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«Ich gebe weniger Antworten und stelle mehr Fragen»: Was MBA und Executive MBA Luzern tatsächlich verändern

MBA oder Executive MBA: Was am Ende des zweijährigen Wegs tatsächlich mitgenommen wird, überrascht die meisten – und zwar im besten Sinne.

Von Dr. Katharina Windler

«Ich gebe weniger Antworten und stelle mehr Fragen»: Was MBA und Executive MBA Luzern tatsächlich verändern

Wer mit dem MBA oder Executive MBA beginnt, will in der Regel eines: Fachwissen. Betriebswirtschaftliches Rüstzeug. Den Rucksack neu füllen, um in einer komplexer werdenden Berufswelt den Unterschied zu machen. Soweit die Erwartung. Was am Ende des zweijährigen Wegs tatsächlich mitgenommen wird, überrascht die meisten – und zwar im besten Sinne.

«Leadership, das nimmt man noch so mit.» So klingt es zu Beginn häufig. Und dann, zwei Jahre später, sagen dieselben Menschen: «Ich stehe heute an einem anderen Punkt in meiner beruflichen Laufbahn. Ich verhalte mich anders in Gremien. Ich empfinde mich als selbstbewusster. Ich kann leichter Perspektiven wechseln. Ich gebe weniger Antworten und stelle mehr Fragen.» So beschreibt es Erik Nagel, Programmleiter des Executive MBA Luzern, im Gespräch. Was die Teilnehmenden überrasche, sei nicht das fachliche Wissen, das sie sich erwartet hätten, sondern wie tief die Veränderung wirklich geht. Persönlich, nicht nur professionell. Marco Eichenberger, Co-Programmleiter des MBA Luzern, ergänzt: Wer am Ende gefragt werde, was den grössten Mehrwert gebracht habe, nenne nebst den Fachinhalten fast immer das Netzwerk, die ehrlichen Feedbacks unter Teilnehmenden und die Insights, die sich die Teilnehmenden gegenseitig gewähren. Nicht unbedingt das, wofür man sich anmeldet.

Zwei Programme. Eine klare Unterscheidung.

MBA und Executive MBA – wer entscheidet sich wofür? Die Antwort hängt nicht von einem Titelwunsch ab, sondern von zwei konkreten Faktoren: dem Vorwissen und dem Stand in der Karriere. Der MBA Luzern richtet sich an Personen, die noch keinen oder erst punktuell betriebswirtschaftlichen Hintergrund mitbringen – Technikerinnen, Psychologen, Medizinerinnen, Fachleute aller Art – und die nun in eine Führungsrolle hineinwachsen wollen oder bereits erste Schritte dorthin unternehmen. «Er vermittelt betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen, Führungskompetenzen und vor allem auch methodisches Handwerkszeug», so Marco Eichenberger. Der Executive MBA Luzern setzt dort an, wo der MBA aufhört: Er richtet sich an erfahrene Führungskräfte mit mindestens fünf Jahren Führungserfahrung, die das BWL-Fundament bereits mitbringen. Im Zentrum stehen strategisches Management, Leadership auf oberster Ebene und vor allem: die Reflexion der eigenen beruflichen Rolle. Eine wichtige Nuance: «Das macht das eine Programm nicht besser oder schlechter als das andere», betont Erik Nagel. «Es ist schlicht eine Frage, welches sich wann in der beruflichen Laufbahn eignet.»

Kein Konsum. Es braucht Einsatz.

Beide Programme führen Aufnahmegespräche und raten teils auch von einer Teilnahme ab. Nicht als Hürde, sondern als Haltung: Wer nur einen Titel möchte oder als «Konsument:in» in die Weiterbildung einsteigen will, ist am falschen Ort. «Wir erwarten Prosument:innen», sagt Erik Nagel. Menschen, die sich einbringen, die sich committen, die bereit sind, sich und ihr Verhalten wirklich zu hinterfragen. Wer diese Erwartungshaltung nicht teilt, bekommt vom Team eine ehrliche Empfehlung, welcher nächste Schritt stattdessen passen könnte. Die Programmleitung versteht sich, wie Erik Nagel es formuliert, als «Anwalt der Entwicklung» seiner Teilnehmenden, nicht als Kursanbieter.

«Es geht nicht darum, sich Wissen anzueignen. Es geht darum, dieses Wissen in Handlung zu bringen.» Erik Nagel

Warum zwei Jahre?

Es gibt kürzere Angebote. CAS-Programme oder Short Advanced Studies SAS zum Beispiel. Sie haben ihre Berechtigung. Aber weder MBA noch Executive MBA lassen sich durch sie ersetzen, und das aus einem Grund, der tiefer geht als Lernzeit oder Themenbreite. «Es geht nicht darum, sich Wissen anzueignen», so Erik Nagel. «Es geht darum, dieses Wissen in Handlung zu bringen.» Das gelingt nicht durch einen einmaligen Input, sondern durch Wiederholung, Anwendung, Rückmeldung, erneute Anwendung – über Monate hinweg, in einer Gruppe, die gemeinsam dieselben zwei Jahre durchläuft. Beide Programme folgen dem «Harvard-Prinzip»: Wer zusammen startet, endet zusammen. Keine modulare Durchmischung, keine Anrechnung von Vorleistungen (mit einer kleinen Ausnahme beim MBA via CAS Betriebswirtschaft HSLU). Die Klasse ist das Lernformat. Konkret wird das zum Beispiel im Verhandlungsmodul des Executive MBA: Zwei Tage reale Verhandlungssituationen, Aufzeichnung, Analyse. Nicht Theorie über Verhandeln, sondern Verhandeln, Scheitern, Beobachten, Verstehen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die nüchterne Antwort: dann, wenn man sich ehrlich mit dem privaten Umfeld abgestimmt hat, wenn der Arbeitgeber mitzieht und wenn man bereit ist, den Effort zu leisten. Nicht als Pflichtprogramm, sondern aus eigenem Antrieb. Für den MBA gibt es oft einen konkreten Auslöser: eine Führungsposition, die in absehbarer Zeit übernommen werden soll. Für den Executive MBA ist es häufiger eine bilanzierende Frage: Was will ich auf der obersten Führungsebene noch erreichen und wie stelle ich sicher, dass ich das Rüstzeug dafür habe? Beides lässt sich nicht erzwingen. Und: Es lässt sich nicht abkürzen.

Wer mehr über die beiden Programme erfahren möchte – und hören will, wie Marco Eichenberger, Co-Programmleiter des MBA Luzern, und Erik Nagel, Programmleiter des Executive MBA Luzern, im direkten Gespräch mit Shiva Stucki-Sabeti über ihre Programme, ihre Teilnehmenden und über das, was Weiterbildung leisten kann, sprechen – kann in den Podcast reinhören: MBA & Executive MBA Luzern – Für wen lohnt sich welches Programm? – YouTube

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