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Ein neues Informatik-Departement? Wir haben die Chance gepackt

Ein neues Informatik-Departement? Wir haben die Chance gepackt
Beweglich unterwegs und stolz auf das 5-Jahre-Jubiläum seines Departements: René Hüsler, Direktor des Departements Informatik der Hochschule Luzern.

Vorwärts, aufwärts, digitalwärts: Das Departement Informatik der Hochschule Luzern feiert in diesen Wochen sein 5-Jahre-Jubliläum. Direktor René Hüsler über sture Köpfe, übertroffene Ziele, Diversity und strahlende Kinderaugen.

Von Gabriela Bonin

René Hüsler, das Informatikdepartment darf auf fünf sehr erfolgreiche Jahre zurückblicken. Wie schafft man es, in so kurzer Zeit eine Vorreiterrolle einzunehmen?

Informatik wird in allen Lebensbereichen immer wichtiger. Dieser Trend unterstützt das Wachstum unseres Departements. Wir leisten einen engagierten Beitrag dazu. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben massgeblich zu den bisherigen Erfolgen beigetragen: Wir ziehen alle am selben Strick. Fast alle. Bei uns herrschen zwei Kräfte vor: der Mut und die Freude daran, Neues auszuprobieren.

Am Anfang harzte es. Es war anspruchsvoll, eine gemeinsame, neue Kultur zu schaffen.

Vor der Gründung des Departements gab es Kritikerinnen und Zweifler. Wie erlebten Sie diese Zeit?

Zu Beginn ging es darum, die Mitarbeitenden überhaupt für unser Vorhaben zu gewinnen. Da harzte es zunächst. Wenn Leute abblocken und auf stur stellen, dann kostet es viel Kraft, sie zu überzeugen. Oft hiess es; «Warum ein neues Departement? Was soll das bringen?» Es galt, zwei Abteilungen zusammenzulegen: die Abteilung für Informatik des Departments Technik & Architektur und das Institut für Wirtschaftsinformatik des Departments Wirtschaft. Wir vereinten diese und bauten daraus das neue Departement Informatik auf.

Es war anspruchsvoll, diese Abteilungen herauszulösen und eine gemeinsame, neue Kultur zu schaffen. Parallel zu diesem Prozess musste der normale operative Betrieb aufrechterhalten werden. Aber wir wollten etwas Neues schaffen. Ich sah im neuen Weg eine grosse Chance.  

 
Die ersten Hürden waren geschafft: Im Mai 2014 machten Direktor René Hüsler und Tobias Achermann, damals CEO der Zug Estates Holding AG, den Spatenstich für das neue Hochhaus des Informatik-Departements in Rotkreuz.

Ich dachte damals, es sei schon kühn, die Zahl von 850 Studierenden zu erreichen. Aber wir haben die 1’000er-Grenze bereits anfangs 2021 überschritten.

Inzwischen hat das Departement seine damaligen Ziele längst übertroffen. Es feiert in diesen Wochen sein 5-Jahre-Jubiläum. Welche Ereignisse sind Ihnen aus den vergangenen fünf Jahren besonders gut in Erinnerung geblieben?

Hier könnte ich sehr viel aufzählen. Ich erinnere mich an engagierte Treffen mit künftigen Mitarbeitenden vor dem Start im Jahr 2016. Später, als das Departement bereits in Betrieb war, waren es die tollen Momente, in denen wir sahen, wie unsere Zahlen in die Höhe wuchsen. 2013 planten wir, bis im Jahr 2020 1’000 Studierende zu haben. Ich dachte damals, dass schon 850 ein kühnes Ziel sei. Aber wir haben die 1’000er-Grenze bereits anfangs 2021 überschritten (siehe Info-Box).

Gut in Erinnerung ist mir auch der Besuch von Guy Parmelin bei der ICS-Eröffnung. Das war 2018. Dafür kamen hochrangige Politiker und Expertinnen zu einer Fachtagung zu uns nach Rotkreuz. Damals lancierten wir die neuen Bachelor-Studiengänge Information & Cyber Security und International IT Management.

«Ein wichtiges Zeichen»: Bundesrat Guy Parmelin über den ersten Bachelor-Studiengang Information & Cyber Security anlässlich seines Besuchs am Informatik-Departement 2018.

Ich erinnere mich aber auch gerne an strahlende Kinderaugen. Wenn ich unsere Anlässe zur Nachwuchsförderung begleite, begegne ich immer wieder findigen Kindern und Jugendlichen. Unsere Mitarbeitenden engagieren sich zum Beispiel in Scratch-Workshops für Jugendliche oder bei Wettkämpfen wie etwa der First Lego League. Da machen schon die ganz Kleinen mit.

René Hüsler (links) und Markus Kälin von Roche Diagnostics als Juroren an der First Lego League 2019 in Rotkreuz.

Wir haben als Departement bei «Arbeitstreffen» auch ausgelassene Feste erlebt, die ich in guter Erinnerung habe. Im September 2021 organisierte unsere Mitwirkungskommission unser jährliches, ganztägiges Departementsseminar. Es stand unter dem Motto «Diversity», war auch denkwürdig und hat einigen die Augen geöffnet. Unsere Teams sind divers zusammengesetzt: Bei uns arbeiten unter anderem Menschen aus unterschiedlichen Nationen, Altersgruppen und der Queer Community. Sie haben verschiedene kulturelle oder religiöse Hintergründe. Auch diese Diversität trägt zum Erfolg des Departements bei.

«Diversity» als Motto des Departementsseminars 2021: Drag Queen Mona Gamie mit Mitarbeitenden des Departements Informatik.

Unsere Mitarbeitenden erbringen immer wieder überragende Resultate. Das freut mich und stärkt unseren Ruf.

Was macht Ihnen im Informatik-Departement generell Freude?

Es freut mich, wie unsere Mitarbeitenden immer wieder Beiträge leisten, die das gute Renommee des Departements stärken. Unser Immersive Realities Research Lab brachte zum Beispiel die virtuelle Realität in eine der ältesten Kirchen von Luzern – greifbar nahe. Unser KI-Forschungsteam entwickelte eine Künstliche Intelligenz, die komplett neue Bierrezepte generiert. Didaktische Innovationen in der Lehre und attraktive Inhalte bringen Studierende aus der ganzen Schweiz zu uns.

2021 haben wir ein Forschungscomic publiziert, das die Highlights aus der Forschung der letzten Jahre vorstellt. Man kann es auch online durchblättern.

Dank der überragenden Resultate unserer Mitarbeitenden erhalten wir gute Presse. Wir pflegen einen frischen Geist am Departement. Wir dürfen als Vorreiterinnen und Vorreiter anderen Beispiel sein und Mut machen.

Wir wollen die Aufbruchstimmung beibehalten und weiterhin einen innovativen, explorativen Geist pflegen.

Wo liegen die Herausforderungen der kommenden fünf Jahre?

Wir wollen die Aufbruchsstimmung und den Mut zu Neuem trotz hohem Wachstum beibehalten. Ich werde darauf achten, dass wir uns treu bleiben und weiterhin einen innovativen, explorativen Geist pflegen. Wir werden unsere Vorreiterrolle aufrechterhalten. Die Themen künstliche Intelligenz, Augmented und Virtual Reality, Security und Robotik sind einige Beispiele. Es ist mir wichtig, dass unsere Aktivitäten in der Öffentlichkeit noch besser wahrgenommen werden. Wir werden diese in Zukunft über verschiedene Kanäle intensiver kommunizieren.

Ohne Informatik geht in Zukunft nichts. Ein bisschen «i» tut allen gut.

Interdisziplinarität? «Ein bisschen i tut allen gut.»: Illustration aus einem aktuellen Visions-Workshop des Departements Informatik (Bild: Jonas Raeber)

Die Departemente der Hochschule Luzern sollen künftig noch stärker zusammenarbeiten: Welche Rolle spielt das Informatik-Departement für die Interdisziplinarität?

Ohne Informatik geht in Zukunft nichts. Mehr muss man dazu nicht sagen😊. Ein bisschen «i» tut allen gut.

Frage in die Runde: Was gefällt dir am Departement Informatik? Wo kann es sich noch verbessern? Bitte schreibe deinen Kommentar hier unten in die Kommentarbox.

Veröffentlicht am: 31. Mai 2022 (aktualisiert am 29. Juni 2022)

René Hüsler, Direktor Department Informatik Hochschule Luzern
René Hüsler

Vorreiter und DirektorRené Hüsler ist Gründungsdirektor des Departements Informatik der Hochschule Luzern. Er studierte Informatik an der ETH Zürich und schloss mit der Promotion ab. Anschliessend arbeitete er während knapp 10 Jahren in verschiedenen Unternehmen. 2002 startete er an der damaligen Hochschule für Technik+Architektur (der heutigen Hochschule Luzern – Technik & Architektur). Hüsler befasste sich zuerst mit dem Aufbau der Forschung im Bereich Informatik und verdreifachte den Umsatz in knapp drei Jahren. Nach fünf Jahren als Vizerektor Forschung mit überdurchschnittlichem Wachstum und ebensolchen Forschungsresultaten wurde er 2010 zum Direktor des Departements Technik & Architektur und 2014 zum Direktor des neu geschaffenen Departements Informatik gewählt. René Hüsler sitzt im Executive Committee von digitalswitzerland, im Vorstand der Swiss Blockchain Federation und des Lehrbetriebes bildxzug. Ausserdem engagiert er sich als Stiftungsrat in zwei Stiftungen.

Er ist Vater von zwei erwachsenen Töchtern, geniesst in seiner freien Zeit das Zusammensein mit Freunden und Familie oder bei Ausfahrten mit dem Mountainbike. Er mag Comics und Gesellschaftsspiele, geht häufig ins Kino und hört gerne Musik.

Erstes Informatik-Departement einer Schweizer Fachhochschule: Die Hochschule Luzern führt als erste Schweizer Fachhochschule ein eigenes Departement Informatik. Seit der Gründung im Jahr 2016 steigt die Anzahl der Forschungsprojekte und der Studierenden in Aus- und Weiterbildung stetig:  2016 schrieben sich 512 Studierende ein, 2021 waren es bereits 1’134. Die Zahl der Weiterbildungsteilnehmenden stieg von 140 im Jahr 2016 auf 1’303 im Jahr 2021.

Im September 2019 konnte das Departement zudem neue Gebäude auf dem Campus Zug-Rotkreuz beziehen. Heute zeichnet sich das Departement durch grosse Vielfalt und Innovationskraft aus.

Zwei Jubiläumsfeiern: Das Departement Informatik feiert sein 5-Jahre-Jubiläum mit zwei Anlässen:

  • Am 8. Juni lud es Stakeholder,  interne Führungspersonen und geladene Gäste aus der Politik zu einer Feier ein. Das Video dazu sehen Sie hier.
  • Am 8. Juli wiederum werden aktuelle und ehemalige Mitarbeitende das Jubiläum feiern.

Bilden Sie sich aus und weiter: Die Hochschule Luzern – Informatik bietet Bachelor- und Master-Studiengänge, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildungsangebote der Informatik und Wirtschaftsinformatik auf einem Campus.

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