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Sieben Bücher, die du gelesen haben musst

Sieben Bücher, die du gelesen haben musst
Lesezeit geniessen: Es gibt Bücher, die Informatik-Interessierte kennen sollten. Weil sie so wichtig, witzig oder wundersam sind. (Bildquelle: unplash)

Vom Schmöker aus Computer-Urzeiten bis zum Bildband über futuristische Functional Art. Vom unverzichtbaren Standardwerk bis zum Kultbuch vieler Informatikstudierender: Schau dir die Bestenliste unseres Bibliothekars an!  

Von Lyn-Rouven Schirra und Gabriela Bonin

Was sind die Must-reads? Was musst du gelesen haben, wenn du dich für Informatik interessierst? Nun, es gibt zwei verschiedene Arten von «müssen»:

  1. Das Müssen im Sinne von Pflicht. Um Fachliteratur kommst du nicht herum. Willst du mitreden und die Grundlagen der Informatik verstehen, dann knüpfst du dir gewisse Standardwerke vor. Wir stellen dir hier gleich den König unter den Grundlagenbüchern vor.
  2. Das Müssen im Sinne von Leselust: Es wäre ein Jammer, wenn du dir die Spannung, den Witz oder den Kultfaktor gewisser Bücher entgehen lassen würdest. Einige unserer Buchtipps sorgen für Zeitreisen und Fantastereien. Willst du gewisse Anspielungen und Insider-Sprüche in Informatik-Kreisen verstehen? Dann zieh dir diese Geschichten rein.

Unser Bibliothekar Lyn-Rouven Schirra stellt hier seine persönliche Bestenliste vor. Er kennt die Fachliteratur, aber er mag auch schräge, ironische, abgründige Belletristik.

Mit seinen Lesetipps eröffnen wir auch die Debatte mit unseren Lesenden: Welche weiteren Must-reads muss man kennen? Welches wären deine Literaturtipps für Informatikinteressierte? Bitte schreibe sie hier ganz zuunterst in die Kommentarspalte. Denn schon bald werden wir in einer Fortsetzung weitere sieben Buchtipps vorstellen. Starten wir also mit Teil 1…

Diese sieben Bücher muss man kennen:

  1. Der König unter den Standardwerken: The Art of Computer Programming von Donald E. Knuth. Ein mehrbändiges Werk, das noch nicht vollendet ist. Es ist so umfassend, dass man es kaum bewältigen kann. Aber hey, für nichts wird man schliesslich auch nicht Informatikerin oder Informatiker! Knuth ist der Erfinder des Textsatzsystems TeX. Er hat es übrigens nur erfunden, weil keines der verfügbaren Systeme seinen Ansprüchen beim Schreiben von «The Art of Computer Programming» genügte.

    Witziger Hinweis für Smalltalk unter Informatik-Insidern: Knuth zahlte einst für jeden Tippfehler oder inhaltlichen Fehler, der in seinen Büchern entdeckt wurde, eine Belohnung von 2.56 US-Dollar, weil «256 Cents ein hexadezimaler Dollar sind». Knuth wird unter Informatikerinnen und Informatikern so verehrt, dass sie seine Schecks nicht einlösen, sondern einrahmen.

    Das Buch ist verfügbar in der Bibliothek auf dem Campus Zug-Rotkreuz.
Ein Check als Trophäe: Wer einen Scheck von Donald E. Knuth erhält, ist meist so stolz darauf, dass er oder sie den Check lieber einrahmt als einlöst.

In diesem Video siehst Du Sahbuchautor Donald E. Knuth im Interview: Er ist einer der einflussreichsten – und zugleich humorvollsten – Informatiker und Mathematiker.

2. Der Klassiker für Fantasy-und SciFi-Fans: Illuminatus von Robert Shea und Robert A. Wilson. Eine satirische Abenteuergeschichte über Geheimbünde und gut konstruierte Verschwörungstheorien. Unter Informatikerinnen und Informatikern kursieren zahlreiche Wortbegriffe aus dem Buch als Anspielungen. Wer sich jemals gefragt hat, was das Kunstwort «Fnord» bedeutet, findet die Antwort in diesem Buch.

Diese Trilogie soll den deutschen Hacker Karl Koch stark beeinflusst haben. Er hielt die Geschichte für Realität und entwickelte eine Paranoia. Achtung: Die Lektüre ist nur Leserinnen und Lesern empfohlen, die geistig gewappnet sind und sich mit anarchischer Science-Fiction wohlfühlen.

Der deutschsprachige Sammelband ist in der Bibliothek auf dem Campus Zug-Rotkreuz verfügbar.

3. Relikt aus Pionierzeiten: Automat und Mensch – kybernetische Tatsachen und Hypothesen, von Karl Steinbuch, 1961 erschienen. Ehrlich gesagt: Dieses Buch liest heute niemand mehr. Und das ist schade! Denn es gibt wertvolle Einblicke in die Pionierzeit der Informatik, in eine Zeit, in der es die Informatik im heutigen Sinne noch gar nicht gab. Autor Karl Steinbuch gilt als einer der Pioniere der deutschen Informatik. Er war ein Wegbereiter des maschinellen Lernens sowie Mitbegründer der künstlichen Intelligenz und der Kybernetik. Steinbuch erfand die Lernmatrix: Das ist die erste technische Realisierung eines künstlichen neuralen Netzes (KNN).

Reise mit diesem Video zurück in die Zukunft: Zwei junge Informatik-Studenten zeigen, wie die «Lernmatrix» funktioniert, die Pionier und Buchautor Karl Steinbuch um 1960 erfunden hat.

In seinem Werk geht Steinbuch auch gesellschaftlichen, sozialkritischen und philosophischen Fragen nach, die sich im Zusammenhang mit der Automatisierung des damals modernen Lebens stellten. Sein Buch ist mit schönen Schwarz-Weiss-Illustrationen von Nervenzellen versehen.

Das Buch ist verfügbar in der Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB in Luzern, Speicherbibliothek Aussenmagazin (E.a1290). Interessierte müssen es über die «swisscovery RZS» bestellen.

4. Verschlüsselung für Dummies: Geheime Botschaften – Die Kunst der Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeiten des Internet, von Simon Singh.

Der britische Wissenschaftsjournalist und Buchautor Singh bringt komplexe Themen gut verständlich auf den Punkt. Dank seinem populärwissenschaftlichen Fachbuch versteht man auch ohne grosse Mathematik-Kenntnisse die Grundidee von Kryptologie und Verschlüsselungstechnik.

Singh erzählt die Geschichte der Kryptologie anhand historischer Geschehnisse: von den Verschlüsselungen, die der römische Staatsmann Caesar anwandte, über jene der Königin von Schottland, Maria Stuart, bis hin zu den Erkenntnissen des Kryptoanalytikers und Informatikpioniers Alan Turing.

Das Buch ist verfügbar in der ZHB an der Sempacherstrasse in Luzern-

5. Datendesign der Neuzeit: Visualize this – The flowingdata guide to design, visualization, and statistics, von Nathan Yau: Ein kreatives, farbenfrohes Bilderbuch zum Schmökern und Durchblättern. Liefert bestimmt gute Inspiration für die eine oder andere Bachelor-Arbeit. Voller praktischer Datendesign-Tipps vom Datenvisualisierungsguru der Neuzeit.


Nau zeigt in Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du Daten sammeln, analysieren, formatieren und damit hochwertige Grafiken aufbereiten kannst. Wie du damit Geschichten erzählst. Nathan Yau betreibt die Website FlowingData, auf der du dich über immer neue Projekte und Ideen informieren kannst. 

Sein Buch ist online verfügbar. Demnächst steht es dir auch als gedruckte Ausgabe in der Bibliothek der Hochschule Luzern – Informatik in Rotkreuz zur Verfügung.


Dieses Video zum Buch «Visualize this» gibt eine erste Idee davon, wie man mit Daten eine Story erzählt.

6. Psychogramm aus der Computerindustrie: Die Seele einer neuen Maschine, von Tracy Kidder. Etwas anstrengend zu lesen, aber es lohnt sich. Das Buch wurde in den USA mit den höchsten Journalismus- und Literatur-Preisen ausgezeichnet: dem Pulitzer-Preis und dem National Book Award. Wer sich für Wirtschafsinformatik interessiert, gewinnt in diesem Buch spannende Einblicke in die Industrie.


Kidder schildert darin die Arbeiten eines Entwicklungsteams, das beim einstigen US-Computerunternehmen Data General einen neuen Minicomputer entwickelte. Sein Bericht gilt als Musterbeispiel einer Reportage aus der Welt der Computerindustrie. Es ist ein Technikreport über Konkurrenz- und Termindruck, ein Abenteuerroman und Gruppenpsychogramm, wie das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel schreibt.

Die deutschsprachige Version ist verfügbar in der Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB in Luzern, Speicherbibliothek Aussenmagazin. Die englischsprachige Ausgabe steht dir in wenigen Tagen auch zur Verfügung.

7. Informatik verblüffend quer gedacht: Dem Computer ins Hirn geschaut – Informatik entdecken, verstehen und querdenken, von Eckart Zitzler. Der Autor dieses Buches ist Vizedirektor der Hochschule Luzern – Informatik. Allein deshalb musst du dieses Buch lesen;). Es lohnt sich, weil Zitzler gut verständlich erklären kann. Auch Laiinnen und Laien verstehen nach dieser Lektüre, wie Computer und das Internet funktionieren.

Unser Vizedirektor Eckart Zitzler erklärt die Grundlagen der Informatik einfach verständlich. Darum lohnt sich für Neulinge die Lektüre seines Buches «Dem Computer ins Hirn geschaut».

Zitzler bietet eine umfassende interdisziplinäre Einführung in die Informatik. Er denkt quer: insofern, als dass er immer wieder Vergleiche von der Informatik zur Biologie herstellt. So entdecken die Lesenden verblüffende Parallelen zum Lebendigen. Das Buch ist reich an sorgfältig gezeichneten Illustrationen. Sie stehen auf Zitzlers Website zum Download zur Verfügung.

Man darf als Leserin oder Leser nicht nur querdenken, sondern auch querlesen: Wem die eine oder andere Ausführung zu detailliert ist, der hüpft einfach zum nächsten Abschnitt. Zitzler blickt über die vermeintlich trockene Wissenschaft hinaus und zeigt auf, wie sich die zentralen Fragen der Informatik als Fragen des Lebens an sich entpuppen.

Das Buch ist verfügbar in der Bibliothek auf dem Campus Zug-Rotkreuz und an der ZHB Standort Sempacherstrasse und an anderen Standorten.

Frage in die Runde: Welches Buch ist dein Favorit? Was sollte man unbedingt gelesen haben, wenn man sich für Informatik interessiert? Bitte schreibe deine Tipps hier ganz zuunterst in die Kommentarspalte!

Veröffentlicht am 3. Dezember 2021.

Bibliothekar Lyn-Rouven Schirra
Lyn-Rouven Schirra

«Bibliomane» vom Fach: Lyn-Rouven Schirra ist Fachreferent und Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Luzern – Informatik und gehört zum Bibliothek-Team. Er hat Medieninformatik in Ulm studiert und war anschliessend am Institut für Medizinische Systembiologie der Universität Ulm als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

Da er überbordende Tablare von Bücherregalen schnöden weiss verputzten Bürowänden vorzog, wagte er den doch etwas ungewöhnlichen Schritt in die Bibliothekswelt. Die Ausbildung zum Wissenschaftlichen Bibliothekar, das Referendariat, absolvierte er an der Bayerischen Staatsbibliothek und der Technischen Universität München. Seit Anfang des Jahres 2020 schlägt er als Fachreferent für Informatik die Brücke zwischen Departement und Bibliothek an der Hochschule Luzern.

Informatik-Bücher, Video-Spiele oder Ratgeber gesucht? Wende dich an die Bibliothek der Hochschule Luzern – Campus Zug-Rotkreuz. Sie steht allen Interessierten offen. Sie bietet Fachliteratur und Zeitschriften in gedruckter und elektronischer Form. Damit unterstützt sie die Aus- und Weiterbildung des Departements Informatik und des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern. Ihr Angebot ist interdisziplinär geprägt. Du findest hier auch Literatur zu den Schnittstellen der Informatik: etwa zur Ethik, Kognitionswissenschaft oder Kriminalistik. Ebenso stehen dir Ratgeber rund um das studentische Leben und das wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung sowie eine Auswahl an Belletristik mit Bezug zur Informatik, Technologie und Gesellschaft. Ausserdem kannst du DVDs, Blue-Ray-Discs und Video-Spiele zu diesen Themen ausleihen.

Bilde dich aus und weiter: Die Hochschule Luzern – Informatik bietet Bachelor- und Master-Studiengänge, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildungsangebote der Informatik und Wirtschaftsinformatik auf einem Campus.

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