15. Juni 2026
Ziel der Studie ist es, ein fundiertes und umfassendes Verständnis der Risiken sowie der Auswirkungen von Wirtschaftskriminalität auf Unternehmen in der Schweiz zu gewinnen. Die neue Erhebung 2026 analysiert zudem, wie sich insbesondere die Treuhandbranche in einem zunehmend regulierten Umfeld positioniert und entwickelt.
von Marco Passardi, Susanne Grau und Manuel Gesslein
Die Hochschule Luzern, Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ), hat die Entwicklung der Wirtschaftskriminalität in der Schweiz im Rahmen einer breit angelegten Studie im Jahr 2025 umfassend untersucht. Mehr als 80 Prozent der befragten Expertinnen und Experten gaben an, von sehr grossen Wachstumsraten der Wirtschaftskriminalität in den nächsten zwölf Monaten auszugehen. Zu grosser Besorgnis Anlass gab unter anderem die mangelhafte Vorbereitung vieler Unternehmen: Nur etwa die Hälfte gab an, Risiken in Bezug auf Wirtschaftskriminalität systematisch zu erfassen. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) vermochte die Situation nicht umfassend zu verbessern.
Das neue Schweizer Transparenzregister (TJPG) ist ein zentrales elektronisches Register, das undurchsichtige Gesellschaftsstrukturen verhindern und die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität, insbesondere Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung, verstärken soll. Das Register dient dazu, die wahren wirtschaftlich Berechtigten hinter juristischen Personen eindeutig zu identifizieren und den Behörden einen raschen Zugang zu diesen Eigentümerinformationen zu ermöglichen. Die Schweizer Treuhandbranche ist durch das neue Transparenzregister direkt betroffen; vermutlich bereits ab Herbst 2026. Treuhänderinnen und Treuhänder müssen künftig die wirtschaftlich berechtigten Personen ihrer Mandanten identifizieren und diese Informationen strukturiert an das TJPG melden. Dies bringt erweiterte Identifikations- und Dokumentationspflichten mit sich. So müssen sie z.B. diejenigen natürlichen Personen erfassen, die letztlich die Kontrolle über Organisationen ausüben (z.B. Personen, die direkt oder indirekt mindestens 25% des Kapitals oder der Stimmrechte halten).
Durch das revidierte Geldwäschereigesetz (GwG) wird die Treuhandbranche massgeblich verschärft reguliert. Zahlreiche reine Beratungstätigkeiten und Immobilientransaktionen unterstehen neu dem GwG. Die Branche muss sich daher auf folgende Kernelemente einstellen:
Die vier Branchenverbände TREUHAND|SUISSE, EXPERTsuisse, SwissAccounting und SVIT haben die Vorbereitung zur Gründung einer neuen, eigenständigen Selbstregulierungsorganisation für die Treuhand-, Wirtschaftsprüfungs- und Immobilienbranche angekündigt. Die neue Branchen-SRO soll Mitte 2027 den Betrieb aufnehmen und die bisherige SRO-TREUHAND|SUISSE ablösen.
Im Rahmen der erneut durchzuführenden Studie zur Wirtschaftskriminalität in der Schweiz (2026) hat die Hochschule Luzern das Unternehmerforum als Partner gewinnen können. Die Studie nimmt die Thematik, mit Fokus auf die Treuhandbranche, auf. In dieser Umfrage wird als Fokusthema untersucht, wie sich die neuen Pflichten in der Praxis auswirken werden und wie dadurch die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität beeinflusst werden könnte. Ebenfalls werden die 2025 gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Entwicklungen im Jahr 2026 verglichen.
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