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«Trotz Virenschutz kann ein Gerät mit Malware infiziert werden»

«Trotz Virenschutz kann ein Gerät mit Malware infiziert werden»
Verkehren Sie geschützt, auch im Internet.

Von Yasmin Billeter

Sicherheit im digitalen Raum: Virenschutz

Dank Firewall und Virenschutz haben Schädlinge fast keine Chance. Was man tun kann, wenn sich der Computer trotzdem mit Malware infiziert, erklärt unser Experte Dominik Schupp.

Herr Schupp, warum braucht es einen Virenschutz?

Dominik Schupp: Täglich werden mehr als 350’000 neue Schadprogramme registriert: Hierzu zählen unter anderem Viren, Würmer, Trojaner, Ransomware – und potenziell unerwünschte Anwendungen. Ein Virenschutzprogramm verhindert, dass diese unerwünschten Programme ein Gerät infizieren, und schützen so vor Cyberangriffen.

Was ist beim Virenschutz wichtig?

Das Wichtigste ist, dass ein Virenschutzprogramm verwendet wird und dass es aktuell ist, da stündlich neue Schädlinge auftauchen. Es ist darauf zu achten, dass die automatische Update-Funktion aktiviert ist. Welches Programm verwendet wird, ist weniger entscheidend. Auch Microsoft Defender ist ein gutes, für Privatpersonen absolut ausreichendes Virenschutzprogramm. Microsoft hat es bei Windows 10 standardmässig installiert.

Was ist beim Virenschutz zu beachten?

Virenschutzprogramme bieten einen guten Schutz vor Schadsoftware. Aber Achtung: Sie ersetzen nicht die nötige Vorsicht und Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer!

Zudem sollte man ab und zu eine vollständige Systemüberprüfung durchführen. Standardmässig werden nur alle neuen Dateien überprüft, aber nie das gesamte System. Eine vollständige Systemüberprüfung kann Malware aufdecken, die schon auf dem System ist und eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt aktiv werden wird.

Wie erkennt man eine Malware-Infektion und wie ist bei einer solchen vorzugehen?

Trotz aktuellem Virenschutzprogramm kann es vorkommen, dass ein Gerät mit Malware infiziert wird. Mögliche Indizien einer Infektion sind:

  • Infektionsmeldung des Antivirenprogramms.
  • Fehlermeldungen beim Starten oder Herunterfahren des Geräts.
  • Das Gerät läuft nicht mehr stabil – häufige Abstürze.
  • Langsames System, ständige Auslastung des Arbeitsspeichers und/oder des Prozessors, ständige Festplattenaktivität.
  • Das Antivirenprogramm ist deaktiviert (auch nachdem man es explizit aktiviert hat).

Stellt man eine Malware-Infektion fest, ist vorerst einmal Ruhe zu bewahren. Die Internetverbindung sollte möglichst schnell getrennt werden. Dann ist abzuklären, ob ein Spezialist oder eine Spezialistin benötigt wird oder nicht. Die Malware ist zu identifizieren und nach Möglichkeit zu entfernen. Allenfalls kommt man um eine komplette Neuinstallation des Geräts leider nicht herum. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier.

Zur Serie «Mehr Sicherheit im digitalen Raum»: Meldungen zu Cybervorfällen haben in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die nationale Aktionswoche macht vom 3. bis 7. Mai 2021 auf die Gefahren aufmerksam. Wir begleiten die Aktion mit einer fünfteiligen Serie.

Auf der Webseite www.S-U-P-E-R.ch gibt’s Tipps und Tricks zu Datensicherung, Sicherheitsupdates, Virenschutz, Passwörtern und zum richtigen Verhalten im Web. Ausserdem werden kostenlose Webinare zu verschiedenen Themen angeboten. 

Veröffentlicht: 05.05.2021

Dominik Schupp

Unser Experte für Virenschutz: Dominik Schupp ist Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Luzern – Informatik. Er unterrichtet unter anderem in den Bereichen Informationssicherheit, Datenschutz und Cybercrime.

Nationale Aktionswoche sensibilisiert für mehr Sicherheit im digitalen Raum: Die Aktionswoche wird von der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) in Kooperation mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), der Plattform «eBanking – aber sicher!» der Hochschule Luzern, der Plattform für Internetsicherheit iBarry der Swiss Internet Security Alliance (SISA) sowie den kantonalen und städtischen Polizeicorps lanciert.

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