1. Juni 2026
ChatGPT als persönlicher Finanzberater: Was OpenAIs neues Angebot für Schweizer Banken bedeutet
KI ist im Alltag angekommen – auch im Banking
ChatGPT, Claude und Co. sind längst keine Nischenprodukte mehr. Rund 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nutzen regelmässig KI-Chatbots im privaten oder beruflichen Alltag. Laut OpenAI stellen jeden Monat mehr als 200 Millionen Menschen dem Chatbot Fragen zu Budgets, Investitionen oder der Vorsorge.… Mehr Informationen
KI ist im Alltag angekommen – auch im Banking
ChatGPT, Claude und Co. sind längst keine Nischenprodukte mehr. Rund 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nutzen regelmässig KI-Chatbots im privaten oder beruflichen Alltag. Laut OpenAI stellen jeden Monat mehr als 200 Millionen Menschen dem Chatbot Fragen zu Budgets, Investitionen oder der Vorsorge.
Dass ChatGPT und Co. diesen Trend früher oder später aufgreifen werden und das Kerngeschäft der Banken – die Beratung und Begleitung in finanziell auch komplexeren Fragen – «angreifen» würden, war absehbar. Mit dem neuen Personal-Finance-Angebot von OpenAI ist dieser Moment nun bereits eingetreten.
Lancierung des Personal Finance Managers von OpenAI
Nutzerinnen und Nutzer können über die Finanzinfrastruktur-Plattform Plaid Bankkonten, Kreditkarten und Anlagekonten von mehr als 12’000 amerikanischen Finanzinstituten direkt mit ChatGPT verbinden.
Damit kann ChatGPT auf Kontosalden, Transaktionshistorien, Investmentportfolios, wiederkehrende Zahlungen und Abonnements oder Verbindlichkeiten zugreifen. Transaktionen auslösen oder Konten verändern kann das System derzeit hingegen (noch!) nicht. Allerdings wird bereits an diesen «Agentic AI»-Funktionen gearbeitet, wie ich weiter unten noch kurz erläutern werden.
Der Nutzer resp. die Nutzerin dieser ChatGPT Personal-Finance-Funktion erhält ein persönliches Dashboard mit u.a. der Ausgabenübersicht, der Portfolioperformance, Abonnementkosten und anstehenden Zahlungen. Vor allem können auf Basis dieser echten Daten konkrete Fragen zu komplexen Themen gestellt werden, zum Beispiel (siehe auch Abbildung 1):
- Ich habe das Gefühl, ich gebe mehr aus als früher. Hat sich etwas verändert?
- Welches ist das grösste Risiko in meinem Portfolio?
- Hilf mir, in den nächsten fünf Jahren ein Haus zu kaufen.
- Welche Abonnements könnte ich kündigen?

Abbildung 1: Typische Fragen zu Finanzsituationen. Eigentlich keine Hexerei. Aber kann ihre Bank diese Fragen auch so einfach beantworten? (Quelle: OpenAI)
Hier kann ChatGPT seine grosse Stärke ausspielen: Die Beantwortung der Fragen geschieht im Rahmen einer einfachen und natürlichen Konversation in verständlicher Alltagssprache statt in komplexer Bank- oder Fachsprache. Nutzerinnen und Nutzer können ihre finanziellen Fragen so stellen, wie sie diese auch Freunden oder Bekannten stellen würden. Damit positioniert sich der Personal Finance Manager von ChatGPT als eine Art «Financial Buddy» respektive digitaler Begleiter, der Menschen bei finanziellen Fragestellungen unterstützt, Orientierung bietet und Informationen verständlich aufbereitet.
Solche Fragen rund um typische Alltagssituationen könnten Banken grundsätzlich ebenfalls beantworten, bieten dies heute aber meist noch nicht in dieser niederschwelligen und jederzeit verfügbaren Form an.
Bei der Verarbeitung von Fragen speichert ChatGPT «Financial Memories» – also nutzerspezifische Informationen wie Sparziele, Hypothekenstand oder familiäre Verpflichtungen – und berücksichtigt diese in künftigen Gesprächen. Die Funktion läuft auf GPT-5.5 Thinking, dem derzeit stärksten öffentlich verfügbaren Modell von OpenAI.
OpenAI hat bereits angekündigt, langfristig den Schritt von einer reinen Informationsplattform hin zu einem System zu machen, das auch eigenständig Aktionen ausführen kann. Über eine bevorstehende Integration mit Intuit soll ChatGPT etwa Kreditkartenanträge direkt im Chat abwickeln, Steuerfolgen von Wertschriftenverkäufen berechnen oder Termine mit lokalen Steuerexperten vereinbaren können.
Derzeit ist die Funktion auf Nutzerinnen und Nutzer von ChatGPT Pro in den USA beschränkt. Eine breitere Ausweitung gilt als wahrscheinlich, wurde bislang aber noch nicht offiziell konkretisiert.
Was das für die Schweiz bedeutet
200 Millionen Menschen stellen ChatGPT bereits Finanzfragen – auch in der Schweiz
ChatGPT und Co. sind bereits heute für viele Menschen ein wichtiger oder gar erster Anlaufpunkt bei Finanzfragen. Dieser Verhaltensshift, also die Verlagerung hin zu KI-Assistenten, wird sich gemäss meiner Einschätzung in Zukunft noch weiter akzentuieren. Schweizer Bankkunden, die heute ihren Berater und ihre Beraterin für eine Ersteinschätzung zu einer Hypothek oder einem Sparplan kontaktieren, fragen morgen möglicherweise zuerst einen KI-Assistenten.
Erodiert das Beratungsmonopol von komplexen Geschäften?
Schweizer Banken stehen traditionell für enge Kundenbeziehungen, hohes Vertrauen und persönlichen Kontakt. Doch dieser Vorteil schützt nicht automatisch vor einem Angebot, das einfacher zugänglich, jederzeit verfügbar und für viele Kundinnen und Kunden auf den ersten Blick «gut genug» ist.
Die entscheidende Frage wird deshalb sein, wo das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in einem Jahr – und wo es in fünf oder zehn Jahren – liegt. Vertrauen Menschen ihre sensiblen Finanzdaten tatsächlich einer LLM-Plattform wie ChatGPT an? Oder wird Vertrauen gerade bei Finanzdaten weiterhin der entscheidende Wettbewerbsvorteil klassischer Banken bleiben?
Agentic AI verändert die Spielregeln
Was OpenAI kürzlich in den USA lanciert hat, ist noch mehrheitlich ein Informations- und Analyse-Tool. Der angekündigte nächste Schritt, die direkte Ausführung von Finanzentscheidungen im Chat, markiert den Übergang zu Agentic AI im Banking. Kann ein Nutzer bzw. eine Nutzerin ChatGPT beauftragen, einen personalisierten Sparplan zu erstellen und einzurichten, ist das nicht mehr nur Beratung, sondern Ausführung.
An diesem Punkt werden die Grenzen zwischen KI-Assistent und Bank zunehmend fliessend, womit sich die Frage nach der künftigen Rolle der Bank stellt. Auch in der Schweiz wird dieses Thema in den nächsten Jahren relevant werden, angefangen bei der Frage, wie einzelne Banken ihre Schnittstellen bereitstellen und ob sie eigene Agents entwickeln. Wie sich dieses Thema letztlich entwickelt, ist noch offen. Allenfalls kann bLink auch bei der Entwicklung dieser Agents auf der Bankenseite eine Rolle spielen.
Der Zugang zu Bankdaten bleibt die zentrale Hürde
Die derzeit noch geographische Beschränkung auf die USA ist keine Entwarnung für die hiesigen Banken. In den USA kann das Modell ausgerollt werden, weil OpenAI auf Plaid zugreifen kann (siehe auch mein Blog dazu sowie Abbildung 2 zum Onboarding). Plaid ist in den USA der Standard für Open Banking.

Abbildung 2: Onboarding bei ChatGPT (Quelle: OpenAI)
In der Schweiz ist die Entwicklung jedoch deutlich zurückhaltender. Anders als in den USA kann ChatGPT in der Schweiz einen Personal Finance Manager nicht einfach eigenständig ausrollen. Zwar existiert mit bLink die technische Grundlage. Den Zugang zu den Bankdaten kontrollieren aber noch die einzelnen Banken. Schweizer Banken entscheiden heute weitgehend selbst, welchen Drittanbietern sie Zugriff gewähren. Insofern stellt sich die Frage, ob Plattformen wie ChatGPT künftig direkten Zugang zu Schweizer Bankkonten erhalten. Eine breite Integration entsprechender KI-Funktionen dürfte sich hierzulande deshalb langsamer einstellen als in den USA oder der EU.
Was Banken machen sollten – Fazit
Der Launch des OpenAI Personal-Finance-Angebots ist kein isoliertes amerikanisches Phänomen. Er ist vielmehr ein Vorbote einer grösseren Verschiebung. KI-Assistenten werden sich zunehmend zu aktiven Teilnehmern im persönlichen Finanzleben ihrer Nutzerinnen und Nutzer entwickeln. Zunächst noch im Bereich von Analysen und Informationen, perspektivisch aber auch im transaktionalen Bereich.
Schweizer Banken haben noch Zeit, sich strategisch zu positionieren und sich mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Die entscheidende Frage ist dabei vor allem auch, ob Banken dort präsent bleiben können, wo Kundinnen und Kunden ihre Finanzentscheidungen treffen.
Entsprechend müssen Banken die eigenen Wettbewerbsvorteile klar definieren und gezielt stärken. Der wichtigste davon bleibt das Vertrauen in die Banken. Hinzu kommen die einzigartige Datentiefe und Datenqualität. Keine externe KI verfügt über einen so umfassenden und langfristigen Blick auf die finanzielle Situation ihrer Kundinnen und Kunden wie die Hausbank. Diese Stärken müssen jedoch in intelligente und letztlich auch KI-gestützte Beratungsangebote übersetzt werden. Entsprechend sollte jede Bank eine klare Antwort darauf haben, wie sie mit Entwicklungen rund um ChatGPT, Claude und ähnliche Systeme in der Beratung umgeht – und wie KI-gestützte Beratung künftig in das eigene Angebot integriert werden soll. Ziel sollte es sein, nicht auf die Rolle eines reinen Infrastruktur- oder Abwicklungsanbieters reduziert zu werden.
Das Video von OpenAI finden Sie hier:
26. Mai 2026
IFZ Studie «Bank-IT und Sourcing 2026»: Ein- und Ausblicke
Die bereits achte Auflage der IFZ Studie Bank-IT und Sourcing wird anlässlich des IFZ Forums Bank-IT vom 9. Juni 2026 vorgestellt (hier der Link zur Veranstaltung und Anmeldung, es hat noch freie Plätze).
Die Studie basiert auf einer Umfrage, welche 43 der 88 angeschriebenen Führungskräfte von Schweizer Retailbanken beantwortet haben.… Mehr Informationen
Die bereits achte Auflage der IFZ Studie Bank-IT und Sourcing wird anlässlich des IFZ Forums Bank-IT vom 9. Juni 2026 vorgestellt (hier der Link zur Veranstaltung und Anmeldung, es hat noch freie Plätze).
Die Studie basiert auf einer Umfrage, welche 43 der 88 angeschriebenen Führungskräfte von Schweizer Retailbanken beantwortet haben. Zudem wurden ergänzende Interviews zu den Schwerpunktthemen durchgeführt.
Die Bedeutung von Outsourcing steigt weiter – allerdings nicht in der Kundenberatung
Die Antworten der teilnehmenden Banken zeigen, dass sich Banken über ihre Kernkompetenzen im Klaren sind. Übereinstimmend antwortet demnach der überwiegende Teil der Banken, dass ihre Kernkompetenz im Bereich der Kundenberatung liegt. Wie in den Vorjahren sehen das fast alle Banken in den Bereichen Finanzieren (100 %) bzw. im Bereich Basisdienstleistungen (98 %) so. Die Kundenberatung im Bereich Anlegen & Vorsorge ist auch für 88 % der Banken eine der Kernkompetenzen. Somit bestätigt sich erneut der Fokus der Banken auf die Beratung an der Kundenschnittstelle. Demnach ist es konsequent und nachvollziehbar, dass Banken in Bereichen wie der Beratung sehr wenig auslagern und diese Leistungen fast vollständig intern erbringen. Lediglich bei Beratung im Sinne des Kundenservice/Callcenters geben 31 % der befragten Banken an, Dienstleistungen ganz oder teilweise auszulagern. Die Mehrheit (64 %) setzt aber auch hier auf interne Leistungserbringung.
Gleichzeitig zeigt sich, dass Banken in anderen Bereichen, wie Druck & Versand, Informatik oder interne Revision weiterhin in hohem Mass auf Outsourcing setzen. Dort, sowie in vielen weiteren Bereichen, bleiben Auslagerungen wichtig. Im Ausblick auf die nächsten drei Jahre gehen die meisten Banken hier von einer Beibehaltung oder sogar Steigerung des Auslagerungsteils aus. Die grössten Erhöhungen des Outsourcinggrads planen die Banken in den Bereichen Zahlungsverkehr (+16 %), Informatik (+14 %) sowie Compliance/Risikomanagement (+14). Eine Reduktion des bestehenden Outsourcings ist eher die Ausnahme (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Geplante Auslagerungen von Banken
Multi-Sourcing ja, aber meist mit weniger als fünf IT-Providern
Es zeigt sich auch, dass die Anzahl der Banken, die mit mehr als zehn Anbietern zusammenarbeiten, von 19 % auf 24 % gestiegen ist. Im Bereich der Informatik hingegen arbeiten 63 % der befragten Banken mit weniger als 5 Anbietern zusammen (vgl. Abbildung 2). Gerade kleinere Banken setzen demnach häufig auf wenige IT-Partner, vermutlich im Wesentlichen um klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie ein einfacheres Management der Sourcingpartner sicherzustellen. Die Folge sind hier gewisse Klumpenrisiken und Abhängigkeiten, die bewusst adressiert werden müssen. Gefragt nach den Herausforderungen des IT-Sourcing antworten 56 % der Banken allerdings, dass die Anzahl der Provider nur eine geringe oder keine Herausforderung darstellt. Sehr grosse oder grosse Herausforderungen sehen Banken hingegen vor allem in der Höhe der Kosten (98 %) sowie der Einhaltung der regulatorischen Anforderungen (88 %).

Abbildung 2: Anzahl der Anbieter im Outsourcing
Ausblick auf die Ergebnisse der Studienschwerpunkte
Die beiden Schwerpunkte der diesjährigen Studie sind die (digitale) Transformation der Kernprozesse – unterstützt durch Sourcing – sowie das Datenmanagement als notwendige Basis dafür. Bei den Kernprozessen lag der Fokus auf den Prozessen Zahlungsverkehr und Kreditgeschäft. Die beiden Kernprozesse weisen sowohl im Hinblick auf das Sourcing als auch auf den Reifegrad der digitalen Transformation deutliche Unterschiede auf.
Im Zahlungsverkehr ist der Automatisierungs-, Digitalisierungs- und Outsourcinggrad vergleichsweise hoch. Die Abwicklung und Überwachung von Zahlungstransaktionen wird von 65 % der teilnehmenden Banken ganz oder teilweise ausgelagert. Noch höher ist der Auslagerungsgrad im Financial Messaging (SIC, Swift usw.); hier überschreitet dieser die Marke von 80 %.
Im Kreditgeschäft hingegen, insbesondere im Hypothekargeschäft, sind der Automatisierungs-, Digitalisierungs- und Outsourcinggrad deutlich tiefer. Relevante Tätigkeiten wie Kreditratings, Bilanzanalyse oder Kreditabwicklung sind nur bei 7 bis 16 % der Banken ganz oder teilweise ausgelagert. Der grösste Teil dieser Prozessschritte wird demnach intern erbracht. Aufgrund des Umstandes, dass 79 % der befragten Institute die Kreditabwicklung als Kernkompetenz betrachten, ist dies nachvollziehbar. In Anbetracht der fortschreitenden digitalen Transformation und der Möglichkeiten, die sich in diesen Bereichen auch durch KI ergeben, könnte sich dies aber zunehmend nachteilig auswirken. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass der Grossteil der Banken (74 %) weiterhin angibt, dass die Bedeutung der Automatisierung und Industrialisierung von Prozessen steigt.
Die Ergebnisse zeichnen somit ein unterschiedliches Bild für die Kernprozesse von Banken. Die zu den Schwerpunkten zusätzlich geführten Interviews mit Expertinnen und Experten geben weitere Einblicke in den Stand der Automatisierung/Digitalisierung sowie den Einsatz von KI. Die Experteneinschätzungen helfen auch, die Herausforderungen in der digitalen Transformation der Kernprozesse besser zu verstehen und künftige Entwicklungen präziser abschätzen zu können. Abschliessend lässt sich festhalten, dass Outsourcing an Bedeutung gewinnt, jedoch nicht pauschal, sondern selektiv. Zudem zeigt die Studie, dass für die digitale Transformation und den Einsatz von KI, wie auch für das Sourcing, eine gute Datenbasis eine unabdingbare Voraussetzung ist. Es konnten wichtige Erkenntnisse zum Stand der Datenqualität bei Banken und sinnvolle Massnahmen für Verbesserungen identifiziert werden.
Fazit
Zusammenfassend sind die Autoren der Meinung, dass das Sourcing für Retailbanken ein zentrales strategisches Instrument bleibt. Gerade in Bereichen wie der Informatik und im Kernprozess Zahlungsverkehr nimmt der Outsourcinggrad auf einem hohen Niveau nochmals zu. In anderen Kernprozessen wie dem Hypothekar- oder Anlagegeschäft gehen die Autoren von einer kontinuierlichen Zunahme von Auslagerungen aus, um die Chancen der digitalen Transformation sowie die Möglichkeiten der KI, effizienter nutzen zu können.
Die detaillierten Ergebnisse zu den Schwerpunktthemen sowie weitere Erkenntnisse aus den Bereichen Bank-IT und Sourcing werden am 09. Juni 2026, anlässlich des IFZ Bank-IT Forums, in Zürich präsentiert. Zusammen mit weiteren Referenten wird das Thema vertieft und diskutiert (hier der Link zur Veranstaltung und Anmeldung, es hat noch freie Plätze).
Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Platinsponsoren Finnova, KPMG und Swisscom sowie dem Goldsponsor isolutions, deren Unterstützung die Studie erst möglich gemacht hat.
Möchten Sie die Themen mit uns vertiefen? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf thomas.fischer@hslu.chund urs.blattmann@hslu.ch
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18. Mai 2026
Schweizer Crowdfunding-Markt wächst wieder: Immobilien-Crowdlending als Haupttreiber
Im Jahr 2021 erreichte der Crowdfunding-Markt mit 792 Millionen Franken seinen bisherigen Höchststand. In den Folgejahren gingen die jährlichen Volumina kontinuierlich zurück (vgl. Abbildung 1). Im Jahr 2025 zeigte sich nun wieder eine positive Entwicklung: In der Schweiz wurden über Crowdfunding-Plattformen Kampagnen mit einem Gesamtvolumen von 629 Millionen Franken finanziert.… Mehr Informationen
Im Jahr 2021 erreichte der Crowdfunding-Markt mit 792 Millionen Franken seinen bisherigen Höchststand. In den Folgejahren gingen die jährlichen Volumina kontinuierlich zurück (vgl. Abbildung 1). Im Jahr 2025 zeigte sich nun wieder eine positive Entwicklung: In der Schweiz wurden über Crowdfunding-Plattformen Kampagnen mit einem Gesamtvolumen von 629 Millionen Franken finanziert.

Abbildung 1: Entwicklung Crowdfunding in der Schweiz nach Volumen von 2008 bis 2025 (in CHF Mio.)
Bankenregulierung verleiht Crowdlending neuen Schub
Den grössten Beitrag zu diesem Wachstum leistete mit gut 75 Prozent des Gesamtvolumens der Bereich Crowdlending, bei dem Kredite an Unternehmen und Privatpersonen online vermittelt werden. Vor allem der Bereich Real Estate Crowdlending trug dazu bei, also Projektfinanzierungen für Immobilien. Hier stieg das Volumen 2025 um 38 Prozent auf 275 Millionen Franken (vgl. Abbildung 2). Die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsquellen dürfte dabei auch regulatorisch bedingt sein.
Mit der Umsetzung von Basel III Final per 1. Januar 2025 müssen Schweizer Banken für risikoreichere Kredite – insbesondere Immobilienentwicklungsprojekte – höhere Eigenmittel hinterlegen. Dies verteuert entsprechende Bankfinanzierungen und führt zu einer tendenziell zurückhaltenderen Kreditvergabe im Immobilienentwicklungsbereich. Crowdlending-Plattformen profitieren von dieser Lücke und positionieren sich als Alternative. Für 2026 erwarten wir in diesem Segment ein erneutes Wachstum von rund 30 Prozent.

Abbildung 2: Crowdlending-Volumen Schweiz 2012-2025 (in CHF Mio.) [1]
Neue Impulse im Crowdsupporting
Auch die Bereiche Crowdsupporting und Crowddonating haben seit 2020 nun erstmals wieder zugelegt, um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 9’288 Projekte im Umfang von 35 Millionen Franken finanziert. Die volumenmässig grösste Kategorie ist «Sport & Gesundheit». In diesem Bereich wurden 13.0 Millionen Franken vermittelt (vgl. Abbildung 3). Der Erfolg im Bereich Sport ist einerseits auf zwei Plattformen zurückzuführen, die sich fast ausschliesslich Sportkampagnen widmen. Andererseits vermitteln auch andere Plattformen ohne spezifischen Themenfokus im Bereich Sport substanzielle Volumen.

Abbildung 3: Kategorien von Crowdsupporting nach Volumen von 2012 bis 2025 (in CHF Mio.)
Für Banken ist zudem die Entwicklung von Lokalhelden interessant, einer Plattform von Raiffeisen Schweiz. Raiffeisen begann im vergangenen Jahr damit, einen Teil der eigenen Sponsoringaktivitäten über Lokalhelden abzuwickeln. Dabei konnten Mitglieder von 21 Genossenschaftsbanken im Rahmen von Abstimmungen mitentscheiden, wie die Sponsoringgelder ihrer jeweiligen Bank eingesetzt werden. Zudem bestand die Möglichkeit, die ausgewählten Crowdfundingprojekte, Vereine oder Stiftungen zusätzlich finanziell zu unterstützen.
Innerhalb des Crowdsupporting bzw. Crowddonating hat sich in den letzten Jahren eine klare Marktstruktur herausgebildet: Mehr als 80 Prozent des Marktvolumens entfallen auf die drei grössten Plattformen. Die hohe Konzentration auf wenige Plattformen ist dabei eigentlich typisch für Crowdfunding-Märkte, nicht nur in der Schweiz. Die führenden Plattformen profitieren vor allem von Netzwerkeffekten, Vertrauen, Markenbekanntheit und Skaleneffekten.
Video: Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Crowdfunding Monitors findet sich im Video
Die Studie kann hier heruntergeladen werden.
| Crowdfunding Monitor 2026 Der «Crowdfunding Monitor Schweiz» wird jedes Jahr vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern mit Unterstützung der Schweizer Crowdfunding-Plattformen durchgeführt. Folgende Plattformen haben die Studie mit Daten unterstützt: CG24 Group, Conda.ch, Creditworld, Crowd4cash, Crowdify, Crowdli, Foxstone, Fundoo, Happy Pot, I believe in you, Imvesters, Imvestlend, Lend, Lokalhelden, Oomnium, Progettiamo, Raizers, SIG-Impact, Solarify, Splendit, Swisspeers und Wemakeit. |
| Vier Formen von Crowdfunding Crowdsupporting: Meist kreative und kulturelle Projekte und Kampagnen aus dem Sportbereich. Der Investor oder die Investorin erhält für seinen Beitrag ein Produkt, ein künstlerisches Werk oder eine Dienstleistung. Wer beispielsweise ein Buch finanziert, erhält ein Exemplar kostenlos. Crowddonating: Mehrheitlich Spenden für soziale, karitative und kulturelle Projekte, die an keine Gegenleistung geknüpft sind. Crowdinvesting: Investitionen von Eigen- oder Fremdkapital in Unternehmen (Start-ups) oder Immobilien. Als Gegenleistung erhalten die Investorinnen und Investoren eine Gewinnbeteiligung. Crowdlending: Vermittlung von Krediten an Unternehmen oder Private. Als Gegenleistung erhalten die Geldgebenden Zinszahlungen, deren Höhe vom Risiko des Kapitalnehmenden abhängt. |
[1] Das Volumen einer Plattform im Bereich Crowdlending wurde von den Autoren geschätzt.
Crowdfunding Monitor Schweiz
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Immobilien treiben Wachstum des Markts für Schwarmfinanzierung - immo!nvest - Die Plattform für Standorte und Immobilien
3. Juni 2026
[…] ist 2025 um 14 Prozent auf 629 Millionen Schweizer Franken gestiegen. Laut einer Mitteilung zum Crowdfunding Monitor 2026, einer jährlich publizierten Studie des Institut für […]
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11. Mai 2026
Rückblick auf die Konferenz Innovationen im Banking 2026
Abbildung 1: Impressionen der Konferenz
Begrüssung und Vorstellung der Studie «Die digitalsten Retail Banken der Schweiz»
Prof. Dr. Andreas Dietrich, IFZ der Hochschule Luzern
Andreas Dietrich stellte die jährliche Studie «Die digitalsten Retailbanken der Schweiz» vor, welche die Hochschule Luzern wie gewohnt in Kooperation mit e.foresight… Mehr Informationen

Abbildung 1: Impressionen der Konferenz
Begrüssung und Vorstellung der Studie «Die digitalsten Retail Banken der Schweiz»
Prof. Dr. Andreas Dietrich, IFZ der Hochschule Luzern
Andreas Dietrich stellte die jährliche Studie «Die digitalsten Retailbanken der Schweiz» vor, welche die Hochschule Luzern wie gewohnt in Kooperation mit e.foresight erstellt hat. Eine Zusammenfassung der Studie inklusive Video finden Sie hier.
Vorsorge neu gedacht: Das TKB Pensionszentrum
Tobias Hilpert, Leiter Private Banking, Thurgauer Kantonalbank
- Die Thurgauer Kantonalbank hatte bereits früh Kompetenzen im Vorsorgebereich aufgebaut. Den entscheidenden Schub brachte jedoch erst das eigenständige Branding für das TKB Pensionszentrum. Bewusst wurde dabei der Begriff «Pension» statt «Vorsorge» gewählt, weil er für Kundinnen und Kunden greifbarer ist. Mit dem neuen Brand möchte sich die Bank gezielt als erste Anlaufstelle für Pensionierungs- und Vorsorgethemen in der Region positionieren.
- In einer Zeit, in der Kunden von Algorithmen und automatisierten Prozessen umgeben sind, liegt die Differenzierung in der echten und kompetenten Beratung. Es gewinnt aus Sicht der TKB nicht der günstigste Anbieter, sondern der glaubwürdigste. Um die Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit herauszustreichen, wurden unter anderem ein separates Gebäude, ein eigenständiges Branding sowie ein angepasstes – gegenüber zuvor höheres – Pricing gewählt. Entscheidend ist , dass diese Unabhängigkeit nicht nur kommuniziert, sondern auch konsequent und glaubwürdig vermittelt wird.
- Weitere Informationen zum TKB Pensionszentrum und der strategischen Bedeutung des Themas Pensionierung für die Banken finden Sie in unserem Blog.
Gen AI und Case Management bei der Migros Bank
Lukas Bucher, Solution Stream Leader Customer Touchpoints, Migros Bank
Flavio Moser, Business Solution Engineer Customer Touchpoints, Migros Bank
- Die Migros Bank hat die Phase von KI-Piloten hinter sich gelassen und zeigt am Beispiel des Customer Supports, wie GenAI nicht nur als isoliertes Tool, sondern als integraler Bestandteil des Customer Supports und des Case Managements in der Bank eingebettet wurde. GenAI unterstützt sozusagen den gesamten „Lebenszyklus“ eines Geschäftsfalls
- Der operative Skalierungsansatz basiert auf der Verbindung bestehender Silos mit starken, gezielt eingesetzten KI-Initiativen entlang des Prozesses.
- Besonders spannend war die Einsicht, dass das KI-Modell selbst austauschbar ist – also die Wahl des LLMs sekundär ist. Den Unterschied macht das interne Wissen der Bank und der Kontext, in dem sie KI-Anwendungen einbringt. Ein KI-Modell ist also schon fast Commodity. Der Kontext ist der Wettbewerbsvorteil.
Wenn AI Starts Paying: Agentic Commerce and the Next Payment Wave
Daniela Massaro, Country Manager Switzerland, Mastercard
- Mastercard präsentierte den aktuellen Stand des Agentic Commerce: KI-Agenten, die im Auftrag von Kundinnen und Kunden autonom Zahlungen tätigen und Käufe abschliessen. KI verändert damit nicht nur bestehende Prozesse, sondern auch die Rollen im Markt: Neu treten Agenten wie ChatGPT oder Gemini selbst als Marktteilnehmer auf.
- Agentic Commerce ist dabei längst kein Zukunftsszenario mehr. Im Zentrum steht bereits die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und die Beantwortung konkreter Fragestellungen: Wer haftet, wenn ein KI-Agent einen Fehler macht? Wie lässt sich Betrug verhindern, wenn der Auslöser kein Mensch ist? Wie viel Transparenz brauchen Regulatoren? Mastercard adressiert diese Fragen mit dem «Agent-Pay Framework» – einem Regelwerk für Sicherheit, Vertrauen und Nachvollziehbarkeit bei KI-gesteuerten Transaktionen.
- Agentic Transactions entwickeln sich stufenweise: Single-Merchant-Purchases sind technisch vergleichsweise einfach umsetzbar und dürften sich rasch etablieren. Deutlich komplexer sind Multiple-Merchant-Purchases, bei denen verschiedene Anbieter, Prozesse und Zahlungsflüsse orchestriert werden müssen. Noch anspruchsvoller sind Delayed Purchases, bei denen autonome Systeme Entscheidungen zeitlich verzögert und abhängig von Bedingungen (z. B. Preis, Verfügbarkeit oder Präferenzen) auslösen.
- Im Februar dieses Jahres fand auf europäischer Ebene in Zusammenarbeit mit der Santander Bank die erste Agentic-Commerce Zahlung statt (vgl. hier). Die Pilotierung in der Schweiz ist in den nächsten Wochen geplant. Zumindest am Anfang muss der Endkonsument noch «in session» sein und die Transaktion final bestätigen.
AI evolution in banking – UBS journey
Lukasz Opoka, Head of AI, Analytics and Sales Platform, UBS
Dr. Michel Neuhaus, Head AI, Data & Analytics, UBS
- Die UBS versteht KI nicht als Sammlung einzelner Tools, sondern als unternehmensweiten Backbone bzw. „unsichtbare Infrastruktur“, die Geschäftsprozesse proaktiv unterstützt. Die UBS KI-Plattform «Red» wurde entsprechend so entwickelt, dass sie sich nahtlos in unterschiedliche Bereiche integrieren lässt – von Compliance über Kundenberatung bis hin zum E-Banking Self-Service.
- Zentral ist dabei die veränderte Denkweise: KI soll nicht nur Antworten liefern, sondern Prozesse aktiv unterstützen («The AI tells you»). Dies kann beispielsweise durch intelligente Hinweise, wann und mit welchem Ziel Kundinnen und Kunden kontaktiert werden sollten, umgesetzt werden.
- Organisatorisch kombiniert die UBS eine zentrale KI-Orchestrierung sowie gemeinsame Standards, Governance und Wissensmanagement mit dezentralen, fachbereichsspezifischen Teams, die Anwendungen eigenständig entwickeln und betreiben. Diese hybride, modulare Struktur ermöglicht konsistente Daten- und Wissensnutzung, parallele Entwicklung sowie flexible und skalierbare Innovationen.
Kundenorientierten Target Operating Model im Banking
Prof. Dr. Nils Hafner, Hochschule Luzern
- Nils Hafner stellte die IFZ Studie zu kundenorientierten Target Operating Modellen im Banking vor. Dabei untersucht er den Zusammenhang zwischen Kennzahlen, Organisationsformen, Governance-Strukturen und Fähigkeiten von Banken.
- Im Kern der Studie geht es darum, wie Banken ihr Target Operating Model konsequent an den Bedürfnissen, Reaktionen und Feedbacks der Kundinnen und Kunden ausrichten können. In seinem Vortrag präsentierte er erste Ergebnisse aus einer Befragung unter Banken im DACH-Raum und erläuterte, wie Prozesse, Strukturen und vor allem Verantwortlichkeiten entlang der Customer Journey organisiert werden können und welche Rolle Daten, Technologie und Kultur dabei spielen.
- Nur wenige Schweizer Banken sind heute organisatorisch bereit, Kundenfeedback in die Organisation zu tragen und die dadurch resultierenden Wissenseffekte mit AI breit zu skalieren. Nils Hafner zeigt mit seiner Studie, dass es oft an der geeigneten Datenhaltung, Datenkompetenz, dem Automatisierungswillen und vor allem an Change-Management Kapazitäten fehlt.
Wenn KI Gesichter fälscht: Die Herausforderungen von Deepfakes für Banken
Michael Born, CEO und Founder PXL Vision AG
- Deepfakes stellen Banken vor erhebliche Herausforderungen, u.a. bei der Kundenidentifikation, beim Account Onboarding oder bei Zahlungen. Dabei geht es weniger um die Frage, ob Banken mit Deepfakes konfrontiert werden, sondern wie gut sie darauf vorbereitet sind.
- Eindrücklich wurde aufgezeigt, dass die Zahl der Betrugsfälle stark zunimmt (+1210 % AI-Betrugsversuche im Jahr 2025). Der durchschnittliche Schaden pro Deepfake-Vorfall beträgt rund 500’000 USD, während sich die globalen Verluste durch Synthetic Identity Fraud auf 20 bis 40 Mrd. USD pro Jahr belaufen. Gleichzeitig vereinfacht KI auch auf Betrügerseite Fraud- und Cyberaktivitäten erheblich.
- Sicherheit ist kein Anhang zur KI-Strategie, sondern deren zentrale Voraussetzung. Im anhaltenden Katz-und-Maus-Spiel verbessern Kriminelle ihre Methoden laufend, während Deepfakes einfacher erstellt und breiter eingesetzt werden können. Entsprechend zentral sind kontinuierliche Updates und Weiterentwicklungen der Sicherheitssysteme.
- Die Prüfmechanismen müssen dabei dem erforderlichen Sicherheitsniveau entsprechen, ohne die Customer Experience unnötig zu belasten. Gleichzeitig hat sich die Sicherheitslogik verschoben: Während früher der Mensch im Prozess als Sicherheitsanker galt, braucht es heute zunehmend maschinelle Validierungstechniken, um Identitäten verlässlich zu prüfen
KI Sichtbarkeit -Was denken ChatGPT und Co. über die Schweizer Banken
Sophie Hundertmark, Hochschule Luzern
- KI verändert mit Anwendungen wie ChatGPT, Perplexity und Gemini die gesamte Customer Journey, von der ersten Recherche bis zum Abschluss. Da LLMs oft nur eine einzige Empfehlung ausspielen, können etablierte Banken praktisch unsichtbar werden, während sich für Nischenanbieter völlig neue Chancen eröffnen, sich thematisch oder regional gezielt zu positionieren.
- Es geht aber nicht nur um Sichtbarkeit an sich, sondern um Sichtbarkeit im richtigen Kontext und für die richtigen Zielgruppen. Optimierung beginnt mit AI-kompatiblem Content: strukturiert, aktuell, maschinenlesbar – und konsequent auf die jeweiligen Nutzerbedürfnisse zugeschnitten. Die meisten Schweizer Banken haben hier noch deutlich Luft nach oben, wie die IFZ-Studie zur AI-Sichtbarkeit zeigt.
- Wer KI-Sichtbarkeit beherrscht, legt gleichzeitig die Grundsteine für funktionierenden Self-Service über ChatGPT und Co. und kann sich so manchen ungewollten Anruf im Kundenservice-Center sparen. AI-Sichtbarkeit ist damit nicht nur Marketing-Thema, sondern wirkt direkt auf Effizienz und Kundenerlebnis ein.
PS: Das nächste FinTech Forum findet am 21.5 statt (in Rotkreuz oder online).Thema: «Machine Customers»: Autonome, KI-gestützte Käufer und Serviceagenten verändern, wie Unternehmen Wert schaffen und mit ihren Märkten interagieren. Die Veranstaltung zeigt insbesondere für Finanzdienstleister, wie sich Organisationen auf diese neue Kundengeneration vorbereiten können.
PPS: Wenn wir grad bei Veranstaltungen sind: Am Donnerstag, 26. November 2026 findet am IFZ die Retail Banking Konferenz statt. Das Programm steht bereits zu 80 Prozent. Weitere Informationen finden Sie hier.
Wir danken dem Partner der Konferenz:

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5. Mai 2026
Regionalbanken und Sparkassen,
Welches ist die digitalste Schweizer Retailbank im Privatkundengeschäft 2026?
Ob eine Retailbank als «digital» gilt oder nicht, hängt oft davon ab, wer die Einschätzung vornimmt und nach welchen Massstäben dies untersucht wird. Solche Urteile sind oftmals wenig transparent und dadurch schwer vergleichbar. Die vorliegende Studie wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt (vgl.… Mehr Informationen
Ob eine Retailbank als «digital» gilt oder nicht, hängt oft davon ab, wer die Einschätzung vornimmt und nach welchen Massstäben dies untersucht wird. Solche Urteile sind oftmals wenig transparent und dadurch schwer vergleichbar. Die vorliegende Studie wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt (vgl. Vorjahresstudien 2025, 2024) und basiert auf einem transparenten Kriterienkatalog, der objektive und vergleichbare Ergebnisse ermöglicht. Gleichzeitig wird sie laufend anhand von Teilnehmer-Feedback und dem digitalen Wandel im Finanzsektor weiterentwickelt.
Die wichtigsten Erkenntnisse in 2 Min 32 Sec
Vorgehen
Zu diesem Zweck hat das IFZ gemeinsam mit dem Innovations-Think-Tank e.foresight der Swisscom im Februar 2026 insgesamt 42 Retailbanken und 5 Digitalbanken mittels eines detaillierten Fragebogens untersucht. Analysiert wurde, welche digitalen Funktionalitäten, Produkte und Dienstleistungen im Privatkundensegment angeboten werden. Angebote für Firmenkunden wurden dabei bewusst ausgeklammert. Ziel der Analyse ist es, eine objektiv nachvollziehbare Grundlage für den Vergleich der Banken zu schaffen.
Die entsprechende systematische Erfassung von Funktionalitäten, Produkten und Dienstleistungen wurde in zwölf Themenblöcke «Funktionalitäten auf Website & generelle Serviceangebote», «E-Banking», «Mobile Banking», «Touchpoints und Kundeninteraktion», «Finanzieren», «Anlegen und Vorsorgen», «Zahlen», dem «Digitalisierungsgrad in der Filiale», «Bank-nahe Dienstleistungen», dem Einsatz von «Data Science/Analytics und Machine Learning», der «Automatisierung und Prozesseffizienz», und dem Einsatz von verschiedenen «Technologien» eingeteilt. In Abbildung 1 sind die zwölf Themenblöcke ersichtlich. Die Anzahl der abgefragten Funktionalitäten pro Block ist jeweils in den Boxen unten rechts ersichtlich.

Abbildung 1: Messkonzept und Anzahl untersuchte Elemente pro Themenblock
Die Anzahl der analysierten Faktoren hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 138 auf 145 erhöht. Es gab zudem einige Veränderungen im Fragebogen. Es wurden 13 neue Funktionen aus den Bereichen E-Banking und Mobile-Banking hinzugefügt. Die grösste thematische Neuerung gegenüber dem Vorjahr ist die dezidierte Berücksichtigung des Themas Fraud, das über die bestehenden Themenblöcke hinweg integriert wurde. Aufgrund der hohen Abdeckung von mehr als 85 Prozent und/oder des Teilnehmerfeedbacks wurden 6 Funktionalitäten aus dem Vorjahr gestrichen.
Somit sind die Ergebnisse dieses Jahres nicht direkt mit denen des Vorjahres vergleichbar.
Wie in den Vorjahren stand ausschliesslich die Verfügbarkeit digitaler Funktionalitäten im Mittelpunkt der Analyse. Qualität und Nutzererlebnis («User Experience», UX) der untersuchten Angebote wurden bewusst ausgeklammert. Gleiches gilt für technische Grössen wie die Performance von Webseiten oder E-Banking sowie für schwierig messbare Faktoren wie die «digitale Kultur» oder die «Agilität der Organisation». An einzelnen Stellen wurde jedoch bewusst differenzierter befragt, etwa zum Headcount im Bereich Data Analytics oder zur Anzahl eingesetzter RPAs.
Wir vertreten nach wie vor die Ansicht, dass eine breite Abdeckung von Funktionalitäten eine gute Bewertungsgrundlage darstellt, denn Kundinnen und Kunden erwarten für unterschiedliche Situationen jeweils passende digitale Lösungen (vgl. Blog-Artikel zur Studie). Dass die Kundschaft dabei sehr situationsspezifisch vorgehen, zeigt auch unsere kürzlich publizierte Studie zum Kanalverhalten bei Kreditkartenproblemen (vgl. hier).
Um den Digitalisierungsgrad im Privatkundengeschäft der einzelnen Banken miteinander zu vergleichen, wurden zwei Werte berechnet.
- Bei Variante 1 wurden die Anzahl angebotener digitaler Funktionalitäten, Produkte und Dienstleistungen addiert.
- Bei Variante 2 wurden die einzelnen Themenblöcke basierend auf unserer Einschätzung unterschiedlich gewichtet. Die Gewichtung hat den Vorteil, dass gewisse Funktionalitäten eine höhere Bedeutung erlangen als andere an sich weniger wichtige Funktionalitäten. Auf der anderen Seite ist die «Wichtigkeit» immer mit unserer subjektiven Einschätzung verbunden. Daher zeigen wir nachfolgend beide Ranglisten auf. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir die Gewichtung leicht angepasst: «Zahlen» ist nun mit 13% den Gewichtungen von «Finanzieren» und «Anlegen und Vorsorgen» angeglichen, wohingegen «Bank-nahe Dienstleistungen» sowie «Data Analytics und ML» minimal nach unten gewichtet wurden.
Der Maximalwert beträgt 145 Punkte (ungewichtete Variante) respektive 16.26 Punkte (gewichtete Variante) und wäre erreicht, wenn alle in dieser Studie untersuchten Funktionalitäten, Produkte und Dienstleistungen von einer Bank angeboten würden. Nachfolgend zeigen wir auf, wie nahe die in der Schweiz tätigen Banken diesem Maximalwert kommen und wo noch Potenzial besteht.
Welches ist die digitalste Schweizer Retailbank im Privatkundengeschäft? Die Ranglisten
Die ersten vier Plätze bleiben unabhängig vom Messansatz unverändert (vgl. Abbildung 2). Die UBS verteidigt ziemlich souverän die Spitzenposition, gefolgt von der Migros Bank und dem VZ Depotbank auf den Plätzen zwei und drei. PostFinance, die sich im Vorjahr stark verbessert hatte, behauptet auch in diesem Jahr Rang vier.
Zu den Aufsteigern zählt die Valiant Bank, die ihren Aufwärtstrend der letzten Jahre fortsetzt und sich in beiden Rankings auf Rang 7 vorarbeitet.
Die LUKB verbessert sich jeweils um einen Platz und landet im gewichteten Ranking unter den Top 5 – hier behauptet sie sich knapp vor der Banque Cantonale Vaudoise.
Die stärkste Verbesserung innerhalb der Top 15 verzeichnet die LLB, die im gewichteten Ranking gleich vier Plätze gutmacht und auf Rang 11 springt.
Aus dem nicht gezeigten Verfolgerfeld hervorzuheben ist die Alpha Rheintal Bank, die sich um beachtliche 16 Plätze auf Rang 25 verbessert.
Als erstmalige Teilnehmerin schafft es Swissquote auf Anhieb in die Top 15 und belegt in beiden Rankings den 9. Platz. Bei den Kantonalbanken zeigen sich die Thurgauer Kantonalbank und die Aargauische Kantonalbank stabil und legen im ungewichteten Ranking je einen Platz zu.
Die grössten Rückschritte verzeichnen Raiffeisen (zwei resp. einen Platz), die St. Galler Kantonalbank (4 Plätze im gewichteten Ranking), die Banque Cantonale de Genève (jeweils zwei Platzverluste) und die Hypothekarbank Lenzburg (jeweils einen Platzverlust).
Nicht mehr unter den Top 15 zu finden ist die Zürcher Kantonalbank: Sie belegt nun den 16. Rang im ungewichteten Ranking und wurde aus der Spitzengruppe verdrängt.
Wie ersichtlich wird, variieren die einzelnen Ränge zwischen den beiden Messmethoden leicht. Die grundsätzliche Aussagekraft wird durch die Gewichtung der einzelnen Themenblöcke aber nicht bedeutend verändert.

Abbildung 2: Rangliste der digitalsten Retailbanken der Schweiz (linke Tabelle: ohne Gewichtung, rechts: gewichtete Rangliste)
Das Subranking Mobile Banking
Mobile Banking ist zentral und gewinnt weiter an Bedeutung. Entsprechend haben wir ein separates Subranking mit 88 erhobenen Funktionalitäten erstellt: An der Spitze liegen unverändert UBS, Migros Bank, VZ Depotbank und PostFinance, gefolgt von Revolut auf Rang fünf und Swissquote auf Rang sechs. Auffällig ist auch die Positionierung von weiteren Digitalbanken. Neon (Rang 13) und Yuh (Rang 15) liegen ebenfalls in den Top 15, was zeigt, dass Digitalbanken in ihrem Kerngeschäft Mobile Banking im Durchschnitt bereits mehr Funktionalitäten als viele traditionelle Banken anbieten und schon heute in der Spitzengruppe angekommen sind.

Abbildung 3: Rangliste Mobile Banking in der Schweiz (basierend auf 88 angegebenen Funktionalitäten)
Rankings der einzelnen Themenblöcke
Wir haben zusätzlich noch weitere Sub-Rankings für die oben vorgestellten Themenblöcke erstellt. Nachfolgend zeigen wir Ihnen einige selektierte Erkenntnisse daraus:
- Im E-Banking ist die UBS führend und entscheidet mit einem Punkt Vorsprung Platz eins vor den beiden zweitplatzierten PostFinance und VZ Depotbank
- Die Migros Bank belegt den ersten Platz in der Kategorie «Finanzieren» vor der UBS und Genfer Kantonalbank
- Im Bereich «Zahlen» liegt die Aargauische Kantonalbank vor den gleich platzierten Raiffeisen, Migros Bank und UBS.
- Im Bereich «Anlegen und Vorsorgen» belegen die Swissquote und das VZ Depotbank den ersten Platz mit einem signifikanten Abstand zur drittplatzierten PostFinance
- Aggregiert über die Themenblöcke «Data Analytics & ML», «Automatisierung und Prozesseffizienz» und «Technologie» ist die UBS knapp vor vier zweitplatzierten Migros Bank, PostFinance, VZ Depotbank und ZKB.
- Im zusammengefassten Bereich «Touchpoints/Kundeninteraktion» sowie «Digitalisierungsgrad Filiale» erzielt die UBS die höchste Punktzahl, gefolgt von der Migros Bank auf dem zweiten und der LUKB auf dem dritten Rang.
Generelle Entwicklungen & Vorjahresvergleich
43 der 47 untersuchten Banken nahmen bereits im Vorjahr teil. Die nachfolgenden Ergebnisse beziehen sich auf die Entwicklung dieser 43 Banken im Rahmen eines Vorjahresvergleichs.
- Im Vergleich zu den im Vorjahr 109 berücksichtigten Funktionalitäten ist das Angebot um 4.86% gestiegen, isoliert für den Bereich Mobile-Banking sind es 7.44% und für das E-Banking sind es 3.88%
- Folgende Funktionalitäten verzeichnen absolut den stärksten Anstieg (Investition): Einzahlpotential für Säule 3a berechnen und darstellen (+12), Nutzung des Mobile-Bankings ohne erstmaliges Login im E-Banking (+12; Mobile Banking kann ohne vorgängige E-Banking Aktivierung genutzt werden), Kontoinformationen als QR-Code teilen (+11), Darkmode auf Basis Device-Präferenz (+10), Home Screen Favoritenanzeige (+10)
- Folgende Funktionalitäten verzeichnen den stärksten Rückgang (De-Investition): Live-Chat auf Webseite (-4), Mobile-Banking Demo-Version (-4), Online-Terminvereinbarung mit Kundenberater für bestehende Kunden (-3), Terminvereinbarung auf Webseite (-2) sowie Live-Chat mit Kundenberater oder Service Center (-2)
- Am deutlichsten investiert wurde in die Themenblöcke Kommunikation und Support (11.80%), und Zahlen (8.53%).
Funktionsumfang und Auffälligkeiten bei Funktionalitäten
Neben dem Gesamtranking lohnt sich ein genauerer Blick auf die Ebene der einzelnen Funktionalitäten. Besonders aufschlussreich ist dabei die Verteilung im Mobile-Banking und E-Banking.
- Eine zentrale Erkenntnis ist der überproportionale Anstieg des Mobile-Bankings im Vorjahresvergleich. Hatten wir im Vorjahr noch kritisiert, dass «Mobile First»-Strategien zu wenig umgesetzt werden, zeigt sich nun ein deutlicher Fortschritt. Das Mobile Banking hat in der funktionalen Abdeckung in allen Kategorien zum E-Banking aufgeschlossen.
- Wie bereits erläutert, sind Digitalbanken im Mobile Banking in den vorderen Rängen vertreten. Von insgesamt 88 Funktionen decken sie im Durchschnitt 47% ab, während traditionelle Banken nur auf 36% kommen. Insbesondere in den Bereichen «Zahlen» und «Anlegen und Vorsorgen» liegen sie gegenüber den traditionellen Banken deutlich vorne (58% und 50% gegenüber 43% und 27%). Hingegen bieten derzeit noch keine Digitalbanken eine der sechs erhobenen Funktionen im Bereich Finanzieren an.
- Betrachtet man Funktionalitäten, die von Digitalbanken angeboten werden, bei den übrigen Banken jedoch eine Abdeckung von unter 5% aufweisen, zeigen sich klare Differenzierungsmerkmale. So bieten 60% der Digitalbanken Multiwährungskonten an, während dieses Angebot bei traditionellen Banken nicht vorhanden ist. Auch Single-Use virtuelle Kreditkarten sind mit 40% gegenüber 2% deutlich verbreiteter bei Digitalbanken zu finden. Zudem finden sich Funktionen rund um Staking und den Transfer von Kryptowährungen häufiger bei Digitalbanken (40% gegenüber unter 5%).
- Im Bereich Fraud & Security wurden 12 Funktionalitäten untersucht. Insgesamt weisen alle 47 Institute eine Abdeckung von über 50% auf. Die Funktionalität Echtzeit-Transaktionsbenachrichtigungen bei Kartenzahlungen wird dabei von jeder Digitalbanken, aber «nur» von 72% aller restlichen befragten Banken angeboten. Auch Karten- und Zahlungsmethodensteuerung (Selbständiges Aktivieren/Deaktivieren von Karten- und Zahlungsfunktionen wie Contactless oder Online Zahlungen) wird von 80% der Digitalbanken, aber lediglich von zwei Drittel der restlichen Banken angeboten.
Fazit
Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Resultate können folgende Konklusionen gezogen werden:
- Es bestehen nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Banken mit Blick auf Funktionsabdeckung und dem respektiven digitalen Reifegrad. Mit einer Bandbreite von 16 bis 121.5 Punkte kann man von einem deutlichen Gefälle sprechen. Zudem erzielen nach wie vor 28 der 47 Banken weniger als die Hälfte der Punkte der UBS (was jedoch einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr entspricht, 2025: 33)
- Die «Mobile First»-Strategie zeigt (endlich!) Wirkung. Im Unterschied zum Vorjahr hat das Mobile Banking beim Funktionsumfang zum E-Banking aufgeschlossen und liegt teilweise sogar leicht darüber. Der Ausbau erfolgte mit +10.02% deutlich schneller als im E-Banking (+6.22%), was zeigt, dass der Ansatz inzwischen breit umgesetzt wird.
- Es besteht weiterhin eine positive Korrelation zwischen der Unternehmensgrösse (gemessen anhand der aktiven Bilanzsumme) und dem Grad der Digitalisierung (gemessen anhand der erreichten Punktzahl) – die Korrelation ist im Vorjahresvergleich sogar leicht gestiegen. In Bezug auf ihre Grösse können die VZ Depotbank, Migros Bank, Swissquote, Valiant Holding, Luzerner Kantonalbank, Banque Cantonale Vaudoise und PostFinance als Overperformer im Bereich der Funktionalitätsabdeckung bezeichnet werden.
PS: Wir möchten diese Untersuchung auch in Zukunft regelmässig durchführen, damit wir die Entwicklungen der einzelnen Banken und des gesamten Finanzplatzes besser beurteilen können. Gerne nehme ich hierfür auch weitergehendes Feedback (fehlende Funktionalitäten, etc.) entgegen (andreas.dietrich@hslu.ch).
PPS: Falls Sie es noch nicht getan haben: Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie den Blog (weiterhin) abonnieren – und gerne auch weitersagen, dass man ihn abonnieren kann. Einmal pro Woche erhalten Sie neue Beiträge mit News, Produktvorstellungen, Insights aus Studien und vielen weiteren Einblicken aus der Welt des Retail Bankings.
Kommentare
2 Kommentare
Rückblick auf die Konferenz Innovationen im Banking 2026 - IFZ Retail Banking Blog
11. Mai 2026
[…] Andreas Dietrich stellte die jährliche Studie «Die digitalsten Retailbanken der Schweiz» vor, welche die Hochschule Luzern wie gewohnt in Kooperation mit e.foresight erstellt hat. Eine Zusammenfassung der Studie inklusive Video finden Sie hier. […]
Frage
6. Mai 2026
Wieso bezahlt man beim Instant Mobile Banking Transaktionen? Oder warum kann man sich meistens micht mit mehreren Devices gleichzeitig einloggen etc. Digital Banking ist doch mit Asien zu vergleichen und ich spreche nicht von den alte COBOL-Systeme der UBS.
Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.
27. April 2026
Kundenservice bei 61 Schweizer Banken 2026: Zwischen Automatisierung und persönlicher Beratung
Vorgehen
Wie in den vorangegangenen Untersuchungen (vgl. Auswertungen aus den Jahren 2024, 2022 und 2020) haben wir auch diesmal die grössten 56 Banken im Schweizer Retailgeschäft analysiert und um die Digitalbanken Revolut, Neon, Yuh, Zak sowie Swissquote ergänzt. Die Daten zur Erreichbarkeit der Helpdesks wurden Anfang April 2026 erhoben.… Mehr Informationen
Vorgehen
Wie in den vorangegangenen Untersuchungen (vgl. Auswertungen aus den Jahren 2024, 2022 und 2020) haben wir auch diesmal die grössten 56 Banken im Schweizer Retailgeschäft analysiert und um die Digitalbanken Revolut, Neon, Yuh, Zak sowie Swissquote ergänzt. Die Daten zur Erreichbarkeit der Helpdesks wurden Anfang April 2026 erhoben.
Ähnlich wie bei einer Produktbewertung haben wir die Verfügbarkeit mit einem bis fünf Sternen bewertet. Als Grundlage dient die Verfügbarkeitsquote: Sie gibt an, wie viele der 168 möglichen Wochenstunden der telefonische Helpdesk erreichbar ist (z.B. entspricht eine Quote von 40% einer Verfügbarkeit von rund 67 Stunden pro Woche).
- Permanente Verfügbarkeit (5 Sterne): Der telefonische Helpdesk ist an jedem Tag rund um die Uhr erreichbar und entspricht einer Verfügbarkeitsquote von 100%.
- Sehr hohe Verfügbarkeit (4 Sterne): Der Helpdesk ist sieben Tage die Woche erreichbar.
- Hohe Verfügbarkeit (3 Sterne): Der Helpdesk ist werktags erreichbar, inklusive Samstag, und erreicht eine Verfügbarkeitsquote von mindestens einem Drittel.
- Mittlere Verfügbarkeit (2 Sterne): Der Helpdesk ist ausschliesslich unter der Woche erreichbar und hat eine Verfügbarkeitsquote von mindestens einem Drittel.
- Tiefe Verfügbarkeit (1 Stern): Der Support ist weniger als ein Drittel der möglichen Wochenstunden erreichbar (< 55 Stunden).
Die telefonische Erreichbarkeit betrachten wir als einen Faktor der Kundenfreundlichkeit. Direkte Rückschlüsse auf die Beratungsqualität lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.
Ergebnisse zu den Verfügbarkeiten von Banken
Wie bereits in der vorangegangenen Erhebung sind die UBS AG und die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) die einzigen Institute mit permanenter Verfügbarkeit – sie sind an sieben Tagen rund um die Uhr erreichbar und gewährleisten damit eine Verfügbarkeitsquote von 100%. An dieser Situation hat sich gegenüber 2024 nichts verändert.
Die Zürcher Kantonalbank und die Banque Cantonale de Genève weisen ebenfalls eine sehr hohe Verfügbarkeit auf. Sie sind sieben Tage die Woche erreichbar, jedoch nicht rund um die Uhr. Die ZKB ist werktags von 8.00 bis 22.00 Uhr sowie an Samstag und Sonntag eingeschränkt erreichbar und erreicht eine Verfügbarkeitsquote von 52%. Die Banque Cantonale de Genève kommt auf 42% und ist auch sonntags – allerdings nur bis 13.00 Uhr – verfügbar.
In der Kategorie hohe Verfügbarkeit (3 Sterne) finden sich 18 Institute, die werktags und samstags erreichbar sind und eine Verfügbarkeitsquote von mindestens einem Drittel erreichen. Eine grössere Gruppe – darunter die AEK Bank, die Alternative Bank Schweiz, die Regiobank Solothurn sowie weitere Regional- und Sparbanken – ist werktags von 7.00 bis 21.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 12.00 Uhr erreichbar, was 74.0 Stunden pro Woche entspricht. Auch die Raiffeisen-Gruppe, PostFinance, die Aargauische Kantonalbank und die Berner Kantonalbank sind in dieser Kategorie eingeordnet, mit Verfügbarkeitsquoten zwischen 40% und 43%. Gegenüber 2024 haben sich in dieser Kategorie keine Veränderungen ergeben.
Insgesamt haben zwei Institute ihre Erreichbarkeit ausgebaut und drei reduziert. Die Bernerland Bank AG hat ihre Verfügbarkeit um 5.0 Stunden auf neu 74.0 Stunden pro Woche erhöht, die Banque Cantonale Neuchâteloise um 6.3 Stunden auf 55.0 Stunden (Verfügbarkeitsquote von 33%).
Am deutlichsten fällt der Rückgang bei Yuh aus: Die Digitalbank ist heute «nur» noch 55.0 Stunden pro Woche erreichbar – ein Minus von 15.0 Stunden gegenüber 2024. Kleinere Anpassungen nach unten verzeichnen die Obwaldner Kantonalbank und die Hypothekarbank Lenzburg AG (je –2.5 Stunden).

Abbildung 1: Erreichbarkeiten der Online und Mobile Banking Helpdesks (Erhebung April 2026)
Yuh: Weniger Telefon, mehr Self-Service
Yuh ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Hatte die Schweizer Neobank vor zwei Jahren noch rund 200’000 Kundinnen und Kunden, sind es heute etwa 420’000. Dieses Wachstum stellt nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch den Kundendienst vor neue Herausforderungen.
Parallel zum Wachstum hat Yuh die Öffnungszeiten seines Service Centers angepasst – aber anders, als man zuerst denken würde. Statt wie bis im Sommer 2024 von 8 bis 22 Uhr ist, der Kundendienst heute «nur» noch von 8 bis 19 Uhr erreichbar (Montag bis Freitag). Auf den ersten Blick bedeutet das eine deutliche Reduktion der Erreichbarkeit. Dahinter steckt jedoch eine bewusste strategische Entscheidung.
Laut Angaben von Yuh zeigte sich, dass rund 90% der Anrufe bis 19 Uhr erfolgen, während nur etwa 10% auf die Abendstunden entfielen. Die Anrufspitzen konzentrierten sich dabei auf die zwei Zeitfenster zwischen 9 und 12 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr.
Hinzu kam, dass die Sicherstellung von vier Sprachen, eine komplexe Schichtplanung und eine geringere Personaldecke am Abend dazu führten, dass das Servicelevel in den Randzeiten messbar schlechter war. Daher konzentriert Yuh die Ressourcen nun gezielt auf die Hauptzeiten. Seit Sommer 2024 wird tagsüber mehr Personal eingesetzt, was die Erreichbarkeit deutlich verbessert. Auf der anderen Seite ist die Erreichbarkeit in den Abendstunden nicht mehr gegeben.
Ein weiterer wichtiger Baustein in der Service-Strategie ist der verstärkte Einsatz von Automatisierung. Der Chatbot deckt heute rund 45% aller Anfragen ab. Besonders bei Standardanliegen – etwa zu Funktionen, Preisen oder allgemeinen Themen – funktioniert der Bot gemäss Aussagen von Yuh sehr gut.
Mit „Yuhlia“ wurde zudem ein In-App-Chatbot eingeführt, der auf Transaktionsdaten zugreifen kann. Dadurch lassen sich viele Anfragen noch gezielter und effizienter beantworten. Die konkrete Lösungsquote wird zwar nicht öffentlich beziffert, gilt laut Yuh jedoch als „relativ hoch“.
Trotzdem bleibt der persönliche Kontakt wichtig. Neben rund 45% der Anfragen, die über den Chatbot abgewickelt werden, erfolgen weiterhin etwa 45% über den Telefonkanal. Weitere rund 10% entfallen auf schriftliche Anfragen.
In absoluten Zahlen entspricht dies für Februar 2025 rund 19’000 Anrufen, 18’000 Chatbot-Anfragen und 6’500 weiteren schriftlichen Anfragen.
Als Ausgleich für die verkürzten Servicezeiten hat Yuh zusätzlich eine externe 24/7-Hotline eingeführt. Diese ist insbesondere für kritische Anliegen wie Kontosperrungen oder Kartenblockierungen bei Betrugsfällen zuständig. Diese Leistung wurde ausgelagert.
Trotz der Verdoppelung der Kundenzahl hat Yuh die Anzahl der Mitarbeitenden im Service Center nicht im gleichen Umfang erhöht. Auch künftig rechnet das Unternehmen mit weiterem Kundenwachstum – jedoch nicht mit einem proportionalen Ausbau der FTE im Kundendienst.
Die Strategie ist dabei eine Art «Mittelweg». Sie setzt auf den Ausbau von Automatisierung und Self-Service bei gleichzeitiger Beibehaltung der persönlichen Erreichbarkeit. Dadurch soll auch die Differenzierung, insbesondere gegenüber Anbietern wie Revolut, durch lokale Stärken wie den Telefonservice auf Schweizerdeutsch erhalten bleiben. Ziel ist es, eine hohe Customer Experience mit skalierbaren Kosten zu verbinden.
Trade Republic – Menschlicher Support als strategische Entscheidung
Während Schweizer Finanzdienstleister Yuh ihre Kontaktzeiten reduziert, ist Trade Republic ein aktuelles und interessantes Gegenbeispiel.
Trade Republic verdoppelte seine Kundenzahl innerhalb von 18 Monaten auf über zehn Millionen. Der interne Kundensupport hielt mit diesem Wachstum nicht mit und Warteschleifen wurden zum Symbol einer wachsenden Lücke zwischen Produktversprechen und gelebter Realität. Allein von Januar bis September 2025 gingen bei deutschen Verbraucherzentralen über 300 Beschwerden über Trade Republic ein.
Nun reagiert das Berliner FinTech mit einer klaren Kehrtwende. Ab sofort können Nutzerinnen und Nutzer direkt aus der App heraus telefonieren oder per Live-Chat Kontakt aufnehmen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, in acht Sprachen. Dafür stehen über 1’000 Serviceagenten bereit. Hinzu kommt eine Rückruf-Funktion sowie ein Ticket-Tracking-System, das Kundinnen und Kunden den Status ihrer Anfrage transparent in der App verfolgen lässt – vergleichbar einem Pakettracking. Auch ein Kundenbeirat wird eingerichtet: Jährlich werden zehn Kundinnen und Kunden eingeladen, direkt mit dem Management über Produktentwicklungen und Herausforderungen zu sprechen.
Besonders bemerkenswert ist, wie Trade Republic diesen Aufbau gestaltet. Während viele Finanzdienstleister bei der Skalierung des Supports zunehmend auf KI-Chatbots setzen, setzt Trade Republic bewusst auf echte Menschen.
Wer das gesamte Vermögen seiner Kundschaft verwalten will – so der erklärte Anspruch des Unternehmens – muss jederzeit ansprechbar sein.
Fazit
Die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Es bewegt sich weiterhin wenig – und wenn, dann eher in die «falsche» Richtung. Drei Institute haben ihre telefonische Erreichbarkeit reduziert, nur zwei ausgebaut. Dabei nimmt die Nutzung von E- und Mobile Banking weiter zu.
Das Gegenargument liegt auf der Hand: GenAI-Chatbots und Voice-Bots, später allenfalls auch KI-Agenten, können einfache Anfragen rund um die Uhr abfangen. Das Beispiel von Yuh zeigt, dass diese Verlagerung in der Praxis funktionieren kann, zumindest für einen Teil der Kundschaft. Dennoch bleibt die Frage, ob technologische Self-Service-Lösungen ein breiteres Kundenbedürfnis nach menschlicher Erreichbarkeit ersetzen können. Denn wie unsere kürzlich publizierte Studie zeigt, wollen Kundinnen und Kunden bei Problemen nach wie vor bevorzugt zum Telefon greifen und mit einem echten Menschen sprechen.
Trade Republic liefert in diesem Kontext eine weitere interessante Antwort aus der Praxis. Ein Neobroker mit zehn Millionen Kunden hat nach Jahren der Kritik massiv und bewusst als Alternative zu KI-Automatisierung in menschlichen Support investiert. Die Botschaft dahinter ist klar. Wer das Vertrauen seiner Kundschaft langfristig gewinnen will, muss bei Problemen erreichbar sein.
Hier finden Sie eine Übersicht der Erreichbarkeiten als PDF.
PS: Die Verfügbarkeit von Hotlines ist einer von insgesamt 145 Faktoren, die wir im Rahmen der Studie „Die digitalsten Retailbanken der Schweiz“ untersucht haben. Die Studie, die wir gemeinsam mit e.foresight durchführen, erscheint am 5. Mai. Wir informieren auf diesem Blog und an der Konferenz «Innovationen im Banking» über die wichtigsten Resultate.
Kommentare
3 Kommentare
Un système à deux vitesses : Le client n’est pas roi dans ces banques suisses
29. April 2026
[…] L’analyse menée par la HSLU s’est concentrée sur 56 banques de détail suisses ainsi que cinq banques numériques majeures: Revolut, Neon, Yuh, Zak et Swissquote. L’objectif était d’évaluer un critère précis mais déterminant pour les clients: la disponibilité du service d’assistance. Pour ce faire, les chercheurs ont attribué des notes allant de une à cinq étoiles en fonction de la joignabilité téléphonique. […]
D. Strub
29. April 2026
La question est de savoir si les chercheurs ont réellement appelé. À quoi servent de longues heures de service si le client passe une éternité en attente ?
D. Strub
28. April 2026
Nun ja, das ist eine Analyse der theoretischen Erreichbarkeit. Das Kundenerlebnis wird jedoch von der tatsächlichen Erreichbarkeit getrieben (nach welcher Wartezeit steht eine Mitarbeiterin zur Verfügung) und von der Qualität der Services. Aus eigener Erfahrung: besser kürzere Betriebszeiten, dafür hohe Erreichbarkeit, insbesondere wenn man für Notfälle Alternativkanäle anbietet. Ich wette, dass Kundenzufriedenheit nicht mit der theoretischen Erreichbarkeit korreliert.
Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.
20. April 2026
Kreditkarte funktioniert nicht? Wie Kundinnen und Kunden Hilfe suchen
Die Digitalisierung hat das Banking in den letzten Jahren stark verändert. Viele Dienstleistungen, die früher ausschliesslich über Filialen oder den telefonischen Kundenservice abgewickelt wurden, sind heute jederzeit über E-Banking, Mobile Banking oder Webseiten verfügbar. Banken investieren entsprechend stark in Self-Service-Lösungen, mit dem Ziel, Kundinnen und Kunden eine schnelle und für beide Seiten effiziente Problemlösung zu ermöglichen – ohne direkten Kontakt zur Bank.… Mehr Informationen
Die Digitalisierung hat das Banking in den letzten Jahren stark verändert. Viele Dienstleistungen, die früher ausschliesslich über Filialen oder den telefonischen Kundenservice abgewickelt wurden, sind heute jederzeit über E-Banking, Mobile Banking oder Webseiten verfügbar. Banken investieren entsprechend stark in Self-Service-Lösungen, mit dem Ziel, Kundinnen und Kunden eine schnelle und für beide Seiten effiziente Problemlösung zu ermöglichen – ohne direkten Kontakt zur Bank.
Doch wie verhalten sich Kundinnen und Kunden tatsächlich, wenn ein konkretes Problem auftritt? Setzen sie auf digitale Selbsthilfe oder suchen sie weiterhin den persönlichen Kontakt zur Bank?
Gerade in kritischen Situationen – etwa wenn eine Debit- oder Kreditkarte plötzlich nicht mehr funktioniert – zeigt sich, welche Supportkanäle Kundinnen und Kunden tatsächlich nutzen. Basierend auf einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung untersucht die folgende Analyse deshalb, welchen Touchpoint Kundinnen und Kunden bei einem Kartenproblem wählen und wie sich ihr Verhalten verändert, wenn der erste Lösungsversuch nicht erfolgreich ist. Ziel der Untersuchung war es, die Wichtigkeit von Self-Service-Kanälen aus Sicht von Kundinnen und Kunden zu untersuchen.
Die Ergebnisse basieren auf einer Onlinebefragung von 2’005 in der Schweiz wohnhaften Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Befragung wurde zwischen dem 9. und 23. Juli 2025 durchgeführt.
Untersucht wurden zwei Schritte: Erstens, welchen Touchpoint Kundinnen und Kunden beim ersten Lösungsversuch wählen. Und zweitens, an welchen Kanal sie sich wenden, wenn das Problem im ersten Anlauf nicht gelöst werden konnte.
Das Telefon ist immer noch zentral
Die Ergebnisse zeigen, dass Kundinnen und Kunden im Fall einer nicht funktionierenden Zahlungskarte zunächst überwiegend den direkten Kontakt zur Bank per Telefon suchen. 41 Prozent der Befragten rufen in einem solchen Fall ihre Bank an. Damit bleibt der persönliche Kontakt auch in einer zunehmend digitalen Umgebung das bevorzugte Mittel zur Problemlösung. Gleichzeitig greifen aber bereits 28 Prozent direkt auf E-Banking oder Mobile Banking zurück, um das Problem eigenständig zu lösen (vgl. Abbildung 1). Weitere 9 Prozent konsultieren die Webseite der Bank (z.B. FAQ-Bereich). Damit nutzen insgesamt rund 40 Prozent der Kundinnen und Kunden primär digitale Self-Service-Optionen. Die Filiale spielt in einem ersten Schritt mit 12 Prozent nur eine untergeordnete Rolle.
Wenn das Problem über die digitalen Kanäle oder das Telefon aber initial nicht gelöst werden kann, verlagert sich das Verhalten deutlich hin zur Filiale: Im zweiten Versuch steigt der Anteil der Filialkontakte von 12 Prozent (beim ersten Versuch) auf 28 Prozent.
Weiterhin am wichtigsten bleibt im zweiten Anlauf das Telefon. Wenn der erste Versuch gescheitert ist und das Problem nicht behoben werden konnte, greifen 43 Prozent im zweiten Versuch (erneut) zum Hörer.
Digitale Supportkanäle wie Webseiten, Chatbots oder KI-basierte Chats (z.B. ChatGPT) spielen dagegen derzeit sowohl beim ersten als auch beim zweiten Anlauf nur eine marginale Rolle. Dies verdeutlicht, dass Kundinnen und Kunden bei technischen Problemen mit ihrer Karte nach wie vor auf direkte, vertrauensbasierte Kontaktformen setzen und digitale Assistenzsysteme erst eine geringe Akzeptanz geniessen oder auch noch gar nicht angeboten werden.
Insgesamt zeigt die Analyse, dass das Telefon in der Schweiz nach wie vor zentral ist. Self-Service-Angebote gewinnen aber an Bedeutung und entwickeln sich zunehmend zu einer wichtigen ersten Anlaufstelle bei Problemen.

Abbildung 1: Bedeutung der Support-Touchpoints bei Problemen mit Debit- oder Kreditkarte (1. Versuch und 2. Versuch)
Fazit
Bei akuten Problemen – beispielsweise wenn eine Zahlungskarte nicht funktioniert – suchen Kundinnen und Kunden nach wie vor sehr häufig den persönlichen Kontakt zur Bank. Rund 41 Prozent greifen im ersten Versuch zum Telefon, beim zweiten Versuch sogar 43 Prozent. Das unterstreicht die weiterhin hohe Relevanz des Telefons als direkter, vertrauensbasierter Touchpoint im Schweizer Banking. Ein wichtiger Grund dafür ist auch die Qualität vieler Contact Center. Die Erreichbarkeit ist in der Regel gut, die Wartezeiten sind kurz und Anliegen können häufig rasch gelöst werden.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine klare Verschiebung hin zu digitalen Self-Service-Angeboten. Bereits heute sucht ein signifikanter Teil der Kundinnen und Kunden eigenständig über E-Banking, Mobile Banking oder die Bankwebseite nach einer Lösung. Die Filiale spielt bei der Erstsuche mit 12 Prozent nur noch eine Nebenrolle, wird jedoch häufiger aufgesucht (28%), wenn digitale oder telefonische Wege nicht zum Ziel führen.
Digitale Supportkanäle wie Chatbots oder KI-gestützte Assistenzsysteme spielen aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Dies dürfte sich jedoch in den kommenden Jahren deutlich verändern. Mit dem rasanten Fortschritt generativer KI (GenAI) entstehen neue Möglichkeiten, Kundinnen und Kunden in Self-Service-Prozessen wesentlich besser zu unterstützen. Moderne KI-Systeme können komplexe Anliegen verstehen, kontextbezogen beantworten und Nutzende durch Problemlösungen führen, beispielsweise bei Kartensperrungen, Limitenanpassungen oder Fehlermeldungen im Zahlungsprozess.
Noch stärker könnte der Effekt durch sogenannte Agentic AI werden. Diese Systeme beantworten nicht nur Fragen, sondern führen auch selbstständig Aktionen aus, etwa das temporäre Entsperren einer Karte, das Bestellen einer Ersatzkarte oder das automatische Eröffnen eines Supportfalls. Damit verschiebt sich die Rolle von Self-Service von reiner Information hin zu echter Problemlösung ohne menschlichen Eingriff.
Kommentare
2 Kommentare
Welches ist die digitalste Schweizer Retailbank im Privatkundengeschäft 2026? - IFZ Retail Banking Blog
5. Mai 2026
[…] Wir vertreten nach wie vor die Ansicht, dass eine breite Abdeckung von Funktionalitäten eine gute Bewertungsgrundlage darstellt, denn Kundinnen und Kunden erwarten für unterschiedliche Situationen jeweils passende digitale Lösungen (vgl. Blog-Artikel zur Studie). Dass die Kundschaft dabei sehr situationsspezifisch vorgehen, zeigt auch unsere kürzlich publizierte Studie zum Kanalverhalten bei Kreditkartenproblemen (vgl. hier). […]
Kundenservice bei 61 Schweizer Banken 2026: Zwischen Automatisierung und persönlicher Beratung - IFZ Retail Banking Blog
27. April 2026
[…] ein breiteres Kundenbedürfnis nach menschlicher Erreichbarkeit ersetzen können. Denn wie unsere kürzlich publizierte Studie zeigt, wollen Kundinnen und Kunden bei Problemen nach wie vor bevorzugt zum Telefon greifen und mit […]
Danke für Ihren Kommentar, wir prüfen dies gerne.
13. April 2026
Neobanken in der Schweiz: Marktanteile und Kundenzahlen 2021–2026
Banking via Smartphone ist nicht mehr wegzudenken
Unter einer Neobank – auch als Smartphone-Bank oder Challenger-Bank bezeichnet – verstehen wir im Folgenden ein Finanzinstitut, das Dienstleistungen für das alltägliche Banking (z.B. Kontoführung, Kredit- und Debitkarten, Zahlungsverkehr, Sparen) ausschliesslich über digitale Touchpoints anbietet.… Mehr Informationen
Banking via Smartphone ist nicht mehr wegzudenken
Unter einer Neobank – auch als Smartphone-Bank oder Challenger-Bank bezeichnet – verstehen wir im Folgenden ein Finanzinstitut, das Dienstleistungen für das alltägliche Banking (z.B. Kontoführung, Kredit- und Debitkarten, Zahlungsverkehr, Sparen) ausschliesslich über digitale Touchpoints anbietet. Eine Neobank ist somit nur via Smartphone oder teilweise via PC erreichbar. CSX erfüllte diese Definition nicht und wird in dieser Analyse daher nicht berücksichtigt.
Dass Neobanken gekommen sind, um zu bleiben, ist in der Zwischenzeit wohl allen klar. Heute dürfte ihr Schweizer Kundenstamm deutlich über einer Million liegen. Im Folgenden beleuchten wir die Entwicklung der einzelnen Neobanken.
Ein Wort zur Methodik
Grundlage für die dargestellten Nutzerzahlen der einzelnen Neobanken bilden Angaben, die in (un)regelmässigen Abständen von den Instituten selbst oder in Medienberichten kommuniziert wurden. Anhand dieser Daten wurden für die einzelnen Neobanken Zeitreihen auf Monatsbasis erstellt. Zwischen den verfügbaren Datenpunkten wurde linear interpoliert. Für die Monate nach dem letzten verfügbaren Datenpunkt (z.B. Juni 2025) wurde die Nutzerzahl hochgerechnet. Der Hochrechnung liegt die Annahme zugrunde, dass die Neobanken mit einer ähnlichen Dynamik weiterwachsen wie in den 18 Monaten zuvor, wobei jüngere Monate stärker in die Prognose einfliessen (siehe Abbildung 1 zur Darstellung der Methodik und der verfügbaren Datenpunkte).
Schätzungen für Wise und N26
Für die Schweizer Ableger der ausländischen Neobanken Wise (ehemals TransferWise) und N26 waren keine Angaben zur Kundenbasis in der Schweiz verfügbar, mit denen sich Zeitreihen bilden liessen.
Um die Grössenordnung der Nutzerzahlen von Wise und N26 zu ermitteln, erfolgte eine Schätzung auf Basis der Umfrageergebnisse des Swiss Payment Monitors (SPM) der HSG und der ZHAW. Im Rahmen des SPM wird halbjährlich erhoben, wie viele Personen welche Neobanken kennen und nutzen. Die Ergebnisse des SPM decken sich dabei mit den Resultaten unserer Befragung aus dem Jahr 2022. Die Information zum Nutzeranteil ermöglicht zusammen mit den Nutzerzahlen anderer Neobanken eine Schätzung der folgenden Bandbreiten für die Schweizer Kundenbasis der zwei Smartphone-Banken per Ende 2025:
- Wise: zwischen 160’000 und 190’000 Nutzer:innen
- N26: zwischen 70’000 und 90’000 Nutzer:innen
Nutzerzahlen Revolut mit anderer Berechnung
Beim Branchenprimus Revolut wiederum stellt sich eine andere Schwierigkeit: Bei Revolut sind die Nutzerzahlen zwar klar definiert, folgen jedoch (zumeist) einer anderen Logik als bei der Konkurrenz und sind daher nur bedingt vergleichbar. Medienberichten zufolge verzeichnete Revolut im Sommer 2024 über 800’000 Nutzende in der Schweiz und im Frühjahr 2025 sogar über eine Million. Diese Zahlen würden bedeuten, dass Revoluts Kundenstamm grösser ist als jener aller anderen in der Schweiz aktiven Neobanken zusammen und beispielsweise mehr als doppelt so gross ist wie jener von Yuh. Die relativen Marktanteile gemäss dem Swiss Payment Monitor zeichnen ein anderes Bild. Würde die Anzahl Kundinnen und Kunden von Revolut auf dieselbe Art berechnet wie für Wise und N26, resultierten deutlich tiefere Nutzerzahlen.
Auf Anfrage teilt Revolut mit, dass die kommunizierte Zahl von über einer Million Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz korrekt ist. Als Nutzerin bzw. Nutzer zählen bei Revolut aber alle Personen, welche die App heruntergeladen, sich registriert und den Verifizierungsprozess (Know-your-customer-Prozess) der Identität erfolgreich abgeschlossen haben.
Viele andere Banken definieren ihren Kundenstamm konservativer als Revolut und berücksichtigen etwa nur Personen, die eine gewisse Mindestaktivität aufweisen (z.B. mindestens eine Transaktion durchgeführt). Trotz der Unsicherheit zur Bemessung der Nutzerzahlen, verwenden wir für Revolut ausschliesslich Werte, die vom Unternehmen selbst bekanntgegeben wurden.
Im Folgenden beleuchten wir die Entwicklung der einzelnen Neobanken etwas genauer.
Die Aus- und Umsteiger: Radicant, Kaspar& und Yapeal
Radicant, Kaspar& und Yapeal haben ihre Aktivitäten im Privatkundenbereich im vergangenen Jahr eingestellt oder zurückgefahren. Die Tochter der Basellandschaftlichen Kantonalbank Radicant hat den Betrieb im November eingestellt. Kaspar& wiederum fokussiert künftig auf die Erbringung von Banking-as-a-Service-Leistungen. Yapeal will sich ebenfalls stärker auf das Firmenkundengeschäft konzentrieren. Die App für Privatkunden wird zwar weiterbetrieben, aber nicht mehr beworben. Ende November 2025 vereinten die drei Neobanken etwas über 36’000 User auf sich. Über die Hälfte davon waren Radicant-Nutzende, die nun von Alpian übernommen werden.
Yuh startet durch und überholt Neon
In starkem Kontrast zu den Schwierigkeiten bei Radicant steht der steile Aufstieg von Yuh. Die Firma wurde im Mai 2021 lanciert. Gut viereinhalb Jahre nach seiner Lancierung weist es bereits eine Kundenbasis von 400’000 Personen aus. Damit hat das Unternehmen, das mittlerweile zu 100% im Besitz von Swissquote ist, den bisherigen Schweizer Platzhirsch Neon überholt. Allerdings bleibt auch Neon auf Wachstumskurs. Das von bestehenden Banken unabhängige Zürcher Start-Up trat im Jahr 2019 in den Markt ein und verfügte Ende 2025 über rund 250’000 Kundinnen und Kunden.
Verhaltenes Wachstum bei Zak und N26
Mit deutlich weniger Tempo, aber trotzdem ebenfalls weiter gewachsen sind die Cler-Tochter Zak und die Berliner Neobank N26. Zak gilt als die erste Schweizer Smartphone-Bank und konnte seit ihrem Start im Jahr 2018 langsam aber kontinuierlich neue Kundinnen und Kunden gewinnen. Basierend auf den jüngsten verfügbaren Zahlen ist davon auszugehen, dass Zaks Kundenstamm Ende 2025 etwas unter 90’000 Personen umfasste. Bei N26 scheint sich die Wachstumsdynamik zuletzt allerdings vermindert zu haben – zumindest basierend auf den Ergebnissen des Swiss Payments Monitor. Gemäss dem SPM hat N26 im Verhältnis zu den anderen Neobanken an Marktanteil eingebüsst. Wir schätzen, dass die Neobank Ende 2025 über knapp 80’000 Nutzende in der Schweiz verfügte.
Wise und Newcomer Alpian wachsen konstant
Alpian ist Teil der italienischen Bankengruppe Intesa Sanpaolo und wurde Ende 2022 in der Schweiz lanciert. Das junge Unternehmen mit Fokus auf die Vermögensverwaltung verfügte Ende letzten Jahres über einen Kundenstamm von 27’000 Personen. Im Rahmen der Auflösung von Radicant wird Alpian dieses Jahr rund 20’000 Radicant-Kundinnen und Kunden übernehmen. Alpian hat sich das Ziel gesteckt, seine Kundenbasis im Jahr 2026 auf deutlich über 45’000 ausbauen zu wollen.
Die Londoner Neobank Wise nahm ihren Betrieb bereits im Jahr 2011 in Grossbritannien auf. Wie sich von den Zahlen des Swiss Payment Monitors ableiten lässt, ist Wise auch in der Schweiz in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Wir schätzen die Wise-Kundenbasis per Ende 2025 auf rund 175’000 Personen.
Revolut: Auf hohem Niveau stark steigend
Trotz der Unsicherheiten rund um die Anzahl aktiver Nutzerinnen und Nutzer steht ausser Frage, dass Revolut klar die kundenstärkste Neobank in der Schweiz ist. Wie bereits erwähnt, zählte die Londoner Bank gemäss eigenen Angaben über eine Million Kundinnen und Kunden per Ende 2025. Seit Längerem kursieren zudem Gerüchte, Revolut plane die Beantragung der hiesigen Bankenlizenz. Eine solche dürfte dem Wachstum in der Schweiz zusätzlichen Schub verleihen.
Abbildung 1 fasst die beschriebenen Entwicklungen zusammen. Zwecks besserer Lesbarkeit sind in Abbildung 2 die Neobanken exkl. Revolut dargestellt.

Abbildung 1: Entwicklung Nutzerzahlen der in der Schweiz aktiven Neobanken 2019-2026 (Werte zwischen den Datenpunkten wurden linear interpoliert; Prognosen ab letztem Datenpunkt sind Schätzungen der Autoren. Daten: öffentlich kommunizierte Angaben der Neobanken, Medienberichte und Swiss Payment Monitor (SPM))

Abbildung 2: Entwicklung der Nutzerzahlen der in der Schweiz aktiven Neobanken 2019-2026 exklusive Revolut (Methodik gem. Abbildung 1. Daten: öffentlich kommunizierte Angaben der Neobanken, Medienberichte und Swiss Payment Monitor (SPM))
Ausblick
Angesichts der begrenzten Marktgrösse der Schweiz ist es wenig überraschend, dass sich der Neobankenmarkt bereits zu konsolidieren beginnt. Die jüngsten Rückzüge von Kaspar&, Radicant und Yapeal aus dem Privatkundengeschäft sind eine normale und erwartbare Entwicklung in einem reifenden Markt. Wir erwarten zudem, dass nicht alle derzeitigen Anbieter langfristig bestehen werden. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer von Neobanken weiter steigt. In Abbildung 1 bzw. 2 zeigen wir eine Prognose für die Nutzerzahlen der einzelnen Institute bis Ende 2026.
Spannend wird dabei sein, ob Yuh seinen rasanten Aufstieg fortsetzen kann. Falls ja, könnte der Kundenstamm des Unternehmens bis Ende 2026 auf über 500’000 Nutzerinnen und Nutzer anwachsen. Mit weiterhin starkem Wachstum ist auch bei Revolut zu rechnen. Gemäss eigenen Angaben will die Neobank jährlich bis zu 250’000 Neukundinnen und -kunden gewinnen. Wise wird voraussichtlich ebenfalls weiter zulegen und könnte bis Ende Jahr an Neon aufschliessen.
Noch entscheidender ist aber, dass auch die Durchdringung zunimmt. Wir erwarten, dass Kundinnen und Kunden zunehmend zusätzliche Produkte nutzen und einen grösseren Teil ihrer Transaktionen über Smartphone-Banken abwickeln werden.
Noch offen ist für uns hingegen eine weitere zentrale strategische Frage: Schaffen es Neobanken, sich als Hauptbank zu etablieren? Derzeit nutzen erst etwas mehr als 1% der Schweizer Bevölkerung eine Neobank als primäre Bankverbindung. Ein Blick nach Grossbritannien unterstreicht dieses Potenzial: Dort stieg der Anteil der Smartphone-Banken an den Hauptbankbeziehungen von 1% im Jahr 2019 auf rund 6% im Jahr 2025 — ein klares Zeichen dafür, dass Neobanken nach einer gewissen Zeitspanne als Primärbank akzeptiert werden. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, erscheint auch in der Schweiz ein Anteil von rund 5% Hauptbankbeziehungen innerhalb der nächsten fünf Jahre plausibel.
IFZ schafft neue Datengrundlage zum Schweizer Neobankenmarkt
Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ wird die Entwicklung des Schweizer Neobankenmarkts auch künftig eng verfolgen. In diesem Rahmen werden die in diesem Blog präsentierten Zeitreihen zu den Nutzerzahlen der in der Schweiz aktiven Neobanken laufend aktualisiert und öffentlich zur Verfügung gestellt. Die Daten können ab heute über den IFZ Retail Banking Blog bezogen werden. Damit entsteht ein Datenangebot, das unseres Wissens in dieser Form bislang fehlte.
PS: Wer sich generell mit Innovation im Schweizer Banking beschäftigt und tiefer in diese Themen eintauchen sowie konkrete Praxisbeispiele erleben möchte, sollte sich die Konferenz «Innovationen im Banking» nicht entgehen lassen. Dort werden aktuelle Entwicklungen – von AI-Anwendungen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen – von führenden Expert:innen diskutiert. Mehr Infos zur Veranstaltung finden Sie hier. Es hat noch 3 Tickets.
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Jonathan
13. April 2026
The analysis is very interesting because it clearly shows the growth of neobanks in Switzerland, but customer numbers alone are not enough to understand the future trend. To properly assess both the depth of the banking relationship and the economic sustainability of the different business models, it would be useful to have answers to a few key questions: • How many customers are actually active, and how many use the neobank as their primary account? • How many customers have their salary paid into the account or use it for their day-to-day liquidity management? • What are the average deposits per customer and, where relevant, the AUM or invested assets? • How much revenue does each customer generate on average, and from which sources: interchange, fees, subscriptions, net interest income, trading? • What is the level of customer retention, and what does it cost to acquire a new customer? • Are these players growing in terms of profitability as well, or only in terms of user base? • How significant is the share of higher-value customers compared with more occasional or opportunistic users? Customer data is very useful to explain commercial traction, but to understand who will build a real competitive advantage over the medium term, we also need more insight into the centrality of the banking relationship and the ability to turn growth into profitability.
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7. April 2026
ETF-Wissen in der Schweiz: Zwischen Kompetenz und Unsicherheit
Die wissenschaftliche Literatur zeigt deutlich, dass Personen mit besseren Finanzkenntnissen eher in den Aktienmarkt investieren (Van Rooij et al.,2011), besser diversifizierte Portfolios halten (Gaudecker, 2015), höhere Renditen erzielen (Bianchi, 2018) und mehr Vermögen ansammeln (Lusardi et al., 2017; Van Rooij et al.,2012).… Mehr Informationen
Die wissenschaftliche Literatur zeigt deutlich, dass Personen mit besseren Finanzkenntnissen eher in den Aktienmarkt investieren (Van Rooij et al.,2011), besser diversifizierte Portfolios halten (Gaudecker, 2015), höhere Renditen erzielen (Bianchi, 2018) und mehr Vermögen ansammeln (Lusardi et al., 2017; Van Rooij et al.,2012). In der ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025 wurde nun erstmals der Wissensstand der Schweizer Anleger in Bezug auf ETFs erhoben. Den Befragten wurden acht Aussagen zu ETFs vorgelegt, die mit «richtig», «falsch» oder «weiss nicht» zu beantworten waren. Auf Basis der Anzahl korrekter Antworten erfolgte eine Zuordnung zu fünf vordefinierten Wissenskategorien: Expertenwissen, Fachwissen, Grundwissen, Minimalwissen und keine Kenntnisse.[2]
Hohes ETF-Wissen bei ETF-Anlegern, grosse Wissenslücken bei Nicht-ETF-Anleger
Unsere Analysen zeigen, dass 71 Prozent der ETF-Anleger mehr als die Hälfte der Wissensfragen korrekt beantworten konnten und somit über ein vertieftes ETF-Wissen verfügen (Abbildung 1). Bei Nicht-ETF-Nutzern zeigt sich ein entgegengesetztes Bild: 63 Prozent verfügen kaum über Basiswissen, beinahe jede zweite Person konnte keine einzige Frage korrekt beantworten.

Abbildung 1: ETF-Wissen bei Schweizer Anlegern
Nicht-ETF Anlegern mangelt es an elementarem Wissen zu ETFs
Die Auswertungen zeigen, dass das Wissen der ETF-Anleger insgesamt hoch ist, jedoch hinsichtlich einzelner Fragen heterogen ist (Abbildung 2). Die Frage zu den Gebühren erzielte unter den ETF-Anlegern den höchsten Anteil korrekter Antworten (80 Prozent). Das verdeutlicht, dass ETF-Anleger sich der Kostenvorteile von ETF sehr bewusst sind.
Andererseits konnte diese Gebührenfrage von lediglich 29 Prozent der Nicht-ETF-Anleger korrekt beantwortet werden. Ein bemerkenswert tiefer Anteil. Zudem geben mehr als 65 Prozent der Nicht-ETF-Anleger bei allen Fragen an, die Antwort entweder nicht zu kennen oder beantwortet sie falsch, was auf erhebliche Wissenslücken zu ETFs hinweist. Etwa zwei Drittel von ihnen wählen dabei oft die Option «weiss nicht», was zugleich ein Bewusstsein für ihre Wissensdefizite signalisiert.

Abbildung 2: Ein Drittel der Schweizer Investoren besitzt ETFs
Gender Gap im ETF-Wissen: Männer weisen einen höheren Wissensstand auf
Unsere Studienergebnisse zum ETF-Wissen deuten zudem einen deutlichen Geschlechterunterschied an. So beantworteten 46 Prozent der befragten Frauen keine der acht Wissensfragen korrekt, während 45 Prozent der Männer mindestens fünf Fragen richtig beantworteten und damit Fach- oder Expertenwissen aufweisen. Bei den Frauen liegt dieser Anteil bei tiefen 21 Prozent. Der beobachtete Gender Gap kann jedoch sowohl auf tatsächliche Wissenslücken als auch auf ein geringeres Selbstvertrauen von Frauen in Bezug auf das eigene Finanzwissen zurückzuführen sein. Dies zeigt sich in der häufigen Wahl der Antwort «weiss nicht». In diesem Zusammenhang zeigen die Ergebnisse von Bucher-Koenen et al. (2025), dass 70 Prozent der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Finanzkompetenz tatsächlich auf geringere Finanzkenntnisse zurückzuführen sind, während die verbleibenden 30 Prozent auf ein geringeres Selbstvertrauen entfallen. Auch wenn der Gender Gap in unserer Studie wegen der Methodik («weiss nicht»-Antworten werden als falsch klassifiziert) etwas überschätzt sein könnte, bleibt er insgesamt deutlich und bedeutsam.

Abbildung 3: Geschlechterspezifische Unterschiede im ETF-Wissen
«Was der Bauer nicht kennt…»: Kaufentscheide werden massgeblich durch das Produktverständnis bestimmt
Die Finanzindustrie hat hier eine (Mit-)Verantwortung: Sie sollte verständliche und einfach zugängliche Informationen bereitstellen, um Wissenslücken zu reduzieren und die Bereitschaft zum Investieren, vor allem bei bisher zurückhaltenden Personen, zu stärken. Und dies ist zu ihrem eigenen Vorteil: Unsere Befragung von ETF-Anlegern zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen der Vertrautheit mit ETF-Produkten und dem jeweiligen Kaufinteresse (Abbildung 4). Je höher die Vertrautheit mit einem Produkt, desto grösser ist auch die Kaufbereitschaft. Ein solides Verständnis der Produktmerkmale ist somit zentral für die Investitionsentscheidung. Für den erfolgreichen ETF-Vertrieb sind daher Aus- und Weiterbildungsmassnahmen zur Wissensvermittlung entscheidend, um potenzielle Anleger von den Vorteilen von ETFs zu überzeugen. Zudem sind eine transparente und verständliche Kommunikation wichtig.

Abbildung 4: Eine höhere Vertrautheit mit ETF-Produkten geht mit einem gesteigerten Kaufinteresse einher
Fazit
Die Ergebnisse der ETF-Anlegerstudie 2025 zeigen deutliche Wissensunterschiede zwischen ETF-Anlegern sowie Nicht-ETF-Anlegern. Während Erstere über ein solides Verständnis verfügen, bestehen bei Nicht-ETF-Anlegern erhebliche Wissenslücken. Der festgestellte Gender Gap unterstreicht die Bedeutung gezielter Bildungs- und Informationsangebote, um unterschiedlichen Ausgangslagen gerecht zu werden. Für ETF-Anbieter und Finanzinstitutionen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Finanzwissen gezielt und verständlich zu vermitteln. Bildungs- und Informationsinitiativen, die sowohl fachliche Kenntnisse als auch das Vertrauen in ETF-Produkte stärken, können wesentlich dazu beitragen, die Beteiligung am Kapitalmarkt zu erhöhen.
Literatur
Anderson, A., Baker, F., & Robinson, D. T. (2017). Precautionary savings, retirement planning and misperceptions of financial literacy. Journal of Financial Economics, 126(2), 383–398.
Bianchi, M. (2018). Financial literacy and portfolio dynamics. The Journal of Finance, 73(2), 831–859.
Bucher-Koenen, T., Alessie, R., Lusardi, A., & van Rooij, M. (2025). Fearless woman: Financial literacy, confidence, and stock market participation. Management Science, 71(9), 7414–7430.
Gaudecker, H.-M. von. (2015). How does household portfolio diversification vary with financial literacy and financial advice? The Journal of Finance, 70(2), 489–507.
Lusardi, A., Michaud, P.-C., & Mitchell, O. S. (2017). Optimal financial knowledge and wealth inequality. Journal of Political Economy, 125(2), 431–477.
Van Rooij, M., Lusardi, A., & Alessie, R. (2011). Financial literacy and stock market participation. Journal of Financial Economics, 101(2), 449–472.
Van Rooij, M. C. J., Lusardi, A., & Alessie, R. J. M. (2012). Financial literacy, retirement planning and household wealth. The Economic Journal, 122(560), 449–478.
[1] Die ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025 präsentiert die erste umfassende Analyse zum Anlageverhalten und Wissensstand von Schweizer Anleger in Bezug auf ETFs. Sie liefert einen fundierten Überblick über dieses dynamisch wachsende Anlagesegment. Finanzen.ch hat die Studie bei der HSLU beauftragt. Dazu wurde vom 29. April bis 8. Mai 2025 mit dem Schweizer Marktforschungsinstitut intervista eine repräsentative Umfrage unter 3’460 Personen im Alter von 18 bis 75 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt. Die Repräsentativität bezieht sich auf Alter, Geschlecht und Sprachregion. Die Studie ist digital auf der Webseite der HSLU sowie in einer webbasierten Version auf Finanzen.ch verfügbar.
[2] In Anlehnung an Anderson et al. (2017) wurden «Weiss nicht»-Antworten als falsch klassifiziert, da diese als Indikator für fehlendes Wissen interpretiert werden können. Dieses methodische Vorgehen kann dazu führen, den Wissensstand bestimmter Gruppen zu unterschätzen. Aktuelle Forschungsergebnisse zur Financial Literacy (Bucher-Koenen et al., 2025) deuten darauf hin, dass Frauen aufgrund geringeren Selbstvertrauens in das eigene Wissen eher die Option «Weiss nicht» wählen, während Männer eher dazu neigen sich auf eine Antwort festzulegen, auch wenn diese falsch sein könnte.
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30. März 2026
Die 30 wertvollsten Banken der Schweiz im Überblick
Unangefochten an der Spitze steht die UBS Group. Per Ende 2025 beträgt ihre Marktkapitalisierung CHF 123.5 Milliarden. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem Anstieg von 87 %. Auch auf der Ertragsseite zeigt sich ein markantes Wachstum: Die Erlöse liegen 2025 bei CHF 65.4 Milliarden, was einem Plus von 52 % entspricht.… Mehr Informationen
Unangefochten an der Spitze steht die UBS Group. Per Ende 2025 beträgt ihre Marktkapitalisierung CHF 123.5 Milliarden. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem Anstieg von 87 %. Auch auf der Ertragsseite zeigt sich ein markantes Wachstum: Die Erlöse liegen 2025 bei CHF 65.4 Milliarden, was einem Plus von 52 % entspricht. Die UBS ist damit nicht nur klar die wertvollste Bank der Schweiz, sondern hat ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Gleichzeitig relativiert sich die internationale Bedeutung: Selbst mit einem Börsenwert von über CHF 120 Milliarden liegt die UBS im globalen Vergleich weiterhin deutlich hinter den grössten US- und chinesischen Instituten. Weltweit belegt die UBS «nur» den 22. Platz unter den wertvollsten Banken (im Jahr 2023 noch den 26.). Zum Vergleich: Die weltweit wertvollste Bank ist JP Morgan Chase mit einem Börsenwert von rund CHF 627 Milliarden ($810 Mrd., 2023: $420 Mrd.; Quelle: CompaniesMarketCap.com).
In der Schweiz auf dem zweiten Rang folgt Julius Bär mit einer Marktkapitalisierung von CHF 12.9 Milliarden. Im Vergleich zu 2023 ist der Börsenwert wohl vor allem infolge der Benko-Affäre leicht rückläufig (-2 %), obwohl die Erlöse in dieser Zeitspanne deutlich gestiegen sind (+32 %).
Dynamischer zeigt sich teilweise auch das obere Mittelfeld:
- Die Banque Cantonale Vaudoise steigert ihren Marktwert um 13 % auf CHF 8.6 Milliarden.
- Swissquote verzeichnet mit +171 % den stärksten relativen Anstieg unter den Top-Instituten und erreicht neu CHF 7.5 Milliarden. Lag Swissquote im April 2023 bei unserer letzten Untersuchung noch auf Rang 10 der wertvollsten Banken der Schweiz, belegt das Institut nun bereits Rang 4.
- VZ Holding (+94 %) und EFG International (+117 %) haben ihren Börsenwert seit 2023 nahezu verdoppelt. VZ hat sich vom 8. auf den 5. Rang der wertvollsten Banken vorgeschoben. EFG war vor zwei Jahren noch auf Rang 12 platziert und liegt per Ende 2025 auf Rang 6.
Gerade bei diesen Instituten fällt auf, dass das Umsatzwachstum stark mit der Bewertungsentwicklung korreliert. Swissquote beispielsweise steigert die Erlöse um 61 %, EFG International um 50 %.
Die Marktwerte sind jedoch mit einer gewissen Vorsicht zu vergleichen, da es teils verzerrende Faktoren gibt. Beispielsweise sind nur wenige Kantonalbanken privatrechtliche Aktiengesellschaften. Die meisten Kantonalbanken sind öffentlich-rechtliche Anstalten, bei denen das Gesellschaftskapital aus Dotationskapital und teils aus PS-Kapital besteht (PS = Partizipationsscheine). An der Börse gehandelt werden lediglich die Partizipationsscheine (PS), welche keine Stimmrechte haben und oft nur zu einem kleinen Teil frei gehandelt PS werden. Für die Berechnung des gesamten Marktwerts einer Bank muss daher ein künstlicher «Marktwert» des Dotationskapitals errechnet werden. Bloomberg macht dies über einen Dreisatz mit dem Verhältnis von Nominal- zu Marktwert des PS-Kapitals.
Zu beachten ist auch, dass einige grössere Banken nicht börsenkotiert sind und deshalb in einer kapitalmarktbasierten Rangliste fehlen. Dazu zählen etwa die Raiffeisen Gruppe, die Zürcher Kantonalbank, die Migros Bank sowie PostFinance, die gemessen an ihrer Grösse ebenfalls Spitzenplätze einnehmen dürften. Zudem handelt es sich bei der vorliegenden Auswertung um eine Stichtagsbetrachtung. Je nach gewähltem Zeitraum können sich die zugrunde liegenden Zahlen sowie die daraus abgeleiteten Entwicklungen unterschiedlich darstellen
| Rang | Bank | Marktwert Ende 2025 (Mio.) | +/- seit April 2023 | Marktwert April 2023 (Mio.) | Erlös 2025 (Mio.) | +/- seit April 2023 |
| 1 | UBS Group | 123’505 | +87% | 66’016 | 65’435 | +52% |
| 2 | Julius Bär | 12’855 | -2% | 13’153 | 5’986 | +32% |
| 3 | Banque Cantonale Vaudoise | 8’641 | +13% | 7’672 | 1’465 | +24% |
| 4 | Swissquote Grp Holding | 7’465 | +171% | 2’756 | 732 | +61% |
| 5 | VZ Holding AG | 5’976 | +94% | 3’084 | 576 | +42% |
| 6 | EFG International AG | 5’845 | +117% | 2’688 | 2’685 | +50% |
| 7 | Luzerner Kantonal-bank | 4’596 | +33% | 3’455 | 1’025 | +41% |
| 8 | Grau-bündner Kantonal-bank | 4’588 | +3% | 4’437 | 785 | +60% |
| 9 | Basler Kantonal-bank | 3’716 | +38% | 2’700 | 1’564 | +97% |
| 10 | Vontobel | 3’657 | +11% | 3’293 | 1’882 | +13% |
| 11 | St.Galler Kantonal-bank | 3’422 | +15% | 2’979 | 868 | +43% |
| 12 | Thurgauer Kantonal-bank | 3’260 | +37% | 2’380 | 554 | +41% |
| 13 | Cembra Money Bank Ag | 2’981 | +33% | 2’244 | 635 | +18% |
| 14 | Berner Kantonal-bank | 2’885 | +33% | 2’172 | 777 | +46% |
| 15 | Zuger Kantonal-bank | 2’548 | +12% | 2’266 | 412 | +46% |
| 16 | Valiant Holding AG | 2’385 | +51% | 1’578 | 716 | +45% |
| 17 | Basellandschaftliche Kantonal-bank | 2’135 | +9% | 1’966 | 837 | +90% |
| 18 | Banque Cantonale du Valais | 2’117 | +20% | 1’770 | 438 | +66% |
| 19 | Banque Cantonale de Genève | 1’771 | +24% | 1’433 | 851 | +82% |
| 20 | acrevis Bank AG | 549 | +11% | 492 | 99 | +26% |
| 21 | WIR Bank Genossenschaft | 447 | +0% | 447 | 155 | +38% |
| 22 | Regiobank Solothurn AG | 329 | +37% | 240 | 69 | +51% |
| 23 | Hypothekar-bank Lenzburg AG | 291 | -7% | 312 | 157 | +64% |
| 24 | Glarner Kantonal-bank | 285 | -21% | 359 | 212 | +115% |
| 25 | Leonteq AG | 253 | -72% | 903 | 183 | -63% |
| 26 | Alpha RHEINTAL Bank AG | 209 | +16% | 180 | 66 | +50% |
| 27 | Banque Cantonale du Jura | 204 | +27% | 161 | 95 | +86% |
| 28 | Nidwaldner Kantonal-bank | 170 | 129 | |||
| 29 | Bank SLM AG | 144 | +24% | 116 | 37 | +34% |
| 30 | Bellevue Group | 136 | -68% | 429 | 53 | -63% |
Abbildung 1: Rangliste der 30 Banken mit dem höchsten Börsenwert (Stichtag: 31.12.2025, Vergleichswerte per 10.4.2023 bzw. 2022 für Erlöse; Datenquelle: Bloomberg)
Kantonalbanken: Solide, aber unterschiedlich positive Entwicklungen
Die meisten der grösseren Kantonalbanken behaupten sich weiterhin im oberen Mittelfeld. Die Luzerner Kantonalbank (+33 %), Basler Kantonalbank (+38 %), Thurgauer Kantonalbank (+37 %) oder Berner Kantonalbank (+33 %) zeigen stabile Wertzuwächse. Auf der anderen Seite hat der Marktwert der Graubündner Kantonalbank in dieser Zeitspanne um lediglich 3 % zugenommen, obwohl die Erlöse um 60 % stiegen.
Die Glarner Kantonalbank konnte zwar in den vergangenen sechs Monaten am Kapitalmarkt zulegen, liegt über eine längere Betrachtungsperiode jedoch weiterhin im negativen Bereich.
Deutliche Rückgänge bei einzelnen Spezialinstituten
Am unteren Ende der Rangliste zeigen sich teils massive Bewertungsrückgänge. Leonteq verliert seit 2023 rund 72 % an Börsenwert, die Bellevue Group 68 %. Auch bei einzelnen kleineren Instituten sind negative Entwicklungen sichtbar. Diese Rückgänge stehen in deutlichem Kontrast zu den starken Zuwächsen bei anderen Marktteilnehmern und unterstreichen die Heterogenität innerhalb des Schweizer Finanzsektors.
Gesamtsicht: Deutlicher Wertzuwachs bei zunehmender Konzentration
Addiert man die 30 grössten börsenkotierten Schweizer Banken, ergibt sich per Ende 2025 ein kumulierter Börsenwert von rund CHF 225 Milliarden. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem markanten Anstieg (April 2023: CHF 135). Gleichzeitig ist die Konzentration hoch geblieben beziehungsweise weiter gestiegen. Die UBS allein vereint über die Hälfte des gesamten Börsenwerts der untersuchten Institute auf sich.
Fazit
Zwei Jahre nach der Übernahme der Credit Suisse durch UBS präsentiert sich der Schweizer Bankensektor zumindest aus Bewertungssicht deutlich gestärkt. Die kumulierte Marktkapitalisierung der 30 grössten börsenkotierten Institute ist von rund CHF 135 Milliarden im April 2023 auf rund CHF 225 Milliarden per Ende 2025 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von rund zwei Dritteln.
Dieser Anstieg ist jedoch stark konzentriert. Allein die UBS vereint inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Börsenwerts der untersuchten Banken auf sich. Rund drei Viertel des kumulierten Wertzuwachses der 30 Banken seit 2023 entfallen auf sie. Damit hat sich die strukturelle Dominanz – gemessen am Marktwert eines einzelnen Instituts – im Schweizer Bankensektor weiter verfestigt. In Bezug auf die (Brutto-)Erlöse vereint die UBS 73 Prozent, 2022 waren es noch 71 Prozent.
Gleichzeitig zeigt sich im Mittelfeld eine bemerkenswerte Dynamik. Mehrere Institute – darunter Swissquote, EFG International oder VZ Holding – konnten ihren Börsenwert deutlich steigern, teils sogar mehr als verdoppeln.
Am anderen Ende der Rangliste stehen einzelne Spezial- und Nischeninstitute mit deutlichen Bewertungsverlusten. Die Spannweite zwischen starken Gewinnern und klaren Verlierern ist gross und ein Hinweis auf die zunehmende Differenzierung innerhalb des Sektors.
Im internationalen Kontext relativiert sich der Befund. Trotz deutlichem Wertzuwachs bleibt der Schweizer Bankenmarkt global betrachtet klein. Mehrere US- und chinesische Grossbanken übertreffen mit ihrer Marktkapitalisierung jeweils den gesamten Börsenwert aller 30 kotierten Schweizer Institute zusammen.
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Benni Meyer
27. April 2026
Genau die Retailbanken, die besonders oft in den Medien zusammen mit Digitalisierung genannt werden (Glarner Kantonalbank und Hypothekarbank Lenzburg), schneiden besonders schlecht ab (-21% / -7%). Da stellen sich mir Fragen: Ist das überhaupt real oder nicht eher ein reines Medien-Ereignis? Oder pflegt da ein Management einfach ein unrentables Hobby, auf Kosten der Aktionäre? Werden diese Banken überhaupt nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt?
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Jakob Marti
1. Juni 2026
Hauptproblem ist immer noch die Datenqualität; wer selbst mal versucht hat, per KI Transaktion kategorisieren zu lassen, weiss, wie frustrierend das ist. Das Beispiel von OpenAI und dem Hawaii-Trip ist nur dann beeindruckend, wenn man weiss, ob die Transaktionen wirklich 100% korrekt erkannt wurden und wie viele manuelle Arbeit dahintersteckt.
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