30. März 2026

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Welches sind die 30 wertvollsten Banken der Schweiz?

Im April 2023 stellten wir uns die Frage, wie hoch der Marktwert der grössten börsenkotierten Schweizer Banken ist, wenige Wochen nach dem historischen Zusammenbruch der Credit Suisse. Damals lag der kumulierte Börsenwert der 30 grössten Institute bei rund CHF 135 Milliarden. Zwei Jahre später hat sich das Bild deutlich verändert. Unsere aktualisierte Untersuchung auf Basis von Bloomberg-Daten zeigt deutlich steigende Börsenwerte der Schweizer Banken. Allerdings fällt die Entwicklung sehr unterschiedlich aus.

Von Prof. Dr. Andreas Dietrich und Dr. Reto Rey

Unangefochten an der Spitze steht die UBS Group. Per Ende 2025 beträgt ihre Marktkapitalisierung CHF 123.5 Milliarden. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem Anstieg von 87 %. Auch auf der Ertragsseite zeigt sich ein markantes Wachstum: Die Erlöse liegen 2025 bei CHF 65.4 Milliarden, was einem Plus von 52 % entspricht. Die UBS ist damit nicht nur klar die wertvollste Bank der Schweiz, sondern hat ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Gleichzeitig relativiert sich die internationale Bedeutung: Selbst mit einem Börsenwert von über CHF 120 Milliarden liegt die UBS im globalen Vergleich weiterhin deutlich hinter den grössten US- und chinesischen Instituten. Weltweit belegt die UBS «nur» den 22. Platz unter den wertvollsten Banken (im Jahr 2023 noch den 26.). Zum Vergleich: Die weltweit wertvollste Bank ist JP Morgan Chase mit einem Börsenwert von rund CHF 627 Milliarden ($810 Mrd., 2023: $420 Mrd.; Quelle: CompaniesMarketCap.com).

In der Schweiz auf dem zweiten Rang folgt Julius Bär mit einer Marktkapitalisierung von CHF 12.9 Milliarden. Im Vergleich zu 2023 ist der Börsenwert wohl vor allem infolge der Benko-Affäre leicht rückläufig (-2 %), obwohl die Erlöse in dieser Zeitspanne deutlich gestiegen sind (+32 %).

Dynamischer zeigt sich teilweise auch das obere Mittelfeld:

  • Die Banque Cantonale Vaudoise steigert ihren Marktwert um 13 % auf CHF 8.6 Milliarden.
  • Swissquote verzeichnet mit +171 % den stärksten relativen Anstieg unter den Top-Instituten und erreicht neu CHF 7.5 Milliarden. Lag Swissquote im April 2023 bei unserer letzten Untersuchung noch auf Rang 10 der wertvollsten Banken der Schweiz, belegt das Institut nun bereits Rang 4.
  • VZ Holding (+94 %) und EFG International (+117 %) haben ihren Börsenwert seit 2023 nahezu verdoppelt. VZ hat sich vom 8. auf den 5. Rang der wertvollsten Banken vorgeschoben. EFG war vor zwei Jahren noch auf Rang 12 platziert und liegt per Ende 2025 auf Rang 6.

Gerade bei diesen Instituten fällt auf, dass das Umsatzwachstum stark mit der Bewertungsentwicklung korreliert. Swissquote beispielsweise steigert die Erlöse um 61 %, EFG International um 50 %.

Die Marktwerte sind jedoch mit einer gewissen Vorsicht zu vergleichen, da es teils verzerrende Faktoren gibt. Beispielsweise sind nur wenige Kantonalbanken privatrechtliche Aktiengesellschaften.  Die meisten Kantonalbanken sind öffentlich-rechtliche Anstalten, bei denen das Gesellschaftskapital aus Dotationskapital und teils aus PS-Kapital besteht (PS = Partizipationsscheine). An der Börse gehandelt werden lediglich die Partizipationsscheine (PS), welche keine Stimmrechte haben und oft nur zu einem kleinen Teil frei gehandelt PS werden. Für die Berechnung des gesamten Marktwerts einer Bank muss daher ein künstlicher «Marktwert» des Dotationskapitals errechnet werden. Bloomberg macht dies über einen Dreisatz mit dem Verhältnis von Nominal- zu Marktwert des PS-Kapitals.

Zu beachten ist auch, dass einige grössere Banken nicht börsenkotiert sind und deshalb in einer kapitalmarktbasierten Rangliste fehlen. Dazu zählen etwa die Raiffeisen Gruppe, die Zürcher Kantonalbank, die Migros Bank sowie PostFinance, die gemessen an ihrer Grösse ebenfalls Spitzenplätze einnehmen dürften. Zudem handelt es sich bei der vorliegenden Auswertung um eine Stichtagsbetrachtung. Je nach gewähltem Zeitraum können sich die zugrunde liegenden Zahlen sowie die daraus abgeleiteten Entwicklungen unterschiedlich darstellen

RangBankMarktwert Ende 2025 (Mio.)+/- seit April 2023Marktwert April 2023 (Mio.)Erlös 2025 (Mio.)+/- seit April 2023
1UBS Group123’505+87%66’01665’435+52%
2Julius Bär12’855-2%13’1535’986+32%
3Banque Cantonale Vaudoise8’641+13%7’6721’465+24%
4Swissquote Grp Holding7’465+171%2’756732+61%
5VZ Holding AG5’976+94%3’084576+42%
6EFG International AG5’845+117%2’6882’685+50%
7Luzerner Kantonal-bank4’596+33%3’4551’025+41%
8Grau-bündner Kantonal-bank4’588+3%4’437785+60%
9Basler Kantonal-bank3’716+38%2’7001’564+97%
10Vontobel3’657+11%3’2931’882+13%
11St.Galler Kantonal-bank3’422+15%2’979868+43%
12Thurgauer Kantonal-bank3’260+37%2’380554+41%
13Cembra Money Bank Ag2’981+33%2’244635+18%
14Berner Kantonal-bank2’885+33%2’172777+46%
15Zuger Kantonal-bank2’548+12%2’266412+46%
16Valiant Holding AG2’385+51%1’578716+45%
17Basellandschaftliche Kantonal-bank2’135+9%1’966837+90%
18Banque Cantonale du Valais2’117+20%1’770438+66%
19Banque Cantonale de Genève1’771+24%1’433851+82%
20acrevis Bank AG549+11%49299+26%
21WIR Bank Genossenschaft447+0%447155+38%
22Regiobank Solothurn AG329+37%24069+51%
23Hypothekar-bank Lenzburg AG291-7%312157+64%
24Glarner Kantonal-bank285-21%359212+115%
25Leonteq AG253-72%903183-63%
26Alpha RHEINTAL Bank AG209+16%18066+50%
27Banque Cantonale du Jura204+27%16195+86%
28Nidwaldner Kantonal-bank170129
29Bank SLM AG144+24%11637+34%
30Bellevue Group136-68%42953-63%

Abbildung 1: Rangliste der 30 Banken mit dem höchsten Börsenwert (Stichtag: 31.12.2025, Vergleichswerte per 10.4.2023 bzw. 2022 für Erlöse; Datenquelle: Bloomberg)

Kantonalbanken: Solide, aber unterschiedlich positive Entwicklungen

Die meisten der grösseren Kantonalbanken behaupten sich weiterhin im oberen Mittelfeld. Die Luzerner Kantonalbank (+33 %), Basler Kantonalbank (+38 %), Thurgauer Kantonalbank (+37 %) oder Berner Kantonalbank (+33 %) zeigen stabile Wertzuwächse. Auf der anderen Seite hat der Marktwert der Graubündner Kantonalbank in dieser Zeitspanne um lediglich 3 % zugenommen, obwohl die Erlöse um 60 % stiegen.

Die Glarner Kantonalbank konnte zwar in den vergangenen sechs Monaten am Kapitalmarkt zulegen, liegt über eine längere Betrachtungsperiode jedoch weiterhin im negativen Bereich.

Deutliche Rückgänge bei einzelnen Spezialinstituten

Am unteren Ende der Rangliste zeigen sich teils massive Bewertungsrückgänge. Leonteq verliert seit 2023 rund 72 % an Börsenwert, die Bellevue Group 68 %. Auch bei einzelnen kleineren Instituten sind negative Entwicklungen sichtbar. Diese Rückgänge stehen in deutlichem Kontrast zu den starken Zuwächsen bei anderen Marktteilnehmern und unterstreichen die Heterogenität innerhalb des Schweizer Finanzsektors.

Gesamtsicht: Deutlicher Wertzuwachs bei zunehmender Konzentration

Addiert man die 30 grössten börsenkotierten Schweizer Banken, ergibt sich per Ende 2025 ein kumulierter Börsenwert von rund CHF 225 Milliarden. Gegenüber April 2023 entspricht dies einem markanten Anstieg (April 2023: CHF 135). Gleichzeitig ist die Konzentration hoch geblieben beziehungsweise weiter gestiegen. Die UBS allein vereint über die Hälfte des gesamten Börsenwerts der untersuchten Institute auf sich.

Fazit

Zwei Jahre nach der Übernahme der Credit Suisse durch UBS präsentiert sich der Schweizer Bankensektor zumindest aus Bewertungssicht deutlich gestärkt. Die kumulierte Marktkapitalisierung der 30 grössten börsenkotierten Institute ist von rund CHF 135 Milliarden im April 2023 auf rund CHF 225 Milliarden per Ende 2025 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von rund zwei Dritteln.

Dieser Anstieg ist jedoch stark konzentriert. Allein die UBS vereint inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Börsenwerts der untersuchten Banken auf sich. Rund drei Viertel des kumulierten Wertzuwachses der 30 Banken seit 2023 entfallen auf sie. Damit hat sich die strukturelle Dominanz – gemessen am Marktwert eines einzelnen Instituts – im Schweizer Bankensektor weiter verfestigt. In Bezug auf die (Brutto-)Erlöse vereint die UBS 73 Prozent, 2022 waren es noch 71 Prozent.

Gleichzeitig zeigt sich im Mittelfeld eine bemerkenswerte Dynamik. Mehrere Institute – darunter Swissquote, EFG International oder VZ Holding – konnten ihren Börsenwert deutlich steigern, teils sogar mehr als verdoppeln.

Am anderen Ende der Rangliste stehen einzelne Spezial- und Nischeninstitute mit deutlichen Bewertungsverlusten. Die Spannweite zwischen starken Gewinnern und klaren Verlierern ist gross und ein Hinweis auf die zunehmende Differenzierung innerhalb des Sektors.

Im internationalen Kontext relativiert sich der Befund. Trotz deutlichem Wertzuwachs bleibt der Schweizer Bankenmarkt global betrachtet klein. Mehrere US- und chinesische Grossbanken übertreffen mit ihrer Marktkapitalisierung jeweils den gesamten Börsenwert aller 30 kotierten Schweizer Institute zusammen.

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