Digital Ideation ist nur Gaming? Nicht ganz. Im Interview zeigt die HSLU-Studentin Nina Flütsch, was der Bachelor Digital Ideation alles kann. Irgendwo zwischen Informatik und jeder Menge kreativer Projektarbeit erzählt sie von ihren Statistik-Tiefpunkten und nützlichen Superkräften.
Wer studiert was an der HSLU – Informatik, und wie fühlt sich das im Alltag an? In unserer Serie stellen wir in loser Folge die Botschafter:innen unserer Studiengänge vor. Diesmal mit Nina Flütsch aus dem Bachelor-Studiengang Digital Ideation.
Viele meinen, dieses Studium drehe sich um das Thema Gaming, dabei bietet Digital Ideation noch viel mehr. Grundsätzlich kann der Studiengang mit Fokus Design oder mit Fokus Informatik absolviert werden – ich habe mich für Letzteres entschieden. Weiter teilt sich der Unterricht in drei Richtungen auf: User Experience (UX), Web und Gaming. Games zu designen und zu entwickeln ist also nur ein möglicher Schwerpunkt, den man setzen kann.
Ich studiere eigentlich Informatik, aber kreativer.
Ehrlich gesagt: dauernd. Meine Standard-Aussage ist inzwischen: «Ich studiere eigentlich Informatik, aber kreativer.» Danach erzähle ich beispielhaft von meinen Projekten. Ein Projekt, auf das ich besonders stolz bin, ist die Entwicklung einer digitalen Plakatsäule. Ihr könnt euch diese immer noch unter gfonde anschauen. Unter Einsatz von KI zogen wir Event-Informationen aus Instagram und liessen diese in Form von digitalen Plakaten auf der 3D-Säule platzieren.

Digital Ideation bedeutet «digitale Ideenfindung» und verbindet kreative Gestaltung mit technischer Umsetzung. Es steht für eine disziplinübergreifende Schnittstelle von Informatik und Design, fokussiert auf die Entwicklung digitaler Produkte. Typische Anwendungsbeispiele umfassen UX-Design, Web/App-Entwicklung, Game Design sowie Augmented und Virtual Reality.
Da ich mich für den Fokus Informatik entschieden hatte, stellte ich mich zunächst auf das klischeehafte Bild von Informatik-Nerds ein. Inzwischen kann ich von meiner sehr gemischten Klasse erzählen: Meine Mitstudierenden kommen von der gymnasialen Matura, von technischen Berufsmaturas oder aus Lehren wie Mediamatik. Wir sind zu einer kleinen Community zusammengewachsen und ich erlebe grosse Hilfsbereitschaft. Als gelernte Mediamatikerin bringe ich mein Praxis-Know-how aus Gestaltung und Kommunikation ein, im Gegenzug profitiere ich vom technischen Wissen meiner Kolleginnen und Kollegen – eine Ergänzung, die das Studium für mich ausmacht.
Ich studiere nicht nur in Rotkreuz bei der HSLU – Informatik, sondern auch regelmässig in Emmenbrücke bei der HSLU – Design, Film, Kunst. Das Studium ist damit noch interdisziplinärer, was es sehr abwechslungsreich macht.
An beiden Campus finde ich unsere eigenen «DI-Spaces» besonders cool; kleine Welten für uns Studierende von Digital Ideation. Die Räume sind offen und flexibel eingerichtet und bieten genügend Platz für kreatives Arbeiten. Auch ein grosser Teil unseres Unterrichts findet dort statt, nicht in klassischen Vorlesungssälen.
Ein guter Name fehlt mir noch. Aber binge-worthy ist der Digital Ideation Vlog, den ein Mitstudierender im ersten Semester gestartet hat. Darin erzählt er aus seinem Alltag und regelmässig auch von unserem Studium.
Für mich war es das Fach Applied Statistic for Data Science, welches wir zusammen mit den Studierenden des Bachelors Informatik besuchten. Der sehr theorielastige Unterricht war ein krasser Kontrast dazu, wie ich unser Studium sonst erlebe.
An den Schnittstellen wird es immer Menschen brauchen, die verstehen, was das Gegenüber, der Kunde oder die Kundin tatsächlich will.
«Achtung, kann zu Übermotivation und Nachtschichten führen.» Da wir oft an eigenen Projekten arbeiten, haben wir einen hohen Anspruch an uns selbst. Dann kann es schon mal vorkommen, dass man in einer Nachtsession die eigenen Projekt-Babys perfektionieren will. Wir stecken also wirklich viel Aufwand ins technische Gelingen – was auch gut ist, schliesslich zählen die Projekte auch langfristig zu unserem eigenen Portfolio.
Dinge nachvollziehbar zu erklären, damit es das Gegenüber versteht. Eine gute und verständliche Kommunikation ist bei unseren interdisziplinären Projekten sehr wichtig, sowohl im Studium als auch im Job. Im Berufsalltag besetzen wir oft Schnittstellen zwischen Fachbereichen. Heute haben diese noch unterschiedliche Namen: von Scrum-Master über Frontend Developer bis zu Projektentwicklerin oder -entwickler. Doch egal wie das Jobprofil heisst: An den Schnittstellen wird es immer Menschen brauchen, die verstehen, was das Gegenüber, der Kunde oder die Kundin tatsächlich will.

Eines der Module überstehst du deutlich entspannter, wenn deine Tastatur mit einem NumPad (Zahlenblock zur schnellen Eingabe von Zahlenfolgen) und einer Home-Taste ausgestattet ist. Wenn dir diese fehlen, musst du dir schnell alternative Tastenkombinationen aneignen. Diesen Stress kann man sich ersparen.
Als nice-to-have würde ich noch Kafi-Kapseln und ein Fläschchen Mut miteinpacken. Das Kafi für den sozialen Aspekt und den Mut, um sich neugierig an Projekte zu wagen. Digital Ideation ist schliesslich ein Prozess des Weiterdenkens. Und das lohnt sich!
Besonders begeistert bin ich von unseren Dozierenden: Sie beziehen uns aktiv ein, statt einfach frontal zu unterrichten.
Im ersten Semester profitiert man in den Einführungsmodulen von einem sehr breiten Einblick: von 3D-Modellierung über Game-Entwicklung und User-Testing bis hin zu Design mit Form- und Farblehre. Die Schnittstelle zum Design schätze ich besonders: Wir dürfen kreativ arbeiten und in Werkstätten vieles ausprobieren. Allgemein ist das praxisorientierte Lernen entlang von eigenen Projekten ein grosses Plus in diesem Studiengang.

Nina Flütsch ist gelernte Mediamatikerin und bringt eine technische Berufsmatura mit. Den Bachelor Digital Ideation absolviert sie im Vollzeitstudium. Die Sommerpause 2026 nutzt sie für ein Praktikum bei einer digitalen Agentur in Luzern. Für das Studium ist die 23-Jährige aus Graubünden in die Zentralschweiz gezogen und lebt in einer WG in Luzern.
📧 Schreibe Nina eine E-Mail:
nina.fluetsch@stud.hslu.ch
Von: Michèle Rath
Veröffentlicht: 9. Juli 2026
Aus- und weiterbilden: Die Hochschule Luzern – Informatik bietet Bachelor- und Master-Studiengänge, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildungsangebote der Informatik und Wirtschaftsinformatik auf einem Campus.
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