5. Oktober 2026
Bereits zum fünfzehnten Mal findet am Donnerstag, 26. November 2026, die IFZ Retail Banking-Konferenz statt. Auf die Teilnehmenden wartet ein vielseitiges Programm zu den Herausforderungen und Chancen im Schweizer Retail Banking. Wie kann sich eine Kantonalbank in einem zunehmend digitalen und fragmentierten Markt differenzieren – und weshalb setzt die Basler Kantonalbank dabei bewusst auf Vertrauen statt Disruption? Wie entwickelt PostFinance ihr Geschäftsmodell trotz ihrer regulatorischen Einschränkungen weiter? Braucht es im Schweizer Firmenkundengeschäft neue, integrierte Angebote? Und schliesslich: Was geschieht, wenn künstliche Intelligenz nicht mehr nur Fragen beantwortet, sondern selbstständig Aufgaben übernimmt und Bankdienstleistungen für Kundinnen und Kunden ausführt? Wie gewohnt präsentieren wir zudem die Ergebnisse der IFZ Retail Banking-Studie 2026, analysieren wichtige Entwicklungen im Schweizer Retail Banking und küren die gemäss unserem Benchmarking «beste» Schweizer Retailbank des Jahres 2025.
Auch die diesjährige IFZ Retail Banking-Studie untersucht das Schweizer Retail Banking aus verschiedenen Perspektiven. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Anlageverhalten der Schweizer Bevölkerung. Wir zeigen auf, wie viele Menschen – sowohl Retail- als auch Private Banking Kundinnen und -Kunden in Wertschriften investieren, wie sich ihre Portfolios in den vergangenen Jahren entwickelt haben und welches Potenzial bei den heutigen Nicht-Anlegerinnen und Nicht-Anlegern besteht. Vertieft befassen wir uns mit nachhaltigen Anlagen. Ist den Anlegerinnen und Anlegern Nachhaltigkeit weiterhin wichtig? Verstehen sie, was Banken unter nachhaltigem Anlegen verstehen? Und nehmen sie für nachhaltige Anlageprodukte höhere Kosten oder eine tiefere Rendite in Kauf?
Des Weiteren untersuchen wir die Zahlungsbereitschaft für verschiedene Bankdienstleistungen. Sind Kundinnen und Kunden bereit, für Vorsorgedienstleistungen zu bezahlen – und wenn ja, wie viel? Wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft für Instant Payments, Multibanking, Bargeldbezüge an Bancomaten anderer Banken oder Kreditkarten? Welche Kundengruppen sind bereit, für diese Angebote zu bezahlen? Und wissen die Kundinnen und Kunden überhaupt, wie hoch die entsprechenden Gebühren heute sind?
Daneben analysieren wir erneut die Corporate Governance der Schweizer Retailbanken, zeigen die wichtigsten Entwicklungen zentraler Bankkennzahlen auf und prämieren die gemäss unserem Benchmarking «beste» Schweizer Retailbank des Jahres 2025.
Der Begriff «Disruption» prägte die Diskussion über die Zukunft des Bankings während vieler Jahre. Doch müssen Banken tatsächlich alles neu erfinden? Oder liegt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gerade in einer Zeit zunehmender Unsicherheit im Vertrauen der Kundinnen und Kunden?
Regula Berger, CEO und Vorsitzende der Konzernleitung der Basler Kantonalbank, gibt Einblick in die strategische Ausrichtung ihres Instituts. Sie zeigt auf, welche Bedeutung Vertrauen, Stabilität und Kundennähe für die Weiterentwicklung einer Kantonalbank haben und wie sich diese traditionellen Stärken mit Innovation und neuen Kundenbedürfnissen verbinden lassen.
PostFinance gehört zu den bekanntesten Finanzinstituten der Schweiz und verfügt über eine aussergewöhnlich breite Kundenbasis. Gleichzeitig muss sie ihr Geschäftsmodell unter besonderen regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln. Insbesondere die eingeschränkten Möglichkeiten im Kredit- und Hypothekargeschäft machen die Suche nach zusätzlichen, zinsunabhängigen Erträgen zu einer strategischen Kernaufgabe.
Beat Röthlisberger, CEO von PostFinance, zeigt auf, wie das Unternehmen dieses Handicap angeht. Welche Geschäftsfelder bieten Potenzial? Welche Rolle spielen Anlage-, Vorsorge- und digitale Dienstleistungen? Und wie kann PostFinance ihre grosse Reichweite und die hohe Zahl an Kundenkontakten besser nutzen? Das Referat verspricht einen interessanten Einblick in die Transformation eines Instituts, das sein Geschäftsmodell unter anspruchsvollen Voraussetzungen weiterentwickeln muss.
Während sich das digitale Angebot für Privatkundinnen und Privatkunden in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat, besteht im Schweizer Firmenkundengeschäft weiterhin erhebliches Potenzial. Gerade kleinere Unternehmen arbeiten häufig mit verschiedenen, kaum miteinander verbundenen Lösungen für Banking, Buchhaltung, Rechnungsstellung und Lohnadministration.
Das Westschweizer FinTech Helvo möchte diese Fragmentierung überwinden (vgl. auch meinen Blog-Artikel zu Helvo). Das Unternehmen verbindet Bankdienstleistungen mit Buchhaltung, Invoicing, Payroll und weiteren administrativen Funktionen in einer integrierten Plattform. Julien Barbotin-Larrieu, CEO und Co-Founder von Helvo, zeigt, wie sein Unternehmen das Banking für Schweizer KMU neu gestalten möchte.
Kann ein integriertes Angebot den administrativen Aufwand von KMU tatsächlich reduzieren? Welche Rolle spielen dabei künstliche Intelligenz und automatisierte Prozesse? Für welche KMU ist der monatliche Preis von CHF 35 bis CHF 180 attraktiv? Und gelingt es einem neuen Anbieter, in einem von etablierten Banken dominierten Markt eine relevante Position aufzubauen?
Generative AI hat innerhalb kurzer Zeit verändert, wie Menschen Informationen suchen, Texte erstellen und mit Unternehmen interagieren. Mit AI-Agents zeichnet sich nun die nächste Entwicklungsstufe ab: Künstliche Intelligenz beantwortet nicht mehr nur Fragen, sondern plant Aufgaben, trifft innerhalb definierter Grenzen Entscheidungen und führt Prozesse selbstständig aus.
Mark Rydqvist zeigt, wie AI-Agents die Finanzindustrie verändern könnten. Was geschieht, wenn Kundinnen und Kunden ihre Bankgeschäfte künftig über einen persönlichen digitalen Agenten erledigen? Welche Prozesse innerhalb der Banken lassen sich durch Agenten automatisieren? Und welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf Kundenschnittstellen, Geschäftsmodelle und die Rolle der Mitarbeitenden?
Neben den Chancen stellen sich auch wichtige Fragen zu Datenschutz, Sicherheit, Kontrolle und Verantwortung. Das Referat bietet eine internationale Perspektive auf eine technologische Entwicklung, die für Banken weit über den Einsatz eines zusätzlichen Chatbots hinausgeht.
Persönliche und qualitativ hochwertige Bankberatung war bislang vor allem dort wirtschaftlich attraktiv, wo genügend Kundenvermögen vorhanden ist. Künstliche Intelligenz könnte diese Logik grundlegend verändern. Wenn sich Beratung zu deutlich tieferen Grenzkosten skalieren lässt, können personalisierte Dienstleistungen auch für Kundengruppen angeboten werden, die bisher kaum oder nur standardisiert beraten wurden.
Die israelische Digitalbank ONE ZERO verfolgt genau diesen Ansatz. Unter dem Leitgedanken «Every Customer Deserves an AI Banker» verbindet sie digitale Bankdienstleistungen mit AI-gestützter Unterstützung. Niv Netzer, Product Lead bei ONE ZERO, zeigt, wie ein persönlicher AI-Banker funktionieren kann und welche Erfahrungen die Bank damit gesammelt hat.
Wie persönlich kann automatisierte Beratung tatsächlich sein? Welche Aufgaben kann ein AI-Banker übernehmen – und wo braucht es weiterhin Menschen? Kann AI qualitativ gute Beratung demokratisieren, oder entstehen dadurch neue Risiken?
| 13.20 Uhr | Vorstellung der IFZ Retail Banking-Studie 2026 Andreas Dietrich, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Hochschule Luzern |
| 14.05 Uhr | Vertrauen statt Disruption: Die Strategie der Basler Kantonalbank Regula Berger, CEO und Vorsitzende der Konzernleitung, Basler Kantonalbank |
| 14.35 Uhr | Pause |
| 15.05 Uhr | Zinsunabhängig zum Erfolg: Wie PostFinance ihr Handicap zur Stärke machtBeat Röthlisberger, CEO, PostFinance |
| 15.35 Uhr | Reinventing SME Banking in Switzerland Julien Barbotin-Larrieu, CEO & Co-Founder, Helvo SA |
| 16.05 Uhr | Pause |
| 16.35 Uhr | The Agentic Era: How AI Agents Are Reshaping Financial Services Mark Rydqvist, Thought Machine |
| 17.05 Uhr | Every Customer Deserves an AI Banker Niv Netzer, Product Lead, one zero |
| 17.35 Uhr | Zusammenfassung und Ausblick Andreas Dietrich, Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Hochschule Luzern |
| Ab 17.40 Uhr | Apéro |
Wir freuen uns sehr, viele bekannte und neue Gesichter in Rotkreuz begrüssen zu dürfen!
Weitere Informationen und Anmeldung zur IFZ Retail Banking-Konferenz 2026
Die Teilnahme an der Konferenz kostet CHF 560.-. Als Teilnehmer erhalten Sie die rund 220-seitige IFZ Retail Banking-Studie 2026 (Wert CHF 290.-). Bitte melden Sie sich unter ifz@hslu.ch, wenn Sie nur die Studie bestellen möchten (Auslieferung nach der Konferenz).
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