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Blockchain-Visionen? Ihre Ideen sind gefragt!

Blockchain-Visionen? Ihre Ideen sind gefragt!
Das Innovationsprogramm NTN Innovation Booster sucht Ideen und Projekte mit Schweizbezug für die Blockchain.

Von Yasmin Billeter

Klimaschutz, fälschungssichere Lebensläufe oder die Bildung der Zukunft: Das neue Innovationsprogramm NTN Innovation Booster fördert gezielt Projektideen für die Blockchain. Die Hochschule Luzern – Informatik koordiniert die Ideation-Phase des Innosuisse-Programms und ist gespannt auf Ihre Visionen: Reichen Sie jetzt Ihre Ideen ein!

Wie lassen sich durch die Blockchain-Technologie wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen lösen? Ein neues Programm bringt Konzerne mit technologischen Lösungen und Start-ups zusammen.

«Mit Hilfe der Blockchain-Technologie sollen dabei nicht nur Ideen generiert, sondern auch neue Produkte, Start-ups und Industriekooperationen entwickelt werden», erklärt Nicolai Ruh, der die Ideeneinreichung beim Programm mit dem sperrigen Namen NTN Innovation Booster – Blockchain Nation Switzerland betreut.

Junge Unternehmerinnen und Entrepreneure setzen Visionen um

Über vier Jahre fördert es schweizweit Innovationen im Blockchain-Bereich. Konzerne und Blockchain-Firmen sollen mit Start-ups, Innovatoren und Forscherinnen zusammengeführt werden, um gemeinsam Prototypen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. «Dadurch und über die Qualitätssicherung aus der Forschung entstehen Synergien, Netzwerke und nachhaltige Rahmenbedingungen, unter denen junge Entrepreneurinnen und Entrepreneure ihre Visionen in die Tat umsetzen können», sagt Ruh.

Teilnahmeberechtigt sind Einzelpersonen, Teams von Firmen, Studierende und Forschende aus Hochschulen und der Developer Community, deren Ideen und Projekte einen Bezug zur Schweiz haben. Die Projekte und Personen hinter den Ideen müssen nicht zwingend in der Schweiz domiziliert sein.

Reichen Sie Ihre Ideen bis 18. Oktober zu folgenden Challenges ein:

Klimaschutz: Blockchain fürs Klima

Mit Hilfe der Blockchain-Technologie soll der Emissionshandel zu einem globalen Klimaschutzinstrument werden. Haben Sie eine Idee für eine blockchainbasierte Registrierungs- und Handelsplattform für CO2-Emissionszertifikate?
Mehr Infos zur Challenge Decentralised Register & Trading Platform for Emission Certificates (ZHAW School of Management and Law)

Hybride Kick-Off-Veranstaltung am 14. Juli: Dezentrale Register & Handelsplattform für Emissionszertifikate

Bildung neu denken mit Blockchain

Für diese Challenge können Sie neue Anwendungsbereiche für Blockchain in der Bildung erschliessen. Oder eine der vorgegebenen Fragen beantworten wie zum Beispiel: Wie kann der Zugang zu Bildungsinhalten über Tokenized Education sichergestellt werden? Wie können Bildungszertifikate über ein dezentrales Netzwerk ausgegeben und verifiziert werden?
Mehr Infos zur Challenge Education System 4.0: Blockchain Solutions for Tokenized Education (Hochschule Luzern – Informatik)

Hybride Kick-Off-Veranstaltung am 14. Juli: Bildungssystem 4.0: Blockchain-Lösungen für Tokenized Education

Blockchain für die Buchführung der Zukunft

In einigen Jahren wird das Bezahlen in Echtzeit rund um die Uhr die Norm sein. Bei dieser Challenge geht es darum, eine gemeinsame Distributed-Ledger-Technologie-Plattform zu schaffen, auf der die Buchhaltungsflüsse von Unternehmen automatisiert werden.
Mehr Infos zur Challenge Decentralized ERP system and digital currencies enabled accounting and balance sheet (SUPSI)

Sichere und nachhaltige Lieferkette von Baumaterialien

Die Immobilienwirtschaft ist die grösste Verursacherin von Abfällen. Sobald ein Material in ein Bauwerk eingebaut wird, gehen die Daten des Materials verloren. Daher wird dieses zu Abfall statt zu Ressourcen, wenn ein Gebäude das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat. Für die Challenge soll ein digitaler Zwilling erstellt werden. Dieser soll die Wiederverwendung ermöglichen oder angeben, wie Materialien recycelt oder entsorgt werden können.
Mehr Infos zur Challenge Blockchain in Real Estate Industry (modum.io AG)

Hybride Kick-Off-Veranstaltung am 15. Juli: Blockchain in der Immobilienwirtschaft

Ein Oracle, das Blockchains mit Standortdaten verbindet

Blockchains sind nicht in der Lage, auf Daten ausserhalb ihres Netzwerks zuzugreifen. Oft benötigen Smart Contracts jedoch externe Informationen, um zu funktionieren. Ein Oracle-Dienst ermöglicht Smart Contracts, auf diese externen Informationen zuzugreifen. Eine besondere Art von Fremdinformationen sind Standortdaten. In dieser Challenge entwerfen Sie Architekturlösungen und Business Cases für Proof of Location als Blockchain-Orakel.
Mehr Infos zur Challenge Proof of Location as Blockchain Oracle ( Hochschule Luzern – Informatik)

Hybride Kick-Off-Veranstaltung am 15. Juli: Proof of Location als Blockchain-Orakel

Fälschungssichere Lebensläufe dank Blockchain

Das Ziel ist es, einen Lebenslauf auf Basis der Self-Sovereign Identity zu erstellen. Er soll ermöglichen, Behauptungen zu validieren, dass eine Person eine bestimmte Ausbildung abgeschlossen oder in einem bestimmten Unternehmen gearbeitet hat.
Mehr Infos zur Challenge Self-Sovereign based Curriculum Vitae (Hochschule Luzern – Informatik)

Demokratisches Projektmanagement durch Blockchain

In dieser Challenge geht es darum, ein neuartiges Werkzeug für das Projektmanagement zu entwickeln. Dieses soll auf einem Paradigma der Dezentralisierung und Demokratisierung basieren.
Mehr Infos zur Challenge Decentralised Autonomous Project Management (ZHAW School of Management and Law)
Jetzt Ideen einreichen! Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Nicolai Ruh (nicolai.ruh@hslu.ch, Tel.: +41 41 349 30 76).

So funktioniert der SBF Innovation Cycle

Der NTN Innovation Booster – Blockchain Nation Switzerland hat eine Methode entwickelt, aus der konkrete Projekte, Prototypen und Start-ups entstehen sollen. Dieser Prozess gliedert sich in vier Phasen:


1.      Ideation: Innovatorinnen und Innovatoren können ihre Projektideen zu den Challenges einreichen.
2.      Hackathon: Ideen werden an einem Hackathon getestet und zu Prototypen oder vollwertigen Geschäftsmodellen weiterentwickelt.
3.      Corporate Acceleration & Events: Ein zentraler Punkt ist die Verbindung von Firmen mit Innovatoren. Diese Phase fokussiert darauf, den Schweizer Unternehmen dabei zu helfen, Lösungen für Bereiche zu finden, in denen die Blockchain-Technologie zur Anwendung kommen könnte.
4.      Inkubation: Um den Übergang von einer vagen Projektidee zu einem eingetragenen Start-up sicherzustellen, wird die Risikokapitalgesellschaft CV VC mehrere ausgewählte Projekte pro Jahr in ihr Inkubations-Programmaufnehmen.

Kreatives Potenzial rasch und dynamisch umsetzen

Drei Fragen an Nicolai Ruh, Verantwortlicher Ideation-Phase

Herr Ruh, wo sehen Sie den Vorteil des Innoboosters?

Nicolai Ruh: Der Innobooster ermöglicht es Start-ups und Forschenden, Ideen in einer sehr frühen Phase zu kommunizieren und sich mit Teams, die an ähnlichen Problemstellungen arbeiten, zu vernetzen. Dies setzt kreatives Potenzial frei. Die Unterstützung durch Hochschulen und Industriepartner erlaubt es, die Ideen dann auch weiterzuentwickeln und schnell zur Anwendungsreife und Umsetzung zu bringen.

Wie kann man sich diese Unterstützung genau vorstellen?

Die Hochschule Luzern ­– Informatik stellt die Qualität der Ideen sicher. Wir führen die Projektteams zusammen und begleiten sie. Darüber hinaus unterstützen wir vielversprechende Ideen, indem wir die Teams bei der Antragstellung für weitere Innosuisse-Projekte unterstützen.

Unsere Partnerorganisation Trust Square bietet Teilnehmenden an der Ideation die Möglichkeit zur Direktzulassung zu ihrem Blockchain-Hackathon im August 2021. Die besten dort entwickelten Prototypen durchlaufen dann ein Corporate-Acceleration-Programm.

Die Projektteams können an Design-Workshops teilnehmen und dort in Kooperation mit Unternehmen ihre Prototypen verfeinern und zur Anwendungsreife bringen. Darüber hinaus bietet unsere Partnerorganisation CV VC das Inkubationsprogramm an, das von CV Labs durchgeführt wird. Hierbei handelt es sich um ein zehnwöchiges Intensivprogramm für junge Blockchain-Entrepreneurinnen und – Entrepreneure, die dort gecoacht und potenziell mit privatem VC-Investment unterstützt werden.

Die Hochschule Luzern – Informatik koordiniert den Ideation-Prozess des NTN Innovation Booster. Was sind die Gründe dafür?

Als Gründungsmitglied der Swiss Blockchain Federation und der Blockchain Nation Switzerland fördern wir seit langem ein schweizweites Blockchain-Ökosystem. Im Rahmen des Blockchain Lab führen wir (inter-)nationale Forschungsprojekte mit Unternehmensbeteiligung durch, begleiten die Einführung der Blockchain in weitere Gesellschaftsbereiche und bieten Weiterbildungsprogramme wie das CAS Blockchain an. Darüber hinaus sind wir für den akademischen Teil der Cypto Valley Conference verantwortlich und sind damit national wie international bestens vernetzt.

Veröffentlicht: 29.04.2021

Nicolai Ruh

Sucht Visionen für die Blockchain: Nicolai Ruh ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und betreut unter anderem die Ideeneinreichung beim NTN Innovation Booster – Blockchain Nation Switzerland. Zuvor beforschte er eine politisierte Entwicklerszene kryptografischer Technologien in der Bay Area in und um San Francisco und in Berlin. Seine Dissertation «Trust the Math – Encryption is Your Friend: Zum Umgang mit ontologischer Unsicherheit in einer digitalisierten Lebenswelt» ist im April 2021 bei Springer VS erschienen.

Hybride Kick-Off-Veranstaltung: Am 14. und 15. Juli finden hybride Events statt, an welchen die Challenges und der Einreichungsprozess erläutert werden.

 

Förderung für blockchainbasierte Anwendungen 

Der NTN Innovation Booster – Blockchain Nation Switzerland ist das Förderprogramm der Innovationsagentur des Bundes Innosuisse im Bereich Blockchain-Technologiemit dem Ziel, Ideen zu generieren und so voranzutreiben, dass konkrete Projekte oder Start-ups entstehen. Die Swiss Blockchain Federation koordiniert das Programm als Leading House und spannt für die Umsetzung des Projekts mit einer Reihe von Konsortiumspartnern zusammen. Die Hochschule Luzern ­– Informatik ist einer davon.

Bilden Sie sich weiter: Diese Weiterbildungen bringen Sie in der Digitalisierung weiter:

Blockchain-Weiterbildungen: Bessere Qualität dank Zertifikaten: Blockchain kommt weltweit immer mehr zum Einsatz. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Weiterbildungen in diesem Fachbereich. Das DEC Institute, ein Konsortium mit Beteiligung der Hochschule Luzern, will deshalb mit international anerkannten Standards für mehr Qualität und Transparenz in der Weiterbildungslandschaft sorgen.

Aktuell: Forschende der Hochschule Luzern und das Sozialamt Zug haben die Einsatzmöglichkeiten von Blockchain im Sozialbereich untersucht.

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    2 Kommentare

    Nicolai Ruh

    Der hohe Energieverbrauch, wie ihn das Proof-of-Work-Verfahren beim Mining von Bitcoins voraussetzt, stellt tatsächlich ein Problem dar. Allerdings gibt es bereits heute energieeffizientere Verfahren wie das «Proof-of-Stake» oder «Proof-of-Authority», welche in der medialen Berichterstattung rund um Kryptowährungen weniger Beachtung finden. Hier wird es in Zukunft wichtig sein, auf diese klimaverträglicheren Konsensmechanismen zu setzen und Klimaschutz und Digitalisierung zusammenzudenken.

    Antworten

    Blog Reader

    Haha, "Klimaschutz: Blockchain fürs Klima" klingt wie ein schlechter Scherz!.. - Am besten das Energie-intensive und rel. sinnlose Mining z.B. der Kryptowährungen abstellen, dann wäre schon ein sinnvoller Beitrag geleistet. :-)

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