21. Oktober 2026

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Schweizer ETF-Anlegerschaft: Frauen holen auf

ETFs gewinnen in der Schweiz weiter an Bedeutung. Besonders deutlich zeigt sich das Wachstum bei den Frauen, die einen wesentlichen Beitrag zur steigenden ETF-Nutzung leisten und auch beim ETF-Wissen aufholen. Während sich die Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der ETF-Nutzung verringern, vergrössert sich der Abstand zwischen jüngeren und älteren Anlegenden.

Von Dr. Brian Mattmann, Prof. Dr. Karsten Döhnert, Prof. Dr. Jürg Fausch und Angelo Gattlen

Die Verbreitung von Exchange Traded Funds (ETFs) in der Schweiz nimmt weiter zu. Gemäss der aktuellen ETF-Anlegerstudie Schweiz 2026 der Hochschule Luzern investieren mittlerweile 35 Prozent der Schweizer Anlegenden in ETFs, gegenüber 31 Prozent im Vorjahr (Abbildung 1). Der relative Anteil der ETF-Anleger in der Stichprobe steigt damit um über 10 Prozent und unterstreicht die wachsende Bedeutung von ETFs im Schweizer Anlagegeschäft. Allerdings unterscheiden sich die Nutzungsquoten weiterhin deutlich zwischen verschiedenen Anlegergruppen, insbesondere nach Geschlecht und Alter.

Abbildung 1: Der Anteil Schweizer Anleger, die ETFs besitzen: 2025 vs. 2026

(2025: n=2’005, 2026: n=2’000)

Frauen treiben das Wachstum der ETF-Nutzung

Besonders deutlich zeigt sich die Zunahme der ETF-Nutzung bei Frauen. Während im Jahr 2025 erst 21 Prozent der Anlegerinnen in ETFs investierten, beträgt dieser Anteil im Jahr 2026 bereits 27 Prozent (Abbildung 2). Dies entspricht einem Anstieg um sechs Prozentpunkte. Bei den Männern nahm die ETF-Nutzung im gleichen Zeitraum dagegen lediglich von 38 auf 39 Prozent zu. Der Grossteil des gesamten Zuwachses der ETF-Nutzung entfällt damit auf Frauen. Eine zunehmende Verbreitung von ETFs unter Anlegerinnen ist auch auf europäischer Ebene zu beobachten.

Abbildung 2: Der Anteil ETF-Anlegende nach Geschlecht und Alter

Trotz dieser Entwicklung investieren Männer weiterhin deutlich häufiger in ETFs als Frauen. Allerdings hat sich die Differenz zwischen den Geschlechtern innerhalb eines Jahres von 17 auf 12 Prozentpunkte verringert. Dies deutet auf eine zunehmende Annäherung der ETF-Nutzung zwischen Frauen und Männern hin. Die Entwicklung ist insofern bemerkenswert, da die ETF-Anlegerschaft bislang stark männlich geprägt war. Die ETF-Anlegerstudie 2025 zeigte, dass ETF-Anlegende überdurchschnittlich häufig männlich, jung und gut gebildet sind. Die aktuellen Ergebnisse weisen nun darauf hin, dass sich dieses Anlegerprofil zumindest hinsichtlich des Geschlechts allmählich verändert.

Beim Alter zeigt sich hingegen eine gegenläufige Entwicklung: Die ETF-Nutzung bei den unter 45-jährigen Anlegenden stieg von 40 auf 44 Prozent, während sie bei Anlegenden ab 45 Jahren lediglich von 24 auf 26 Prozent zunahm. Damit vergrössert sich die Differenz zwischen den beiden Altersgruppen von 16 auf 18 Prozentpunkte. Während sich die Unterschiede zwischen Frauen und Männern somit verringern, nimmt der Abstand zwischen jüngeren und älteren Anlegenden weiter zu. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wachstum der ETF-Nutzung weiterhin überdurchschnittlich stark von jüngeren Anlegenden getragen wird.

ETF-Wissen: Geschlechterunterschiede nehmen ab, bleiben aber deutlich

Neben der ETF-Nutzung untersucht die Studie auch das ETF-Wissen der Schweizer Investoren anhand von acht standardisierten Wissensfragen. Die Ergebnisse zeigen eine Verbesserung des ETF-Wissens bei Frauen gegenüber dem Vorjahr (Abbildung 3): Der Anteil der Frauen mit mindestens grundlegenden ETF-Kenntnissen stieg von 38 Prozent im Jahr 2025 auf 44 Prozent im Jahr 2026. Bei Männern blieb dieser Anteil unverändert bei 64 Prozent. Damit verringerte sich die Wissensdifferenz zwischen den Geschlechtern von 26 auf 20 Prozentpunkte.

Die Verbesserung bei den Frauen zeigt sich auch bei den einzelnen Wissensfragen: Bei allen acht Fragen ging der Anteil der «Weiss nicht»-Antworten zurück, während der Anteil korrekter Antworten jeweils zunahm.

Abbildung 3: ETF-Literacy nach Geschlecht

(2025: n=2’005, 2026: n=2’000)

Dennoch bestehen weiterhin beträchtliche Unterschiede im ETF-Wissen zwischen Frauen und Männern. Bemerkenswert ist, dass bei den Frauen sowohl die ETF-Nutzung als auch das ETF-Wissen deutlich zugenommen haben, während die Veränderungen bei den Männern vergleichsweise gering ausfielen. Die parallele Entwicklung deutet auf einen Zusammenhang zwischen ETF-Wissen und ETF-Nutzung hin, erlaubt jedoch keine kausalen Schlussfolgerungen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass sich die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sowohl beim Anlageverhalten als auch beim Produktwissen verringern.

Fazit

Die ETF-Anlegerstudie Schweiz 2026 bestätigt die zunehmende Verbreitung von ETFs im Schweizer Anlagegeschäft. Mittlerweile investieren 35 Prozent der Schweizer Anlegenden in ETFs. Besonders ausgeprägt ist das Wachstum bei Frauen, deren ETF-Nutzungsquote innerhalb eines Jahres von 21 auf 27 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig bleiben ETFs bei jüngeren Anlegenden überdurchschnittlich verbreitet. Auch beim ETF-Wissen verringern sich die Unterschiede zwischen Frauen und Männern, bleiben jedoch weiterhin deutlich bestehen.

Insgesamt deuten die Ergebnisse auf eine zunehmende Veränderung der Schweizer ETF-Anlegerschaft hin. Während jüngere Männer weiterhin eine besonders ETF-affine Anlegergruppedarstellen, gewinnen Frauen zunehmend an Bedeutung.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

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