24. März 2026

KI in Kommunikation und Marketing

Wenn KI zuhört: HSLU-Forschungsteam sucht Partner für KI-Jesus 2.0

Wie kann KI Menschen bei ihren Fragen nach Sinn, Werten und Resilienz unterstützen? Mit KI-Jesus 2.0 erforscht ein Team der Hochschule Luzern (HSLU) wie generative KI und immersive Technologien verantwortungsvoll für existenzielle Dialoge eingesetzt werden können. Das Projekt geht in die nächste Forschungsphase und öffnet sich für neue Partner.

Wenn KI zuhört: HSLU-Forschungsteam sucht Partner für KI-Jesus 2.0

Er hörte zu, stellte Rückfragen und tröstete. Er blieb ruhig bei Kritik und nahm Zweifel ernst. Er beantwortete Sinnfragen, sprach Gebete, regte zum Nachdenken an. Und das rund um die Uhr und in über hundert Sprachen.

So erlebten Besucherinnen und Besucher den Prototyp «KI-Jesus» in einem Beichtstuhl der Peterskapelle in Luzern. Entwickelt wurde er vom Immersive Realities Research Lab der Hochschule Luzern – Informatik (HSLU) zusammen mit der Peterskapelle, der ältesten Kirche der Stadt Luzern. Das HSLU-Forschungsteam hat mit dem KI-Jesus einen funktionsfähigen Prototyp fertiggestellt: einen interaktiven KI-Avatar, der Menschen zum Gespräch über Sinn, Werte, Motivation und Orientierung einlädt.

Breite Resonanz und differenzierte Auseinandersetzung

Was als experimentelles Forschungs- und Kunstprojekt begann, stiess international auf grosses Interesse. Es löste breite mediale, ethische und gesellschaftliche Diskussionen aus.

Diese Erfahrungen bilden nun die Grundlage für den nächsten Schritt. Das HSLU-Forschungsteam will vertieft untersuchen, wie solche Dialoge entstehen, wie sie wirken und wo ihre Grenzen liegen. Gleichzeitig geht es darum, wie sich dialogorientierte KI-Agenten verantwortungsvoll einsetzen lassen – sei es in psychosozialen, philosophischen, spirituellen oder gesellschaftlichen Kontexten.

Start der nächsten Forschungsphase

Das Projekt tritt damit in eine nächste Phase ein. Dafür sucht das HSLU-Team Forschungspartner. Ziel ist es, gemeinsam zu untersuchen, wie dialogorientierte KI im Alltag Orientierung, Reflexion oder Entlastung unterstützt. Der Fokus liegt auf einer wissenschaftlich fundierten und praxisnahen Umsetzung.

Der Ansatz lässt sich ebenso auf philosophische oder psychosoziale und -pastorale Gesprächsformate mit anderen KI-Personas anwenden.

Partner werden und KI-Jesus 2.0 mitgestalten

Das HSLU-Forschungsteam hat einen einsatzfähigen Prototyp gebaut, der Menschen in öffentlichen Räumen oder in Unternehmen zum Dialog über Sinn, Werte, Resilienz oder Motivation einlädt.

Mit dem Prototyp «KI-Jesus» zeigt das HSLU-Forschungsteam, wie generative KI helfen kann, reale Fragen von Menschen im Alltag aufzugreifen und gleichzeitig neue Perspektiven und Orientierung zu ermöglichen.

Das Immersive Realities Lab der Hochschule Luzern – Informatik sucht Organisationen, Stiftungen, Unternehmen, Kunsthäuser, Kirchen und Museen oder psycho-soziale Dienste, die die nächste Forschungsphase von KI-Jesus 2.0 langfristig und praxisnah zusammen mit einem Forschungsteam an der HSLU weiterentwickeln möchten.

Interesse? Kontaktieren Sie Prof. Dr. Aljosa Smolic oder Prof. Dr. Ingo Gächter per E-Mail (Betreff: «KI-Jesus 2.0 – Partnerschaft»). Schreiben bitte zwei bis drei Sätze zu Ihrem Anliegen oder Vorschlag. Mehr Informationen über das Forschungsprojekt.

KI-Jesus 2.0: Warum dieses Thema gerade jetzt relevant ist

Dauerverfügbarkeit, Informationsdruck und ein beschleunigter Alltag führen bei vielen Menschen zu Überforderung – und zu einer neuen Dringlichkeit existenzieller Fragen: Was trägt? Was gibt Orientierung? Wie entsteht Resilienz? Wie motiviert man sich selbst oder ein Team?

Gleichzeitig hat sich generative KI innert kurzer Zeit als Dialog-Interface etabliert. Genau hier setzt KI-Jesus 2.0 an: Die Forschenden untersuchen, wie KI-gestützte immersive Dialogsysteme so gestaltet werden können, dass sie Reflexion, Selbstwirksamkeit, Orientierung oder Motivation fördern – ohne zu manipulieren, ohne Abhängigkeiten zu verstärken und ohne menschliche Begleitung zu ersetzen.

Interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Technik und Gesellschaft

KI-Jesus 2.0 ist ein Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Kommunikation, KI, Ethik, Immersive Realities und gesellschaftlicher Wirkung. Aufbauend auf dem künstlerisch-forschenden Vorprojekt Deus in Machina – AI Jesus entwickelt und evaluiert das Forschungsteam Ansätze, wie Menschen in einem geschützten Rahmen mit einer KI-basierten Figur in Dialog treten können – als Impulsgeber zum Nachdenken, für gute Fragen zum eigenen Leben und für Perspektivenwechsel.

Forschungsfokus: Potenziale dialogorientierter KI

Welche Potenziale bieten generative KI und immersive Erlebnisse für psycho-soziale Dienste, spirituelle Lernwege oder Resilienz und Motivation im Alltag?

Weiterentwicklung von KI, Avataren und Plattformarchitektur

Technologien der Künstlichen Intelligenz entwickeln sich rasant weiter. Das Projekt KI-Jesus 2.0 nutzt neueste Errungenschaften, um die bestehende KI-Plattform zu erweitern und zu verbessern.
Der Hauptfokus liegt auf drei Aspekten:

  1. Sprachmodelle (LLMs)
    Neueste Modelle werden evaluiert, optimiert und gegebenenfalls integriert. Dabei achten die Forschenden auf Qualität und Leistungsfähigkeit, ebenso wie auf Ethik und Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
  2. Avatar-Visualisierung
    Neueste GenAI-Verfahren zur Animation von Avataren in 2D und 3D werden evaluiert, optimiert und gegebenenfalls integriert. Mit 3D-Avataren sollen künftig auch XR-Applikationen und weitere Formen der 3D-Visualisierung unterstützt werden.
  3. Plattformarchitektur
    Die Plattform soll künftig auch Web-Applikationen und mobile Dienste unterstützen.

Neben spirituellen KI-Avataren sollen in Zukunft auch andere KI-Personas für weitere Anwendungen realisiert werden können. Wer sich einen vertieften Überblick zu Projektidee, Kontext und Forschungsperspektive verschaffen möchte, findet Hintergrundinformationen auf der Forschungsseite Deus in Machina – AI Jesus.

Hohe mediale Präsenz und grosses öffentliches Interesse

Das Projekt hat eine aussergewöhnlich hohe Resonanz ausgelöst – in der Schweiz und international. Nachdem ein Artikel in The Guardian erschienen war, folgten internationale Medien wie Forbes oder das US-amerikanische National Public Radio (NPR). Ein Überblick zur medialen Präsenz findet sich im Beitrag KI-Jesus: Das Medien-Echo ist überwältigend.

Wer verstehen möchte, wie sich ein Gespräch mit dem Avatar anfühlt, findet einen Selbstversuch im Beitrag «Kirche, Kunst und KI: Dialog mit einem Jesus-Avatar». Der Bericht ordnet das Thema auch aus ethischer Sicht im Spannungsfeld von Kirche, Kunst und KI ein.

Die Autoren

Ingo Görlach

Prof. Dr. Ingo Gächter

Forscher für Kommunikation und KI

Aljosa Smolic

Prof. Dr. Aljosa Smolic

Experte für immersive Technologien

Philipp Haslbauer

Philipp Haslbauer

Software-Entwickler, Data Scientist und Künstler

Marco Schmid

Marco Schmid

Kurator und theologischer Mitarbeiter der «Citykirche» Peterskapelle in Luzern

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