Sustainable Investments

Ziele von Klimastrategien: Portfolios dekarbonisieren, Risiken steuern, Treibhausgase reduzieren

Ziele von Klimastrategien: Portfolios dekarbonisieren, Risiken steuern, Treibhausgase reduzieren

Der Klimawandel gewinnt für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik dramatisch an Bedeutung. Investoren und Vermögensverwalter bringen neuerdings Strategien zur Anwendung, die Klimarisiken in Portfolios steuern sollen. Doch welche Ziele verfolgen Klimastrategien in einem Portfoliokontext und welchen Nutzen stiften sie? In einer Serie von Blogbeiträgen beleuchten wir Klimastrategien und erläutern, welche Wirkung diese erzielen können. Die Artikel stützen sich auf die IFZ Sustainable Investments Studie 2021: Nachhaltige Fonds und Klimarisiken.[1]

Autoren: Manfred Stüttgen, Brian Mattmann, Daniel Baumgartner

Die Berichte des Weltklimarats zeigen die beängstigend schädlichen Effekte des Klimawandels für Mensch und Umwelt deutlich. Um die Risiken des Klimawandels zu beschränken, haben die Vereinten Nationen im «Pariser Klimaabkommen» Massnahmen beschlossen. Auch die Finanzindustrie hat Initiativen ergriffen und arbeitet intensiv daran, Klimastrategien in Anlageprozesse zu integrieren.

Die Risiken des Klimawandels

Der Zusammenhang zwischen Treibhausgasausstoss und Klimawandel lässt sich vereinfacht wie folgt erklären: Treibhausgase wie CO2 oder Methan haben die Eigenschaft, dass sie die energiereichen Strahlungen von der Sonne auf die Erde relativ ungehindert passieren lassen, während sie im Gegenzug die von der Erde erwärmten und reflektierten Strahlungen absorbieren (Treibhauseffekt). Die Folgen der globalen Erwärmung der Erdatmosphäre sind bereits heute spür- und sichtbar. Sie umfassen klimatische Extremereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Tsunamis, Zyklone, Überschwemmungen, Hochwasser oder Waldbrände – Ereignisse, die sich in den letzten Jahren häufen. Um das Pariser Klimaziel zu erreichen, müssen bis 2050 die Netto-CO2-Emissionen auf null sinken. Man sprich spricht von «Netto-Null», «Net Zero» oder von Treibhausgasneutralität. Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas müssen zu diesem Zweck beinahe vollständig substituiert werden. So will man den globalen Klimawandel begrenzen und die Risiken einer globalen Klimakrise für die Menschheit reduzieren.

Ziele von Klimastrategien

Was aber ist unter dem bisher kaum geklärten Begriff der «Klimastrategie» zu verstehen? Professionelle Investoren, Interessensverbände, der Regulator, die Wissenschaft und auch die Medien haben je eigene Zugänge zu diesem Thema. Allerdings zeichnet sich schemenhaft ein gemeinsames Verständnis ab. Gemeinsam ist diesem Verständnis, dass Klimastrategien meist als eine besondere Kombination nachhaltiger Anlagestrategien begriffen werden, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sich an Klimametriken orientiert. Kurz gesagt: Klimastrategien nutzen die etablierten nachhaltigen Anlagestrategien und richten diese nach Klimametriken aus. Anleger mit einer Klimastrategien investieren beispielsweise nicht in besonders CO2-intensive Unternehmen (Ausschluss), treten mit Unternehmen in einen Dialog zur Reduktion von klimaschädlichen Emissionen (ESG-Engagement) oder investieren bewusst in Unternehmen, die Lösungen und Produkte gegen den Klimawandel anbieten (nachhaltiger Themenansatz/Impact Investing). Die untenstehende Abbildung zeigt einen Überblick über den «Baukasten» an ESG-Strategien. Klimastrategien verketten diese Nachhaltigkeitsstrategien und bringen diese kombiniert mit Blick auf klimarelevante Kriterien zur Anwendung.

Abbildung: «Klima» als Querschnittsthema im Kanon nachhaltiger Anlagestrategien (In Anlehnung an: Swiss Sustainable Finance (SSF), 2020, S. 16.)

Investoren wollen mit Klimastrategien Portfolios dekarbonisieren, finanzielle Klimarisiken steuern oder Treibhausgase in der Realwirtschaft reduzieren. Diese drei Ziele sollten klar voneinander unterschieden werden. Denn jede dieser Zielsetzungen verlangt unterschiedliche Strategien und unterschiedliche (Klima-)Metriken zur Messung der Zielerreichung. Klimastrategien verhalten sich damit ähnlich wie nachhaltige Anlagestrategien: Investoren müssen sich sehr genau überlegen, mit welcher Strategie sie ihre je eigenen Motive erreicht können.

Fazit

Klimastrategien beginnen sich im Asset Management verstärkt zu etablieren. Doch bevor man sich unmittelbar auf CO2-Emissionen von Unternehmen im Portfolio fokussiert, sollte man sich als Investor zunächst Klarheit über die wesentlichen Zusammenhänge und Ziele verschaffen, die man mit einer Klimastrategie erreichen möchte: Mit der Berücksichtigung von Klimarisiken kann man Portfolios dekarbonisieren, finanzielle Klimarisiken kontrollieren oder schädliche Umweltwirkungen eindämmen. In unserem nächsten Blogbeitrag beschreiben wir, welche der nachhaltigen Anlagestrategien diese Ziele zu erfüllen vermögen – und welche nicht. Diese Erkenntnis ist zentral, um Missverständnissen von nachhaltigen Anlagen und Klimastrategien entgegenzuwirken.


[1] Die Studie wird dankend unterstützt von BlackRock, Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank, DWS, Graubündner Kantonalbank, Jupiter Asset Management, Natixis Investment Managers, UBS, Vanguard, abrdn, AllianceBernstein, Amundi Asset Management, Candriam, Credit Suisse, DPAM, ECOFACT AG, Franklin Templeton, Generali, INOKS Capital, Janus Henderson Investors, Lombard Odier, Lyxor ETF, Morningstar, NN Investment Partners , Nordea Asset Management , OLZ, Robeco, Schroders, Inrate, Investment Navigator, Thurgauer Kantonalbank.

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