Wie lässt sich mit Blockchain Geld verdienen? Teil 1

Wie lässt sich mit Blockchain Geld verdienen? Teil 1
Die Suche nach dem Blockchain-Geschäftsmodell: Vorderhand lässt sich nur begrenzt Geld verdienen. Der Gewinn liegt woanders: bei den zukünftigen Möglichkeiten und den darauf aufbauenden Applikationen.

Blockchain-Spezialist Tim Weingärtner zeigt auf: Es gilt umzudenken. Denn die Blockchain-Technologie bringt primär nicht grosse Gewinne – vielmehr unterstützt sie den Aufbau sozioökonomischer Systeme.

By Tim Weingärtner

Teil 1 eines zweiteiligen Blogbeitrags

Durchaus: Mit Spekulationen auf Bitcoin oder andere Kryptowährungen erzielen gewisse Nutzerinnen und Nutzer hohe Gewinne. Wer aber mit nachhaltigen Blockchain-Anwendungen Profit machen will, steht oft vor grossen Herausforderungen: «Wie verdienen wir Geld mit Blockchain?», fragen sich viele Firmen. Blockchain-Spezialist Tim Weingärtner von der Hochschule Luzern – Informatik geht darauf ein.

Blickt man in die Geschichte des Internets zurück (Teil 1 dieses zweiteiligen Blogbeitrags), versteht man besser, wie neue Geschäftsmodelle aufgebaut werden können (Teil 2).

Denkfehler: Alte Erfolgsmodelle kopieren

Die Blockchain-Technologie wird oft mit dem Internet um 1995 verglichen. Damals glaubten viele Firmen nicht daran, dass das Internet gekommen war, um zu bleiben. Sie verpassten es, rechtzeitig auf die neue Technologie zu setzen. Viele Unternehmen erinnern sich heute an die Jahrtausendwende, als sich eine regelrechte Internet-Explosion ereignete. Man möchte die damals verpassten Chancen des Internet-Booms nun bei der Blockchain-Technologie vermeiden. Dabei vergessen viele, dass kaum jemand mit dem Internet an sich Geld verdient. Die Gewinne werden mit Applikationen gemacht, die auf dieser Technologie beruhen.

Der Siegeszug des Internets

Die Blockchain-Technologie ist heute erst zehn Jahre alt. Zum Vergleich: Das Internet hatte fast 30 Jahre Zeit, um sich aus dem Arpanet (1969) über die Webprotokolle http und HTML (1989) sowie die Google-Suchmaschine (1997) zu dem zu entwickeln, was wir heute täglich nutzen. Dabei besteht das eigentliche Netzwerk primär aus Hardware (Kabeln und Seekabeln, Routern, Rechnernetzen, Satelliten) und Software (DNS, Webservern, Browsern), welche über Jahrzehnte durch Universitäten sowie Staaten und deren Militärausgaben finanziert wurden.

Das Internet explodierte förmlich mit wichtigen Erfindungen wie HTML, Webbrowsern, Suchmaschinen und schliesslich Smartphones. Aus dem eher universitär genutzten Internet Relay Chat (IRC) entstanden Social-Media-Applikationen und dazugehörige Firmen mit Milliardenumsätzen – dank der allgegenwärtigen Verfügbarkeit des Internets. Mittlerweile ist das Internet eine systemkritische Infrastruktur. Das heisst: Es ist unerlässlich für unsere Gesellschaft und Geschäftswelt.

Die Blockchain-Technologie ist noch längst nicht ausgereift

Im Gegensatz dazu steckt die Blockchain-Technologie in den Kinderschuhen: Sie entstand 2008 nach dem berühmten Paper einer Person oder Personengruppe mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Die ersten Jahre wurde die Blockchain als etwas für «Freaks» und «Nerds» abgetan. Ihre Entwicklung wurde durch Freiwilligenarbeit und Spenden finanziert. So auch die Entwicklung der Ethereum-Blockchain, die über die gleichnamige Ethereum Foundation unterstützt wird. Staatliche Stellen wurden erst in den letzten vier Jahren auf die Technologie aufmerksam und leisten nur geringe finanzielle Beiträge an die Weiterentwicklung.

Blockchain kann eine kritische Infrastruktur werden

Die Entwicklung der Blockchain-Technologie ist damit noch in vollem Gange. Es werden immer neue Implementierungen und Varianten erstellt. Bislang haben sich nur wenige Standards etabliert. Aber auch Blockchain hat das Zeug dazu, eine kritische Infrastruktur zu werden. Durch die inhärente Verknüpfung einer virtuellen Währung, zum Beispiel Bitcoin, und die Spekulationserfolge einiger weniger Glücklicher ist das kommerzielle Interesse enorm. Alle wollen eine Scheibe von der «Demokratisierung des Geldes» abhaben, mit der viele Blockchain und Bitcoin verbinden.

Alle wollen Geld machen – auch zwielichtige Gestalten

Seit Bitcoin und andere Kryptowährungen Goldgräber-Schlagzeilen machen, wittert mancher nun also neue Geschäftsmöglichkeiten. Das ruft auch zwielichtige Geschäftsleute auf den Plan. Sie können innert weniger Minuten eigene Währungen schaffen. Diese geben sie gegen versprochene, jedoch nie geschaffene Werte oder Leistungen aus – auch eine Art von Geschäftsmodell, wenn auch kein legales.

Der Staat als Regulator

Und wie verhält sich der Staat? Ganz anders als beim Internet waren Regierungen bislang wenig daran interessiert, die Entwicklung der eigentlichen Blockchain-Technologien durch finanzielle Mittel voranzutreiben. Mittlerweile erkennt man die Bedeutung und möchte – je nach Staat – geeignete rechtliche Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft schaffen. Finanzieren sollen dies jedoch die Firmen – und diese benötigen hierzu ein schlüssiges Geschäftsmodell, um ihre Investitionen wiederum zu rechtfertigen.

Kann man mit einer Infrastruktur Geld verdienen?

Lesen Sie im zweiten Teil dieses zweiteiligen Blogbeitrags, wie Blockchain Ihr Unternehmen unterstützen kann.

Weiterbildung

Im CAS Blockchain Disruption durch verteilte Datenbanken werden die Grundlagen der neuen digitalen Welt, die digitalen Geschäftsmodelle sowie die zahlreichen Möglichkeiten (Kryptowährungen, Smart Contracts, usw.) in Bezug auf die Blockchain-Technologie vermittelt.

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