevtsova von Pexels

Informationen zur Autorin

Katharina Neumann

Master-Assistenz für den Studiengang Business Psychology und Studentin MSc Business Administration in der Vertiefung Online Business & Marketing an der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

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