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Schräg, nachhaltig, lokal – Abschlussarbeiten aus zwei Welten

Schräg, nachhaltig, lokal – Abschlussarbeiten aus zwei Welten
Bei der Abschlussarbeit «bottle synth» handelt es sich um einen experimentellen Synthesizer, der mithilfe von Machine Learning eine neue Interaktionsmöglichkeit zur Klangsynthese bietet. Die KI erkennt verschiedene Typen von Flaschen, die man um das Gerät herum positioniert, und verstellt anhand dieser die Klangfarbe. (Bild: Dariush Mehdiaraghi)

Von Yasmin Billeter

Emmen als Game, kreativ Blockaden lösen oder die Welt retten: Beim Studiengang Digital Ideation entsteht Überraschendes an der Schnittstelle von Design und Informatik. Wir stellen drei Abschlussarbeiten näher vor.

Schräg, aber oho: Flaschensynthesizer

Mit seinem Bachelorarbeits-Projekt möchte Dariush Mehdiaraghi Kreativblockaden lösen. «Ich mache seit fünf Jahren mit Synthesizern Musik, doch manchmal finde ich keine Inspiration», sagt der 26-Jährige. Die Ursache dafür sei das Interface. Dieses sei stark standardisiert und bestehe hauptsächlich aus Drehreglern, Knöpfen und Schaltern. «Ich wollte ein Interface entwerfen, welches mich aus diesem Workflow herausreisst.» Das neuartige Interface besteht darin, dass handelsübliche Flaschen neben den Synthesizer platziert werden und mithilfe von Machine Learning eine neue Interaktionsmöglichkeit zur Klangsynthese bieten. «Eine grosse Herausforderung war es, einen passenden Technologiestack zu finden», sagt Mehdiaraghi. «Dieser musste Objekterkennung, Echtzeitklangsynthese und User-Interface-Rendering parallel rechnen können und möglichst klein sein, um ihn im Gehäuse zu verbauen.» Das Gerät erkennt zehn Flaschen-Typen und erstellt anhand dieser die Klangfarbe. «Eine Milchflasche etwa klingt sanft, eine Rotweinflasche harmonisch und elegant.»

Preisgekrönte Bachelor-Arbeit: Dariush Mehdiaraghi gewann für seine Abschlussarbeit «bottle synth» den Zeix Experimental Award. Preissponsor ist die Zeix AG, eine Agentur für User-Centered Design und User Experience in Zürich.

Foodprint: Die App für nachhaltiges Einkaufen

Die Erde ist, was wir essen. Unsere Lebensmittelwahl und unsere Ernährungsweise sind für einen Drittel der menschgemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Mit der App Foodprint möchte der Digital-Ideation-Absolvent Fabrice Siegrist die technologischen Möglichkeiten nutzen, um nachhaltiger einzukaufen. Mit der App kann man den CO2-Fussabdruck von Lebensmitteln leicht vergleichen, die Einkäufe tracken und sich persönliche Wochenziele setzen. «Die grösste Herausforderung war, die im Prototyp verwendeten Produkte und CO2-Werte realistisch darzustellen», sagt der 26-Jährige. «Bei meiner Recherche bin ich auf den sogenannten Eaternity-Score gestossen, welcher die CO2-Bilanz von Produkten angibt. Durch den Zugriff auf dessen Datenbank konnte ich gewährleisten, dass die im Prototyp enthaltenen Produkte und CO2-Werte realistisch sind.»

Preisgekrönte Bachelor-Arbeit: Fabrice Siegrist gewann für seine App «Foodprint» den Preis als «beste Bachelor-Arbeit». Preissponsor ist die Roche Diagnostic International Ltd).

Suburb: Emmen als Game

Mit dem Game Suburb wollte Mario Bernasconi den Charakter von Emmen in einem Videospiel wiedergeben. Als Plattform wählte er das Spiel «Counter-Strike: Global Offensive». Die Motivation dahinter ist seine Leidenschaft für Leveldesign. «Counter-Strike: Global Offensive ist ein bekannter E-Sports-Titel und beinhaltet Maps auf hohem Niveau. Die Funktionalität der Maps ist essenziell. Attraktiver werden sie jedoch, wenn sie passend eingekleidet sind», erklärt der 27-Jährige. Um herauszufinden, was für die Region Emmen typisch ist, machte er über 3’000 Fotos und diverse Audioaufnahmen. Eine wichtige Rolle spielte auch die nichtspielbare, aber sichtbare Zone am Rand der Map.» An diesen Stellen platzierte Bernasconi typische Elemente wie Gewässer, Sportplatzscheinwerfer und vieles mehr. «Den Flugplatz, der zwar typisch für Emmen, aber ungeeignet für das Spiel ist, erwähnte ich auf Verkehrsschildern.»

Hier geht’s zu allen Abschlussarbeiten des Studiengangs Digital Ideation

Lesen Sie auf dem Blog der Hochschule Luzern – Design & Kunst
mehr zu diesem Thema.

Der Bachelor Digital Ideation verbindet Design und Informatik. Das Studium bietet eine umfassende und projektbasierte Ausbildung rund um die Themen Web & Mobile, User Experience und Game.

  • Die Studierenden arbeiten in Projekten an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, Design und Informatik, dem Jetzt und dem Morgen.
  • Informatik-Interessierte und kreative Programmiererinnen und Programmierer mit Affinität zur Gestaltung studieren im Fokus Informatik – gestalterische Talente mit Affinität zur Technik im Fokus Design.
  • Die Absolventinnen und Absolventen verfügen über fundiertes Fachwissen und das digitale Handwerk, um sich als Game Designer/Developer, Grafiker/in, UX Designer, Interaction Designer oder Web Designer/Developer zu verwirklichen.


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