Vom Studium direkt zum Jungunternehmer

Vom Studium direkt zum Jungunternehmer
Alumni Andreas Schürmann (im Bild) und sein Geschäftspartner Patrick Roos beweisen Unternehmergeist. Mit Sachkenntnis, Arbeitsfreude und Durchhaltewillen setzen sie sich durch.

By Gabriela Bonin

Sie haben erreicht, wovon sie einst geträumt haben: ihr eigener Chef zu werden. Andreas Schürmann und Patrick Roos arbeiten mit ihrem Jungunternehmen adhook bereits mit Google zusammen. Lies hier, wie die beiden Zentralschweizer Alumni ihr Start-up auf Kurs gebracht haben.

Ihr Weg führte über die Hochschule Luzern: Der Willisauer Andreas Schürmann und der Luzerner Patrick Roos studierten Informatik. Anstatt ihre Diplomarbeit zum Thema einer fremden Firma zu schreiben, nutzten sie ihre studentische Arbeit für den Aufbau eines eigenen Start-ups. Dazu erhielten sie die Unterstützung der Hochschule.

Weiterkommen dank Coaching der Hochschule

Dieses Coaching geschieht für heutige Studierende im Rahmen des Smart-up-Programms, das Synergien zwischen Studium und Start-up schafft. «Es hat bereits enorm vielfältige und erfolgreiche Jungunternehmen hervorgebracht», so Tim Weingärtner, Ansprechperson Smart-up am Departement Informatik. «Ich kann alle Studierenden nur dazu ermutigen, es zu probieren und sich bei uns über das Smart-up-Programm zu informieren.»

Zu Studienzeiten von Schürmann und Roos vor über zehn Jahren gab es diese institutionelle Unterstützung noch nicht. Die beiden erhielten aber durchaus auch individuelle Rückendeckung und Beratung durch die Hochschule Luzern. «Das war wichtig und wertvoll», erinnert sich Schürmann, «das Coaching hat uns vor allem in wirtschaftlichen und unternehmerischen Fragen weitergebracht.»

Erfolgreiche Partnerschaft mit Google

Heute betreiben Schürmann und Roos das Jungunternehmen adhook in Horw: Es bietet eine Plattform, die Unternehmen beim Einsatz von digitalen Marketingkampagnen unterstützt. Seit 2019 begleitet Google ihr Unternehmen im Rahmen eines Förderprogramms. «Der Austausch mit den Coaches von Google ist auf unsere Anliegen zugeschnitten», sagt Schürmann, «das hilft uns, adhook besser auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppe auszurichten.» Im Gegenzug zur Unterstützung erwartet Google entsprechende Produktinnovationen und ein stetiges Wachstum.  

Man muss den Mut haben, zu seinen Plänen zu stehen.

Auf dem Weg zu ihrer Firmengründung und der Weiterentwicklung von adhook mussten Schürmann und Roos mehrere Kursänderungen bewältigen: Während ihres Studiums entwickelten sie eine Software für die Gastronomie-Branche. Als sich diese nicht wie geplant vertreiben liess, stiegen sie um und boten KMUs individuelle Software-Lösungen an. Schliesslich kamen sie im Rahmen eines Projekts in Kontakt mit digitalem Marketing. Das führte sie zur Idee, ihre Firma adhook zu gründen. Mit der Hochschule Luzern konnten die beiden Jungunternehmer einen der ersten grossen Kunden für adhook gewinnen und aus dieser Zusammenarbeit ihr heutiges Angebot entwickeln.

Bis es so weit war, arbeiteten sie ab 2014 als Software Entwickler in Teilzeitanstellungen. In der verbleibenden Zeit kümmerten sie sich um ihre eigene Firma. Seit Januar 2018 arbeiten sie zu 100 Prozent für die adhook GmbH.

Das braucht es laut Andreas Schürmann auf dem Weg zum Ziel:

Vertrauen: Patrick und ich kennen uns seit 15 Jahren. Wir haben zusammen eine Informatikerlehre gemacht und gemeinsam studiert. Wir können uns aufeinander verlassen. Das ist essenziell. Wir haben auch Vertrauen in uns selbst.

Träume: Der Traum von der Selbstständigkeit war für uns schon während des Studiums ein grosses Thema. Wir haben den Traum Schritt für Schritt in die Realität umgesetzt. Unsere Ideen entstanden dabei immer aus einer gewissen Naivität heraus. So hatten wir beim Start mit adhook wenig Ahnung von digitalem Marketing und kannten uns in der Branche noch nicht aus. Diese Naivität hat uns geholfen, neue Ideen zu entwickeln und diese im Rahmen von Pitches und Pilotprojekten laufend zu schärfen.

Eigeninitiative und Mut: Wir haben unsere Ideen von uns aus an die Entscheidungsträger herangetragen. Man muss den Mut haben, zu seinen Plänen zu stehen und sich dafür Unterstützung zu holen. Wir gingen damals zu René Hüsler, dem heutigen Direktor des Departments Informatik der Hochschule Luzern, und konnten ihn von unserem Vorhaben überzeugen: Er stellte uns beispielsweise Infrastruktur und Büroräumlichkeiten für unser Start-up zur Verfügung. So hatten wir einen Ort, an dem wir gemeinsam arbeiten konnten.

Bildung und Lernwille: In der Lehre und später an der Hochschule Luzern lernten wir unser Handwerk: das Entwickeln von Software. Dank Coachings und Partnern lernen wir seither ständig hinzu. Ebenso via unsere Kundschaft, in deren Branchen und Angebote wir uns jeweils erst einarbeiten müssen. Auch im Förderprogramm von Google gehört stetiges Lernen dazu. Derzeit bilden wir uns beispielsweise in Marketing-Themen weiter, um unser Produkt besser vertreiben zu können.

Auch im Förderprogramm von Google gehört stetiges Lernen dazu.

Netzwerke, Coaches und Partner: Patrick und ich stürzten uns schon immer gerne in die Bearbeitung technischer Herausforderungen, aber es war ebenso wichtig, dass wir via Hochschule Luzern Nachhilfe in wirtschaftlichen Fragen bekamen. Beim Aufbau eines Software-Produkts reicht es nicht, wenn man gut programmieren kann. Ebenso wichtig sind Kenntnisse über seine Zielgruppe, das Marketing und passende Verkaufsstrategien. In diesen Bereichen profitierten wir vom interdisziplinären Coaching sowie vom guten Netzwerk von Smart-up.

Biss und Flexibilität: Es gibt immer wieder Rückschläge zu verkraften. Das Eingestehen von Fehlern gehört dabei ebenso dazu wie das Durchführen von Kursänderungen. So haben wir zu Beginn unsere Dienstleistung auf die Gastronomie-Branche ausgerichtet, alle Hebel in Bewegung gesetzt und private Kontakte aktiviert. Dann mussten wir aber erkennen, dass unser Angebot nicht passt und wir uns etwas Neues überlegen müssen. Mit der heutigen Firma passen wir uns ebenso stetig immer wieder von Neuem an die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden an.

Freude: Unsere Arbeit ist intensiv und fordernd, gerade deshalb macht sie aber auch so viel Spass. Es macht mir Freude, neue Ideen zu entwickeln und eine abwechslungsreiche Arbeit zu machen. Dabei motiviert es mich besonders, wenn wir mit unserer Arbeit einen echten Mehrwert bieten und unsere Kundinnen und Kunden damit begeistern können.

Adhook, der Assistent für digitale Anzeigen: Andreas Schürmann und Patrick Roos sind ehemalige Studenten der Hochschule Luzern. Sie betreiben die adhook GmbH und bieten mit ihrem Produkt adhook eine Online-Plattform für digitale Anzeigen bei Google und Social Media. Mit adhook können professionelle Anzeigen auf einfache Weise erstellt, ausgewertet und laufend optimiert werden.

Coaching dank Smart-up-Programm: «Smart-up» ist ein Programm der Hochschule Luzern. Es hat zum Ziel, Studierende und Mitarbeitende zu motivieren und zu befähigen, ihre Geschäftsideen umzusetzen. Es will sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten und bietet Unterstützung in Form von individuellem Coaching, Infrastruktur und Matching mit anderen Studierenden und externen Stakeholdern sowie Workshops und Events. Zudem ist es über das Programm möglich, Arbeiten für sein eigenes Start-up im Studium anrechnen zu lassen.

Einstieg in die IT-Welt: Das Departement Informatik der Hochschule Luzern bietet Bachelor-Studiengänge in Artificial Intelligence & Machine Learning, Digital Ideation, Informatik, Information & Cyber Security, International IT Management und Wirtschaftsinformatik an. Im Master-Studium vertiefen Studierende die Bereiche Informatik oder Wirtschaftsinformatik.

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