Gesellschaft & Ethik,

Studium

Studieren heisst auch dazugehören

Der Welcome Day ist vorbei, doch Ankommen braucht Zeit. Deshalb begleitet die HSLU – Informatik neue Studierende in den ersten 100 Tagen mit gezielten Informationen. Denn Orientierung kann dazu beitragen, dass Studierende sich eher zugehörig fühlen. Warum Zugehörigkeit für den Lernerfolg wichtig ist, zeigt eine Blogreihe der HSLU und der Pädagogischen Hochschule Luzern.

Studieren heisst auch dazugehören
Erschlagen von der Info-Flut am ersten Studientag? Nicht bei der HSLU – Informatik: Sie unterstützt neue Studierende in den ersten Tagen mit gestaffelten Informationen. (Bildquelle: Frontify)

Neue Menschen, Räume, Systeme, Abläufe und Informationen: Die erste Studienwoche bringt viel Neues. Nicht alles bleibt beim ersten Mal hängen. Deshalb begleitet die HSLU – Informatik die neuen Studierenden auch nach dem Welcome Day mit Informationen rund um den Campus und den Studienalltag.

Während der ersten 100 Tage erhalten sie weitere Hinweise und Tipps: Wo sie Unterstützung finden, welche Events anstehen, welche Chancen ihnen das Informatikdepartement bietet – sei es, dass sie an der nächsten KI-Konferenz teilnehmen oder Förderpreise für Nachhaltigkeitsprojekte gewinnen können.

Unsere Diversity-Verantwortliche Shaelom Fischer stellt den Dozierenden dafür eine kompakte, jeweils aktualisierte Informationsfolie zur Verfügung. Die Dozierenden zeigen die Folie während der ersten 100 Studientage regelmässig in den Unterrichtspausen. «Im ersten Semester erhalten die Studierenden gezielt jene Unterstützung, Angebote und Informationen, die sie in der jeweiligen Phase gerade brauchen. Vieles davon ist auch später im Studium noch hilfreich», sagt Fischer.

Shaelom Fischer

HSLU-Dozentin und Diversity-Beauftragte

Ihr fachlicher Hintergrund liegt in der Mathematikdidaktik. Sie beschäftigt sich zudem mit Fragen rund um Künstliche Intelligenz, Lehre und Diversity. Als Diversity-Beauftragte berät sie Studierende, Mitarbeitende und Dozierende zu Themen der Vielfalt und Chancengleichheit.
Orientierung auf einen Blick: Mit dieser jeweils aktualisierten Folie erfahren neue Studierende, was ansteht und möglich ist. In der HSLU-internen Version führen QR-Codes direkt zu den Angeboten.

Orientierung fördert Zugehörigkeit

Hinter der Aktion steckt auch ein zweiter Gedanke: Wer sich an einer neuen Hochschule zurechtfindet, findet leichter seinen Platz. Dazu hilft es, Ansprechpersonen zu kennen und zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt.

Dabei spielt das Zugehörigkeitsgefühl – der «Sense of Belonging» – eine wichtige Rolle. Mit diesem Thema beschäftigt sich eine fünfteilige Blogreihe der Hochschule Luzern und der Pädagogischen Hochschule Luzern. Sie zeigt, welche Rolle Zugehörigkeit im Studium spielt und wie Hochschulen sie fördern können.

Zugehörigkeit kann den Studienerfolg unterstützen

Laut den in der Blogreihe zitierten Studien steht ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl unter anderem mit Motivation und Engagement in Zusammenhang. Zudem kann es die Studienleistung beeinflussen und dazu beitragen, dass Studierende ihr Studium fortsetzen.

Dafür ist auch der Studienstart wichtig. Gerade die Erfahrungen in den ersten Wochen können mitprägen, ob Studierende sich willkommen fühlen und ihren Platz an der Hochschule finden. Die Blogreihe nennt für die ersten 100 Tage drei wichtige Ebenen: Orientierung, soziale Anschlussmöglichkeiten sowie Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeit.

Shaelom Fischer erklärt, wie Zugehörigkeit entstehen kann: «Zugehörigkeit entsteht nicht automatisch mit der Einschreibung. Sie wächst durch kleine Erfahrungen: zu wissen, wo man Hilfe findet, Angebote zu entdecken, Menschen kennenzulernen – und zu merken, dass andere sich ganz ähnliche Fragen stellen.»

Fünf Perspektiven auf Zugehörigkeit

Die Hochschule Luzern und die Pädagogische Hochschule Luzern arbeiten gemeinsam am Projekt «Chancengerechtigkeit und Ausgleich der Geschlechtersegregation im technischen und informatischen Fachhochschulstudium». Darin betonen sie auch, wie wichtig es ist, dass sich Studierende und Mitarbeitende zugehörig fühlen.

Die Beiträge stammen von Ladan Pooyan-Weihs, Dozentin und Projektmitarbeiterin der HSLU. Die ersten beiden Teile hat sie gemeinsam mit Daniel Gysin, Dozent und Projektkoordinator der PH Luzern, verfasst.

  • Teil 1: Zugehörigkeit statt nur Anwesenheit: Der geheime Schlüssel zu Exzellenz
    Der Auftakt erklärt, was «Sense of Belonging» bedeutet, welche Faktoren Zugehörigkeit fördern und warum sie für Hochschulen relevant ist. Im Zentrum stehen unter anderem Motivation, Engagement, Gemeinschaft und Studienerfolg.
  • Teil 2: Der erste Eindruck zählt: Belonging in der Studieneingangsphase stärken
    Dieser Beitrag richtet den Blick auf die ersten Wochen und die ersten 100 Tage. Er zeigt, welche Rolle Orientierung, soziale Kontakte sowie Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeit beim Ankommen spielen.
  • Teil 3: Sense of Belonging messen: Welche Indikatoren zeigen, ob Zugehörigkeit gelingt?
    Wie lässt sich ein subjektives Gefühl überhaupt erfassen? Der Beitrag unterscheidet soziale, akademische und institutionelle Zugehörigkeit und zeigt verschiedene Möglichkeiten, diese sichtbar und messbar zu machen.
  • Teil 4: Persönliche Stimmen aus der Hochschule: «Wann fühlte ich mich zugehörig?»
    Zugehörigkeit entsteht oft in unscheinbaren Situationen: wenn eine Frage ernst genommen wird, ein Gespräch entsteht oder Feedback vermittelt, dass die eigene Perspektive zählt. Der Beitrag rückt solche alltäglichen Erfahrungen ins Zentrum.
  • Teil 5: Diversität als Ressource: Wie Vielfalt Exzellenz ermöglicht
    Der Abschluss verbindet Zugehörigkeit mit Diversität. Die Kernaussage: Vielfalt allein reicht nicht. Unterschiedliche Perspektiven können ihr Potenzial besser entfalten, wenn Menschen sich als Teil der akademischen Gemeinschaft erleben und sich einbringen können.

Ladan Pooyan-Weihs

Informatikerin an der Schnittstelle von Technik, Diversity und Ethik

Ladan Pooyan-Weihs ist Professorin an der Hochschule Luzern – Informatik und war dort zuvor Diversity-Beauftragte. Sie forscht und lehrt zu digitaler Transformation, Informationsmanagement, Datenanalyse, Kryptographie und gesellschaftlichen Fragen der Digitalisierung. In ihrer Arbeit verbindet sie Informatik, Gesundheitswesen und digitale Ethik.

Die 100-Tage-Aktion setzt an einem konkreten Teil des Zugehörigkeitsgefühls an. Shaelom Fischer sagt dazu: «Wir können Zugehörigkeit nicht einfach herstellen. Aber wir können den Boden dafür bereiten. Ich bin meiner Kollegin Ladan Pooyan-Weihs sehr dankbar für ihre Forschung und ihre Arbeit. Sie hat den Grundstein für diese Initiative gelegt. Ebenso danke ich allen in unserem Departement, die sie unterstützen und in die Lehre tragen.»

Sie helfen mit, in den ersten Studienwochen Orientierung zu bieten. So erhalten die Studierenden Informationen genau dann, wenn sie sie brauchen können.

Redaktionelle Verantwortung: Gabriela Bonin
Veröffentlicht am: 22. September 2026

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