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Was willst du werden? Dieses Game zeigt es dir!

Was willst du werden? Dieses Game zeigt es dir!
«Larimar» ist ein Textabenteuer-Spiel, das Jugendlichen bei der Berufswahl helfen soll. Yannick Bättig und Seline Schwab haben es als Bachelor-Arbeit im Studiengang Digital Ideation entwickelt.

Von Yasmin Billeter

Studierende tüfteln für ihre Bachelorarbeit

Jugendliche spielerisch bei der Berufswahl unterstützen: Das ist das Ziel von Yannick Bättig und Seline Schwab. Für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Digital Ideation haben sie das Spiel Larimar entwickelt. Dies soll dabei helfen, persönliche Fähigkeiten und Interessen zu entdecken.

«Wir wussten beide lange nicht, was wir werden wollten», sagt Yannick Bättig über sich und seine Studienkollegin Seline Schwab. «Vielleicht weil es so viele Möglichkeiten gibt. Oder weil ein künstlicher Druck erzeugt wird, wenn es um die Berufswahl geht.» So oder ähnlich ergeht es vielen Jugendlichen, sind sich die beiden sicher.

Rund 240 berufliche Grundbildungen gibt es in der Schweiz. Ein Persönlichkeitstest kann bei der Berufsfindung helfen. Für junge Menschen, die vor der Berufs- oder Studienwahl stehen, wird oft das Riasec-Modell verwendet. Der Test unterscheidet sechs Persönlichkeitstypen, auf deren Grundlage er eine Liste mit Berufsvorschlägen macht. «Solche Tests sind oft eintönig», sagt Bättig. «Wir haben uns gefragt, ob das auch spannender und interaktiver geht». Und so entwickelten sie auf Basis dieses Interessen-Modells ein Game nach ihren Vorstellungen. Entstanden ist Larimar ­– ein interaktives Textadventure-Game, das Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützt.

Das Riasec-Modell geht davon aus, dass die Zufriedenheit und der berufliche Erfolg desto grösser sind, je genauer das Berufsbild mit den Interessen übereinstimmt.

Tauche ein in die Geschichte und erfahre etwas über dich selbst

Das Spiel nimmt einen mit auf eine fantastische Reise: Ein Hauptcharakter hat sein Dorf ins Unglück gestürzt. Nun muss er sich auf den Weg machen, um es zu retten. Dabei hilft ihm eine Kröte. Es gibt mehrere mögliche Wege, und der Spielende beeinflusst mit seinen Entscheidungen, wie sich die Geschichte entwickelt. «Die getroffenen Entscheidungen werden am Ende des Spiels ausgewertet und ergeben ein persönliches Interessenprofil und mögliche Berufe», erklärt Bättig.

Am schwierigsten sei gewesen, die Fragen des Persönlichkeitstests mit der Geschichte zu verweben. Hierzu tauschten sich Bättig und Schwab auch mit dem Zuger Berufsbildungszentrum BIZ aus. «Das BIZ unterstützte uns mit Fragebögen von Persönlichkeitstests und beim Adaptieren der Fragen auf unser Spiel.»

Wenn Informatik auf Design trifft

Game, Storytelling, App-Entwicklung: «Diese Bachelor-Arbeit zeigt die Qualität von Digital Ideation praxisnah auf», sagt Studiengangleiter Andres Wanner. In der interdisziplinären Studienrichtung wurde die Zusammenarbeit zwischen Designern und Informatikerinnen oft geübt. Für Schwab und Bättig war klar, dass sie auch die Bachelor-Arbeit mit einem Gegenüber der anderen Fokusrichtung machen wollten.

«Das Thema hat uns beide fasziniert», sagt Bättig. «Wir haben viel diskutiert und den groben Storyverlauf zusammen entwickelt». Der 27-Jährige hat in der Fokusrichtung Informatik studiert und war fürs Programmieren und den Sound zuständig, Schwab aus dem Fokus Design für Text und Illustrationen. «Beide haben kreativ zum Resultat beigetragen», lobt Studiengangleiter Wanner.

Auch die zwei Frischdiplomierten sind zufrieden: «Unser Ziel, einen neuen Ansatz auszuprobieren, haben wir erreicht». Wie meistens bei Bachelor-Arbeiten ist das Ergebnis ein Prototyp und kein fertiges Produkt. «Um das Game professionell in den Einsatz zu bringen, müssten etwa die Testergebnisse noch verifiziert werden», sagt Bättig. Er empfiehlt, Larimar nicht in der Schule oder im BIZ zu spielen, sondern zu Hause auf dem Sofa «um sich dabei in Ruhe Gedanken machen zu können».  

Selbst hat er sein Game nie durchgespielt, um ein Resultat zu erhalten: «Ich weiss, welche Antwort welche Auswirkung auf das Ergebnis hat.» Ausserdem sei er ja mittlerweile auf gutem Weg: Nach einem abgebrochenen Wirtschaftsstudium und einer Informatiker-Lehre hat er nun an der Hochschule Luzern erfolgreich das Digital-Ideation-Studium abgeschlossen. «Die Kombination von Informatik und Design entspricht mir sehr.» Heute arbeitet er als Webentwickler. Er ist sich sicher: «Es ist wichtig, auf seine persönlichen Fähigkeiten und Interessen zu fokussieren. Und manchmal muss man auch etwas ausprobieren.»

Auszeichnung für beste interdisziplinäre Zusammenarbeit

Nachtrag der Redaktion vom 13.11.2020: Seline Schwab und Yannick Bättig wurden gestern für «die beste interdisziplinäre Zusammenarbeit im Studium Digital Ideation» ausgezeichnet. Preissponsor ist die Zeix AG, eine Agentur für User-Centered Design in Zürich.


Unsere Serie über «Bachelorarbeiten in der Praxis»: Eine Bachelorarbeit ist die Krönung jedes Studiums. Auch Unternehmen und Institutionen können daraus neue Erkenntnisse gewinnen: Lesen Sie in dieser Serie, wie Unternehmen und Studierende voreinander lernen und gegenseitigen Nutzen ziehen.

Bachelorarbeit Larimar

Ausgangslage: Die Berufswahl ist eine der schwierigsten Entscheidungen junger Menschen. Wie findet man spielerisch und interaktiv heraus, was die persönlichen Fähigkeiten und Interessen sind und welche Berufe dazu passen?

Vorgehen: Auf Basis des Riasec-Modells sollte ein Textadventure-Game kreiert werden. Dafür wurde eine Story entwickelt, illustriert und in einer Webapplikation zur Verfügung gestellt. Für den Storyverlauf und die Entscheidungen wurde eine Scripting Language für interaktive Geschichten verwendet.

Ergebnisse: Das interaktive Textadventure verwendet neben Text auch Illustrationen, Animationen und Sound, um die Spielwelt zum Leben zu erwecken. Bei Entscheidungen sind mehrere Wege möglich. Je nach Weg gibt es Punkte für eine Kategorie. Am Ende des Games wird der Spielende in eine oder mehrere der sechs Riasec-Gruppen eingeteilt. Entsprechend werden ihm die bestpassenden Berufsrichtungen angezeigt.

Was macht der Studiengang Digital Ideation? In diesem Studium verbinden sich Informatik und Design. Studierende können ihr Wissen in einem der drei Themenbereiche Web & Mobile, User Experience oder Game vertiefen. Die Bachelor-Arbeit in diesem Studiengang kann alleine oder zu zweit verfasst werden. Neben Auftragsprojekten von Unternehmen sind auch von den Studierenden selbst initiierte Projekte möglich.

Projekte mit Studierenden für Ihr Unternehmen: Wollen Sie in Ihrer Organisation ein neues Informatik-Projekt umsetzen? Oder hilft es Ihnen, wenn eine Fachperson für Sie eine neue Idee ausserhalb Ihres Alltagsgeschäfts austestet? Lassen Sie sich bei derartigen Vorhaben von Studierenden der Hochschule Luzern – Informatik unterstützen. Greifen Sie auf deren frisch erworbenes Fachwissen zurück! Sie nutzen damit zugleich das Expertenwissen von deren Betreuungspersonen. Diese sind fachlich immer auf dem aktuellsten Stand. Unsere Studierenden bearbeiten während ihres Studiums zahlreiche Praxisprojekte. Auch für ihre Bachelor-Arbeit packen sie gerne Aufträge von externen Unternehmen oder Organisationen an. Damit sammeln sie Erfahrungen in der Praxis und lernen auf die Bedürfnisse von Auftraggebenden einzugehen. Diese wiederum profitieren von erfrischenden Aussenansichten und neuen Erkenntnissen. Bitte reichen Sie Ihre Projektidee bis spätestens November (oder Juni für das darauffolgende Semester) ein. Am Ende des Projekts erhalten Sie in der Regel kein fertiges Produkt. Vielmehr bekommen Sie einen Prototyp, eine Analyse oder ein Konzept zur freien Verfügung. Weitere Informationen und das Projekteingabeformular finden Sie hier.

Master Digital Ideation: Aufbauend auf den BA/BSc Digital Ideation oder im Quereinstieg bietet das Masterstudium ein praxisorientiertes und kollaborationsbasiertes Curriculum, in welchem die eigene Projektidee in Kooperation mit Partnern aus Praxis oder Forschung entwickelt und umgesetzt wird.

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