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Virtual Reality – in der ältesten Kirche der Stadt Luzern

Virtual Reality – in der ältesten Kirche der Stadt Luzern
Voller Glühwürmchen oder als palästinensischer Ort: So haben Sie die Peterskapelle noch nie erlebt.

By Yasmin Billeter

Virtual Reality ausprobieren und eine virtuelle Kapelle erleben: Die Ausstellung «Palacetine»  in der Peterskapelle findet sowohl real als auch virtuell statt. Unser Immersive Realities Research Lab schafft dabei Raum für einen Austausch zwischen Design und Kunst, Kirche und Informatik. 

Die Luzerner Peterskapelle, die im Jahr 1178 erstmals erwähnt wird, gibt es nun auch virtuell: Für die Ausstellung «Palacetine» wurde der Innenraum der Kirche von unserem Immersive Realities Research Lab nachmodelliert. Besucherinnen und Besucher können sich nun mit einer VR-Brille in der Kapelle bewegen und diese komplett neu erleben: mit Glühwürmchen und Kerzenschein oder im Ambiente einer palästinensischen Stadt. In einer anderen Szene werden Teile der Kapelle abgerissen. Ein Hubschrauber kreist, man hört die Geräusche einer Schlacht. Oder sie beobachten, wie die Natur das Innere der Kapelle zurückerobert: Bäume, Gras, Schafe und Geräusche eines Waldes, der gerade aufwacht.

In der echten wie auch in der virtuellen Kirche sind Fotografien, Videos und Installationen zu sehen, welche im Rahmen des interdisziplinären Moduls «Israel-Palästina» entstanden sind. Dabei setzen sich Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz und aus Palästina mit der geografisch-politischen Region Israel-Palästina auseinander. «Durch die unterschiedlichen VR-Szenen können wir die Stimmung der Fotos aufnehmen und verstärken. So ergeben sich neue Kontexte für die Arbeit», sagt Richard Wetzel, Co-Leiter des Immersive Realities Research Labs.

VR ermöglicht Ausstellung, welche durch Corona verunmöglicht wurde

Das Modul der Hochschule Luzern – Design & Kunst sah eigentlich eine Studienreise nach Palästina vor. Durch den Corona-Lockdown kam aber alles anders: «Statt nach Betlehem zu reisen, tauschten wir uns via Zoom mit Studierenden und Referenten in Betlehem aus», sagt Marco Schmid von der Peterskapelle.

Der Theologe absolviert in Teilzeit den Studiengang Kunst und Vermittlung und hat das Modul initiiert. Da der Austausch nun virtuell stattfand, hatte er die Idee zu einer VR-Ausstellung und zu der Zusammenarbeit mit dem Forschungsteam des Departements Informatik. «Mit diesem Projekt möchten wir erste Erfahrungen sammeln», sagt Schmid. Und es ist Grundlage für mögliche weitere gemeinsame Projekte der Hochschule Luzern und der Peterskapelle.

«Die Kirche wäre ja blöd, wenn sie die Technik nicht für sich nutzen würde»

Marco Schmid, Peterskapelle

Die Forschenden untersuchten gemeinsam mit dem Team der Peterskapelle, welche Rolle Virtual und Augmented Reality für die Institution Kirche in Zukunft spielen könnten. «VR wird vereinzelt bei besonders bekannten Kirchen eingesetzt», sagt Richard Wetzel. So könne man etwa die Pariser Kathedrale Notre-Dame in VR besuchen.

VR um architektonische Entwicklung zu visualisieren

Auch für die Peterskapelle sei es interessant, einen «virtuellen Zwilling» zu erstellen. «Gerade wenn man architektonische Entwicklungen aufzeigen möchte.» Als eines der ältesten Gebäude der Stadt Luzern ist die Kapelle historisch wichtig: Hier gab es die erste Siedlung, und am rechten Reuss-Ufer reichte die Kapellbrücke einst bis direkt vor die Peterskapelle.

Virtuelle Inszenierung eines Krippenspiels denkbar

Christlicher Glaube und neueste Technik – passt das zusammen? «Die Kirche wäre ja blöd, wenn sie die Technik nicht für sich nutzen würde», sagt Marco Schmid von der Peterskapelle. Daraus könnten sich wunderbare Sachen entwickeln: «Eine virtuelle Weihnachtskrippe zum Beispiel, die man mit VR-Brille betreten und dann mit den Figuren sprechen könnte.» Da die Kapelle denkmalgeschützt ist, eröffnet die Technologie auch neue Möglichkeiten, den Raum spielerisch zu nutzen. Und auch ein neues Publikum könne angesprochen werden: Technikaffine, aber auch Menschen, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen die Peterskapelle nicht aufsuchen können.

Die VR-Brillen liegen bereit: Die virtuelle Peterskapelle mit der VR-Brille ist täglich von 15.30-18.30 zugänglich.

Marco Schmid von der Peterskapelle ist gespannt, wie die Besucherinnen und Besucher reagieren. Aus eigener Erfahrung mit einer studentischen Arbeit im Bereich Augmented Reality weiss er: «Die Hürde, sich auf neue Technologien einzulassen, ist bei vielen Menschen hoch. Oft bestehen eine gewisse Angst und Distanz, die überwunden werden müssen, und es braucht Leute, die einem an der Hand nehmen.

Virtual Reality in der Peterskapelle: Unsere Forschenden bauen älteste Kirche der Stadt Luzern digital nach

Die Peterskapelle wird virtuell dank Tobias Kreienbühl und Naomi Burgess von unserem Immersive Realities Research Lab. Kreienbühl hat die Kirche durch das Übereinbanderlegen von Plänen und Fotos nachmodelliert. Burgess ist für die verschiedenen Szenen und die virtuelle Ausstellung verantwortlich. Geleitet wurde das Projekt von Markus Zank und Richard Wetzel. Die Ausstellung «Palacetine» wird vom 21. September bis am 4. Oktober in der Peterskapelle zu sehen sein. Die virtuelle Peterskapelle mit der VR-Brille hingegen ist nur von 15.30-18.30 täglich zugänglich.

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