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Informatik studieren als junge Mutter? Aber sicher!

Informatik studieren als junge Mutter? Aber sicher!
«Die Informatik eignet sich sehr gut für Mütter», sagt Studentin Corina Bühlmann. Hier ist sie mit ihrer älteren Tochter an der Abschlusspräsentation des interdisziplinären Moduls Produktentwicklung PREN.

von Yasmin Billeter

Doppelt engagiert: Corina Bühlmann, 28, studiert Informatik und ist Mutter von zwei Kleinkindern. Wie schafft sie es, Studium und Familie zu vereinbaren? Mit Planung, Einsatz, Rückendeckung der Hochschule – und Baby im Tragtuch während mancher Online-Vorlesungen.

«Computer haben mich schon in meiner Kindheit fasziniert», erzählt Informatik-Studentin Corina Bühlmann. «Meine erste Erinnerung daran ist, wie ich meinem Vater beim Siedler-Spielen zuschauen durfte. Später habe ich oft mit meinem Bruder gegamt. Er hat sich das Programmieren selbst beigebracht und weiss viel über Informatik.»

Gamen wurde Bühlmanns Leidenschaft. Weil sie es mühsam fand, auf neue Spiele zu warten, wollte sie Game-Entwicklerin werden. «So hätte ich die Spiele bereits im Voraus testen können.» Ihre Mutter winkte ab. Da müsse man studieren, habe sie gesagt. Für Bühlmann war klar, dass sie dazu nicht «gut genug» war. Stattdessen machte sie eine Lehre zur Bäcker-Konditorin. Doch das IT-Feuer brannte weiter: «Von meinem ersten Lohn kaufte ich einen Gaming-PC, den ich selbst zusammenbaute.»

Ein Jahr später startete Bühlmann die Zweitlehre als Informatikerin bei Siemens. «Mir gefallen die logischen Überlegungen und das Problemlösen. Die Berufsmaturität ermöglichte ihr, nach der Lehre an der Hochschule Luzern Informatik zu studieren. «Darüber habe ich mich extrem gefreut. Vor allem wegen der Aussage meiner Mutter damals.»

Ich fühlte mich von der Hochschule Luzern stets unterstützt.

Dann die Überraschung: «Zwei Wochen vor Beginn des Studiums erfuhren wir, dass ich schwanger war.» Das erste Semester besuchte sie Vollzeit, dann setzte sie ein Semester aus für den Mutterschaftsurlaub. Anschliessend wechselte sie ins Teilzeit-Studium, wo die Unterrichtstage in der Regel frei wählbar sind und damit ideal für Studierende, die aufgrund familiärer Verpflichtungen oder Leistungssport auf eine flexible Zeiteinteilung angewiesen sind. Dies ermöglicht Bühlmann ein verlangsamtes Studium. «Ich fühlte mich von der Hochschule Luzern stets unterstützt», sagt die 28-Jährige. Weil es funktionierte, entschieden sie und ihr Partner sich dazu, auch das zweite Kind während ihres Studiums zu bekommen. Der Vorteil dabei: Die Familienplanung ist vor Eintritt ins Berufsleben abgeschlossen. Und die Kinder haben keinen zu grossen Altersunterschied. Ein Spaziergang sei dies jedoch nicht, betont Bühlmann: «Ich musste viel zurückstecken. Ein Teilzeit-Studium mit Kindern erfordert Planung, Ehrgeiz und Einsatz.»

Balance zwischen Studium und Familie

Mittlerweile ist Corina Bühlmann seit fünf Jahren Studentin und aktuell im siebten Semester. Ihr Studium schliesst sie voraussichtlich im Sommer 2022 ab. Dass der Unterricht derzeit im Distance-Learning-Format stattfindet, kommt ihr entgegen. «Während der Online-Vorlesungen konnte ich unser Baby anfangs noch ins Tragetuch nehmen und gleichzeitig am Unterricht teilnehmen.» Vor Abgaben oder während der Prüfungen könne es jedoch stressig werden. «Ohne die Unterstützung meiner Mutter und meiner Schwester, die je mindestens einen Tag pro Woche auf die Kinder schauen, wäre das nicht möglich.» Ihr Partner arbeitet Vollzeit als Architekt.

Ein Teilzeit-Studium mit Kindern erfordert Planung, Ehrgeiz und Einsatz.

Und was ist aus dem Traum geworden, Game-Entwicklerin zu werden? «Seit ich Mutter bin, habe ich absolut keine Zeit mehr zum Gamen. Daher ist es schwierig, in diesem Feld Fuss zu fassen.» Wenn sie einmal einen freien Abend habe, lese sie eher ein Buch anstatt zu gamen. «Sonst geht die Zeit so schnell vorbei.» Doch weist ihr jetziger Berufswunsch in eine ähnliche Richtung: «Im Studium mache ich den Major in Human Computer Interaction Design. In diesem Bereich würde ich später gerne arbeiten.»

Für Mütter sei die Informatik eine ideale Berufsrichtung, ist sich die Teilzeit-Studentin sicher. «Es ist gut möglich, 40 bis 60 Prozent zu arbeiten, oft auch im Homeoffice. Solche Stellen sind zwar nicht immer ausgeschrieben, doch wenn man nachfragt, gibt es sie.»

Wie du flexibel studieren kannst: Die Bachelor-Studiengänge Informatik und Wirtschaftsinformatik können in den drei Zeitmodellen Vollzeit, Teilzeit und berufsbegleitend absolviert werden. Damit wird die Vereinbarkeit von Studium und Beruf, Sport oder Familie ermöglicht. Auch der Einstieg in diese beiden Studiengänge kann individuell gestaltet werden und ist sowohl im Herbst- als auch im Frühlingssemester möglich. Das Studium in Digital Ideation wird nur im Vollzeit-Modell und mit Studienbeginn Herbstsemester angeboten. In den beiden Master-Studiengängen Engineering, Fachgebiet Information & Communication Technologies und Wirtschaftsinformatik ist eine berufliche Tätigkeit oder Familienarbeit im Umfang eines Pensums von 60 respektive 50 Prozent möglich.

Studium und Familie miteinander vereinbaren: Die Hochschule Luzern ermöglicht ihren Studierenden, in Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend flexibel zu studieren. Weitere Angebote wie Beurlaubung, Sozialzulagen oder Kinderbetreuung fördern die Vereinbarkeit von Studium und Familie zusätzlich.

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