Unser Klima wird extremer. Das verändert auch, wie wir Städte bauen. Das Prinzip der Schwammstadt steht für eine vorausschauende Stadtplanung im Umgang mit dem Klimawandel. Damit es funktioniert, braucht es Daten. Sie zeigen, wo Massnahmen sinnvoll sind und wie sie wirken.
Von Markus Schmid, Teilnehmer des CAS Digital Business Innovation
Heisse Sommertage, lange trockene Perioden und dann Starkregen. Solche Ereignisse werden häufiger. Für Städte wird das zum Problem: Flächen heizen sich auf, Böden trocknen aus und Regenwasser kann oft nicht mehr gut aufgenommen werden.
Das Prinzip der Schwammstadt betrachtet Regenwasser als nutzbare natürliche Ressource. Anstatt es einfach durch die Kanalisation aus der Stadt zu führen, wird es aktiv bewirtschaftet. Bei geringen Niederschlägen wird Wasser oberflächennah gespeichert. Es verdunstet auf benetzten Flächen oder steht Pflanzen zur Verfügung.
Digitale Technologien wie IoT machen ökologische Zusammenhänge sichtbar – und schaffen die Grundlage, um Städte datenbasiert zu gestalten und gezielt weiterzuentwickeln.
Jan Carlos Janke, Dozent im CAS Digital Business Innovation
Bei stärkeren Niederschlägen versickert das Regenwasser in sickerfähigen Böden und dringt in tiefere Bodenschichten vor. Nur bei sehr starken Niederschlägen wird überschüssiges Wasser durch die Kanalisation abgeleitet.
Damit das funktioniert, werden Grünflächen geschaffen oder vergrössert. Kies und Rasen ersetzen Asphalt und Beton. Solche Freiflächen helfen bei der Versickerung, fördern die Biodiversität und bieten Raum zur Erholung. Schatten spendende Bäume kühlen ihre Umgebung und erhöhen so die Lebensqualität der Bewohnenden.

Mehrere Schweizer Städte erforschen derzeit die Prinzipien der Schwammstadt und setzen Massnahmen in die Praxis um. Auf einer interaktiven Karte der Infoplattform Schwammstadt lassen sich bereits umgesetzte Beispiele erkunden. Vielleicht auch vor deiner Haustüre?
Auch Versicherungen haben ein Interesse an solchen Lösungen. Die Mobiliar unterstützt Schwammstadt-Projekte deshalb finanziell und durch Sensibilisierung.
Wo solche Massnahmen sinnvoll sind und wie sie wirken, zeigt sich nicht nur vor Ort, sondern auch in den Daten. Genau hier hilft die Digitalisierung.
Mit Hilfe von dezentralen IoT-Sensoren lassen sich vor Ort präzise Messwerte erfassen. Dazu gehören etwa Temperatur, Feuchtigkeit in Luft und Boden oder der Füllstand von Wassertanks.
Über ein Funknetz werden diese Daten zentral gesammelt und gespeichert. Werden die Daten auf Karten dargestellt oder mit Verlaufsdiagrammen ergänzt, zeigen sie wichtige Muster. So wird sichtbar, wo es im Tagesverlauf besonders warm ist, wie sich die Luftfeuchtigkeit nach einem Gewitter verändert und welche Massnahmen bereits Wirkung zeigen.
Der Kanton Luzern stellt auf seinem Geoportal interaktive Karten zur Verfügung, in denen die Hitzebelastung modelliert ist. Daraus lässt sich ableiten, wo Massnahmen sinnvoll sein könnten.

Ist die IoT-Infrastruktur einmal bereit, lässt sich die Wirkung einer Schwammstadt-Massnahme von Beginn an mitverfolgen. So wird sichtbar, wie sich Flächen, Temperatur oder Feuchtigkeit vor und nach einer Umsetzung verändern. Das hilft, Massnahmen gezielter zu planen und ihre Wirkung besser zu beurteilen.
Eine Smart City ist für ihre Einwohnerinnen, Einwohner und Gäste vor allem eine lebenswerte Stadt. Digitale Dienste der öffentlichen Verwaltung, effiziente Wege durch die Stadt oder ein angenehmes Klima tragen dazu bei.
Die Schwammstadt leistet hierfür einen wichtigen Beitrag. Daten aus Sensoren und Karten zeigen, wo Massnahmen sinnvoll sind und wie sie wirken. So können Städte, Eigentümerinnen und Eigentümer gezielter planen, Flächen wirksamer nutzen und die Lebensqualität verbessern. Auf diese Weise trägt die Digitalisierung dazu bei, Städte klimaresilienter zu machen.
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Hinweis: Dieser Blogbeitrag wurde im Rahmen eines Leistungsnachweises für das CAS Digital Business Innovation verfasst. Er wurde geprüft und redaktionell aufbereitet.
Veröffentlicht im April 2026
Zwischen DevOps und Wildgarten: Markus Schmid ist Applikations-Manager bei der Stadt Luzern und bloggt aus dem Unterricht des CAS Digital Business Innovation. Er setzt Anforderungen zur Digitalisierung und Automatisierung seiner Kundinnen und Kunden mit DevOps-Prinzipien und der Microsoft Power Platform/Dynamics 365 in bedienungsfreundliche Software um. Sein privater Garten gleicht einem Dschungel aus Sträuchern und hohem Gras, in welchem Regenwasser optimal versickert und keine Schäden verursacht.
Neue Geschäftsmodelle verstehen: Im CAS Digital Business Innovation lernen die Teilnehmenden, wie Technologien wie IoT, Datenplattformen oder digitale Ökosysteme konkrete Anwendungen ermöglichen – von Smart-City-Lösungen bis hin zu neuen digitalen Services. Sie entwickeln ein Verständnis dafür, wie aus technologischen Möglichkeiten echte Mehrwerte entstehen und wie Unternehmen daraus neue Angebote, Leistungen und Märkte erschliessen können. Die Weiterbildung befähigt sie, digitale Transformation nicht nur zu verstehen, sondern aktiv zu gestalten – datenbasiert, praxisnah und mit Blick auf reale Herausforderungen.
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