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Im Kampf gegen Cyber-Kriminelle: Teil 2

Im Kampf gegen Cyber-Kriminelle: Teil 2
«Cyber Security ist eines der wichtigsten IT-Gebiete überhaupt», sagt Joshua Drexel. Er studiert Information & Cyber Security und arbeitet als Cyber Security Analyst.

Von Yasmin Billeter

Einsätze mitten in der Nacht?! Ja klar: Wenn Joshua Drexel Pikett-Dienst hat, ist er allzeit bereit, um gegen Cyber-Angriffe zu kämpfen. Parallel dazu studiert er berufsbegleitend Information & Cyber Security. Das ist für ihn eine ideale Kombination von Theorie und Praxis. 

Der Pager klingelt laut, so höre ich den Alarm auch morgens um drei. Zuerst mal stelle ich das Klingeln so schnell wie möglich ab, damit meine Freundin nicht vor Schreck aus dem Bett fällt. Dann schaue ich, was los ist: Wurde unsere Kundschaft von Cyber-Kriminellen angegriffen?

Ich bin Cyber Security Analyst und studiere berufsbegleitend Information & Cyber Security. Das Unternehmen, für das ich arbeite, unterstützt mittlere und grosse Firmen in ihrer Cyber-Sicherheit. Wir überwachen die Infrastruktur unserer Kundschaft rund um die Uhr. Wenn Cyber-Kriminelle angreifen, ist es unsere Aufgabe, sie zu stoppen. Wir leiten Gegenmassnahmen ein und setzen alles daran, die Angreifenden von der Zielerreichung abzuhalten. Dazu gehört auch, dass ich alle drei Monate Pikett-Dienst leiste von 18 Uhr bis 8 Uhr morgens.

Mit 16 machte ich eigentlich eher per Zufall eine Lehre als Informatiker. Seitdem interessierte ich mich zunehmend für die Cyber Security. Als ich vom neuen Studiengang der Hochschule Luzern (HSLU) erfuhr, war ich eigentlich schon an einer anderen Hochschule eingeschrieben. Nach einem Telefongespräch mit dem Studiengangleiter der HSLU meldete ich mich um. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.

Den Fachkräfte-Mangel in der Cyber Security kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Im Studium sind allgemeine Module wie Mathematik und Projektmanagement auf ein Minimum reduziert. Der Schwerpunkt liegt vielmehr bei der IT-Technik und der IT-Security. Mir hat alles was ich lernen konnte, Spass gemacht. Auch wenn der Praxisbezug nicht überall gleich gegeben ist, wie etwa beim Thema Quantenkryptographie.

Nach dem Pager-Klingeln gehe ich ins Arbeitszimmer und schaue, was den Alarm ausgelöst hat. Wenn es etwas Ernstes ist, muss ich sofort reagieren. Denn es kann schnell gehen: In den letzten Jahren verringerte sich die Zeitspanne zwischen dem Beginn und dem Abschluss eines Angriffs markant. Früher hat man noch davon geredet, dass es Tage dauern kann, bis etwas passiert. Heute kann es sein, dass die Kriminellen bereits nach wenigen Stunden schon alle Daten verschlüsselt haben und das Unternehmen weder auf seine Kommunikationskanäle, wie E-Mail oder Telefon, noch auf seine Daten zugreifen kann. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Angriff schnellstmöglich erkennen, die betroffenen Systeme isolieren und die Schwachstellen schliessen.

Letzte Woche gab es einen solchen Fall: Wir haben live beobachtet, wie Kriminelle versucht haben, die Kontrolle über einen Steuerungsserver einer Industrie-Anlage zu übernehmen. Hätten wir den Angriff nicht frühzeitig erkannt und verhindert, hätte dies gravierende Folgen haben können.

Wer Cyber Security studieren möchte, sollte Begeisterung für Technik und Details mitbringen.

Der Studiengang Information & Cyber Security leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräfte-Mangels. Den kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wer Cyber Security studieren möchte, sollte auf jeden Fall Begeisterung für Technik und Details mitbringen. Im Analyse-Bereich ist es oft das Detail, das zählt.

Cyber Security ist eines der wichtigsten IT-Gebiete überhaupt. Das wurde mir während des Studiums bewusst. Es ist enorm wichtig, dass Systeme nicht nur funktionieren, sondern auch sicher sind. Damit sollten sich alle vermehrt auseinandersetzen.

Nach dem Bachelor-Abschluss werde ich gleich den Master an der Hochschule Luzern machen. Ich möchte dort bei der Cyber-Security-Spezialistin Esther Hänggi in der Forschungsgruppe zum Thema Quantenkryptographie und Anwendungssicherheit mitarbeiten. Nach dem Master zieht es mich wahrscheinlich wieder zurück in die Privatwirtschaft, zum Beispiel zu meiner jetzigen Firma.

Cyber-Security-Enthusiast: Joshua Drexel studiert im siebten Semester Information & Cyber Security. Wenn er keinen Pikett-Dienst hat, steht er morgens um fünf Uhr auf, damit er um sechs ins Fitness-Training kann. Er arbeitet als Cyber Security Analyst bei der InfoGuard AG.

Lesen Sie in Teil 1 der Mini-Serie von Estefania Otero. Sie interessierte sich schon als 13-Jährige für Informatik und Cyber Sicherheit. Heute nutzt sie ihr Wissen, um Cyber-Angriffe zu verhindern.

IT-Sicherheitsprofis sind gefragt wie nie zuvor. Im Bachelor in Information & Cyber Security werden Sie ausgebildet: Mit dem Studium Information & Cyber Security erwerben Sie das notwendige Fachwissen, um Unternehmen und Verwaltungen vor Hacker-Angriffen zu schützen und mit einer sicheren IT-Infrastruktur auszustatten.

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