VR und AR starten am Departement Informatik

VR und AR starten am Departement Informatik
Markus Zank und Dr. Richard Wetzel bilden das neue Forschungsteam «Immersive Realities». Sie möchten «Industrie, Kultur und Bildung durch Mixed/Augmented/Virtual Reality bereichern».

Mit Avataren im Wohnzimmer plaudern oder virtuelle Büros entdecken? Mit Augmented und Virtual Reality kein Problem. Wir haben mit dem neuen Forschungsteam Immersive Realities über ihre Pläne an der Hochschule Luzern – Informatik gesprochen.

Dr. Richard Wetzel und Markus Zank, was machen Sie aktuell am Departement Informatik?

Markus Zank: Im Moment bauen wir unser Forschungsteam aus und klären, wo Bedürfnisse in der Lehre und Weiterbildung bestehen. Unser erstes Modul «Interaction for Virtual Reality» fand im September 2018 statt. Ausserdem sind wir im Gespräch mit verschiedenen Forschungs- und Projektpartnern.

Richard Wetzel: Ich werde dieses Studienjahr die Module «Game Design» und «Game Development» anbieten. Darüber hinaus noch ein hochschulübergreifendes Modul zum Thema Serious Games und Gamification. Auch zwei Anträge für Forschungsprojekte haben wir schon eingereicht.

Im Video erklärt Dr. Richard Wetzel, was es mit dem Forschungsprojekt Atemgesteuerte Therapie-Spiele auf sich hat.


Virtual und Augmented Reality gelten als Trend-Technologien. Gibt es neben der Game-Industrie schon typische Anwendungen?

Zank: Virtual Reality (VR) ist an und für sich nicht neu. Schon in den 90er Jahren erlebte die Technologie eine schnelle Entwicklung und wurde seitdem zum Beispiel für Visualisierungen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie eingesetzt. Sie hat damals den Sprung in den Heimmarkt nicht geschafft und ist wieder aus dem öffentlichen Interesse verschwunden.

Die Technologie hat sich aber stetig weiterentwickelt. In der Industrie und im Bau wird VR heute vor allem eingesetzt um Designs zu überprüfen. Es gibt auch viele Anwendungen in der Ausbildung oder im Training, etwa im medizinischen Bereich für die Chirurgie oder in der Rehabilitation und Therapie.

«Wichtig ist, dass die AR-Technolgie wirklich einen Mehrwert bietet.»

Dr. Richard Wetzel

Wetzel: Wirklich typische AR-Anwendungen gibt es noch nicht, da die Technik noch nicht etabliert ist. Wichtig ist immer, sich klar zumachen, ob der Einsatz von Augmented Reality (AR) einen spezifischen Mehrwert hat. Oder ob man es nur einsetzen möchte, weil es gerade gehyped wird.

Pokémon Go war ein solcher Hype…

Wetzel: Seit es das Spiel gibt, können sich immerhin alle vorstellen, wie solche Spiele aussehen können. Neu ist das Spielprinzip ja nicht – in der Forschung und im künstlerischen Bereich gibt es eine grosse Bandbreite an weitaus spannenderen Projekten schon seit kurz nach der Jahrtausendwende. Leider aber natürlich nicht verfügbar für den Massenmarkt.

Wie werden sich die AR- und die VR-Technologie weiterentwickeln?

Zank: VR hat diesmal den Sprung in den Heimmarkt geschafft und wird nicht wieder verschwinden. Die Hardware wird sich schnell weiterentwickeln und sich weiter verbreiten. Im industriellen Umfeld wird die Technologie in existierende Prozesse integriert werden und die meisten physischen Mock-ups ersetzen.

«Wir werden uns virtuell mit Freunden treffen oder ein Fussballspiel besuchen, allerdings nicht physisch, sondern als Avatare.»

Markus Zank

Ausserdem eröffnen sich neue Möglichkeiten für Meetings und Videokonferenzen in virtuellen Umgebungen. Das wird wohl auch die grösste Anwendung im privaten Umfeld werden. Wir werden uns virtuell mit unseren Freunden treffen oder ein Fussballspiel besuchen, allerdings nicht physisch, sondern rein virtuell als Avatare.

Wetzel: AR wird eher in existierende Prozesse eingebunden werden, statt diese zu ersetzen. Wichtig ist hierbei, dass sich die Technologie natürlich in diese einbinden lässt und wirklich einen Mehrwert bietet. Die existierenden AR-Brillen haben noch einige Probleme, wie ein zu eingeschränktes Sichtfeld oder mangelnder Tragekomfort. Das sind aber Probleme, die in den nächsten Jahren verschwinden werden.

Ihr Wunschprojekt?

Zank: Mich interessiert, wie Menschen mit virtuellen Welten interagieren und sich in ihnen bewegen können, etwa durch «Redirected Walking». Dabei geht es um die Frage, wie sich Anwender physisch durch grosse virtuelle Welten bewegen können, obwohl sie sich in Wirklichkeit in einem kleinen Raum befinden.

Wir müssen Interaktionen, die heute in User Interfaces verwendet werden, hinterfragen, da die virtuelle Umgebung mehr der echten Welt als klassischen 2D-Anwendungen ähneln. Für künftige Interfaces müssen deshalb einige Dinge neu erfunden, andere transferiert werden, um einen schnellen Einstieg zu ermöglichen.

Wetzel: Spiele in diesen neuen, gemischten Realitäten und wie sie beispielsweise die Wahrnehmung auf die natürliche Umgebung verändern. Spannende Anwendungsbereiche sehe ich dort insbesondere im Bereich Lernen, aber auch in der Vermittlung von kulturellen und künstlerischen Themen.

Neu: VR und AR im Bachelor-Studium
Das Modul «Interaction for Virtual Reality» fand im September erstmals als Blockwoche statt. Die Studierenden durften ihre eigene VR oder AR Applikation erstellen. Der Fokus lag auf der Interaktion, also der Frage wie man am besten mit der virtuellen Welt interagieren kann. Nachfolgend drei Beispiele:

Mehr aus der Serie «Im Gespräch mit»
Im Gespräch mit Blockchain Experte Dr. Alexander Denzler
Im Gespräch mit Drei Absolventinnen der Hochschule Luzern – Informatik

Forscherinnen und Forscher gestalten die Zukunft!

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