Nichts mit «in die Ferne schweifen»

Nichts mit «in die Ferne schweifen»
Wirtschaftsinformatik-Student Yannick Raschle kurz vor dem Lockdown in Spanien. (Bild: zvg/Yannick Raschle)

By Valeria Heintges

Austauschstudium in Zeiten von Corona: Wirtschaftsinformatik-Student Yannick Raschle war zu Beginn der Pandemie in Spanien und führt das Semester nun im Fernstudium weiter. Wie erlebte er den Ausnahmezustand? 

Ohne Corona wäre ich jetzt in Spanien. Ich bin im vierten Semester an der Universidad del País Vasco, in San Sebastián eingeschrieben. Wie in Spanien üblich, habe ich viel öfter Prüfungen, und der Unterricht ist geballt am Vormittag, danach ist erstmal Siesta. Mit meinen Kommilitonen rede ich ein Gemisch aus Englisch und Spanisch, im Moment halt nur online: Ich lebe seit dem 22. März wieder bei meinen Eltern in Zug.

Das Virus kam schnell. Auch als es in Spanien die ersten Toten gab, war die Gefahr in San Sebastián, wo ich zwei Monate vorher mein Auslandsemester angefangen hatte, kein grosses Thema. Am Tag vor dem Shutdown sind wir noch ganz normal rausgegangen und assen die typisch baskischen «Pintxos». Danach wurde die kleine Wohnung, in der ich mit einem spanischen Pärchen wohnte, zu unserem Homeoffice. Meine Gast-Uni war aufgrund gelegentlicher Streiks und damit einhergehenden Schliessungen gewappnet, es gab keinerlei Überbrückungszeit, gleich am ersten Tag kam die erste Online-Lektion.

Schon am Wochenende davor waren die Strassen total leer. Kein Auto, kein Töff, kein Mensch mehr draussen. Jogger und Spaziergänger wurden – teilweise rüde – auch schon mal vom Balkon herunter beschimpft, während Punkt 20 Uhr am Abend dem Pflegepersonal von den Balkonen herunter applaudiert wurde. Daher dachte ich zunächst, ich wäre in Spanien besser aufgehoben, weil man dort die Sache, im Gegensatz zur Schweiz, ernst genug nahm. Aber ich fühlte mich einsam, so allein in der fremden Stadt, in einem fremden Land, ich wurde fast lethargisch und zunehmend unsicher, da ich nicht wusste, wie lange das Ganze dauern würde. Ich wollte auch nicht auf Monate hinaus in San Sebastián festsitzen, und die Schweiz empfahl ja allen Studierenden zurückzukehren, das hat mir der Internationale Dienst der Hochschule Luzern mitgeteilt.

Darum bin ich schliesslich über München in die Schweiz geflogen. Danach habe ich mich drei Wochen in strenge Quarantäne begeben und das Studium an meiner Gastuniversität aus der Ferne wieder aufgenommen. Es tat mir gut, wieder im vertrauten Umfeld und bei der Familie zu sein. Obwohl ich nur zwei statt sechs Monate in Spanien war, konnte ich das wunderschöne Baskenland, viel von der Kultur und ein paar wirklich coole Leute kennenlernen. Ich war sicher nicht das letzte Mal dort.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag mit Stimmen von Austauschstudent Miguel Duque aus Kanada und Sandra Sommer, Leiterin Fachstelle Internationales, auf der News-Plattform der Hochschule Luzern.

Den Horizont erweitern

Die nächste Möglichkeit für ein Semester im Ausland besteht ab dem Frühlingssemester 2021 – Anmeldefrist beim International Office: 15.8.2020. Mehr Informationen auf der Website Studieren an unseren Partnerhochschulen.

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