Digitalisierung,

Kreativität,

Weiterbildung

Wer komplex denkt, hat es einfacher – Neuer Führungsstudiengang für Digital Leaders an der HSLU

Wer komplex denkt, hat es einfacher –  Neuer Führungsstudiengang für Digital Leaders an der HSLU

CAS Creative Leadership and Transformation in the Digital Age

Gestalten Sie den Wandel der Arbeitswelt mit modernen Ansätzen der Organisations- und Führungsentwicklung und vernetzen Sie sich mit ausgewiesenen Experten/Expertinnen und Pionieren/Pionierinnen zum Thema.

Intro

Die Digitalisierung erzeugt im Wirtschaftsgeschehen eine ständig zunehmende Komplexität und Dynamik. Die Folgen sind fundamentale wirtschaftliche, soziale und kulturelle Veränderungen, denen sich Organisationen als soziale Systeme ausgesetzt sehen. Die Anpassungsfähigkeit und Agilität von Organisationen werden zum entscheidenden Überlebenskriterium. Geschwindigkeit zählt zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Die herkömmlichen, auf hierarchischen Mustern beruhenden Strukturen und Prozesse genügen diesen Ansprüchen nicht mehr und werden zunehmend durch heterarchische, auf Selbstorganisation beruhende Organisationskonzepte abgelöst. Dies setzt einerseits ein Verständnis von Führung auf Augenhöhe voraus und andererseits eine Betrachtung von Organisationen als Ort der Kreativitätsentfaltung, der Dynamik, des kontinuierlichen Lernens und Experimentierens und der Sinnstiftung. Viele Transformationsprojekte im Zuge der digitalen Transformation scheitern aktuell, weil neue Führungsrollen und neue Organisationsverständnisse nicht sorgfältig eingeführt und begleitet werden.

Der Studiengang eröffnet nun ein Entwicklungsfeld für Führungspersonen, die sich mit innovativen Ansätzen und Tools fit für die Gestaltung von Führungsbeziehungen in der Arbeitswelt 4.0 machen wollen. D.h., die z.B. auch als Inhouse-Experten/Expertinnen Transformationsprozesse begleiten und moderieren müssen.

Die digitale Transformation der Arbeitswelt erfordert Kreativität, Mut und Offenheit zur Kollaboration mit verschiedenen Anspruchsgruppen bei gleichzeitiger Fokussierung auf Berechenbarkeit, Planbarkeit und Stabilität. Zum Führungshandwerk zählt daher heute die intelligente Gestaltung dieses Spagats auf verschiedenen Ebenen der Organisation bzw. Beziehungsgestaltung zwischen Führenden und Mitarbeitenden.

Im Studiengang werden nicht «einseitig» kreativitätsfördernde oder agilitätsfördernde Tools erprobt, sondern diese werden immer wieder durch eine systemische Betrachtung und die Berücksichtigung der jeweiligen Arbeitskontexte kritisch reflektiert und auf ihre Umsetzbarkeit im eigenen Kontext hin überprüft.

Führungsentwicklung wird durch innovative didaktische Gefässe und eine kreativitäts- und lernförderliche Umgebung moderiert. Der interdisziplinäre Aufbau des Studiengangs, die Zusammenstellung modernster Führungskonzepte und Tools und ein grosses Netzwerk anerkannter Experten/Expertinnen zu den jeweiligen Fachbereichen zeichnen das Programm aus.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der HSLU.

Kurzinterview mit den Studienleitenden

Julien Nussbaum (Leadership Network Lucerne/LNL) im Interview mit Marcel Altherr und Stephanie Kaudela-Baum

Leadership Network Lucerne (LNL): Herr Altherr, Sie leiten diesen Studiengang gemeinsam mit Ihrer Kollegin Stephanie Kaudela-Baum. Wen sprechen Sie mit diesem Studiengang an?

Altherr: Das Programm richtet sich an erfahrene und innovationsorientierte Führungskräfte, Change-Verantwortliche oder Unternehmer/Unternehmerinnen mit mehrjähriger Berufserfahrung, die ihre aktuellen Führungs- und Veränderungsthemen im Spiegel der Digitalisierung der Arbeitswelt ein- und vorwärtsbringen wollen. Die Kompetenzen, die im Studiengang vermittelt werden, sind sowohl für Personen, die eine fachliche Führungsrolle innehaben, gewinnbringend als auch für Personen mit Personalverantwortung. Diese Grenzen verschwimmen heute ja auch zunehmend.

LNL: Frau Kaudela-Baum, können Sie uns die zentralen Inhalte des Studiengangs kurz skizzieren? Welche Themen stehen im Programm im Vordergrund?

Kaudela-Baum: Im ersten Drittel der Weiterbildung befassen sich die Teilnehmenden mit dem Charakter der digitalen Transformation und wie man diese kreativ-unternehmerisch gestalten kann. Im Vordergrund stehen organisationale Change-Themen, z.B. wie man eine Kultur im Unternehmen entwickeln kann, die Veränderungsinitiativen im Zuge des digitalen Wandels begünstigt oder welche Führungspraktiken sich dabei als besonders wirksam erweisen. Dabei stehen innovationsfördernde und coachingbasierte Ansätze im Vordergrund.

Im zweiten Drittel werden agile Ansätze des Managements und der Führung unter Anleitung von Organisations- und Führungsspezialisten/Führungsspezialistinnen vertieft, u.a. auch direkt in agil organisierten Partnerunternehmen vor Ort. Wir legen Wert darauf, dass diese Methoden erlebt und ausprobiert werden, mit allen Vor- und Nachteilen.

Im letzten Drittel werden Führungsansätze mit den Anforderungen der neuen Arbeitswelt, d.h. neuen Formen der Zusammenarbeit, neuen Strukturen, neuen Rollenkonzepten der Führung sowie den Ansprüchen der neuen Arbeitnehmergeneration, der Generationen Z und Y, konfrontiert und wir entwickeln gemeinsam mit den Teilnehmenden Lösungswege, um die Arbeitswelt 4.0 erfolgreich und gesund zu gestalten. Letztendlich geht es dabei auch um das Selbstmanagement der Führungskräfte, um die Entwicklung von individueller Resilienz und Energie, mit dem rasanten Wandel neben dem Tagesgeschäft bewusst umzugehen. Dieser erfordert nicht nur einen achtsamen Umgang mit neuen Marktanforderungen auf verschiedenen Ebenen, sondern auch einen achtsamen Umgang mit sich selbst. Zur Standortbestimmung in Bezug auf die eigene Wirkung als Führungskraft dient ein 360-Grad-Feedback, da in einer Arbeitswelt mit zunehmender Hierarchiefreiheit die kompetente Vermittlung von Feedback und Entgegennahme von Feedback eine absolut grundlegende Führungskompetenz darstellt. Wir möchten insbesondere diese Kompetenz intensiv entwickeln und Führungspersonen auch ermutigen, Feedback von ihren Mitarbeitenden über ihre Haltung bzw. Praktiken einzuholen. Das ist weder für die Mitarbeitenden noch für die Führungskräfte einfach.

LNL: Herr Altherr, Sie sind Mathematiker und haben lange im Bereich Softwareentwicklung gearbeitet, Sie waren als Unternehmer in der IT-Branche tätig. Woher kommt Ihre Leidenschaft für Führungsentwicklung?

Altherr: Wir haben sehr früh agile Methoden ausprobiert, Jahre bevor die Essenz der Agilität dann im agilen Manifest festgehalten wurde. Mit der Zeit wurde mir dann klar, dass agile Methoden im Prinzip nichts mit Softwareentwicklung zu tun haben, sondern im Wesentlichen ein kluger Umgang mit Komplexität sind. Die Softwareentwicklung hat einfach schon früh die Bedingungen erlebt, die heute die gesamte Wirtschaft prägen. Insofern lassen sich agile Methoden auch für komplexe Vorhaben einsetzen, die nichts mit der Entwicklung von Software zu tun haben.

LNL: Herr Altherr, gibt es denn in diesem neuen Feld der Führung überhaupt viel Erfahrungswissen in der Schweiz? Wen zählen Sie denn zu den Pionieren/Pionierinnen in diesem Bereich und wie fliesst dieses Wissen in den Studiengang ein?

Altherr: Im unternehmerischen Kontext sehen wir verschiedenste Ansätze, die letztlich auf einem agilen Mindset beruhen – oft als einzelne Interventionen wie die Einführung von Sprints oder Retrospektiven, manchmal auch als neue Organisationsformen wie Soziokratie oder Holacracy. Ein Pionierunternehmen in diesem Feld ist sicher der Webdienstleister Liip, in deren VR ich ja Einsitz habe. Aber auch grosse Unternehmen sind unterwegs mit agilen Methoden, beispielsweise die Helsana.

LNL: Frau Kaudela-Baum, im Beschrieb des Studiengangs heben Sie hervor, dass Sie auf innovative didaktische Gefässe und eine kreativitäts- und lernförderliche Umgebung Wert legen. Was kann man darunter verstehen?

Kaudela-Baum: Ja, das ist uns sehr wichtig, denn wir möchten die Teilnehmenden dahingehend sensibilisieren und ihnen durch innovative Raumkonzepte vor Augen führen, welche Wirkung z.B. kreativitäts-, kommunikations- und/oder konzentrationsfördernde Räume haben und wir möchten daher auch mit verschiedenen Raumkonzepten «spielen». Dafür konnten wir auch bereits interessante Partner/Partnerinnen gewinnen. Wir haben bei uns an der Hochschule «Labs» aufgebaut, die wir nutzen werden, aber wir nutzen auch Räumlichkeiten ausserhalb der HSLU und integrieren Inhalte via digitaler Medien in die einzelnen Kurse. Das machen wir auch bei anderen Studiengängen, aber hier unter dem Blickwinkel der innovationsfördernden Führung.

LNL: An Sie beide, was unterscheidet denn diesen Studiengang von anderen Angeboten zum Thema in der Schweiz?

Kaudela-Baum: Wir haben in den letzten 10 Jahren einen grossen Wissensschatz im Bereich Creative Leadership aufgebaut, mit grossen Forschungs- und Entwicklungsprojekten, in Beratungsprojekten und v.a. auch im Rahmen des Zukunftlabors Crealab der Hochschule Luzern. Wir haben ein grosses interdisziplinäres Experten/Expertinnen-Team in dem Bereich sowie ein grosses Netzwerk ausserhalb der HSLU aufgebaut und können daher aus dem Vollen schöpfen. Die Kombination dieser Kompetenzen mit spannenden neuen Ansätzen aus der Welt der agilen Führung und der Entwicklung agil-kollaborativer Formen der Zusammenarbeit aus dem IT-Management ist in der Form einzigartig.

Altherr: Ich kann Stephanie nur zustimmen. Es gibt meines Wissens keinen vergleichbaren Studiengang, der derart konsequent neue Organisations- und Führungsmodelle lehrt und praktisch erfahrbar macht. Gerade auch unsere Erfahrung, dass die strukturelle Entwicklung eines Unternehmens niemals losgelöst werden kann von der persönlichen Entwicklung der Führung des Unternehmens, stand auch am Beginn der Entwicklung dieses CAS.

Kommentare

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.