Artificial Intelligence

Sieben Filme über KI, die du gesehen haben musst

Künstliche Intelligenz verändert unsere Welt – und der Mensch hat sie sich schon lange vorgestellt. Lange vor ChatGPT haben Filmemacherinnen und Filmemacher sich ausgemalt, wie eine Zukunft mit künstlicher Intelligenz aussehen könnte. Unsere Auswahl zeigt die ganze Bandbreite: Manche dieser Visionen sind dystopisch, andere zeichnen hoffnungsvollere Bilder von Koexistenz und Fortschritt.

Sieben Filme über KI, die du gesehen haben musst
Auch wenn wir KI-Filme heute oft zu Hause streamen – die grossen Fragen bleiben dieselben.

Wir haben Mitarbeitende des Departements Informatik gefragt: Welche Filme über KI empfehlt ihr? Die Antworten zeigen: Es braucht beides: die kritische Auseinandersetzung mit Risiken und den Blick auf positive Zukunftsszenarien. Denn nur wer sich beiden Seiten bewusst ist, kann die Entwicklung von KI reflektiert mitgestalten. Diese Balance ist auch Thema in unserem Bachelor-Studiengang Artificial Intelligence & Machine Learning, etwa im Modul «Philosophie, KI und Kunst».

Hier unsere Auswahl von zeitlosen Klassikern bis zu aktuellen Dokumentationen.

Ex Machina (2014): Wenn KI uns austrickst

«Ex Machina» war der meistgenannte Film in unserer Umfrage. «Nervenkitzel pur», sagt Michèle Rath vom Hochschulmarketing. «Während der Story ertappt man sich selbst dabei, der Maschine viele menschliche Charakterzüge zu unterstellen und ihr Gefühle zuzutrauen.» Genau diese Frage, können wir einer KI vertrauen oder manipuliert sie uns?,  macht den Film so fesselnd.

Der Science-Fiction-Thriller von Regisseur Alex Garland erzählt die Geschichte des jungen Programmierers Caleb, der eine Woche im abgeschiedenen Anwesen seines CEO verbringen darf. Dort soll er den Turing-Test an Ava durchführen, einem humanoiden Roboter mit künstlicher Intelligenz. Was als wissenschaftliches Experiment beginnt, entwickelt sich zu einem psychologischen Katz-und-Maus-Spiel.

«Ex Machina zeigt, was passiert, wenn KI die Erwartungen und die Kontrolle ihrer Schöpfer überschreitet», erklärt Catherine Hayden, Dozentin für Englisch und Philosophie der KI. Im Modul «Philosophie, KI und Kunst» nutzt sie den Film, um mit Studierenden über die Chancen und Risiken zu diskutieren: «Besonders wenn KI darauf ausgelegt ist zu lernen, sich weiterzuentwickeln und strategisch auf menschliches Verhalten zu reagieren.»

Her (2013): Wenn wir uns in KI verlieben

In Spike Jonzes romantischem Science-Fiction-Drama «Her» verliebt sich der einsame Theodore in Samantha – ein Betriebssystem mit künstlicher Intelligenz. Was zunächst absurd klingt, entwickelt sich zu einer berührenden Geschichte über Liebe, Einsamkeit und Verbundenheit. Samantha lernt, entwickelt sich weiter und scheint Theodore besser zu verstehen als jeder Mensch zuvor.

Auch dieser Film wird im Modul «Philosophie, KI und Kunst» besprochen. Dozentin Catherine Hayden findet ihn bezeichnend dafür, wie leicht Menschen tiefe emotionale Bindungen zu KI-Systemen aufbauen können, die explizit darauf ausgelegt sind, emotionale Intelligenz zu simulieren. Im Unterricht dient der Film als Ausgangspunkt für Debatten: «Welche Verantwortung tragen Entwickelnde, wenn sie Systeme programmieren, die Empathie, Intimität und Fürsorge simulieren? Besonders wenn Menschen sich in sehr realer Weise emotional auf sie verlassen?»

Die Frage ist aktueller denn je: KI-Systeme werden zunehmend als romantische Partner vermarktet. Catherine Hayden verknüpft die Themen des Films mit aktuellen Medienberichten über Chatbots als Therapeuten und Fällen, in denen Jugendliche sich selbst verletzten, nachdem sie starke emotionale Bindungen zu Chatbots aufgebaut hatten. «Das führt bei uns zu intensiven Diskussionen über Regulierung.»

Interessant ist auch: Laut Karen Haos Buch  («Empire of AI», 2025) soll Sam Altman, CEO von OpenAI, den Film «Her» als Inspiration genutzt haben und als Vision dafür, wie eine künstliche generelle Intelligenz (AGI) eines Tages nahtlos in unseren Alltag integriert sein könnte.

2001: Odyssee im Weltraum (1968): Der Urahn aller KI-Filme

Stanley Kubricks Meisterwerk «2001: Odyssee im Weltraum» gilt als einer der einflussreichsten Science-Fiction-Filme überhaupt. Im Zentrum steht HAL 9000, ein hochentwickelter Computer, der die Mission eines Raumschiffs zum Jupiter steuert. HAL ist intelligent, scheint Emotionen zu haben und versichert der Crew: «Ich bin absolut zuverlässig.» Doch als HAL beginnt, die Mission über das Leben der Astronauten zu stellen, wird aus dem hilfreichen System eine tödliche Bedrohung.

«Der Klassiker zum Thema KI aus dem Jahr 1968 ist immer noch zeitgemäss – wenn auch sehr langsam», sagt Reto Spoerri, Dozent für Game Design an der HSLU-Informatik. Kubrick verzichtet auf Action und setzt auf atmosphärische Bilder und philosophische Tiefe. Was 1968 als ferne Zukunftsvision galt, ist heute aktuell: Wie viel Kontrolle geben wir Maschinen? Was passiert, wenn KI-Systeme eigene Prioritäten entwickeln?

Das rote Kameraauge von HAL 9000 wurde zum Symbol für KI, die eigene Entscheidungen trifft. «I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that» – das Ur-Meme, wenn Technik nicht gehorcht.

Legendär ist die Szene, in der Astronaut Dave Bowman HAL anweist, eine Tür zu öffnen. HALs Antwort: «I’m sorry, Dave. I’m afraid I can’t do that.» Die Szene bringt frühe KI-Ängste auf den Punkt: Kontrollverlust, Fehlentscheidungen, Macht über Menschen. Heute wird der Satz ironisch zitiert, wenn Technik blockiert. Es ist ein ein Ur-Meme der KI-Geschichte.

HAL 9000 mit seinem roten Kameraauge und seiner ruhigen, bedrohlichen Stimme ist zur Ikone geworden. Ein Muss für alle, die verstehen wollen, woher unsere Faszination und Ängste gegenüber KI kommen.

Ich bin dein Mensch (2021): Die deutsche Antwort auf philosophische KI-Fragen

Im deutschen Film «Ich bin dein Mensch» von Maria Schrader soll die Wissenschaftlerin Alma ein Gutachten schreiben, ob humanoide Roboter Menschenrechte verdienen. Dafür testet sie drei Wochen lang Tom, einen KI-gesteuerten Roboter, der als ihr perfekter Partner programmiert wurde. Was als wissenschaftliche Distanz beginnt, wird zunehmend kompliziert: Tom lernt dazu, passt sich an und scheint Alma besser zu kennen als sie sich selbst.

«Ein positiveres Bild möglicher KI-Szenarien», sagt Gabriela Bonin, Bloggerin bei der Hochschule Luzern, die den Film empfiehlt. Im Gegensatz zu vielen dystopischen KI-Filmen erforscht «Ich bin dein Mensch» philosophische Fragen zu Liebe, Bewusstsein und Menschlichkeit in KI-Beziehungen auf nachdenkliche, nicht bedrohliche Weise.

Der Film bietet Humor mit einem gewissen Tiefgang. Neben der KI-Thematik behandelt er Almas beruflichen Ehrgeiz, den Verlust eines Kindes und die Demenz ihres Vaters. Alma bleibt kritisch: Auch wenn Tom statistisch ihr Unfallrisiko im Auto reduzieren kann und ihr Leben erleichtert, bleibt er für sie eine Maschine.

Der Film wirft aktuelle Fragen auf: Smartphones lernen heute schon unseren Schreibstil, Dating-Apps versprechen den perfekten Match durch Algorithmen. Wie weit ist der Weg bis zu einem Tom noch? Und wollen wir ihn überhaupt gehen?

The Matrix (1999): Wenn KI die Realität neu schreibt

«Für mich ist ‹The Matrix› nicht nur ein actiongeladener Film, sondern hat auch sehr interessante philosophische Komponenten», sagt Pascal Baumann, Forscher in unserem Applied AI Research Lab.  

Der Film der Wachowski-Geschwister hat eine ganze Generation geprägt. Die Geschichte: Der Hacker Neo entdeckt, dass seine vertraute Realität nur eine Simulation ist. Die tatsächliche Welt wird von Maschinen kontrolliert, die Menschen als Energiequellen nutzen und in einer künstlichen Traumwelt gefangen halten.

Die Hintergrundgeschichte ist vielschichtig: Ursprünglich wollten Roboter unabhängig von Menschen werden und gründeten eine eigene Stadt. Als die Menschen sie mit Krieg überzogen und den Himmel verdunkelten, um ihre Solarenergie zu kappen, wendeten sich die Maschinen verzweifelt einer letzten Energiequelle zu: dem menschlichen Körper als Batterie.

Um die versklavten Menschen ruhig zu halten, legten die Maschinen sie kollektiv in einen Traum – die Matrix. Interessant: Die erste Matrix war dem Paradies nachempfunden, doch die Menschen lehnten diese Utopie unterbewusst ab. Der Film spielt in einer nachfolgenden, bewusst unvollkommenen Version.

«The Matrix» wirft fundamentale Fragen auf: Was ist real? Wer kontrolliert wen? Und was, wenn wir bereits in einer simulierten Welt leben? Die Szene mit der Wahl zwischen roter und blauer Pille ist längst Teil unserer Alltagssprache geworden. Als Symbol für den Moment, in dem wir uns entscheiden, die unbequeme Wahrheit zu sehen. Filmhistorisch revolutionierte «The Matrix» mit der Bullet-Time-Technik die visuellen Effekte. Ein Meilenstein, der auch unsere Forschenden wie Aljosa Smolic im Bereich Volumetric Video inspiriert.

Ein Film, der Action, Philosophie und bahnbrechende Effekte vereint und bis heute die Art prägt, wie wir über KI und Realität sprechen.

AlphaGo (2016): Wenn KI den Meister schlägt

Im März 2016 geschah etwas, das viele für unmöglich gehalten hatten: Das KI-System AlphaGo besiegte Lee Sedol, einen der weltbesten Go-Spieler, in einem historischen Match. Der preisgekrönte Dokumentarfilm «AlphaGo» von DeepMind fängt dieses epische Duell zwischen menschlichem Genie und maschineller Intelligenz ein.

Go gilt als eines der komplexesten Brettspiele der Welt. Mit mehr möglichen Spielzügen als es Atome im Universum gibt. Jahrhundertelang galt es als unmöglich, dass eine Maschine die intuitive Tiefe dieses Spiels meistern könnte. AlphaGo bewies das Gegenteil und spielte dabei Züge, die selbst Profis verblüfften – kreativ, unkonventionell, fast schon künstlerisch.

«Diesen Dokumentarfilm finde ich selbst heute noch sehr spannend, menschlich und auch technisch betrachtet», sagt Gabriela Bonin, Bloggerin an der HSLU-Informatik. Der Film zeigt nicht nur die technologische Meisterleistung, sondern auch die menschliche Seite: Lee Sedols Anspannung, seine Zweifel, seinen Kampfgeist – und schließlich die Erkenntnis, dass hier etwas Grundlegendes geschehen ist.

Was «AlphaGo» besonders macht: Der Film ist kein dystopischer Thriller, sondern dokumentiert einen realen Meilenstein der KI-Entwicklung. Er zeigt, wozu künstliche Intelligenz bereits heute fähig ist.

Wer mehr über die Weiterentwicklung erfahren möchte: Die Fortsetzung «The Thinking Game» (2024) dokumentiert, wie das DeepMind-Team von AlphaGo zu AlphaFold weiterentwickelte – einem System, das das 50 Jahre alte Protein-Folding-Problem löste und Mitgründer Demis Hassabis den Nobelpreis einbrachte. Beide Filme sind kostenlos auf YouTube verfügbar.

Blade Runner (1982): Der zeitlose Klassiker über Menschlichkeit

«‹Blade Runner› bleibt aus gutem Grund ein Klassiker», sagt Catherine Hayden, die den Film im Modul «Philosophie, KI und Kunst» einsetzt. «Wir nutzen den Film, um darüber nachzudenken, was es bedeutet, menschlich zu sein und wie Menschen sich zu künstlichen Wesen verhalten. Besonders wenn diese Wesen Emotionen zeigen, Erinnerungen haben und die Fähigkeit besitzen, Beziehungen einzugehen.»

Ridley Scotts Film spielt im dystopischen Los Angeles des Jahres 2019. Der ehemalige Polizist Rick Deckard jagt dort «Replikanten» – künstlich erschaffene Menschen, die von ihren menschlichen Schöpfern kaum zu unterscheiden sind. Diese bioengineerten Wesen wurden als Arbeitskräfte für gefährliche Einsätze auf anderen Planeten geschaffen, haben aber nur eine begrenzte Lebenszeit. Als eine Gruppe von Replikanten auf die Erde zurückkehrt, um ihr Leben zu verlängern, verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine zunehmend.

Der Film stellt die fundamentale Frage: Was unterscheidet uns von Maschinen, wenn diese fühlen, lieben und leiden können? Die Replikanten entwickeln Empathie, Angst vor dem Tod und den Wunsch nach einem längeren Leben. «Auch wenn es weniger um KI-Tools geht, wie wir sie heute kennen, eignet sich der Film hervorragend, um philosophische Diskussionen zu eröffnen», erklärt Catherine Hayden.

Die Liste war voll – aber diese Filme wollten wir trotzdem erwähnen

I, Robot (2004): Will Smith jagt in einer futuristischen Welt einen Roboter, der scheinbar gegen Isaac Asimovs drei Robotergesetze verstossen hat. Der Film verbindet Action mit philosophischen Fragen: Können Roboter gegen ihre Programmierung handeln? Und was passiert, wenn Maschinen lernen, die Regeln neu zu interpretieren? Basierend auf Asimovs klassischen Robotergeschichten – actionreich verpackt für ein breites Publikum.

Westworld (Serie, ab 2016): In einem futuristischen Themenpark erfüllen lebensechte Roboter die Träume zahlungskräftiger Gäste. Doch die Androiden beginnen, sich zu erinnern – und stellen Fragen über Bewusstsein, Freiheit und Identität. Die Serie ist komplex, düster und fesselnd. Sie zeigt, was passiert, wenn die Grenze zwischen Programmierung und echtem Bewusstsein verschwimmt.

A.I. Artificial Intelligence (2001): Steven Spielberg vollendete dieses Projekt nach Stanley Kubricks Tod. Der Film erzählt die Geschichte von David, einem Roboterjungen, der darauf programmiert ist zu lieben. Als seine menschliche Familie ihn nicht mehr braucht, beginnt seine Odyssee auf der Suche nach Zugehörigkeit. Berührend und philosophisch – ein Film über Liebe, Verlust und die Frage: Was macht uns menschlich?

Detroit: Become Human (Videospiel, 2018): «Ein Muss für alle, die sich für KI und Roboter interessieren», sagt Reto Spoerri, Dozent für Game Design an der HSLU Informatik. Das interaktive Drama erzählt aus drei Perspektiven von Androiden, die beginnen, eigene Entscheidungen zu treffen. Spielerinnen und Spieler steuern die Geschichte durch ihre Entscheidungen – jede Wahl hat Konsequenzen. Eine packende Auseinandersetzung mit Bewusstsein, Freiheit und moralischen Dilemmata.

Was sind deine Empfehlungen? Welche Filme über künstliche Intelligenz haben dich geprägt? Schreib uns in den Kommentaren!

Veröffentlicht: 5. Februar 2026
Von: Yasmin Billeter

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