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Wenn KI zuhört: HSLU-Forschungsteam sucht Partner für KI-Jesus 2.0

Wie kann KI Menschen bei ihren Fragen nach Sinn, Werten und Resilienz unterstützen? Mit KI-Jesus 2.0 erforscht ein Team der Hochschule Luzern (HSLU) wie generative KI und immersive Technologien verantwortungsvoll für existenzielle Dialoge eingesetzt werden können. Das Projekt geht in die nächste Forschungsphase und öffnet sich für neue Partner.

Wenn KI zuhört: HSLU-Forschungsteam sucht Partner für KI-Jesus 2.0
Hand in Hand mit einer künstlichen Intelligenz? Die Hochschule Luzern untersucht, wie generative KI psychosoziale Angebote und Lernprozesse unterstützen kann – und sucht Partner für die Weiterentwicklung.

Von Ingo Gächter (Hauptautor), Aljosa Smolic, Marco Schmid, Philipp Haslbauer

Er hörte zu, stellte Rückfragen und tröstete. Er blieb ruhig bei Kritik und nahm Zweifel ernst. Er beantwortete Sinnfragen, sprach Gebete, regte zum Nachdenken an. Und das rund um die Uhr und in über hundert Sprachen.

So erlebten Besucherinnen und Besucher den Prototyp «KI-Jesus» in einem Beichtstuhl der Peterskapelle in Luzern. Entwickelt wurde er vom Immersive Realities Research Lab der Hochschule Luzern – Informatik (HSLU) zusammen mit der Peterskapelle, der ältesten Kirche der Stadt Luzern. Das HSLU-Forschungsteam hat mit dem KI-Jesus einen funktionsfähigen Prototyp fertiggestellt: einen interaktiven KI-Avatar, der Menschen zum Gespräch über Sinn, Werte, Motivation und Orientierung einlädt.

Breite Resonanz und differenzierte Auseinandersetzung

Was als experimentelles Forschungs- und Kunstprojekt begann, stiess international auf grosses Interesse. Es löste breite mediale, ethische und gesellschaftliche Diskussionen aus.

Bildlegende: HSLU-Forscher Philipp Haslbauer im Gespräch mit dem KI-Jesus. Dieser war 2024 für das Kunst-Projekt «Deus in Machina – AI Jesus» im Beichtstuhl der Peterskapelle Luzern installiert.

Diese Erfahrungen bilden nun die Grundlage für den nächsten Schritt. Das HSLU-Forschungsteam will vertieft untersuchen, wie solche Dialoge entstehen, wie sie wirken und wo ihre Grenzen liegen. Gleichzeitig geht es darum, wie sich dialogorientierte KI-Agenten verantwortungsvoll einsetzen lassen – sei es in psychosozialen, philosophischen, spirituellen oder gesellschaftlichen Kontexten.

Start der nächsten Forschungsphase

Das Projekt tritt damit in eine nächste Phase ein. Dafür sucht das HSLU-Team Forschungspartner. Ziel ist es, gemeinsam zu untersuchen, wie dialogorientierte KI im Alltag Orientierung, Reflexion oder Entlastung unterstützt. Der Fokus liegt auf einer wissenschaftlich fundierten und praxisnahen Umsetzung.

Dabei dient der KI-Jesus als Beispiel für ein übertragbares Dialogprinzip. Der Ansatz lässt sich ebenso auf philosophische oder psychosoziale und -pastorale Gesprächsformate mit anderen KI-Personas anwenden.

Partner werden und KI-Jesus 2.0 mitgestalten

Das HSLU-Forschungsteam hat einen einsatzfähigen Prototyp gebaut, der Menschen in öffentlichen Räumen oder in Unternehmen zum Dialog über Sinn, Werte, Resilienz oder Motivation einlädt.

Mit dem Prototyp «KI-Jesus» zeigt das HSLU-Forschungsteam, wie generative KI helfen kann, reale Fragen von Menschen im Alltag aufzugreifen und gleichzeitig neue Perspektiven und Orientierung zu ermöglichen.

Das Immersive Realities Lab der Hochschule Luzern – Informatik sucht Organisationen, Stiftungen, Unternehmen, Kunsthäuser, Kirchen und Museen oder psycho-soziale Dienste, die die nächste Forschungsphase von KI-Jesus 2.0 langfristig und praxisnah zusammen mit einem Forschungsteam an der HSLU weiterentwickeln möchten.

Interesse? Kontaktieren Sie Prof. Dr. Aljosa Smolic oder Prof. Dr. Ingo Gächter per E-Mail (Betreff: «KI-Jesus 2.0 – Partnerschaft»). Schreiben bitte zwei bis drei Sätze zu Ihrem Anliegen oder Vorschlag. Mehr Informationen über das Forschungsprojekt.

KI-Jesus 2.0: Warum dieses Thema gerade jetzt relevant ist

Dauerverfügbarkeit, Informationsdruck und ein beschleunigter Alltag führen bei vielen Menschen zu Überforderung – und zu einer neuen Dringlichkeit existenzieller Fragen: Was trägt? Was gibt Orientierung? Wie entsteht Resilienz? Wie motiviert man sich selbst oder ein Team?

Gleichzeitig hat sich generative KI innert kurzer Zeit als Dialog-Interface etabliert. Genau hier setzt KI-Jesus 2.0 an: Die Forschenden untersuchen, wie KI-gestützte immersive Dialogsysteme so gestaltet werden können, dass sie Reflexion, Selbstwirksamkeit, Orientierung oder Motivation fördern – ohne zu manipulieren, ohne Abhängigkeiten zu verstärken und ohne menschliche Begleitung zu ersetzen.

Interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Technik und Gesellschaft

KI-Jesus 2.0 ist ein Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Kommunikation, KI, Ethik, Immersive Realities und gesellschaftlicher Wirkung. Aufbauend auf dem künstlerisch-forschenden Vorprojekt Deus in Machina – AI Jesus entwickelt und evaluiert das Forschungsteam Ansätze, wie Menschen in einem geschützten Rahmen mit einer KI-basierten Figur in Dialog treten können – als Impulsgeber zum Nachdenken, für gute Fragen zum eigenen Leben und für Perspektivenwechsel.

Forschungsfokus: Potenziale dialogorientierter KI

Welche Potenziale bieten generative KI und immersive Erlebnisse für psycho-soziale Dienste, spirituelle Lernwege oder Resilienz und Motivation im Alltag?

Weiterentwicklung von KI, Avataren und Plattformarchitektur

Technologien der Künstlichen Intelligenz entwickeln sich rasant weiter. Das Projekt KI-Jesus 2.0 nutzt neueste Errungenschaften, um die bestehende KI-Plattform zu erweitern und zu verbessern.
Der Hauptfokus liegt auf drei Aspekten:

  1. Sprachmodelle (LLMs)
    Neueste Modelle werden evaluiert, optimiert und gegebenenfalls integriert. Dabei achten die Forschenden auf Qualität und Leistungsfähigkeit, ebenso wie auf Ethik und Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
  2. Avatar-Visualisierung
    Neueste GenAI-Verfahren zur Animation von Avataren in 2D und 3D werden evaluiert, optimiert und gegebenenfalls integriert. Mit 3D-Avataren sollen künftig auch XR-Applikationen und weitere Formen der 3D-Visualisierung unterstützt werden.
  3. Plattformarchitektur
    Die Plattform soll künftig auch Web-Applikationen und mobile Dienste unterstützen.

Neben spirituellen KI-Avataren sollen in Zukunft auch andere KI-Personas für weitere Anwendungen realisiert werden können. Wer sich einen vertieften Überblick zu Projektidee, Kontext und Forschungsperspektive verschaffen möchte, findet Hintergrundinformationen auf der Forschungsseite Deus in Machina – AI Jesus.

Hohe mediale Präsenz und grosses öffentliches Interesse

Das Projekt hat eine aussergewöhnlich hohe Resonanz ausgelöst – in der Schweiz und international. Nachdem ein Artikel in The Guardian erschienen war, folgten internationale Medien wie Forbes oder das US-amerikanische National Public Radio (NPR). Ein Überblick zur medialen Präsenz findet sich im Beitrag KI-Jesus: Das Medien-Echo ist überwältigend.

Wer verstehen möchte, wie sich ein Gespräch mit dem Avatar anfühlt, findet einen Selbstversuch im Beitrag «Kirche, Kunst und KI: Dialog mit einem Jesus-Avatar». Der Bericht ordnet das Thema auch aus ethischer Sicht im Spannungsfeld von Kirche, Kunst und KI ein.

AI-Jesus im Künstlerhaus Wien

Vom 23. Oktober 2025 bis 8. Februar 2026 war die Installation im Künstlerhaus Wien im Rahmen der Ausstellung «DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN» zu sehen. Wie zuvor in Luzern traten auch in Wien zahlreiche Besucherinnen und Besucher mit dem KI-Jesus in einen Dialog.

Das bietet eine langfristige Partnerschaft

  • Sichtbarkeit als Partner nach Absprache
  • Ein jährlicher Überblick über Ergebnisse und Erkenntnisse (Executive Summary)
  • Mitgestaltung von Publikationen als offizieller Partner
  • Einbindung in Ethik- und Governance-Arbeit (Leitlinien, Schutzmechanismen, Responsible-AI-Ansatz)
  • Systematische Wirkungsanalyse (Akzeptanz, Nutzen, Grenzen, Risiken)

Leistungen der Hochschule Luzern

  • Jährlicher Ergebnisbericht (Kurzreport und Anhang)
  • Ein bis drei Partner-Workshops pro Jahr (Fragestellungen, Zwischenergebnisse, Implikationen)
  • Einbindung in ein wissenschaftliches Advisory-Format (nach Bedarf)
  • Zugang zu Erkenntnissen und Artefakten im vereinbarten Rahmen (zum Beispiel Evaluationskonzept, Guidelines)

Geeignet für

  • Stiftungen, Kirchen, Unternehmen und Organisationen, die langfristige Forschung und gesellschaftliche Wirkung ermöglichen wollen

Einladung zum Austausch

Wenn Sie als Unternehmen, Organisation oder Stiftung Interesse haben, die nächste Forschungsphase von KI-Jesus 2.0 mitzugestalten, freuen wir uns über ein Gespräch.

Kontakt (bitte einsetzen):

  • [Name, Funktion]
  • E-Mail: [Kontaktadresse]
  • Betreff: «KI Jesus 2.0 – Partnerschaft/Forschungsfinanzierung»

Diese Fachpersonen stehen hinter dem KI Jesus:

Aljosa Smolic Porträtbild

Experte für immersive TechnologienAljosa Smolic, Co-Leiter des Immersive Realities Research Labs der Hochschule Luzern – Informatik; dieses gehört zum Immersive Realities Center (IRC). Zuvor leitete er die Forschungsgruppe V-SENSE am Trinity College Dublin und arbeitete bei Disney Research Zürich sowie beim Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut.

Seine Expertise liegt in immersiven Technologien wie AR, VR und volumetrischem Video sowie der Integration von Deep Learning in Visual Computing.

Ingo Gächter Porträtbild

Forscher für Kommunikation und KI: Ingo Gächter erforscht an der Hochschule Luzern, wie menschenzentrierte Künstliche Intelligenz (KI) Wert schaffen kann. Als Co-Leiter des Master-Studium AI Business Leadership entwickelt er KI-Innovationen mit Studierenden weiter: unter anderem digitales Wohlergehen, Spiritualität, persönliche Finanzen oder die Zukunft der Medien.

Als langjähriger Google-Partner in Zürich geniesst er das Vertrauen von KMU und globalen Marken. Gächter hat in den USA, China und Europa geforscht und gelehrt.

Philipp Haslbauer, Porträtbild

Software-Entwickler, Data Scientist und Künstler: Philipp Haslbauer hat eine Leidenschaft für kreative, intelligente und interaktive Systeme. Seit 2023 arbeitet er am Immersive Realities Research Lab der Hochschule Luzern – Informatik.

Zu seinen Schwerpunkten zählen generative KI-Systeme, 3D-Rekonstruktionsmethoden und interaktive KI-Avatare. 2024 entwickelte er das Projekt Deus in Machina – AI Jesus. Hierzu verfasste er seine Master-Arbeit «Prototype of a Conversational Agent for Spiritual Consultation».

Marco Schmid, Porträtbild

Kurator und theologischer Mitarbeiter der «Citykirche» Peterskapelle in Luzern: Ein Schwerpunkt von Marco Schmids Arbeit liegt auf der Kuratierung künstlerischer Interventionen in sakralen Räumen. Er war massgeblich an der Entwicklung des künstlerisch-forschenden Projekts Deus in Machina – AI Jesus beteiligt.

Forscht und entwickelt für Organisationen Prototypen: Das Immersive Realities Center (IRC) der Hochschule Luzern – Informatik befasst sich mit immersiven Technologien. Diese ermöglichen jene technologischen Ansätze, die das Abtauchen in virtuelle Welten oder Umgebungen erlauben. Forschende entwickeln im integrierten Research Lab Prototypen und Anwendungen.

Interessierte Unternehmen und Bildungsstätten aus der Region können im Showroom neue Technologien ausprobieren. Die Forschenden realisieren mithilfe von Expertinnen und Experten Projekte. Dabei greifen sie auf die Infrastruktur des Centers zurück.

Immersive Technologien verstehen – bilde dich aus und weiter:

Besuche uns an den Tagen der offenen Tür im Immersive Realities Center. Hier gehts zu weiteren Info-Anlässen der HSLU.

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Veröffentlicht am: 6. März 2026

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