25. August 2026

Allgemein

Rund 400 Unternehmen prägen das Crypto-Asset-Investment-Ökosystem in der Schweiz und Liechtenstein

Rund 400 Unternehmen prägen das Crypto-Asset-Investment-Ökosystem in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Gleichzeitig verbreiterte sich der Zugang zu Crypto Assets über traditionelle Finanzprodukte weiter. Diese und weitere Erkenntnisse liefert die neuste «Crypto Assets Study 2026» der Hochschule Luzern.

Von Prof. Dr. Thomas Ankenbrand, Dr. Denis Bieri, Moreno Frigg, Dr. Patric A. Huber und Dr. Jovana Milojevic

Rund 400 Unternehmen bilden ein breit aufgestelltes Ökosystem

Die aktuelle Crypto Assets Studie identifiziert 399 aktive Anbieter von Produkten, Dienstleistungen und Infrastruktur im Zusammenhang mit Crypto-Assets in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein (direkt zum Download). Geografisch bleibt das Ökosystem konzentriert: 58 Prozent der untersuchten Anbieter haben ihren Hauptsitz in den Kantonen Zug oder Zürich. Inhaltlich ist das Ökosystem breit aufgestellt (siehe Abbildung 1). Investment Services (z. B. Brokerage) stellen die häufigste Servicekategorie dar, gefolgt von Infrastructure Services (z. B. Compliance-Lösungen) und Post-Trading Infrastructure (z. B. Custody-Lösungen). Über sämtliche Servicekategorien hinweg dominieren zentralisierte On-Chain-Modelle, bei denen DLT-basierte Produkte und Dienstleistungen weiterhin durch Intermediäre gesteuert werden. Dezentrale On-Chain-Aktivitäten sind insbesondere bei Infrastructure Services verbreitet.

Abbildung 1: Anbieterklassifikationen nach Servicekategorie und Form der technologischen Integration (n=399; Anbieter können mehreren Servicekategorien und technologischen Integrationsformen zugeordnet sein). Quelle: Eigene Darstellung.

Youtube Video: Kurzusammenfassung der Studie in 3 Minuten

Mehr Anlageprodukte, geringere verwaltete Vermögen und steigender CHF-Anteil am Handelsvolumen

Der Zugang zu Crypto Assets über traditionelle Finanzprodukte hat sich weiter verbreitert. Ende Juni 2026 umfasste das untersuchte Universum 248 unterschiedliche ISINs von Crypto-Asset-bezogenen ETPs und Open-End-Fonds, die in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zum Vertrieb verfügbar waren, domiziliert und/oder gehandelt wurden, rund 20 Prozent mehr als im Juni 2025. Die verwalteten Vermögen (AuM) entwickelten sich dagegen volatiler: Ende Juni 2026 belief sich das AuM auf rund CHF 10 Milliarden und lag damit 54 Prozent unter dem Höchststand vom September 2025 (siehe Abbildung 2). Zur Bereinigung um Preiseffekte wird das AuM zusätzlich in Einheiten des SIX Crypto Market Index 10 (CMI10) ausgedrückt. Diese preisbereinigte Betrachtung zeigt eine stabilere Entwicklung der verwalteten Vermögen.

Abbildung 2: Verwaltete Vermögen von Crypto-Asset-bezogenen ETPs und Open-End-Fonds, die in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zum Vertrieb verfügbar, domiziliert und/oder gehandelt werden. Quellen: Berechnungen basierend auf Morningstar Direct und SIX.

Auch die Handelsaktivität an den Schweizer Börsen schwächte sich nach einem erneuten Anstieg Ende 2024 wieder ab. Im ersten Halbjahr 2026 belief sich das Handelsvolumen mit Crypto-Asset-bezogenen Produkten auf BX Swiss und SIX auf rund CHF 1,16 Milliarden und blieb damit unter den Höchstständen früherer Jahre. Gleichzeitig gewann der Schweizer Franken beim Börsenhandel an Bedeutung. Zwar entfielen im ersten Halbjahr 2026 weiterhin rund 65 Prozent des Handelsvolumens an der SIX Swiss Exchange auf USD-denominierte Produkte, der Anteil CHF-denominierter Produkte stieg jedoch auf rund 27 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert des untersuchten Zeitraums (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Halbjährliche Verteilung des Handelsvolumens von Crypto-Asset-bezogenen Produkten an der SIX Swiss Exchange nach Handelswährung. Quelle: Berechnungen basierend auf SIX.

Bitcoin und Gold übernahmen unterschiedliche Rollen in einem Musterportfolio

Die Studie untersucht erneut, welchen Einfluss kleine Beimischungen von Bitcoin und Gold auf ein ansonsten traditionelles Portfolio aus Schweizer Aktien, Anleihen und Immobilien haben. Über den gesamten Beobachtungszeitraum erzielte das Portfolio mit Bitcoin und Gold sowohl die höchste annualisierte Rendite von 6,0 Prozent als auch die höchste Sharpe Ratio von 0,83. Die relative Performance der vier untersuchten Portfolios unterschied sich jedoch teilweise deutlich zwischen den einzelnen Jahren, sodass die Kombination aus Bitcoin und Gold nicht in jeder Periode die beste Performance erzielte. Bei ihrem Beitrag zum Portfoliorisiko unterscheiden sich Bitcoin und Gold deutlich. Obwohl beide im untersuchten Portfolio ein identisches Zielgewicht von jeweils 3 Prozent aufweisen, trägt Bitcoin rund 12 Prozent zur Gesamtvolatilität bei (siehe Abbildung 4). Bei Gold beträgt der entsprechende Anteil lediglich rund 1 Prozent. Im untersuchten Portfolio beeinflusste die kleine Bitcoin-Allokation das Risikoprofil somit stärker, als ihr Kapitalgewicht vermuten lässt. Die Analyse basiert auf historischen Daten und vordefinierten Portfolioallokationen. Sie beschreibt die Eigenschaften der untersuchten Beispielportfolios im Beobachtungszeitraum und stellt keine Anlageempfehlung dar.

Abbildung 4: Kapitalallokation und proportionaler Beitrag der einzelnen Anlageklassen zur Gesamtvolatilität des Portfolios mit Bitcoin und Gold. Quellen: Berechnungen basierend auf finanzen.net und SIX.

Stablecoins wachsen global, CHF-Stablecoins sind bislang ein Nischenprodukt

Stablecoins sind inzwischen ein bedeutender Bestandteil des globalen Crypto-Asset-Ökosystems. Ihr weltweites Angebot stieg von rund USD 1,6 Milliarden im Juni 2019 auf rund USD 269 Milliarden im Juni 2026 (siehe Abbildung 5). Allein gegenüber Juni 2025 entspricht dies einem Wachstum von rund 18 Prozent. CHF-denominierte Stablecoins haben bislang jedoch keine vergleichbare Marktbedeutung erreicht. Die in der Studie betrachteten öffentlich erfassten CHF-Stablecoins kamen Ende Juni 2026 zusammen auf weniger als CHF 100 Millionen. Im Vergleich zum globalen, weitgehend USD-dominierten Stablecoin-Markt blieb ihre Bedeutung damit relativ gering.

Abbildung 5: Entwicklung des globalen Stablecoin-Angebots. Quelle: Visa und Allium Labs (online).

Der evolutionäre Weg der Tokenisierung

Tokenisierung beschränkt sich nicht mehr auf konzeptionelle Anwendungsfälle. Digitale Wertschriften und neue Settlement-Infrastrukturen zeigen, wie Distributed-Ledger-Technologie schrittweise in bestehende Finanzmarktprozesse integriert wird. Die diesjährige Studie untersucht deshalb vertieft, wie sich auch Schweizer Hypotheken mit einer tokenbasierten Investorenseite verbinden lassen könnten. Die wirtschaftliche Relevanz ergibt sich aus der Grösse des Schweizer Hypothekarmarktes: Das ausstehende Hypothekarvolumen der Banken in der Schweiz lag im Mai 2026 bei rund CHF 1,25 Billionen (SNB, online). Im Rahmen der Studie wurde ein vereinfachter Mortgage-Token-Prototyp entwickelt, der den traditionellen Hypothekarprozess mit einer On-Chain-Investorenseite verbindet. Die Kundenschnittstelle des Hypothekarschuldners bleibt im konventionellen Bankensystem, während die Abwicklung auf der Investorenseite über einen Smart Contract und Stablecoins erfolgt. Der Prototyp demonstriert die technische Machbarkeit. Der Schritt vom hier präsentierten Token zu einer produktionsreifen Lösung erfordert jedoch umfangreiche weitere Abklärungen und Arbeiten. Offen bleibt zudem, ob sich für die verschiedenen Akteure tragfähige Business Cases ergeben und wie hoch entsprechend das Adoptionspotenzial ist.

Download der Crypto Assets Studie

Quellen

SNB (online). Mortgage loans and other loans: Utilisation and credit lines by domestic/foreign for            selected bank categories [SNB Data Portal]. Abgerufen am 15/7/2026 von            https://data.snb.ch/en/topics/banken/cube/bakredinausbm

Visa and Allium Labs (online). Stablecoin supply. Abgerufen am 27/7/2026 von https://visaonchainanalytics.com/supply

Was sind Crypto Assets? Crypto Assets sind digitale Repräsentationen von Forderungen, Werten oder Rechten, die auf einem verteilten Register (Distributed Ledger), beispielsweise einem Blockchain-Protokoll, in Form von Token ausgegeben werden. IFZ Crypto Assets Study 2026 Die Hochschule Luzern veröffentlicht zum sechsten Mal die jährliche «IFZ Crypto Assets Study». Diese bietet eine Übersicht zum Investment-Ökosystem für Crypto Assets in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Ermöglicht wurde die Studie durch die Unterstützung von Finnova, Finstar, Inventx, dem Kanton Zug, SFTI / Swiss Fintech Innovations, SIX und der Zürcher Kantonalbank.   ++ LINK ZUR STUDIE ++

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Disclaimer Die dargestellten Analysen, Modelle, Softwareelemente oder Szenarien sind nicht als Grundlage für konkrete Investitions-, Organisations-, Compliance- oder sonstige Entscheidungen bestimmt. Sie ersetzen weder eine individuelle fachliche noch eine rechtliche oder regulatorische Prüfung. Entscheidungen, die auf diesen Inhalten beruhen, bedürfen einer eigenständigen Beurteilung unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände. Dieses Arbeitsergebnis enthält Informationen aus Quellen, die als zuverlässig angesehen werden, jedoch übernimmt die Hochschule Luzern keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Dies gilt auch für die Ergebnisse von KI-Tools, die bei der Erstellung dieses Arbeitsergebnisses situationsbedingt zum Einsatz kamen.

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