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Black Friday & Co – Was machen Rabatte mit uns?

Black Friday & Co – Was machen Rabatte mit uns?
Picture by Negative Space on Pexels

Lesezeit 5’ Minuten // Ein Beitrag von Naima Zingg

Auch dieses Jahr fand der Black Friday statt: am 27. November 2020 wurde wieder geshoppt was die eigene Kreditkarte hergibt. Der ursprünglich amerikanische Shopping-Trend hat auch in der Schweiz an Bedeutung gewonnen. Wirtschaftspsychologinnen und Wirtschaftspsychologen des Marktforschungsinstituts GFK Schweiz haben herausgefunden, dass rund ein Drittel der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten das Angebot nutzt. Weitere Facts & Figures erhalten Sie in unserem Beitrag “Black Friday: Vom Vorsatz, weniger zu kaufen und der Angst, ein Schnäppchen zu verpassen”.

Doch weshalb können wir uns den Rabatten nur schwer entziehen? Die Konsumentenpsychologie, ein Teilbereich der Wirtschaftspsychologie, beschäftigt sich mit solchen Phänomenen.

Sich glücklich kaufen?

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade ein Schnäppchen im Black Friday-Sale ergattert: Schicke Sneakers von Nike. Sie sind unglaublich stolz auf sich und sind zufrieden mit Ihrem Kauf. Doch womöglich tritt schon bald das schlechte Gewissen ein – brauchen Sie dieses Paar Schuhe wirklich? Haben Sie nicht noch andere brauchbare Sneakers zuhause?

Wie Sie an diesem Beispiel erkennen können, hält die Freude oft nicht lange an. Dazu kommt, dass das Schnäppchenjagen am Black Friday oftmals mit langen Wartezeiten, grossen Menschenmengen und gestresstem Verkaufspersonal verbunden ist.

Wenn uns also das Black Friday-Shopping nicht unbedingt glücklich macht – weshalb verleiten uns dann die Rabatte?

Jörn Basel, Sozialpsychologe und Dozent an der Hochschule Luzern – Wirtschaft, ist Fachexperte für solche Fragen. In einem Interview mit Nau.ch erklärt er das Konsumentenverhalten anhand von zwei Aspekten: Gruppen- und Zeitdruck.

Online vs. lokal einkaufen

Ob unser Kaufverhalten eine Reaktion auf Gruppen- oder Zeitdruck ist, hängt davon ab, ob wir online oder direkt im Geschäft einkaufen.

Online werden wir von Zeitdruck angetrieben: «Online trifft uns die volle Wucht des eMarketings. Hier wird der Kaufwunsch insbesondere mit zeitlichen und produktbezogenen Verknappungen angetrieben», so Basel im nau.ch Interview.  Das Internet ermöglicht den Händlern, uns als Konsumenten mit Countdowns unter Kaufdruck zu setzen. Da wir kaum Zeit für überlegtes Handeln haben, vertrauen wir in solchen Situationen meistens auf unser Bauchgefühl. Dieses verleitet uns vielleicht eher zu einem Kauf, als wenn wir genügend Zeit hätten, um rational zu entscheiden. Dazu kommt, dass gewisse Produkte womöglich nur in begrenzter Stückzahl zum Schnäppchenpreis angeboten werden.

Online trifft uns die volle Wucht des eMarketings

Prof. Dr. Jörn Basel

Beim Einkaufen im Geschäft lassen wir uns vielmehr durch die Gruppendynamik zu einem Kauf verleiten: «Was andere haben, muss ich auch haben.»

Laut Jörn Basel ist jedoch nicht jedes Angebot gleich ein echtes Schnäppchen: «Studien zeigen, dass die Rabatte am Black Friday insgesamt betrachtet oftmals nicht so immens sind, wie die Unternehmen uns suggerieren möchten.» (Häusli, 2020)

Haben Sie am Black Friday ein Schnäppchen ergattert, über welches Sie sich immer noch freuen? Welche Produkte würden Sie als Fehlkäufe einstufen? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar! In der gleichnamigen Serie, finden Sie zudem weitere spannende Beiträge aus dem Bereich der Markt- und Konsumentenpsychologie.


Referenzen


Informationen zur Autorin

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Moduls «Kommunikationskompetenz: Mit Texten und Bildern informieren».

Naima Zingg ist (mehr oder weniger) begeisterte Schnäppchenjägerin im ersten Semester des Studiengangs «Business Psychology» an der Hochschule Luzern – Wirtschaft .

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