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My best buddy: Internationale Beziehungen aufbauen

My best buddy: Internationale Beziehungen aufbauen
Michael Stucki (links) aus Emmenbrücke LU steht dem mongolischen Studenten Iveel Altansukh als Buddy zur Seite: mit Lokalwissen, seinem sozialen Netzwerk oder, wie hier im Bild, mit einer Partie Tischtennis.

Auf dem Campus Orientierung bieten, den eigenen Horizont erweitern, auch mal zusammen ausgehen: An der Hochschule Luzern – Informatik führen einheimische «Buddys» ausländische Studierende ein. In dieser Rolle unterstützt Michael Stucki den mongolischen Studenten Iveel Altansukh. Lies hier, warum das beide als Win-Win-Situation erleben.  

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Von Gabriela Bonin

Beide studieren sie an der Hochschule Luzern – Informatik in Rotkreuz ZG: Iveel absolviert das erste Semester seines Bachelor-Studiums in International IT Management. Michael studiert im gleichen Departement im 6. Semester Digital Ideation.

Zwischen den Heimatorten der beiden Studenten liegen über 8’000 Kilometer. Zu Fuss bräuchte man von Iveels Zuhause bis zu Michaels Wohnung 66 Tages- und Nachtmärsche: Iveel Altansukh, 21, stammt aus der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. Dort leben 1.5 Millionen Menschen. Michael Stucki, 25, wohnt in der Luzerner Gemeinde Emmenbrücke mit gut 30’000 Einwohnenden.

Einmal um die halbe Welt gereist: Unser mongolischer Student Iveel Altansukh ist über 8’000 Kilometer von seiner Heimatstadt Ulaanbaatar entfernt.

Egal, wie weit ihre Heimatorte auseinanderliegen, via Social Media sind die beiden Studenten nur wenige Klicks voneinander entfernt. Sie hatten schon miteinander gechattet, bevor Iveel überhaupt einen Fuss auf Schweizer Boden setzte.

Zum Glück: Denn als Iveel im September 2021 in die Schweiz einreiste, klappten seine Flugverbindungen nicht wie geplant. Er erreichte den Flughafen in Zürich-Kloten einen Tag zu spät. Nach 20 Stunden Reise stand er völlig übermüdet in der Ankunftshalle. Wo würde er nun den Bahnhof finden? Wie ein Zugticket lösen? Wann endlich zu seinem neuen Zimmer gelangen?

Tue Gutes und sammle Credits: Willst du als Buddy deine soziale und kulturelle Unterstützung anbieten? Die Hochschule Luzern – Informatik sucht weitere Buddys. Das sind die Anforderungen: Du bist hilfsbereit und weltoffen. Du sprichst Englisch auf Niveau B2 und kennst dich auf dem Campus in Rotkreuz-Risch aus. Idealerweise hast du bereits drei oder mehr Semester studiert. Als Buddy solltest du rund 90 Stunden einsetzen, um einer Studentin oder einem Studenten aus dem Ausland in der Schweiz eine Integrationshilfe zu sein. Für diesen Einsatz werden dir drei Social-Project-Credits (ECTS-Punkte) gutgeschrieben. Interessiert? Dann melde dich bitte hier

Ein freundlicher Empfang ist «really nice»

Michael aber wusste Bescheid. Er stand am Flughafen als Buddy bereit. War einfach da für Iveel. «Ich weiss, wie das ist, wenn man kein Schild entziffern kann, todmüde ist und einfach nur ein Bett will», sagt Michael. Er erinnert sich, wie er als Austauschstudent in Südkorea einst Ähnliches erlebt hat – damals aber ohne einen Buddy an der Seite.

Iveel stammt aus Ulaanbaatar. Dort lebt die Hälfte aller Mongolinnen und Mongolen (Bildquelle: Wikipedia, by Zazaa Mongolia).

Darum habe er sich entschieden, andere ausländische Studierende in der Schweiz zu unterstützen. Ausserdem interessiert sich Michael für fremde Kulturen und baut gerne internationale Verbindungen auf. Demnächst wird er sich als Buddy um einen weiteren ausländischen Studenten kümmern: einen Kollegen aus Japan.

Für Iveel war Michaels freundschaftlicher Empfang am Flughafen «really nice». Etwas, das ihn wirklich glücklich gemacht habe, sagt er. Wer so gut wie Iveel in sein neues Leben im Ausland einsteigt, der kann die neuen Herausforderungen von Beginn an gelassener angehen.

Gutes Matching sichert den Erfolg

Dank Michaels Einführungstouren wusste Iveel schon bald, wie er sich auf dem Campus in Rotkreuz zurechtfindet. Er bekam mit, wo man abends am besten abhängt. Michael brachte Iveel auch in einen Tischtennisclub, in dem er nun regelmässig spielt und neue Freunde gefunden hat.

Inzwischen lebt Iveel seit acht Monaten in einer Studierenden-WG in Emmenbrücke, nicht weit von Michaels Wohnung entfernt. Die beiden verabreden sich alle paar Wochen miteinander. Iveel und Michael haben gemeinsame Interessen: Beide kochen gerne und interessieren sich für Food-Kultur. Beide spielen Basketball und gehen abends gerne auf ein Bier aus. «Nina hat uns ideal gematcht», sagt Michael.

Er denkt dabei an Nina Blättler, die Initiantin des Buddy-Programms und stellvertretende Studiengangleiterin Internationales IT-Management am Informatikdepartement. Studierende, die am Buddy-Programm interessiert sind, bittet sie jeweils im Vorfeld darum, ihre Interessen und Hobbys anzugeben. Dann prüft sie, wer zusammenpassen könnte, und bildet entsprechende Buddy-Paare.

Es entstehen neue internationale Freundschaften

Mit Erfolg: Das Buddy-Programm am Departement Informatik wurde im Herbstsemester 2021 erstmals durchgeführt. Von den neun Buddy-Paaren, die Nina Blättler gebildet hatte, passten acht gut zueinander. Eine Verbindung musste sie neu besetzen. Auch diese hat sich mittlerweile gut eingespielt.

Nina Blättler freut sich, wie «ihre» Buddy-Paare miteinander funktionieren: «Die einen gehen regelmässig zusammen wandern, andere kommen gemeinsam an Info-Veranstaltungen oder trainieren miteinander im Fitnesscenter.» So entstehen neue internationale Freundschaften.


Die Mongolei ist ein Land mit grossen Weiten. Auch in der Hauptstadt Ulaanbaatar zeigt sich dies am grossen zentralen Süchbaatar-Platz (Bildquelle: Wikipedia, by Zazaa Mongolia).

Buddy-Programm wird ausgebaut

Nach diesem ermutigenden Start wird Nina Blättler das Buddy-Programm im Departement Informatik weiter ausbauen: Künftig sollen auch ausländische Studierende des neuen Master-Studiengangs IT, Digitalization & Sustainability davon profitieren.

Iveel ist beeindruckt vom Buddy-Programm und dem serviceorientierten Geist der Hochschule Luzern – Informatik: «Hier werden wir über alles orientiert und informiert», sagt er. In der Mongolei hingegen seien selbst die einheimischen Studierenden an der Uni manchmal etwas verloren.

Gab es denn bislang nie Differenzen zwischen Iveel und seinem Buddy? Schliesslich kommen sie aus Kulturen, die Welten auseinanderliegen. «Wir sind uns als Menschen aber recht ähnlich», sagt Michael, darum hätten sie als Buddys keine Differenzen.

Die Transmongolische Eisenbahn führt durch Iveels Heimatstadt Ulaanbaatar. Ein so dichtes Zugnetz wie in der Schweiz gibt es in der Mongolei nicht (Bild: Wikipedia, Bogomolov.PL)

Unterschiede in der Organisation, Lebensweise und Kultur ihrer Länder sehen sie indes viele: So etwa beeindrucken Michael die Bilder, die ihm Iveel von der Mongolei gezeigt hat: «Die Mongolei ist sehr grün und hat im Vergleich zur Schweiz endlose Weiten», sagt Michael. Iveel wiederum ist vom gut ausgebauten Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz beeindruckt.

Schliesslich, so witzeln die Studenten, gibt es einen kleinen Unterschied, der sie beide überrascht hat: die Art, wie man Tischtennis spielt. «Hier in der Schweiz gibt es Tische im Freien. In der Mongolei spielt man diesen Sport nur in Hallen», sagt Iveel, «Ich hätte mir nie vorstellen können, dass man im Freien Tischtennis spielen kann.»

Lesetipp: Hier erfährst du die Vorgeschichte: Wie Michael Stucki sein Ausland-Semester in Südkorea während der Corona-Pandemie erlebte.

Frage in die Runde: Was hältst du vom Buddy-Programm? Wärst du gerne ein Buddy oder hättest du gerne einen Buddy, der dich unterstützt? Bitte schreibe deinen Kommentar hier zuunterst ins Kommentarfeld.

Veröffentlicht: 26. April 2022

Nina Blättler

Fragen zum Buddy-Programm? Wende dich an Nina Blättler, die Initiantin des Buddy-Programms an der Hochschule Luzern – Informatik. Sie ist auch die die stellvertretende Studiengangleiterin des Studiengangs Internationales IT-Management sowie des brandneuen Master-Studiengangs IT, Digitalization & Sustainability. Tel.: +41 41 757 68 11, E-Mail: nina.blaettler@hslu.ch.

Studieren im internationalen Umfeld:

  • Die Hochschule Luzern – Informatik bietet Bachelor-Studiengänge in Artificial Intelligence & Machine Learning, Digital Ideation, Informatik, Information & Cyber Security, International IT Management und Wirtschaftsinformatik an.
  • Im Master-Studium vertiefen Studierende die Bereiche Engineering, Wirtschaftsinformatik, IT / Digitalization & Sustainability, Music and Digital Creation, Fachdidaktik Medien & Informatik und Digital Ideation.

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    1 Kommentare

    Nina Blaettler

    A big thank you to all our 21/22 Buddies!! You guys rock!

    Antworten

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    Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.

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