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Ethisches Hacking: Vom Studium an die Berufs-Olympiade

Der Cyber Security-Student Luc Fisch fällt auf: Nach herausragenden Leistungen wurde der 21-Jährige zum Captain des Swiss National Hacking Teams ernannt. Er ist einer von nur zwei Kandidaten, die die Schweiz vom 22. – 27. September an den WorldSkills 2026 in Shanghai vertreten.

Ethisches Hacking: Vom Studium an die Berufs-Olympiade
Luc Fisch (links) mit zwei weiteren Teilnehmenden der Swiss Hacking Challenge – dem Wettkampf, der ihn zum Captain des Swiss National Hacking Teams und an die WorldSkills 2026 nach Shanghai führte. (Bilder: Swiss Hacking Challenge)

Hacking. Beim Begriff denkt man unweigerlich an geknackte Online-Konten und gestohlene Firmendaten. Luc Fisch kennt die negative Konnotation – und vertritt das Gegenteil davon: Der 21-Jährige studiert im sechsten Semester im Bachelor Information and Cyber Security und ist ein Ausnahmetalent im ethischen Hacken.

Vom 22. bis 27. September tritt er in Shanghai in die Fussstapfen des Schweizer Gold-Teams von Lyon 2024. Die WorldSkills gelten als eine Art «Berufs-Olympiade»: Alle zwei Jahre messen sich dort junge Berufsleute aus aller Welt in über 60 Fachdisziplinen – von klassischen Handwerksberufen bis zu Zukunftsfeldern wie Cyber Security. 

Die Nationalmannschaft der besten jungen Schweizer Berufsleute: 42 Competitors des SwissSkills National Teams treten in 38 Skills für die Schweiz und ihr erfolgreiches duales Berufsbildungssystem an den internationalen Berufsmeisterschaften an. Mit dabei: Luc Fisch im Skill Cyber Security. (Bild: WorldSkills 2026. © Manu Friederich)

Für die Schweiz ist die Teilnahme ein wichtiges Aushängeschild ihres dualen Bildungssystems. Luc Fisch ist einer von nur zwei Kandidaten, die die Schweiz 2026 in Shanghai vertreten: eine Auszeichnung, die nur den Besten der Besten vorbehalten ist. Der Chefexperte in Cybersecurity an den SwissSkills, Manuel Bürge, beschreibt seine Leistung in der gesamten Qualifikationsphase als «aussergewöhnlich».

Luc Fisch hat in der gesamten Qualifikationsphase aussergewöhnliche Leistung und Motivation gezeigt.

Manuel Bürge, Chefexperte in Cybersecurity an den SwissSkills

Hacken mit gutem Gewissen

Den Unterschied zwischen ethischen und kriminellen Hackerinnen und Hackern erklärt Luc Fisch wie folgt: «Die technischen Methoden des unethischen und des ethischen Hackens sind zwar vergleichbar. Aber Kriminelle versuchen, gehackten Unternehmen und Organisationen zu schaden – wir hingegen versuchen, sie zu schützen.»

Ein wichtiges Element bei diesem Schutz ist die «awareness», wie er ausführt. Ethische Hackerinnen und Hacker hacken sich dafür schon mal in Firmen-Netzwerke, Info-Screens, sogar die Kaffeemaschine im Pausenraum. Mit solchen Aktionen möchten sie den jeweiligen Betrieb nicht blossstellen, sondern ihm aufzeigen, wo die Schwachstellen in seinen IT-Systemen liegen. Diese seien nicht immer offensichtlich, siehe Kaffeemaschine: «Moderne Büro-Maschinen sind oft ‘Smart Devices’ und können somit via WiFi mit dem Firmennetz verbunden werden – ein ideales Einfallstor.» Bestenfalls investieren Unternehmen und Organisationen dann in Ressourcen, um solche Löcher zu stopfen und bieten so Kriminellen weniger Angriffsfläche.

HSLU gibt Rückendeckung fürs grosse Ziel

Unter der Leitung von Manuel Bürge wird Luc Fisch gemeinsam mit dem ebenfalls aus Basel stammenden Informatiker Gian Klug in der Kategorie «Cyber Security» antreten. Die Cyber-Security-Weltmeisterschaft umfasst vier Aufgaben; von der Implementierung von IT-Sicherheitsmassnahmen über Datenverschlüsselung bis zum Aufspüren von Sicherheitslücken. Jede Prüfung dauert fünfeinhalb Stunden.

Ich kann für die Dauer des Trainings beim Studium kürzertreten, um mich voll auf die WorldSkills vorzubereiten.

Die WorldSkills sind «closed book». Nachschlagen in Notizen, Büchern oder im Internet geht also nicht. Ein Teil von Lucs Training umfasst deshalb technische Aspekte auswendig zu lernen, ein anderer die mentale Vorbereitung, um dem Druck standzuhalten. Und der ist beträchtlich: 2024 gab es an den letzten WorldSkills in Lyon Gold für die Schweiz. 

Luc Fisch und Gian Klug treten somit in grosse Fussstapfen. Umso mehr schätzt der HSLU-Student die Unterstützung, die er von Bernhard Egger, Leiter des Bachelor Information and Cyber Security, und den anderen Dozierenden erhält: «Ich kann für die Dauer des Trainings beim Studium kürzertreten, um mich voll auf die WorldSkills vorzubereiten.»

Impressionen von der Swiss Hacking Challenge, der jährlichen nationalen Hacking-Meisterschaft der Schweiz. Hier zeigen junge Cyber-Security-Talente wie Luc Fisch ihr Können im Wettkampf. (Bilder: Swiss Hacking Challenge) 

Vom Ad-hoc-Fix zur Methode

Mit der Cyber-Sicherheit kam der gebürtige Basler bereits während seiner Systemtechniklehre in Berührung. Inzwischen arbeitet er Teilzeit als Sicherheits-Analytiker für eine IT-KMU. Vor seiner Studienzeit habe er sich dem Thema Sicherheit allerdings noch «sehr ad hoc» gewidmet, so Luc Fisch. «Ich versuchte, Sicherheitsprobleme ohne Blick fürs grosse Ganze zu lösen.» Im Studium an der HSLU lernt er, sein Wissen methodischer und strukturierter aufzubauen.

Auch betriebliche Aspekte spielen im Curriculum eine Rolle. «Cyber-Sicherheit ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern muss sinnvoll in die Abläufe und Strukturen eines Unternehmens oder einer Organisation integriert werden», erklärt er. Dieses Wissen werde seinem Team auch an der Weltmeisterschaft zugutekommen.

Warum die ethischen Hacker vorne liegen

Cyber-Sicherheit ist Luc Fischs Passion. Selbst die Wochenenden stehen ganz im Zeichen des Hackings. Der junge Cyber-Security-Experte nimmt regelmässig an Wettbewerben der ethischen Hacking-Community teil, darunter die Swiss Hacking Challenge, die jährliche nationale Hacking-Meisterschaft der Schweiz, aus der auch sein Weg ins Swiss National Hacking Team führte. 

Das spielerische Element kommt dabei nicht zu kurz. Trotzdem lerne er bei solchen Events auch stets neue technische Kniffe, so Luc – in seiner Branche sei das Selbst-Studium essenziell.

Das Feld der Cyber-Sicherheit ist konstant in Bewegung, ständig kommen neue IT-Systeme auf den Markt. Folglich entstehen immer neue Sicherheitslücken. Dennoch sieht er nicht die kriminellen Hackerinnen und Hacker im Vorteil, sondern die ethischen. «Unternehmen und Organisationen beauftragen uns, Schwachstellen in ihren Systemen ausfindig zu machen. Wir sind daher näher dran an der technischen Entwicklung und haben automatisch mehr Ressourcen als die meisten Kriminellen.»

Zwischen Exploits und Grüntee

Seinen Ausgleich findet Luc Fisch in einem Hobby, das möglichst viele Sinne anspricht: chinesischen Tee trinken. Wenn er erzählt, wie die gleiche Sorte Grüntee aus zwei verschiedenen Bergtälern ganz anders aussieht, riecht und schmeckt, ist ihm die Begeisterung genauso anzumerken, wie wenn er über die letzte Hacking-Challenge spricht. Umso mehr freut Luc Fisch sich auf seinen Besuch in Shanghai – und darauf, nach einem harten Wettkampf-Tag an den WorldSkills in die chinesische Teekultur abzutauchen.

Veröffentlicht: 21. September 2026
Autor: Martin Zimmermann

Luc Fisch

Luc Fisch lebt Cyber-Security: Der 21-Jährige studiert im Bachelor Information and Cyber Security, arbeitet als IT-Sicherheits-Analytiker und  nimmt am Wochenende an Hacking-Challenges teil. Dieses Jahr nimmt der Liebhaber chinesischen Tees an der WorldSkills in Shanghai teil.

Ethisch hacken lernen:  

Im Bachelor Information and Cyber Security legst du den Grundstein für deine Karriere in der Cyber Sicherheit. Mit dem Studium erwirbst du das Fachwissen, um Unternehmen vor Hacker-Angriffen zu schützen und mit einer sicheren IT-Infrastruktur auszustatten.

Im Master Information and Cyber Security wirst du zur Fach- und Führungskraft in der Cyber Security ausgebildet. Die Ausbildungsziele umfassen technisches Fachwissen, Kommunikations- und Managementkompetenzen sowie eine wissenschaftsgeleitete und praxisorientierte Anwendung.

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