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Struktur statt Chaos: Low-Code-Strategie mit einem Center of Excellence stärken

No-Code- und Low-Code-Applikationen revolutionieren die Informatik. Ohne klare Steuerung drohen jedoch Qualitäts-, Sicherheits- und Governance-Probleme. Ein Center of Excellence (CoE) schafft hier Struktur. Dieser Beitrag zeigt, warum ein CoE strategisch essenziell ist und welche Rolle ein Tool-Kit dabei spielt.

Struktur statt Chaos: Low-Code-Strategie mit einem Center of Excellence stärken
Ein CoE-Tool-Kit unterstützt bei der Umsetzung klarer Entwicklungsumgebungen, Zugriffsrechte und Sicherheitsregeln (Bild: von Thomas Wüthrich mit Unterstützung von ChatGPT generiert).

Von Thomas Wüthrich im Rahmen des CAS Software Development with AI & NoCode

Unternehmen sehen in No-Code- und Low-Code-Applikationen eine Möglichkeit, sich einen Vorsprung zu verschaffen – schnell, benutzerfreundlich, effizient und flexibel soll die Programmierung für alle zugänglich sein. 

Seien wir ehrlich: Es ist verlockend, den Versprechen der Low-Code-Applikationen zu glauben. Schnell, sicher und einfach sollen die bestehenden Prozesse abgelöst werden können. Das Beste dabei: Es soll für alle möglich sein. Angeblich ist kein oder zumindest kaum Vorwissen in der Programmierung dafür notwendig.

Doch wer stellt die Qualität sicher, überprüft die Sicherheit und die Einhaltung der Compliance? Wenn niemand die Kontrolle übernimmt, droht das Chaos: Schatten-IT, unkontrolliertes Wachstum von Applikationen und die Gefahr von Datenabfluss sind nur einige Punkte. Genau hier kommt das Center of Excellence ins Spiel.

Ein Center of Excellence macht aus schnellen Low-Code-Entwicklungen tragfähige und nachhaltige Lösungen. Im CAS zeigen wir, wie Time-to-Market, Sicherheit und Innovation zusammengehen.

Björn Näf, Programmleiter im CAS Software Development with AI & NoCode

Center of Excellence (CoE): ein Begriff, zwei Bedeutungen

Der Begriff Center of Excellence ist im Kontext von Low-Code doppelt belegt. Einerseits bezeichnet er eine Organisationseinheit, die Wissenstransfer ermöglicht und Best Practices umsetzt. Andererseits kann er im Low-Code-Umfeld auch für eine Softwarekomponente oder ein Tool-Kit stehen, das diese organisatorische Einheit unterstützt.

Kurz: Ein CoE kann Folgendes sein:

  1. Organisatorische Einheit: eine Abteilung oder ein Team, das Wissen bündelt, Best Practices etabliert und Governance-Prozesse überwacht.
  2. Softwarekomponente: ein Tool-Kit, das die organisatorische Einheit unterstützt und die Umsetzung von Richtlinien automatisiert.

In beiden Fällen dient das CoE dazu, Struktur, Qualitätssicherung und strategische Steuerung in einer dynamischen Low-Code-Umgebung zu gewährleisten.

CoE für die Power Platform: Ein Tool-Kit sorgt für Überblick

Dieser Blogbeitrag geht auf die zweite Option ein: Wie kann die Softwarekomponente das CoE-Team unterstützen? Microsoft bietet hierzu ein Starter-Kit für die Power Platform an. Das Tool-Kit verschafft einen Überblick über die erstellten Applikationen. Es hilft dabei, Richtlinien und Prozesse im Bereich Governance und Datensicherheit durchzusetzen.

Sicherheit und Datenschutz dank Data Loss Prevention Policies

Durch die Vorgabe von Entwicklungsumgebungen, Publikations-Pipelines und Zugriffsrichtlinien wird eine Grundstruktur und Sicherheit für die gesamte Low-Code-Umgebung vorgegeben. Mit Data Loss Prevention Policies (DLPs) kann übergeordnet gesteuert werden, welche Daten mit welchen Konnektoren verwendet werden dürfen. So stellt die IT sicher, dass die Unternehmensdaten nur mit gesicherten Konnektoren verwendet werden können und es zu keinem unkontrollierten Datenabfluss kommt.

Reportings: die Basis für fundierte Entscheidungen

Transparenz ist entscheidend, um Low-Code-Umgebungen kontrolliert zu skalieren. Detaillierte Reportings geben Aufschluss über die Nutzeraktivitäten, Applikationsnutzung und Compliance-Verstösse. Damit können Unternehmen Governance-Richtlinien optimieren. Sie stossen Schulungsmassnahmen gezielt an und erkennen frühzeitig neue Trends. Das hilft ihnen, ihre Plattform langfristig sicher und effizient zu gestalten.

Durch die Nutzeraktivität können auch bereits existierende Flows und Applikationen auf Akzeptanz überprüft werden. Wenig benutzte Applikationen können so entweder optimiert oder gelöscht werden.

CoE in die langfristige Strategie integrieren

Ein Center of Excellence – ob als Organisationseinheit oder als Tool-Kit – ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Low-Code-Strategie. Es ist kein Bürokratiemonster, sondern eine strategische Notwendigkeit. Es bringt Ordnung in eine dynamische Umgebung, schützt Daten, definiert Standards und optimiert Prozesse. Durch ein umfassendes Reporting unterstützt es die Skalierbarkeit und Effizienz der Applikationen und Flows.

Wer auf Low-Code setzt, sollte das CoE nicht als optionales Add-on, sondern als integralen Bestandteil der Strategie betrachten – denn langfristige Innovation braucht Struktur.

Hinweis: Dieser Blogbeitrag wurde im Rahmen eines Leistungsnachweises für das CAS Software Development with AI & NoCode verfasst. Er wurde geprüft und redaktionell aufbereitet.

Sorgt für Qualität und Struktur: Thomas Wüthrich ist IT-Projektleiter bei der SQS (Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme). Dieser Blogbeitrag entstand als Qualifikationsschritt im CAS Software Development with AI & NoCode, einem Weiterbildungsprogramm der Hochschule Luzern – Informatik.

Software entwickeln ohne Programmierhintergrund: Das CAS Software Development with AI & NoCode zeigt, wie sich mit KI- und NoCode-Tools schnell und professionell Software entwickeln lässt. Die Teilnehmenden lernen, Anwendungen zu verstehen, zu gestalten und gezielt einzusetzen – auch ohne klassische Programmierausbildung. Sie erfahren, wie Software funktioniert, wie Künstliche Intelligenz und NoCode Entwicklungsprozesse verkürzen und wo die Grenzen liegen. Zudem lernen sie, Citizen Development anzuwenden und mit professionellen Entwicklerinnen und Entwicklern zusammenzuarbeiten. Die Weiterbildung ist praxisnah und auf reale Projekte ausgerichtet. Fachleute aus der Praxis zeigen, wie moderne Softwareentwicklung heute funktioniert.

Welche Weiterbildung passt zu mir? Der Weiterbildungs-Finder verschafft dir den Durchblick.

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