Die Liebe zu technischen Details und Durchhaltevermögen haben Joël Ammann hierhin gebracht, wo er heute ist: in den Bachelor-Studiengang Informatik. Im Beitrag erzählt er, wie er als gelernter Informatiker das HSLU-Studium erlebt und wo Suchtpotenzial besteht.
Wer studiert was an der HSLU – Informatik, und wie fühlt sich das im Alltag an? In unserer neuen Serie stellen wir in loser Folge die Botschafter:innen unserer Studiengänge vor. Den Anfang macht Joël Ammann aus dem Bachelor-Studiengang Informatik.
Immer wieder höre ich, der Bachelor-Studiengang Informatik sei nur für gelernte Entwicklerinnen und Entwickler geeignet und man müsse bereits programmieren können. Diese Annahme stimmt aus meiner Sicht nicht: Man kann dieses Studium auch ohne Vorwissen und ohne Erfahrung in der Software-Entwicklung absolvieren.
Man kann dieses Studium auch ohne Vorwissen und ohne Erfahrung in der Software-Entwicklung absolvieren.
Ich denke, viele sind zu vorsichtig und dürften mutiger sein: Der Bachelor Informatik eignet sich wirklich für jede und jeden mit einem Interesse an IT. Und man ist bei der Modulwahl sehr flexibel: Wir dürfen 4o Prozent aller Module nach unseren Interessen zusammenstellen.
Wie viele meiner Mitstudierenden berufsbegleitend studieren. Besonders spannend sind die unterschiedlichen Berufserfahrungen, die die Leute mitbringen. Ich selbst bin gelernter Informatiker, habe also eine Lehre absolviert als Informatiker EFZ mit Fachrichtung Systemtechnik. Danach habe ich berufsbegleitend die Berufsmatura nachgeholt und 2023 mit dem Bachelor-Studium begonnen.
Auch mit meinem beruflichen Vorwissen wird es nicht langweilig. Während ich als Systemtechniker meinen Arbeitstag mit Software und Infrastruktur verbringe, bin ich im Studium näher dran an der Entwicklung.
Interessanterweise haben viele Menschen eine Vorstellung von IT. Oft bemerke ich aber, dass diese Vorstellung eher unscharf ist und das tatsächliche Verständnis fehlt. Dies kann ich auch sehr gut nachvollziehen, schliesslich verändert sich das Berufsfeld eines Informatikers fortlaufend – und zeitweise sehr grundlegend.
Vielleicht können wir das sogar als Paradoxon beschreiben: Auf der einen Seite scheinen sich die Menschen zunehmend wohler zu fühlen in der digitalen Welt. Gleichzeitig steigt das Abstraktionsniveau, wodurch das technische Verständnis sinkt. Umso schöner finde ich es, wenn ich mich mit meinen Mitstudierenden oder bei der Arbeit über die technischen Details unterhalten kann.
Besonders cool finde ich den «Study Jungle» im 4. Stock. Er ist modern eingerichtet und eignet sich gut für Gruppenarbeiten. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist der Töggeli-Kasten für abwechslungsreiche Pausen. Da ich Teilzeit studiere, ist es mir wichtig, an diesen zwei Wochentagen auch tatsächlich vor Ort zu sein, um mich mit den Dozierenden und Mitstudierenden auszutauschen.
Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten, da ich neben meinem bildschirmlastigen Berufsalltag kaum Serien schaue. Was ich aber sagen kann: Ich ertappe mich während Projekten dabei, dass ich die technischen Lösungen bis in die Tiefe verstehen möchte. Erst wenn wir auf dem Grund des Problems angekommen sind und dieses erklären können, sind wir als Informatiker oder Informatikerinnen zufrieden. Hier besteht schon ein gewisses Suchtpotenzial.
Vermutlich irgendeines der Mathematik-Module, um die man nicht herumkommt. Mathematik ist halt eine wichtige Grundlage in diesem Studium und ich bewundere Personen, die darin den vollen Durchblick haben! Ich selbst habe viel Zeit, Energie und Nerven dafür investiert. Was mir geholfen hat: Wir haben zu viert eine Lerngruppe gebildet und uns gemeinsam in die Themen reingefuchst.
Einen echten Grund zum Abbruch gab es bei mir nie. Und falls doch, wäre ich nicht Alpaka-Züchter geworden, sondern würde noch mehr Zeit in der Luft mit meinem Gleitschirm verbringen.
Einen echten Grund zum Abbruch gab es bei mir nie. Und falls doch, wäre ich nicht Alpaka-Züchter geworden, sondern würde noch mehr Zeit in der Luft mit meinem Gleitschirm verbringen.
Neben dem leichten Suchtpotenzial stünde wohl: ‹Schnelllebiges Fachgebiet, das nie veraltet.›
Analytisches Denken und analytisches Vorgehen sind wichtige Fähigkeiten für mich als Informatiker. Diese Superkraft habe ich sicherlich dazugewonnen während meines Studiums. Sie nützt mir im Berufsalltag, aber auch in privaten Lebenssituationen.
Ich denke zuerst an unsere berühmt-berüchtigte «Projektmodulschiene», die alle Informatik-Studierenden durchlaufen. Sie verlangt ehrlich gesagt ziemliches Durchhaltevermögen. Man arbeitet dort unter anderem an einem simulierten Projekt. Dafür würde ich Neustudierenden eine Projektmodul-Durchhaltebandage und eine Mate-Koffein-Tablette einpacken.
Besonders begeistert bin ich von unseren Dozierenden: Sie beziehen uns aktiv ein, statt einfach frontal zu unterrichten.
Das Informatik-Studium an der HSLU bietet ein richtig gutes Fundament, um das Handwerk der Software-Entwicklung zu erlernen. Besonders begeistert bin ich von unseren Dozierenden: Sie beziehen uns aktiv ein, statt einfach frontal zu unterrichten. So entstehen oft spannende Diskussionen und Fragerunden.

Joël Ammann absolviert den Bachelor Informatik mit Major in Software Engineering und DevOps. Er studiert berufsbegleitend und arbeitet in einem 60-Prozent-Pensum als System Engineer bei der IT-Dienstleistungsfirma Leuchter IT Solutions mit Sitz in Luzern. Der 27-Jährige lebt in Horw und ist in seiner Freizeit hoch oben anzutreffen: auf den Bergen beim Trail-Running oder in den Lüften als Gleitschirm-Pilot.
Joël Ammann ist einer von mehreren Botschafter:innen der HSLU– Informatik. Sie beantworten Fragen zum Studium direkt und persönlich.
📧 Schreibe Joël eine E-Mail:
joel.ammann@stud.hslu.ch
Von: Michèle Rath
Veröffentlicht: 30. Juni 2026
Aus- und weiterbilden: Die Hochschule Luzern – Informatik bietet Bachelor- und Master-Studiengänge, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildungsangebote der Informatik und Wirtschaftsinformatik auf einem Campus.
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