Diese Maschine macht nichts als Unsinn

Diese Maschine macht nichts als Unsinn
Bewusst abstrus und witzig gestaltet: eine Rube-Goldberg-Maschine mit Material aus der Rumpelkammer, die Studierende unseres Bachelors in Digital Ideation gebaut haben.

By Yasmin Billeter

Skurile Objekte mittels Sensoren zum Leben erwecken: In diesem Video sorgt die selbstgebaute Rube-Goldberg-Maschine unserer Digital-Ideation-Studierenden für Erheiterung – und zeugt vom ganz normalen Alltag an der Schnittstelle zwischen Design und Informatik. 

Zufall oder weise Voraussicht? Eine technisch unsinnige, aber höchst kreative Rube-Goldberg-Maschine unserer Digital-Ideation-Studierenden liess kurz vor dem Lockdown noch Champagner fliessen. Das Video dazu erreichte uns vor wenigen Tagen. Es beschert uns eine schöne Erinnerung an «normale» Studienzeiten – ein wehmütiger «Throwback-Moment». Zugleich weckt es Vorfreude auf eine hoffentlich baldige Rückkehr in den gewohnten Studierendenalltag. Viel Spass beim Zuschauen!

Drei Wochen voll Technik und Kreativität

Im Studien-Modul «Physical Prototyping» geht es für die Studierenden des ersten Bachelor-Jahres während drei Wochen nur um den Bau der Rube-Goldberg-Maschine. Wem das Konzept noch fremd ist: Das sind Maschinen, die etwas Einfaches möglichst kompliziert und in vielen Einzelschritten ausführen und dadurch absurde Kettenreaktionen auslösen.

 «Es ist viel schwieriger, eine LED-Lampe auf poetische Weise zu verwenden, als eine Rakete zu bauen», erklärten die Co-Dozierenden Manuela Maier-Hummel und Felix Bänteli zu Beginn.
Für ihre Rube-Goldberg-Maschine benötigten die Studierenden skurrile und interessante Objekte. Diese stöberten sie im Vorfeld in ihren WGs oder in den Kellern der Eltern auf. Dann wurde gebaut, was das Zeug hält: Frei nach dem Motto «Bauen um zu entwerfen» liessen sie sich erst von den Gegenständen inspirieren und überlegten dann, welche mechanischen und digitalen Möglichkeiten bestünden, um daraus eine Maschine zu bauen.

Von Felix Bänteli lernten sie, die Gegenstände mit Sensoren und Aktoren zu einem bewegten System zu verknüpfen, Manuela Maier-Hummel gab Design-Inputs. «Jede der sieben Gruppen war für ein Modul verantwortlich. Die Gruppen mussten darauf achten, dass sich die erbauten Teile aller Beteiligten zu einem Gesamtspiel zusammenfügen liessen», erklärt Maier-Hummel.

Letztes Glas Champagner vor der Krise – serviert von einer Maschine

Zum Abschluss dann die öffentliche Performance am 12. März, kurz vor Beginn der coronabedingten Einschränkungen durch die «Aussergewöhnliche Lage»: «Ich habe noch überlegt, ob wir die Präsentation wirklich durchführen sollen, und wir haben Schutzmassnahmen beim Apéro getroffen», erinnert sich Dozentin Maier-Hummel. «Dass dies eine der letzten Live-Veranstaltungen für lange Zeit sein würde, hätte ich nicht gedacht.»

Manuela Maier-Hummel freut sich bereits auf die Zeit nach dem Lockdown: «Der persönliche Austausch und die physische Auseinandersetzung mit den Materialien bietet einen enormen Mehrwert.» Dennoch kann die Hochschule Luzern die Bachelor- und Master-Studiengänge bis zum Semesterende nur in Distance-Learning-Formaten weiterführen. Dass aber auch hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, zeigt ein selbst entwickelter Bausatz, mit dem die Dozenten Tom Pawlofsky und Gordan Savicic ihre Studierenden per Post überrascht hatten.

Verrückte Konstruktionen ­– je komplizierter und absurder, desto besser

Rube Goldberg war ein US-amerikanischer Karikaturist, der selbst keine Maschinen baute, jedoch Pläne zu möglichen unsinnigen Erfindungen notierte. In seinen Zeichnungen löst eine Handlung eine Kettenreaktion aus, welche zum Schluss ein simples Problem löst – in unserem Fall schenkte die Maschine Champagner ein. Wem das Konzept gefällt, findet hier, hier und hier weitere Exemplare von Rube-Goldberg-Maschinen.

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Beim Essen keine Hand frei, um sich den Mund abzuwischen? Ein Cartoon von Rube Goldberg. (Wikimedia Commons)

Bachelor in Digital Ideation

Im Bachelor Digital Ideation vertiefen sich die Studierenden im Fokus Informatik oder Design. Beide Vertiefungsrichtungen arbeiten gemeinsam an Projekten aus den Themenbereichen Web & Mobile, User Experience und Game. Der kreative Umgang mit digitalen Geräten und Programmen steht im Zentrum.

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