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Zukunftsvisionen für Emmen

Zukunftsvisionen für Emmen
Smart Region Emmen: Welche Möglichkeiten bietet die digitale Transformation der Gemeinde? Diese Frage beschäftigte Digital-Ideation-Studierende während eines dreiwöchigen Praxis-Moduls. (Grafik: zvg)

Von Yasmin Billeter

Studierende entwickeln Ideen für ein zukunftsfähiges Emmen: In einem Praxismodul untersuchten Digital-Ideation-Studierende, wie die Gemeinde von der digitalen Transformation profitieren kann.

Digitale Technologien, neue Anwendungen, veränderte Prozesse: Es gibt kaum einen Bereich, der nicht vom digitalen Wandel betroffen ist. Um sich für diese Herausforderungen fit zu machen, arbeitet die Gemeinde Emmen mit Forscherinnen der Hochschule Luzern zusammen.

Im Rahmen eines dreiwöchigen Praxis-Moduls konnten auch Studierende des Studiengangs Digital Ideation Emmens Zukunft mitgestalten. «Ihre Aufgabe war es, durch Designmethoden Zukunftsvisionen zu erarbeiten, wie die Gemeinde von der digitalen Transformation profitieren kann», sagt Bettina Minder, Leiterin des Forschungsteams und Dozentin.  

Was ist eine smarte Gemeinde?

Eine smarte Gemeinde nutzt Technologien, Innovationen und Daten. Damit erhöht sie die Lebensqualität der Menschen ebenso wie die Standortattraktivität für Unternehmen. Sie nutzt die Infrastruktur effizient und schont die Ressourcen. Einwohner, Arbeitnehmerinnen und Besucher stehen im Zentrum und gestalten die Transformation mit.

Die Studierenden-Gruppen widmeten sich unterschiedlichen Themen: «Partizipation», «Soziale Wohlfahrt», «Geburt bis Tod» und «Mobilität». Sie analysierten Ausgangslage, Anspruchsgruppen und Bedürfnisse. Daraus leiteten sie je ein konkretes Problem ab.

Digitale Transformation auf der Sozialbehörde

Besonders illustrativ war das laut Minder bei der Gruppe «Soziale Wohlfahrt»: Sie zeigte, dass bereits der Begriff «soziale Wohlfahrt» unterschiedlich verstanden wird. «Die Mitarbeitenden verstehen darunter insbesondere wirtschaftliche Sozialhilfe. Externe Personen ordnen dem Begriff die Pflege, Unterstützung, Kinderbetreuung oder Solidarität zu.»

Die Gruppe «Soziale Wohlfahrt» mit Studentin Mariia Hlushchenko formulierte folgende Problemstellung: «Wie können wir die Kontaktstellen zwischen Mitarbeitenden und Kunden vereinfachen?» Webauftritt, Beratungsgespräche usw. sollen so gestaltet werden, dass Vertrauen gefördert und nicht verhindert wird.

Im Dialog zwischen Gemeinde-Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden seien so Missverständnisse vorprogrammiert, sagt Minder. Folglich muss sich die Emmer Sozialbehörde klar werden, was soziale Wohlfahrt intern und extern bedeutet – und wie sie dies kommuniziert. «Nur so können Hilfesuchende die digitalen Formulare schnell verstehen und ausfüllen.» Beides trage dazu bei, dass die digitalen Formulare tatsächlich zu einer besseren Dienstleistung würden und bei der Behörde zu weniger Frust und Arbeit führten.

Gesellschaft noch nicht bereit für Sharing-Angebote

Eine andere Gruppe fand durch Befragungen heraus, dass die Bevölkerung unter Mobilität vor allem ÖV und Auto versteht. Neuere Konzepte wie das Sharing von Fahrzeugen seien wenig bekannt und die Gesellschaft scheint noch nicht bereit dafür zu sein. Die Studierenden empfehlen, für diese Angebote zu sensibilisieren, damit eine Verhaltensänderung einsetzen kann. Eine Idee war, dass Lernfahrerinnen und Lernfahrer einen Gratis-Abo-Monat für Sharing-Dienste erhalten.

«Für die Gemeinde Emmen sind die Ergebnisse ein Puzzlestück in einem längerfristigen Prozess zur digitalen Transformation.»

Bettina Minder, Designforscherin und Dozentin

Durch das Praxisprojekt haben die Studierenden erfahren, was digitale Transformation in der Gemeinde beinhaltet und welche Arbeitsfelder sich für sie ergeben. «Für die Gemeinde Emmen sind die Ergebnisse ein Puzzlestück in einem längerfristigen Prozess zur digitalen Transformation», erklärt Bettina Minder.

«Die Zusammenarbeit mit den Studierenden war bereichernd!»

Auch Michael Kost, der stellvertretende Gemeindeschreiber, ist zufrieden: «Die Zusammenarbeit mit den Studierenden war prosperierend und bereichernd!» Er schätzt die Aussensicht auf mögliche Problemstellungen als sehr wertvoll ein. Weitere Projekte mit Studierenden würde er begrüssen.

Die Gemeinde Emmen steht am Anfang des Prozesses der digitalen Transformation. Die momentane Aufgabe: «Verständnis schaffen, die Leute auf unsere Reise mitnehmen und Mitarbeitende befähigen», sagt Kost. «Wir müssen unser Geschäftsmodell so verändern, dass es zukunftsfähig ist. Das bedeutet auch, Anpassungen in der Kultur vorzunehmen.» Mit einem konkreten Massnahmenkatalog will die Gemeinde die digitale Transformation voranbringen. Zu gegebener Zeit werden dort auch die Vorschläge der Studierenden einfliessen.

Digitale Transformation in der Gemeinde Emmen: Wie genau sieht eine digitale Schweiz aus? Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für öffentliche Verwaltungen? Dieser Frage widmet sich das Competence Centre Design and Management gemeinsam mit der Gemeinde Emmen. Dabei binden die Forscherinnen auch Studierende ein. Designforscherin Bettina Minder hat mit der Gemeinde Emmen und mit Andres Wanner, Studiengangleiter Digital Ideation, das Modul zum Thema «Digitale Transformation in der Gemeinde Emmen» entworfen.

Bilden Sie sich weiter: Das CAS Digital Transformation vermittelt die Grundlagen der verschiedenen Aspekte der digitalen Transformation. Das CAS Digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung gibt eine Orientierung über die digitale Entwicklung des öffentlichen Sektors und vermittelt Wissen zur Umsetzung von digitalen Projekten. Für einen ersten Einstieg in die digitale Transformation eignet sich der vierstündige Fachkurs Digitale Transformation und Arbeitswelt 4.0.

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    1 Kommentare

    Raphael Beck

    "Wie wEmmer läbe?" Emmen am See ist eine Vision und darum unsere Antwort auf diese Frage! Danke für den Bericht!

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    Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.

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