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«Kann es wirklich sein, dass ich eine Million gewonnen habe?»

«Kann es wirklich sein, dass ich eine Million gewonnen habe?»
Leichtsinn im Netz ist gefährlich

Von Yasmin Billeter

Sicherheit im digitalen Raum: Wachsamkeit


Internetkriminelle schrecken vor fast nichts zurück. Unser Experte Björn Näf plädiert in diesem Interview für eine gesunde Portion Misstrauen und gibt Tipps für mehr Wachsamkeit.

Herr Näf, man könnte ja denken, dass heute niemand mehr auf dubiose E-Mails, die plötzliches Geld versprechen, hereinfällt, oder?

Björn Näf: Das stimmt nicht, denn dann würde es solche Nachrichten gar nicht mehr geben. Esfallen auch heute noch viele Menschen auf solchen Unsinn herein. Deshalb warnen wir immer wieder davor und plädieren dafür, wachsam zu sein.

Worum geht es bei der Wachsamkeit?

Einerseits geht es darum, nicht alles für bare Münze zu nehmen. Wer online unterwegs ist, braucht ein gewisses Mass an «gesundem Misstrauen»: Kann es wirklich sein, dass ich eine Million gewonnen habe? Ist es tatsächlich ein Mitarbeitender meiner Bank, der mich anruft und nach meinen E-Banking-Zugangsdaten fragt? Ist das ein echtes E-Mail meines Kreditkartenanbieters, der verlangt, dass ich meine Daten bestätige? Wie realistisch und wie sicher ist eine hohe Rendite auf einer neuartigen Anlagemöglichkeit?

Das Wichtigste ist, sich seiner Eigenverantwortung bewusst zu sein und diese wahrzunehmen.

Anderseits geht es darum, sich zu überlegen, wieviel man online von sich preisgibt, zum Beispiel in den sozialen Medien. Denn wie vor Gericht kann alles Gesagte gegen einen verwendet werden – nur hier eben von Kriminellen. Und bekanntlich vergisst das Internet nie.

Was muss ich wissen, um mich vor Internetbetrug zu schützen?

Dass Internetkriminelle vor fast nichts zurückschrecken, um sich an unwissenden Nutzerinnen und Nutzern zu bereichern. Und dass sie sich dafür immer wieder neue Betrugsmaschen ausdenken, die darauf abzielen, das Opfer zu einer unüberlegten Handlung zu bewegen. Etwa sensible Daten herauszugeben, auf dubiose Angebote einzugehen oder eine schädliche Software zu installieren. Das Wichtigste ist, sich seiner Eigenverantwortung bewusst zu sein und diese wahrzunehmen.

Wie geht das komfortabel und mit möglichst wenig Aufwand?

Obwohl unverzichtbar, reichen technische Lösungen wie Antivirenprogramme und -Apps leider nicht aus. Das «Köpfchen» vor dem Bildschirm braucht es genauso. Aber zum Glück gibt es ein paar einfache Regeln, deren Befolgung die eigene digitale Sicherheit drastisch erhöhen.

Und welche Regeln sollte man beherzigen?

Zunächst sollte der technische Grundschutz sichergestellt werden: Regelmässige Datensicherungen, aktueller Virenschutz, zeitnahe Updates und sichere Passwörter sind die unabdingbare Basis für die sichere Verwendung des Internets.

Zur Eigenverantwortung und Wachsamkeit gehören daneben folgende drei Grundregeln:

1. Nie auf einen Link in einer E-Mail, SMS oder Messenger-Nachricht klicken, sondern die Adresse des jeweiligen Onlinediensts stets manuell eintippen.
2. Niemandem Passwörter, PIN-Codes oder andere Zugangsdaten mitteilen.
3. Sich bei Unsicherheit oder Verdacht Unterstützung holen, zum Beispiel bei der persönlichen Kundenberaterin oder beim persönlichen Kundenberater der Hausbank oder bei einer anderen Fachperson.

Diese Regeln gelten im Übrigen nicht nur für den PC oder Mac, sondern genauso für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets, welche heute fast ebenso oft zum Angriffsziel werden.

Zur Serie «Mehr Sicherheit im digitalen Raum»: Meldungen zu Cybervorfällen haben in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die nationale Aktionswoche macht vom 3. bis 7. Mai 2021 auf die Gefahren aufmerksam. Wir begleiten die Aktion mit einer fünfteiligen Serie.

Auf der Webseite www.S-U-P-E-R.ch gibt’s Tipps und Tricks zu Datensicherung, Sicherheitsupdates, Virenschutz, Passwörtern und zum richtigen Verhalten im Web. Ausserdem werden kostenlose Webinare zu verschiedenen Themen angeboten. 

Veröffentlicht: 07.05.2021

Björn Näf

Unser Experte für Wachsamkeit: Björn Näf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Forscher an der Hochschule Luzern – Informatik. Er unterrichtet unter anderem in den Bereichen Cybercrime und E-Banking-Sicherheit.

Nationale Aktionswoche sensibilisiert für mehr Sicherheit im digitalen Raum: Die Aktionswoche wird von der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) in Kooperation mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), der Plattform «eBanking – aber sicher!» der Hochschule Luzern, der Plattform für Internetsicherheit iBarry der Swiss Internet Security Alliance (SISA) sowie den kantonalen und städtischen Polizeicorps lanciert.

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