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«The» Metaverse – zwei Extremszenarien

«The» Metaverse – zwei Extremszenarien
Im Metaverse werden Blockchain, Kryptowährungen und NFTs eine wichtige Rolle spielen. Darum braucht es die geschützte, anerkannte digitale Identität (Bildquelle: Pixabay).

Das Metaverse: Wer treibt es voran? Wird es unser Vertrauen gewinnen? Wie und wann wird man es nutzen? Bereiten Sie sich vor: Mit dieser dreiteiligen Metaverse-Serie unseres Blockchain-Experten Tim Weingärtner. Folge 3: Wie das Metaverse aussehen könnte – zwei Extremszenarien.

Von Tim Weingärtner

Wie wird das Metaverse aussehen? Ich habe gestern, in der zweiten Folge unserer Metaverse-Serie, eine mutige Behauptung aufgestellt. Meine Meinung ist, dass das heute noch niemand genau weiss. Umso verwunderlicher ist es, dass erste Firmen «Chief Metaverse Officers» einstellen. Warum ist das so?

«Das» Metaverse oder «die» Metaverses?

Anders als in Steven Spielbergs Science-Fiction-Film «Ready Player One» gibt es nicht die eine Firma, welche das Metaverse baut. Es arbeiten viele Firmen daran. Es entbrennt ein Wettkampf. Mark Zuckerberg hat zwar den Begriff Metaverse ins Rennen geschickt und damit eine Lawine ausgelöst. Vergleichbar ist das mit der Lawine, die Facebook mit seiner Ankündigung der Crypto-Währung LIBRA aka DIEM rund um Central Bank Digital Currencies (CBDCs) losgetreten hat.

Fachleute gehen davon aus, dass Luxusmarken und progressive Unternehmen die Rolle des Chief Metaverse Officers bis 2023 intern einzuführen werden (Bildquelle: Screenshot von www.analyticsindiamag.com)

Meta wird jedoch das Metaverse nicht allein entwickeln. Auch wird das Metaverse uns nicht nur in unserer Freizeit begleiten. Viele Geschäftsanwendungen und Online-Meetings werden darauf basieren. Aus diesem Grund sehe ich zwei Extremszenarien:

Szenario 1 – der Worst Case: proprietäre Metaverses

Mit proprietären Metaverses ist Folgendes gemeint: Verschiedene Unternehmen erschaffen ihre eigenen Welten. Sie binden mittels User-und-Userinnen-Lock-in  ihre Kundinnen und Kunden bewusst eng an ihr Produkt, was es diesen erschwert, den Anbieter zu wechseln. In diesem Worst-Case-Szenario entscheidet die Marktmacht.

Wir landen statt in einer Welt mit unterschiedlichen territorialen Ländern in unterschiedlichen digitalen Marken-Welten. Wir werden vielleicht «weltübergreifend» reisen können, es wird aber auch hier Grenzen und damit verbundene Kosten geben. Im Extremfall müssen wir unser Vermögen in jeder Welt aufs Neue «verdienen» oder erkaufen.

Im Idealfall können alle Nutzenden am Metaverse teilnehmen – unabhängig davon, welche Benutzerschnittstelle sie verwenden. Im schlechtesten Fall entscheidet die Marktmacht.  


Szenario 2 – der bessere Fall: ein Metaverse mit einem Protokoll

Das bessere Szenario ist ein gemeinsames Metaverse analog zum Film-Metaverse OASIS: An diesem können alle teilnehmen, egal, welche Benutzerschnittstelle sie verwenden. Also so ähnlich, wie es für uns heute beim Internet der Fall ist.

Es wird zwar unterschiedliche Bereiche oder «Länder» geben, für die man gewisse «Eintrittsbedingungen» erfüllen muss. So macht es beispielsweise wenig Sinn, mit einem Einhorn-Avatar für eine Weile einen First-Person-Shooter zu spielen und anschliessend eine Gemeindeverwaltung zu besuchen.

Der Eintritt in diese digitale Welt wird jedoch über ein Gerät erfolgen. Im Idealfall können wir unsere virtuellen Kleider, unser Eigentum und unsere Werte mitnehmen. Im Gegensatz zu den Bedingungen im Film «Ready Player One» verlieren wir diese Werte hoffentlich nicht im Falle des virtuellen Todes.

Die digitale Identität wird in jedem Szenario eine enorm wichtige Rolle spielen

Die digitale Identität wird eine wichtige Rolle spielen

Wahrscheinlich werden sich die Angebote zwischen Szenario 1 und 2 einpendeln. Egal, welches Szenario kommen wird: Sicher ist, dass die digitale Identität eine enorm wichtige Rolle spielen wird. Denn es wird wie im Film «Ready Player One» mindestens zwei Identitäten geben – die reale und die virtuelle.

Die Frage ist nur, ob zwei Identitäten reichen werden und wo wir mit unserer tatsächlichen Identität eintreten müssen. Anders als heute im Internet ist jedoch absehbar, dass wir unsere Identitäten selbst verwalten und nicht grossen Konzernen überlassen werden. Deshalb sind Initiativen wie der Verein DIDAS und die Initiative des Bundes zur E-ID so besonders wichtig. DIDAS setzt sich für globale Standards mit lokaler Governance rund um digitale Identitäten und Datensouveränität ein. Der Bund strebt einen staatlich anerkannten elektronischen Identifikationsnachweis (E-ID) an.

Egal, wie das Metaverse aussehen wird, es wird sicher neue Gefahren, Chancen und Berufe ermöglichen. Die Informatik wird erneut im Zentrum dieser Entwicklung stehen.

Frage in die Runde: Welches Szenario erwarten Sie und warum? Bitte schreiben Sie Ihren Kommentar hier zuunterst in die Kommentarspalte.

Veröffentlicht am: 24. März 2022


Hier gehts zurück zu The Metaverse, Folge 1: Stand heute.
Zurück zu The Metaverse, Folge 2: Was es nicht geben wird.

Tim Weingärtner
Tim Weingärtner

Erklärt Komplexes einfach und spannend: Tim Weingärtner ist Dozent und Forscher im Blockchain Lab an der Hochschule Luzern – Informatik. Er befasst sich intensiv mit der Blockchain, mit Tokens und NFTs, die für das Metaverse wichtig sein werden. Tipp: Schauen Sie dieses kurze Video mit seinen Erläuterungen: Blockchain einfach erklärt». 

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